Michael Münzer: „Wir können und dürfen gewinnen….“
Seit Tagen ist der Münzer-Bioindustrie-Sportpark in Voitsberg restlos ausverkauft und nicht nur die halbe Weststeiermark freut sich auf ein Stell-Dich-Ein des Sportklub Sturm im ehemaligen Kohlenrevier. Zwei schwarz-weiße Klubs mit viel Tradition werden sich am Samstag um 15Uhr 30 in der zweiten ÖFB-Cup-Runde duellieren. Dabei steht ein Mann natürlich im Mittelpunkt, der gar nicht so gerne im Mittelpunkt steht: Michael Münzer. Der ASK-Boss – einst auch bei Sturm Vizepräsident und noch immer namhafter Gönner der Blackys – hat sich wenige Stunden vor dem Spiel Zeit für ein Interview mit uns genommen:
SN: Lieber Michl, am Samstag kommt es in Voitsberg zum Cupkracher ASK Voitsberg gegen den SK Sturm. Deine zwei Herzensvereine treffen vor ausverkauftem Haus aufeinander. War das dein absolutes Wunschlos und wie laufen die Vorbereitungen?
MM: Wunschlos ist es sicherlich keines gewesen … jeder andere Verein wäre mir lieber gewesen! Aber so feiern wir eben ein großes Fußballfest in Voitsberg – mit sehr, sehr vielen schwarz-weißen Freunden von mir. Zu den Vorbereitungen kann ich nur eines sagen: DANKE an all jene, die seit der Auslosung im Hintergrund mitarbeiten und mithelfen. Stand heute kann eigentlich nur mehr das Wetter zum Spielverderber werden.
Ihr habt die Stadionkapazitäten erweitern können. Wieviele Menschen dürfen nun live dabei sein?
Wir haben bei der Bezirkshauptmannschaft um eine Erhöhung angesucht und diese auch erhalten. Wir haben uns dazu entschieden, 3.500 Leute zu diesem Spiel auf unsere Anlage zu lassen. Stadion wäre ein wenig übertreiben – wir haben ein Fußballfeld mit einer kleinen Tribüne. Durch den Aufbau zusätzlicher Tribünen, besonders im „Auswärtssektor“, können wir allen, die die Chance bekommen haben, dabei zu sein, auch die Möglichkeit geben, das Spiel sicher und gut zu verfolgen. Wegen des Geldes machen wir das nicht. Uns kosten die Zusatztribünen mehr als das, was wir dadurch an zusätzlichen Eintrittseinnahmen einnehmen.
Und was denkst du, wieviele Tickets hätten bei noch größerer Kapazität abgesetzt werden können?
Ich denke, wenn wir das Stadion in Graz gemietet hätten – was kurz auch eine Idee von mir war –, hätten wir es wahrscheinlich ebenfalls vollgebracht. Aber nicht, weil der ASK Voitsberg in Graz spielt, sondern weil der ASK gegen den größten und erfolgreichsten Sportverein der Steiermark spielt. Wir hätten wahrscheinlich noch viel mehr Kindern und Jugendlichen ermöglicht, dieses Spiel kostenlos zu erleben, und die normalen Karten wären sicher nicht teurer gewesen, als wenn wir in Voitsberg spielen.
Warum wurde dieser Plan dann verworfen?
Wenn man sportlich diese Chance bekommt, so etwas einmal zu Hause erleben zu dürfen, dann muss man es einfach in Voitsberg machen. Das sind wir auch unseren Fans schuldig, die uns seit Jahrzehnten unterstützen. Für die Stadt, für die ganze Region – auch wenn der gesamte Aufwand schon extrem ist und in keiner Relation zu den Einnahmen steht.
Es wäre ja nicht das erste Mal, dass ein Zweitligist einen Erstligisten aus dem Bewerb wirft. Glaubt ihr an die Sensation?
Auf dem Papier gibt es absolut keine Diskussion darüber, wer der Favorit ist. Bei Sturm gibt es Spieler, die allein einen höheren Marktwert haben als unser gesamter Kader. Die fußballerische Ausbildung haben aber alle dieselbe genossen, alle sind Profis. Im Endeffekt ist die Ausgangslage ganz einfach: als ASK Voitsberg können und dürfen wir gewinnen – als Sturm Graz muss ich gewinnen.

Freunde seit der der Stadioneröffnung 1997 – Michael Münzer und Christian Jauk(c) SturmTifo.com
Als Aufsteiger seid ihr gut in die Saison gestartet, habt auch beim 1:5 auswärts gegen Titelfavorit BW Linz eine viel bessere Figur abgegeben, als das Ergebnis widerspiegelt. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Verlauf des ASK in der 2. Liga?
