Magische Momente gegen den Goliath der Liga

Ein Artikel aus dem Archiv, passend zum nahenden Cup-Duell

Dieser Artikel erschien erstmals im April 2020 und war Teil einer Serie, die die (gefühlt endlos lange) fußballfreie Zeit während dem ersten Lockdown ein bisschen erträglicher machen sollte. Passend zum nahenden Cup-Viertelfinale gegen die Bullen, wurde dieser Beitrag um drei weitere Erinnerungen erweitert. 

Am 5. April wäre der SK Sturm in der Meistergruppe auswärts beim FC Red Bull Salzburg angetreten. Durch die aktuelle Situation sind allerdings jegliche Fußballspiele auf nicht absehbare unmöglich. Diese Zwangspause möchten wir nutzen, um ein wenig in die Vergangenheit zu schauen. Seit der schmutzigen Übernahme des SV Austria Salzburg durch den Red-Bull-Konzern im April 2005 ging es für die „Roten Bullen“ sportlich und natürlich auch wirtschaftlich stetig nach oben. Dies hat zur Folge, dass die Salzburger quasi gegen jeden nationalen Kontrahenten als klarer Favorit gehandelt werden. Besonders die Blackys standen nach diesen Duellen nur allzu oft mit leeren Händen da. Dennoch gab es in den letzten 15 Jahren einige Sternstunden, in denen sich der David gegen den Goliath durchsetzen konnte.

Wir haben die schönsten Siege dieser Zeit noch einmal Revue passieren lassen:

21.05.2009: Sturm vs. Red Bull Salzburg 2:0, Bundesliga, Runde 35

„SK Sturm Graz – das ist unser Verein und so wird´s das ganze Leben lang sein“ – dieser Satz prangerte in großen Lettern auf einem Transparent vor der Nordkurve, dazu eine Choreo über das gesamte, fast ausverkaufte Stadion. Bereits Stunden vor dem Spiel luden die Fangruppen zum Frühschoppen in die Fröhlichgasse, von wo aus man gemeinsam nach Liebenau marschierte. Zu diesem letzten Heimspiel in der Saison 2008/2009 waren die Gäste aus Salzburg bereits fix Meister, für Sturm ging es allerdings noch um Rang 3, den auch die Wiener Austria und Ried noch im Visier hatten. Zwar waren die Bullen wohl aufgrund des bereits fixierten Titels nicht mehr ganz so motiviert, dennoch überraschten die Blackys, spielten eine beherzte Partie und gingen kurz vor der Halbzeitpause durch einen Treffer von Andreas Hölzl in Führung. Nach der Pause ging es am Feld in ähnlicher Tonart weiter. „100 Jahre, 100 Jahre, 100 Jahre SK Sturm. Und wir werden’s nie vergessen, 100 Jahre SK Sturm“ – Auf den Rängen wurde lautstark das Vereinsjubiläum zelebriert. Es lief bereits die Nachspielzeit, als der damals 21-jährige Leonhard Kaufmann die Kugel zum 2:0-Endstand in die Maschen haute – das i-Tüpfelchen auf einem wunderbaren Fußballnachmittag. 

Aufstellung Sturm: Gratzei, Lamotte (69′ Shashiashvili) Sonnleitner, Feldhofer, Kandelaki, Hlinka, Hölzl, Muratović, Kaufmann, Kienzl, Haas (90′ Hassler) 

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Gustafsson, Bodnár, Opdam, Ulmer, Ssekajja, Tchoyi, Boussaïdi (46′ N’Gwat-Mahop) , Aufhauser (85′ Nelisse), Zickler, Vonlanthen (76′ Janočko), Janko 

Trainer: Co Adriaanse

15.12.2007 Sturm vs. Salzburg 1:1, Bundesliga, Runde 23

Es war eine unglaublich geile Herbstsaison damals. Nicht einmal ein Jahr nach der endgültigen Rettung standen die Grazer sensationell an der Tabellenspitze. Im letzten Spiel vor der Winterpause waren die Salzburger unter Trainer Giovanni Trapattoni als erster Verfolger der Blackys im Liebenauer Hexenkessel zu Gast. Zum Einlauf der beiden Teams erleuchteten 15.000 Wunderkerzen die ausverkaufte Arena, dazu ein Transparent vor der damaligen Südkurve mit den Worten „Out Of The Dark – Into The Light“, untermalt mit den Klängen Falcos. Es waren wahrlich magische Momente an jenem Abend. In der 27. Minute setzte ein Eigenbauspieler noch eins drauf: Nach einem Eckball verwandelte der damals 20-jährige Sebastian Prödl zum 1:0 und ließ die Hütte förmlich explodieren. Im zweiten Durchgang setzte dann starker Schneefall ein und in der Schlussphase traf Dorde Rakić zum Ausgleich. Dies tat der Feierlaune aber keinen Abbruch, denn Sturm schaffte es tatsächlich, mit einer sympathischen Underdog-Truppe als Spitzenreiter zu überwintern.

