Liebenau: Aufgebaut wird weiterhin nur die Geduld
Am Mittwochabend entfaltete das Liebenauer Stadion wieder einmal seine ganze Magie. Zwar blieben trotz verschiedener Ticket-Giveaway-Aktionen viel zu viele Plätze leer, dem Ambiente tat das jedoch keinen Abbruch. Auch wenn es letztlich „nur“ zu einem torlosen Remis reichte: Die Energie, die von den Rängen auf das Feld überschwappte, hat sich auf jeden Fall drei Punkte verdient.
Vor Kurzem haben wir unsere Leser nach ihrer Meinung zu Liebenau gefragt. Das Ergebnis war wenig überraschend: Nur sieben Prozent unserer User (Stand 17.9., 19 Uhr) können sich vorstellen, dass der Sportklub Sturm jemals die Stadtgrenzen verlässt. Dass rund um den Ivica-Osim-Platz jedoch dringender Handlungsbedarf besteht, darüber herrscht unter allen breiter Konsens.
Bekanntlich haben sich die beiden Grazer Bundesliga-Klubs daraufhin geeinigt, das Stadion umfassend modernisieren und ausbauen zu wollen. Um die Spielstätte Champions-League-tauglich zu machen, soll massiv in Infrastruktur, Technik und den Hospitality-Bereich investiert werden. Der finale Planungsbeschluss für das rund 60 Millionen Euro schwere Projekt war für den Herbst 2026 avisiert. Weil die politische Diskussion jedoch hitzig bleibt und die Fronten zwischen Stadt und Land bei der Kostenaufteilung verhärtet erscheinen, haben wir „ganz oben“ nachgefragt. Das sagen der Landeshauptmann und die Bürgermeisterin zum aktuellen Stand:
Landeshauptmann Mario Kunasek: „Eigentümer des Stadions ist nun einmal die Stadt Graz, nicht das Land Steiermark. Daher wird ein fertiges Konzept mit Hand und Fuß erwartet, mit dem an das Land herangetreten werden kann, um Unterstützung zu bitten. Es muss ein bauliches Konzept geben, ein Infrastrukturkonzept sowie auch ein Betreiberkonzept, mit dem alle Beteiligten dort dann auch leben können. Bisher liegt das aber nicht vor.“
Bürgermeisterin Elke Kahr: „Vor gut zwei Wochen waren die Vertreter von Sturm und GAK bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem Finanzdirektor, dem Baudirektor, Stadtrat Eber und mir im Rathaus. Über die technische und bauliche Planung herrscht schon länger Einigkeit, die offene Frage ist, in welcher Form das Stadion geführt werden kann. Dabei gibt es zwei Ansätze – entweder mit einem Baurechtsvertrag oder ein gemeinsames Betreibermodell mit Stadt und Land. Die Finanzverantwortlichen der beiden Vereine und Vertreter der städtischen Finanzdirektion klären nun, was für alle Seiten wirtschaftlich darstellbar ist.“
Von außen betrachtet, gewinnt man den Eindruck, als würde in Liebenau weiterhin nur die Geduld aufgebaut und das die politischen Gegensätze in Stadt und Land einem Konsens nicht gerade förderlich sind. Die angespannte Finanzlage im Grazer Rathaus macht es zudem nicht einfacher. Dem Landeshauptmann darf zumindest in einem Punkt uneingeschränkt Recht gegeben werden: Ein fertiges Konzept mit Hand und Fuß wird erwartet. Allerdings sowohl von sportlicher, als auch politischer Seite. Am besten schon vorgestern und nicht erst morgen. Das Thema Stadionumbau hat mittlerweile mehr als genug Wasser beim Murkraftwerk aufgestaut. Zeit endlich mit offenen Karten zu spielen.

Stadionthematik: Ewige Baustelle – Foto (c) Sturmtifo


2 Stadien Lösung.
Kunasek & Kahr teilen sich auch nicht das Büro, nur weil gespart werden sollte…
In Anbetracht der finanziellen Situation der öffentlichen Hand muss man schon die Frage stellen, ob es diese Investition in ein ausgebautes Stadion wirklich braucht.
Es stellt sich auch die Frage, ob der Verein das Geld nicht besser verwenden könnte. Wir haben erst gestern gesehen, wie schnell der Verein vom „geringen“ Kartenverkauf überrascht ist und ein paar tausend Freikarten auflegen muss, um das Stadion halbwegs zu füllen.
Ich denke mir, dass es besser wäre, Liebenau für die Zuseher zeitgemäß zu gestalten, anstatt zig Millionen in den Ausbau zu einem 20er-Stadion zu stecken, welches nur bei absoluten Spitzenspielen gefüllt ist.
Der Ausbau und die Modernisierung sind ja sowieso Utopien. Die Arena wird maximal erhalten werden. Geld hineinstecken in was dir nicht gehört macht halt keinen Sinn…
2 Punkte kommen mir bei der Diskussion oft zu kurz. Mit dem aktuellen Stadion Liebenau, wenn auch nicht mehr zeitgemäß, könnte man schon noch eine Zeit lang leben aber
– gerne wird vergessen, dass Sturm an der Spieltagsgastro (OK außerhalb vom VIP Bereich) nix verdient und
– was hat es mit diesem ‚eigenständig bleiben‘ auf sich? Wir spielen jetzt auch in der Merkur Arena und die Merkurversicherung bezahlt für den Namen einen 5stelligen Eurobetrag. Da kann sich gerne, Raiffeisen, Generali, Allianz wer auch immer mit einem 8stelligen Betrag beim Bau beteiligen und wir spielen im ‚Birkenstockstadion‘.?
Wie kann man mit sowas ein Problem haben? Wir wären immer noch zu 100% ein Mitgliederverein. Mit dem neuen Rapid Trainingszentrum powered by Varta hat auch keiner ein Problem und man vergleiche wieviel Trainingsplätze die haben und wie viele es bei unserem ‚Jahrhundertprojekt‘ werden…
Ich verstehe ja durchaus die Angst der Traditionalisten…nur die Frage ist halt wie weit sollte man da gehen. Wir könnten auch den Bilbao-Weg gehn und nur Steirer in die Akademien/Mannschaft lassen oder nur Österreicher. Auf der Front ist man dann eher offen, obwohl Bossmann ja die Grundlage für den modernen Kommerz gelegt hat. Puntigamer im Namen wird auch nicht bekämpft sondern nur gejammert. Sich nur beim Stadion stark zu machen ergibt halt auch keinen Sinn.
Das Problem ist nicht darauf zu beharren in Liebenau/Graz zu bleiben. Das Problem ist hier ohne jegliche Idee/Möglichkeit/Innovation zu bleiben.
Wenn sowas triviales wie die Busparkplätze Thema sind dann kann man sich hochrechnen was möglich ist an Adaption und wie extrem teuer sowas wird. Die Politik wird ob der Alternativlosigkeit sich keinen Zentimeter rühren. Warum auch wenn sich Sturm einbetoniert und der GAK keine Marie hat.
@Schwoaza: Sturm hat auch kaum Marie und eiert seit Jahren herum. Gab einmal ein Statement von Jauk und Ziesler, in dem beide sagten, dass man gemeinsam bereit ist 20 Milliionen zu investieren. Wie anteilig (schätze mal 19:1) wurde nie verraten, zudem war dieser Plan nicht einmal das Blatt Papier wert da schon längst wieder verworfen.