Wenn wir so weiterarbeiten, bin ich mit der Entwicklung sehr zufrieden. Schritt für Schritt – mit dem Mut zum Risiko. Martin Krienzer ist mit seinen 26 Jahren der drittälteste Spieler in unserer Mannschaft. Das sagt schon einiges darüber aus, wohin unser Weg geht. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von David Preiß kurz vor Saisonstart war es Sebastian Szvetits zu verdanken, dass wir mit Philipp Zulechner einen Trainer gefunden haben, der diesen Weg genauso sieht wie wir. Philipp passt fachlich hervorragend zu uns, arbeitet sehr akribisch, aber vor allem passt er auch menschlich perfekt zu uns.
Wenn man an dich denkt, weiß man, dass du immer „größer“ denkst. Was planst du langfristig in Voitsberg und wie konkret sind bereits etwaige Pläne, in der Bezirkshauptstadt ein neues Stadion zu bauen?
Ich habe immer Ideen … und die überholen sich zeitweise auch wieder selbst….Aber das Wichtigste ist jetzt einmal, dass wir unsere Trainingsinfrastruktur verbessern und ausbauen. Denn dort stehen wir mittlerweile wirklich an. Wir haben über 20 Mannschaften auf zwei Trainingsplätzen. In Graz würde man wahrscheinlich sagen, man steht vor einem „Jahrhundertprojekt“ … ich sehe es einfach als notwendige Maßnahme, die man schaffen muss, wenn man sich weiterentwickeln und professioneller werden will.
Stichwort Stadion: Als ehemaliger Sturm-Vorstand und Vizepräsident kennst du ja das leidige Thema Sturm-Stadion. Und mit deiner Firma Münzer Bioindustrie unterstützt du die Schwoazen ja nach wie vor sehr mannigfaltig. Wie siehst du die derzeitige Entwicklung beim SK Sturm und glaubst du noch an eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung in Sachen neue Spielstätte?
Zum Verein: Die derzeitige Entwicklung sehe ich als Mitglied des SK Sturm Graz sehr kritisch. Ich verstehe auch viele Entscheidungen nicht – aber zum Glück muss ich dafür auch nicht mehr haften..Und zum Stadion: Ich war noch nie ein Fan von dieser Bunkersanierungs-Idee und werde auch keiner mehr werden. Aber ich verstehe natürlich auch die Situation. Sturm will kein Geld für etwas ausgeben, was dem Verein nicht gehört, und die Stadt Graz hat keines. Aber irgendwann müssen auch gewisse Herrschaften einsehen, dass es Zeit ist, von einem toten Pferd abzusteigen, um andere Optionen zu prüfen, anstatt über ein Jahrzehnt darauf herumzureiten.
Zum Abschluss würden wir dich noch um einen Tipp für das Cupspiel zwischen den Schwarz-Weißen aus der Landeshauptstadt und den Schwarz-Weißen aus der Bezirkshauptstadt bitten!
Mein Tipp: Die bessere Mannschaft an diesem Tag wird gewinnen.
Vielen Dank für Deine Zeit und auf ein spannendes Match vor großartiger Kulisse!


top
kleiner Platz ,Voitsberg Top Motiviert ,alles Profi. mein Gefühl sagt mir ,das Voitsberg in der Verlängerung weiter kommt ,der Unterschied zwischen Bundesliga und 2ter Liga. ist nicht so gross wie manche Glauben
Ich hoffe, dass dich dein Gefühl täuscht und wir die Partie unaufgeregt und relativ souverän gewinnen werden. Vielleicht spielt auch schon unser neuer Stürmer und schießt ein Tor.
Kein Zauderer – ein Macher…
Gut, dass immer wieder sich solche Idealisten im öst. Fußball engagieren
Wie Voitsberg den unglücklichen Abstieg ruhig wegstecken- während anderswo die Dämme brachen weil Blender am Werk waren (Donawitz, Klagenfurt ect. ) war beeindruckend.
tolles Interview und ein sehr sympathischer Mensch der Herr Michael Münzer
Warum wir unbedingt Münzer ins Exil schicken mussten kann mir auch keiner erklären. Jauk hat seine Verdienste nur jetzt ist die Steiermark bei den Schulden pro Kopf vorne dabei, die Stadt Graz ist auch hin…da werdens wohl ned ins Stadion pumpen. (was auch ohne Geldmangel absehbar gewesen wäre).
Also für den nie realistischen Traum Liebenau zu einer Heimat zu machen den Vize und Gönner ins Exil nach Voitsberg zu treiben ist schon ein dunkler Fleck in Jauks Amtszeit. Ist ja eine Sache sparen zu wollen und Tradition hochhalten zu wollen, nur wenn dir die Bude zammbricht und die UEFA dich nach Klagenfurt schickt kannst noch sooft die Sturmfamilie beschwören.