Aufstellung Sturm: Gratzei, Lamotte, Prettenthaler, Sashiashvili, Prödl, Muratović, Krammer, Kienzl, Salmutter (88′ Suppan), Säumel, Haas (88′ Stanković)

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Ochs, Miyamoto, Ssekajja, Vargas, Carboni, Kovač, Ježek (54′ Janko), Steinhöfer, Ilić (88′ Vonlanthen), Leitgeb, Zickler (72′ Rakić)

Trainer: Giovanni Trapattoni

10.02.2010 Sturm vs. Salzburg 2:0, Cup, Achtelfinale

Auch in diesem Duell waren die Gäste aus der Mozartstadt eigentlich der große Favorit. Es war einer dieser ungeliebten Spieltage, Wochentags, halb neun am Abend. Doch an diesem Abend spielte auch das Wetter eine große Rolle. Schneefall, wie man ihn in Graz in den letzten Jahren eigentlich nie mehr zu Gesicht bekam, trotz Rasenheizung erstrahlte das Grün in weißer Farbe, dazu orange Linien und ein ebenso oranges Spielgerät. Ganze 4.528 Fans verirrten sich nach Liebenau, diese bekamen allerdings eine überaus entschlossene Sturm-Elf zu sehen. Die Stimmung war jedoch von Anfang an eher düster. Dies hatte aber eher politische Gründe: Vor Beginn der Frühjahrssaison wurde durch die damalige Innenministerin Maria Fekter ein neues Sicherheitsgesetz für Fußballspiele beschlossen, welches restriktive Maßnahmen enthielt und u. a. das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik kriminalisierte. Bereits in den ersten 45 Minuten hätte Sturm eigentlich in Führung gehen müssen, durch einen aberkannten, aber regulären Treffer und einem vorenthaltenen Elfmeter stand es zur Pause allerdings noch immer 0:0. Zu Beginn der zweiten Hälfte beendete die Kurve ihren Stimmungsboykott und zeigte, was sie von „Mitzi“ Fekters Maßnahmen hielt. Dies war nur der Auftakt vieler landesweiter Protestaktionen. Nun aber zurück zum Spiel – denn es brannte nicht nur in der Kurve, sondern auch im Salzburger Strafraum lichterloh. In der 51. Minute traf Klemen Lavric per Strafstoß zur absolut verdienten Führung. Mittlerweile hatten sich die Bedingungen weiter verschlechtert, kontrollierte Spielzüge waren eigentlich kaum noch möglich, den eingewechselten Roman Kienast störte das allerdings wenig – nach einem langen Zuspiel chippte er die Kugel in der 84. Spielminute über Eddie Gustafsson hinweg in den Kasten und besiegelte damit den 2:0-Erfolg Sturms. Ob jemand nach dem Abpfiff ahnen konnte, was gut drei Monate später in Klagenfurt geschehen würde?

Aufstellung Sturm: Gratzei, Lamotte, Sonnleitner, Schildenfeld (47′ Feldhofer), Weber, Hlinka, Hölzl, Jantscher (88′ Bukva), Klem, Beichler, Lavrič (80′ Kienast)

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Gustafsson, Afolabi (73′ Vladavić), Schwegler, Schiemer, Ulmer, Ssekajja, Pokrivač (57′ Cziommer), Švento, Leitgeb, Zickler, Wallner (53′ Nelisse)