Bei der nächsten Wahl hoff ich tritt wirklich mal eine Alternative zu Jauk auf den Plan. Sofern es ned der Putin is und der uns rot färben will muss man Jauk auch mal ablösen weil wenn er eines klar gemacht hat dann dass unter ihm Liebenau gehalten wird wie Stalingrad von den Russen (LG Genossin Kahr). Die Präsenz des GAK wird von Jauk gekonnt geleugnet. Oder vielleicht spielen die im schwarz/weißen Stadion, oder wir gehen gleich zamm – alles für Liebenau.
Aber ernsthaft: Sofern es einen konkreten und ernsthaften Gegenentwurf bei der nächsten Wahl gibt, der ned Anteile vom Verein will oder sich sportwashen will, dann muss ma den fast untersützen wenn man wachsen will bzw. einfach aufschließen will zur Konkurrenz. Münzer scheint ja ob seinem Fokus in Voitsberg ned mehr zur Verfügung zu stehen. Schad aber so eliminiert ma auch Konkurrenz. Game of Sturm oder House of Graz…man hofft auf das Beste.
Find die Angriffe auf die KPÖ sehr unterhaltsam. Im Gegensatz dazu sind ja unter den Regierungen davor ja so viele Fortschritte erzielt worden 😉
Die Schulden waren auch schon da, als die KPÖ das erste Mal gewann. Aber ja, die bösen Kommunisten sind an allem Schuld 🙂
Sturm betreffend muss die Kahr gewusst haben dass die Pläne des Ausbau, Modernisierung was auch immer des Stadions absolut nicht realistisch sind. Der Jauk mag Schwächen haben nur bei der Marie hat der Banker Kompetenz. Hätte die Kahr ihm gesagt er kann brausen gehen hätt er Liebenau ned so offensiv gepusht wie ein Wahnsinniger…ist ja eine Peinlichkeit für alle Beteiligten.
Ich werf da Kahr gar ned vor das die Stadt Pleite ist (gerettet oder stabilisiert hats das Budget aber augenscheinlich auch ned). Obs jetzt gleich gut wirtschaften kann wie der Nagl oder sonst einer ausm Rathaus oder sonstwo interessiert mich nur sekundär als Sturm-Fan. Nur leider sind wir halt betroffen da wir halt Sturm GRAZ sind.
Wenns gleich sagt: Wir san verschuldet, Inflation, Corona, Ukraine, Iran…egal welche Begründung. Dann bin ich enttäuscht aber okay is ja alles nachvollziehbar. Dann erwarte ich mir nix bin aber auch ned enttäuscht wenn nix kommt. Und vor allem: DANN PLANE ICH NED IN LIEBENAU. De Modernisierungsphantasien haben ja Zeit und auch Steuergeld gekostet.
Wir sind von einer 2-Stadien-Lösung bis jetzt zu „hoppla ka Geld da“ gewandert. Ich mein die muss dem Jauk ja Gott und die Welt versprochen haben damit der glaubt Liebenau herrichten UND AUSBAUEN zu können. Ma kann halt ned sagen sie is besser als der Nagl wenns ebenso hinhält und anscheinend dem Präsidenten Dinge eingeredet hat die wir Zyniker (Realisten) eh von Anfang an gewusst haben. Gutgläubige haben halt gedacht mit der Kahr geht was , hab auch gedacht nach Nagl gehts eh ned schlechter. Nur is die Stadt jetzt Pleite und ehrlich wars halt auch zu keiner Zeit (oder sie kennt ihre eigenen Finanzen und notwendige Investitionen ned, wär auch super). So oder so kanns mich gern haben die Tante, so wie der Nagl auch. Wennst ned mal Ehrlichkeit bekommst dann sagt des eh viel aus.
Zusätzlich noch so Leute wie den Eber hinsetzen…der bringt dem Pucher noch den Friedensnobelpreis ein bei den Interviews mit ihm ned auszuzucken.
Am Ende des Tages ist diese Stadtregierung keinen Deut besser als die zuvor. Tor zur Stadt Graz heißt 2026 halt einfach Ausbau/Modernisierung. Wäre halt gespannt wann der Präsident überreißt dasma in Graz keine Heimat finden werden. Egal ob Kummerl, Grüne, Neos, Blaue, Nagel oder sonstwer…die sch. einheitlich auf Sturm. Sollten die Fans mal einsehen aber vor allem unsere Führung.
Das Jauksche „Jahrhundertprojekt“ Trainingszentrum Puntigam, die Spitze von Münzer ist aber sowas von zutreffend.
Zuerst Gössendorf verscherbeln weil man kein Geld mehr hat (auch wenn das dort natürlich eher Gruabn wie Bernabeu war) und sich dann abfeiern lassen, weil man eine Mindestanforderung an Trainingsplätzen wiederherstellt (siehe Neukirchner vor längerer Zeit mal bei blackfm). In Wahrheit sind natürlich 3 Plätze (3 volle Plätze sind es ja gar nicht) zu wenig.
Zu klären gilt es dann auch ob ein Stadion ein Jahrtausendprojekt wäre, oder was ist die nächste Superlative?