Trainer: Huub Stevens

23.7.2016 Sturm vs. Salzburg 3:1, Bundesliga, Runde 1

Zum Saisonauftakt 2016/17 hatte Sturm den amtierenden Meister und Angstgegner zu Gast, wogegen die Blackys die Vorsaison auf einem enttäuschenden fünften Rang beendeten. Die nicht gerade vielversprechende Sommervorbereitung und ein mühsamer Arbeitssieg im Cup gegen den Viertligisten FC Stadlau ließen die Erwartungen auf einen erfolgreichen Start in die neue Spielzeit zusätzlich schrumpfen. Doch dann geschah etwas, womit wohl niemand der 8.593 Fans in Liebenau gerechnet hatte: Sechste Spielminute: WAHNSINN! titelte der SturmNetz-Liveticker. Ein gewisser Neuzugang mit dem Namen Uroš Matić sorgte in der 6. Spielminute für den ersten Höhepunkt in diesem Spiel, es sollte aber nicht der letzte gewesen sein. 18. Minute – WAS IST DENN HIER LOS???? Marc Andre Schmerböck sorgt mit seinem Treffer zum 2:0 für lange Gesichter beim Ligakrösus. Man kam aus dem Staunen und Jubeln gar nicht mehr raus, da ertönte erneut der Torwalzer! WIR SIND FASSUNGSLOS! Sturm ZERLEGT Salzburg!!! – dies waren die Zeilen im Ticker, nachdem Deni Alar nach mustergültiger Huspek-Vorlage zum 3:0 einnetzte. 

Auch im Pressebereich spürte man Freude und Fassungslosigkeit gleichzeitig. Selbst ein g’standener Pukl traute seinen Augen kaum.

Auch in der zweiten Hälfte ließ Sturm die Gäste kaum ins Spiel kommen, ein Lattenschuss aus der Distanz von Stefan Lainer war die beste Möglichkeit der Bullen bis dahin. Die Grazer hatten dagegen weiterhin gute Möglichkeiten auf Treffer, scheiterten aber ebenso an der Latte oder an Alexander Walke. Zwar gelang Fredrik Gulbrandsen noch der Anschlusstreffer, was aber nichts an den klaren Verhältnissen änderte. Sturm 3, Salzburg 1. Der Meister war geschlagen! Dieser überraschende Sieg war allerdings keine Eintagsfliege in einer starken, wunderschönen Herbstsaison 2016!

Aufstellung Sturm: Gratzei, Schoissengeyr, Lykogiannis, Spendlhofer, Koch, Jeggo, Matić, Huspek, Schmerböck (83′ Hierländer), Alar (75′ Horvath), Edomwonyi (79′ Kienast)

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Walke, Upamecano, Ćaleta-Car, Ulmer, Lainer (67′ Schwegler), Hinteregger, Lazaro, Berisha, Reyna (46′ Soriano), Laimer, Dabbur (57′ Gulbrandsen)

Trainer: Óscar García Junyent

02.10.2016 Salzburg vs. Sturm 0:1, Bundesliga, 10. Runde

Nach dem klaren Sieg zum Auftakt lief es für Sturm wie am Schnürchen! Mit 22 Punkten aus 9 Spielen reiste man in der 10 Runde gar als Tabellenführer nach Wals-Siezenheim und wollte die Siegesserie natürlich fortsetzen. Zuerst sah man aber eine viel zu passiv eingestellte Mannschaft, die den Salzburgern zu viel Raum zum Agieren ermöglichte. Mit einem 0:0 zur Pause konnte Sturm weit besser leben als Salzburg, obwohl die Gastgeber seit der 38. Minute einen Mann weniger waren. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, was sich in der zweiten Hälfte abspielen wird. Nach einem Foul von Jeggo bekam dieser gelb, Co-Trainer Rubén Martínez wurde dagegen von Schiedsrichter Julian Weinberger wegen übertriebener Kritik auf die Tribüne geschickt. Gerade in einer Spielphase, in der Sturm sehr ideenlos wirkte, reichte ein Angriff für das große Glück: James Jeggo nutzte den freien Raum auf der rechten Seite, zirkelte eine Maßflanke in Richtung Deni Alar, der den Ball unbedrängt nur noch über die Linie nicken musste. Booom! Der Gästeblock expoldierte! Auch die beiden SturmNetz-Redakteure im Pressebereich hielt es nicht mehr auf den Sitzen, was einen damals anwesenden Kurier-Redakteur wohl auch heute noch einen erhöhten Blutdruck bereitet. Nur wenige Augenblicke nach der Führung wurde der Torschütze von Josip Radošević regelrecht niedergestreckt, wofür der Kroate verdient des Platzes verwiesen wurde. Die nun stark dezimierten Salzburger hatten ab diesem Zeitpunkt endgültig Wut im Bauch und bereiteten den sich immer weiter zurückziehenden Grazer mehr und mehr Probleme. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse! Ein „WOWOWOWOWOW!“ im Liveticker beschrieb eine Heldentat von Christian Gratzei, der einen Schuss von Hee-Chan Hwang aus kurzer Distanz exzellent parierte. „Die Salzburger wirken in Unterzahl wie ein wütender Bienenschwarm, der über die Grazer Defensive herfällt,“ dieser Satz beschrieb die letzten Minute wohl perfekt, Sturm konnte sich gegen 9 Feldspieler kaum noch wehren und bettelte förmlich um den Ausgleich. In der Zwischenzeit musste sogar Trainer Óscar García zu seinem Co auf die Tribüne, nachdem er eine Entscheidung des Schiedsrichter-Teams hämisch beklatschte. Dann die Nachspielzeit: Valon Berisha aus der Distanz auf die Latte, noch einmal Riesenglück für Sturm – es folgte eine der ganz wenigen Kontersituationen – plötzlich kam der eingewechselte Roman Kienast zum Abschluss – ebenfalls Latte. Kurz danach fand dieser Fußballkrimi ein mehr als glückliches Ende. SPITZENREITER, SPITZENREITER, HEY! HEY! hallte es aus dem Away-Sektor, während das Salzburger Publikum verdutzt von dannen zog. 

Aufstellung Sturm: Gratzei, Lykogiannis, Schulz, Spendlhofer, Koch, Jeggo, Matić, Huspek (81′ Dobras), Schmerböck, Hierländer (62′ Edomwonyi), Alar (86′ Kienast)

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Walke, Miranda, Upamecano, Ćaleta-Car, Ulmer, Lainer, Lazaro (72′ Hwang), Berisha, Laimer, Wanderson (56′ Radošević) , Soriano

Trainer: Óscar García Junyent

27.08.2017 Sturm vs. Salzburg 1:0, Bundesliga, 6. Runde

Ähnlich der Vorsaison startete Sturm auch 2017 fulminant in die neue Spielzeit. Die ersten fünf Runde wurden allesamt mit einem Tor Unterschied gewonnen; wieder standen die Schwarz-Weißen vor einem Duell mit den Bullen auf dem ersten Rang und hatten die Möglichkeit, den Punktepolster auf den Millionenklub weiter auszubauen. In einem zunächst ausgeglichenen Spiel vor ausverkauftem Haus ging es torlos in die Pause. Im zweiten Durchgang dauerte es nur wenige Minuten, bis der Spitzenreiter in Führung ging! Der damalige Publikumsliebling Deni Alar ließ Valon Berisha und Alexander Walke alt aussehen und sorgte für die Führung. Wie es zu erwarten war, wurden die Gäste durch diesen Verlusttreffer immer aggressiver und gefährlicher. Sturm konnte nicht mehr wirklich agieren und stemmte sich mithilfe eines Hexenkessels gegen den drohenden Ausgleich. Die Schlussphase war dann nichts für schwache Nerven. Zittern war angesagt – alle sehnten dem Abpfiff entgegen. Der Autor dieser Zeilen verfolgte das Spiel während einer Reise durch Kolumbien und hatte schwer mit dem mobilen Internet im Niemandsland der kolumbianischen Anden zu kämpfen. Die wenigen Momente, in denen ein Signal zu Empfangen war, wurde auf WhatsApp-Nachrichten gehofft. 1:0! Geil! Aber was jetzt? Banges Warten. Das Spiel müsste doch schon aus sein, oder? Als in Liebenau schon längst alle feierten, drang die frohe Botschaft auch nach Südamerika durch. Es war also geschafft. Die Blackys hielten dem Druck stand und schickten die bis dato beste Offensive der Liga ohne Tor und ohne Punkte zurück nach Hause. Spitzenreiter! Einmal mehr! 

Ticker: https://bit.ly/3bM3WO2

Aufstellung Sturm: Siebenhandl, Lykogiannis, Potzmann, Koch, Maresić, Lovrič, (74′ Jeggo) Žulj, Huspek (79′ Schoissengeyr), Hierländer, Röcher, Alar (85′ Zulechner)

Trainer: Franco Foda

Aufstellung Salzburg: Walke, Ćaleta-Car, Ulmer (46′ Farkas), Lainer, Pongračić, Yabo (60′ Haïdara), Samassékou, Berisha, Dabbur, Wolf, Gulbrandsen (79′ Daka)

Trainer: Marco Rose

 

09.05.2018 Sturm vs. Salzburg 1:0 n.V. Cup, Finale

Der 9. Mai 2018. Ein Tag für die Ewigkeit. Es war wohl einer der größten und emotionalsten Siege der Vereinsgeschichte. In Worte kann man das, was an diesem Tag geschehen ist, gar nicht fassen. Deshalb lassen wir die Bilder sprechen.

Aufstellung Sturm: Siebenhandl, Potzmann, Spendlhofer, Koch, Maresić, Jeggo, Žulj (120′ Schoissengeyr), Hierländer, Röcher (102′ Huspek), Alar (118′ Lovrič), Edomwonyi (93′ Jantscher)

Trainer: Heiko Vogel

Aufstellung Salzburg: Stanković, Ćaleta-Car (46′ Onguéné), Ramalho, Lainer, Farkas, Yabo (98′ Wolf), Samassékou, Berisha, Schlager, Dabbur (83′ Hwang), Gulbrandsen (76′ Haïdara)

Trainer: Marco Rose

Ticker: https://bit.ly/2UCRfj6

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21.11.2020 Salzburg vs. Sturm 1:3, Bundesliga, 8. Runde

Die Saison 2020/21 lief zu Beginn für die Blackys noch nicht ganz nach Wunsch. Zwar erhielt man kaum Gegentore, jedoch war in der Offensive durchaus noch Luft nach oben. Als Tabellenvierter traf man in der achten Runde auswärts auf den FC Red Bull Salzburg, der bis dahin bereits sechs Zähler Vorsprung auf Sturm hatte. Sollte ausgerechnet gegen den Serienmeister vorne der Knopf so richtig aufgehen? Die Quoten dafür standen vor dem Anpfiff wohl sehr hoch. Die Grazer spielten jedoch von Anfang an auf Augenhöhe mit den Salzburgern; zur waren aber hüben wie drüben noch keine Tore gefallen. Die zweite Hälfte hatte dann aber einiges an Action zu bieten! In der 49. Minute sorgte Ivan Ljubic für die Führung, vier Minuten später spielte Stefan Hierländer quer auf Jakob Jantscher, der die Kugel nur noch an Cican Stankovic vorbeischieben musste. Booom! 2:0 Sturm! Leider musste die Partie ohne Fans ausgetragen werden, ansonsten wäre der Jubel der mitgereisten Fans kaum noch verhallt gewesen, da zappelte die Kugel abermals im Netz! David Nemeth schüttelte aus der Defensive einen Wahnsinnspass aus einem Fußgelenk, der kurz vor dem Sechzehner passgenau bei Sandro Ingolitsch ankam, welcher direkt in die Mitte auf Jantscher ablegte woraus das 3:0 resultierte. Der sehenswerte Salzburger Anschlusstreffer in den Schlussminuten war lediglich Ergebniskorrektur. Nach diesem Sieg kam Sturm so richtig in Fahrt, ging punktegleich mit dem Leader in die Winterpause und sicherte sich zu Saisonende den dritten Tabellenplatz. Auch das Duell in Runde 19 im Klagenfurter Exil konnte Sturm mit 2:1 für sich entscheiden.

Aufstellung Sturm: Siebenhandl; Ingolitsch, Gorenc Stankovic (72′ Jäger), Wüthrich, Nemeth, Dante; Ljubic (90′ Gazibegovic), Hierländer, Kuen (90′ Mwepu); Jantscher (84′ Huspek), Friesenbichler (72′ Balaj)

Trainer: Christian Ilzer

Aufstellung Salzburg: Stankovic; Kristensen, Solet, Ramalho (62′ Wöber), Vallci (57′ Ulmer); Seiwald, Mwepu (74′ Sucic), Szoboszlai, Okafor (57′ Koita); Adeyemi (57′ Camara), Berisha

Trainer: Jesse Marsch

27.04.2022 Sturm vs. Salzburg 2:1, Bundesliga, 29. Runde

Nach einigen Glanzleistungen in den vorherigen Wochen, ging Sturm mit einer sehr guten Ausgangslage ins Saisonfinish. Zwar wäre mit einem Heimsieg gegen die Bullen, die zu diesem Zeitpunkt den Titel schon in der Tasche hatten, bereits der zweite Tabellenplatz fixiert gewesen, vor allem aber aufgrund der vielen Ausfälle lag der Fokus aber eher in den darauffolgenden Spielen. Das Team von Coach Christian Ilzer fand jedoch schnell in die Partie und ging in der 14. Spielminute durch einen Treffer von Lukas Jäger nicht unverdient in Führung. Diese hielt jedoch nicht sehr lange, denn Benjamin Sesko stellte mit dem Ausgleich in der 22. Minute wieder alles auf Anfang. Mit diesem 1:1 ging es auch in die Halbzeit. Im zweiten Durchgang hätten beide Teams das Spiel für sich entscheiden können, in der 72. Minute brachte aber Jakob Jantscher mit einem unhaltbar abgefälschten Schuss die 10.600 Fans in Liebenau in Ekstase! 

Aufstellung Sturm: Siebenhandl; Jäger, Affengruber, Borkovic, Dante; Hierländer, Ljubic, Kuen (90′ Stückler), Niangbo (74′ Kronberger); Sarkaria, Jantscher (88′ Lang)

Trainer: Christian Ilzer

Aufstellung Salzburg: Köhn; Van der Brempt, Piatkowski, Wöber, Bernardo; Seiwald (62′ Junuzovic), Capaldo (62′ Bernede), Kjaergaard (62′ Susic), Aaronson; Sesko, Adamu

Trainer: Matthias Jaissle

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30.07.2022 Sturm vs. Salzburg 2:1, Bundesliga, 2. Runde

Nach einem wenig berauschenden Auftakt-Remis in Wolfsberg, kam es an diesem heißen Samstag Abend zum Heim-Auftakt gegen die Salzburger Bullen. Bereits Stunde vorher stimmte sich die aktive Fanszene an der Gründungsstätte des schwarz-weißen Kultvereines lautstark auf das Spiel und die neue Saison ein. Sturm zeigte vom Anpfiff weg eine Lehrstunde in Sachen Kampf, Wille und Leidenschaft und ließ den vermeintlichen Goliath der Liga kaum in die Partie kommen. Bereits nach 22 Minuten explodierte das Sturmstadion Liebenau zum ersten Mal! Rasmus Højlund überzuckerte grobe Abstimmungsprobleme in der Salzburger Defensive sofort und netzte zur 1:0-Fühurng, mit der man auch in die Halbzeitpause ging. Kurz nach Wiederanpfiff  war die Kugel abermals im Salzburger Kasten! Abermals war es der Höllenhund, der mit seinem zweiten Treffer in diesem Spiel das halbe gegnerische Team in Staunen und die gut 13.000 Fans endgültig in Jubelstimmung versetzte! Zwar sorgte Maurits Kjaergaard kurz vor dem Ende noch für den Anschlusstreffen, nach dem Schlusspfiff feierte aber nur Schwarz-Weiß! 

Aufstellung Sturm: Siebenhandl; Gazibegovic (80′ Demaku), Wüthrich, Borkovic, Dante; Gorenc Stankovic, Hierländer, Prass, Horvat (72′ Ljubic); Sarkaria (89′ Schnegg), Højlund

Trainer: Christian Ilzer

Aufstellung Salzburg: Köhn; Van der Brempt (76′ Koita), Wöber, Solet, Bernardo (49′ Ulmer); Seiwald, Capaldo, Sucic, Sesko, Fernando (85′ Adamu), Okafor (46′ Kjaergaard)

Trainer: Matthias Jaissle

To be continued 

Nach dem torlosen Remis in der 13. Runde in Salzburg, ist Sturm bereits seit 3 Spiele gegen die Bullen ungeschlagen. Ob diese Serie auch am 3. Februar 2023 eine Fortsetzung finden wird? Die Euphorie ist jedenfalls groß. Der Gästesektor ist bereits längst ausverkauft und auch sonst werden viele Sturmfans den Weg nach Wals-Siezenheim finden. Stimmungstechnisch darf man sich auf jeden Fall auf ein Heimspiel einstellen. Und auch sportlich stehen die Chancen darf man sich aufgrund der Leistungen der vergangenen Monate auf ein Spiel auf Augenhöhe einstellen. Einem echten Cup-Krimi steht somit nichts mehr im Wege!

 

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