Für immer Liebenau
Es gibt viele Diskussionen rund um den SK Sturm, die müssen und sollen geführt werden. Viele verschwinden und kehren wieder. Eine besonders leidige Debatte sollte jedoch irgendwann ad acta gelegt werden. Im Idealfall gleich heute. Denn auf die Frage, ob der SK Sturm Graz im Notfall außerhalb von Graz ein Stadion finanzieren soll, kann es nur eine Antwort geben: Nein. Ja, die Stadionfrage in Graz gehört seit einigen Jahren zum Grundrauschen. Ein entbehrlicher White Noise, nervig wie ein Tinnitus nach dem gewohnt genialen Nordkurven-Erlebnis. Ob Umbau um 60 Millionen Euro oder das ambitionierte gemeinsame Projekt „20.000“ von Sturm und GAK – sicher ist hier nur eines: Sturm ist Liebenau. Liebenau ist Sturm. Ende.

Schon zu Zeiten von Jurtin wurde auch immer mal wieder in Liebenau gespielt.
Darum jetzt der Anfang: Es gibt viele gute Argumente für Liebenau und die meisten sind naheliegend. Eine oft vergessene Sache, mit der man unbedingt anfangen sollte, ist die unglaubliche Wucht, die Sturm mit seinen Fans in Liebenau erzeugen und entfalten kann. 16.000 Leute in Liebenau können Dinge, die 30.000 Fans in Klagenfurt nie schaffen werden. Plötzlich ist Fabian Koch ein Weltklasse-Außendeckel für 90 Minuten. Eddy Bosnar wird zu Roberto Carlos. Das magische Dreieck könnte mit Liebenau im Rücken auch für Real Madrid kicken. Diesen Beweis hat Sturm oft erbracht. Die Gänsehaut in Liebenau brennt sich ein wie Tinte beim Tätowierer. Klar, die Titel in Klagenfurt waren immer schön, aber wer an seinen SK Sturm denkt, denkt an Liebenau in Ekstase, an elektrisierende Momente, wenn die Mannschaft ihre Körper am Feld lässt und jede Grätsche, jeder Ballgewinn, jeder gewonnene Eckball gefeiert werden. Liebenau ist eine Festung, ein gallisches Dorf, eine in Beton gegossene Legende inklusive uneinnehmbaren Burggraben. 90 Minuten im Bernabeu können sehr lange sein, aber warst du schon mal in Liebenau? They did it on a cold, rainy night in Stoke, but could they do it in Liebenau?
Und der Charme dieses 90er-Baus. Der Charme ist vielleicht nach all den Jahren etwas in den Hintergrund gerückt, aber nicht zu unterschätzen. Liebenau ist kein steriler Retortenbau nach Einheitsplan, sondern ein Stadion mit Ecken, Kanten und Geschichte – in den Stadtbezirk eingepflegt. Vom (eigentlich sehr klein geratenen) Stadionturm über ein Unikat von Vorplatz mit seinem ganz eigenen Flair bis hin zur kultigen zutiefst albernen Politposse, als der Name Arnold-Schwarzenegger-Stadion verloren ging. Man geht hier nicht einfach „zum Fußball“, man spaziert owi nach Liebenau. Das markante Stadiondach ist vom Uhrturm aus zu erkennen. Die CvH ist perfekt für Corteos der Kurve. Wir waren über zehn Jahre auswärts in vielen Stadien Europas zu Gast. Viele Male dachten wir uns, ganz ehrlich: Wieso soll Liebenau da im Vergleich nicht gut genug sein? Kein Architekturbewerb der Welt für eine 08/15-Kiste irgendwo in der Pampa (looking at you, Augsburg, Mainz, Hoffenheim etc pp) könnte die letzten rund dreißig Jahre schwoaze Geschichte im Grazer Süden ersetzen.
Die Lage des Stadions ist ebenfalls Teil seines Charmes und doch ein eigener Punkt. Wie viele neugebaute Stadien der letzten Jahrzehnte haben in Europa noch Platz in den Städten ihrer Vereine gefunden? Wo kann man noch aus dem Stadtzentrum ins Stadion spazieren? Wir haben ein Stadion für die BewohnerInnen der Stadt. Per pedes, mit dem Fahrrad, mit der Straßenbahn, mit der S-Bahn. Kein Shuttlebus, kein Park-and-Ride-Chaos, keine Autobahnfahrt ins Nirgendwo – man schlendert vom Jako oder von der Straßenbahn los „Liebenau owi“ und wird am Vorplatz bei den Standln ausgespuckt. Liebenau ist Teil von Sturm und mit Sturm gemeinsam Teil der Stadt.
Dieser Standortvorteil, den man sich nicht neu erkaufen kann, wenn man ihn einmal aufgibt, darf nicht unterschätzt werden. Ja, vielleicht ist ein Spielort im Hinterland attraktiver für viele Leute, die nicht in Graz wohnen. Aber wer baut die Zufahrtswege, die 15.000 ZuschauerInnen aufnehmen können? Wer betoniert die Felder zu für die Parkplätze? Wer vertritt ein derartig unnötiges Verbrechen an der Umwelt, weil Sturm fünf bis zehnmal pro Jahr ein paar Tickets mehr verkaufen könnten? Welcher Gemeinderat übernimmt die Verantwortung, wenn sich der Wahnsinn dann wöchentlich im Ort entfaltet…? Die Luftaufnahmen von amerikanischen Stadien sollten einerseits nach der vergangenen WM noch in lebhafter Erinnerung sein und andererseits als abschreckendes Beispiel dienen, nicht als Vorbild. Nein, der SK Sturm heißt nicht SK Sturm Graz-Umgebung. Der Bezug zu Graz ist nun mal Teil der Geschichte des Vereins. Und seiner Zukunft.

Liebenau – (noch immer nicht) Sturmstadion (c) Martin Hirtenfellner Fotografie
Und die Geschichte hält noch viel mehr Tradition bereit: Liebenau ist die Heimat des SK Sturm. Die Gruabn gibt es für Sturm in dieser Form nicht mehr. Jeder einzelne Meistertitel der Vereinsgeschichte – 1998, 1999, 2011, 2024, 2025 – wurde in diesem Stadion gefeiert, auf diesem Rasen erspielt, von diesen Rängen aus bejubelt. Der Jahrhunderttrainer mit seinem Straßenbahn-Haltegriff an der Trainerbank für die Ewigkeit in die Netzhaut gebrannt. Die Champions League um die Jahrtausendwende für immer im Herzen. Pleiten, Pech und Pannen-Pepi gegen Parma am Titelblatt. Juventus in der Europa League begrüßt mit einer jungen Truppe. Mario Haas‘ Cabrio-Fahrt am Rasen. Der Umzug von der Süd- in die Nordkurve. Das Spiel gegen Werder zum 100-jährigen Jubiläum. Die ersten größeren Spiele der Frauen-Abteilung. Die Liste ist länger als so manches Gedächtnis aufnahmefähig. Liebenau als Stadion ist keine Randnotiz, es ist in die erfolgreiche Historie des Klubs eingeschrieben. Wer den Standort infrage stellt, stellt implizit auch infrage, wo Sturm so richtig groß geworden ist. Wo eine gute Choreo und hitzige Fangesänge hingehören. Wo seine Fans zuhause sind und es mit der Pyrotechnik auch ab und an mal übertreiben. So wie es sich gehört.
Denn die Praxis spricht für Liebenau. Mit gut 16.000 Plätzen ist die Größe für den Großteil der Saison genau richtig. Gerade für den österreichischen Liga-Alltag. Volles Haus, dichte Stimmung, keine gähnend leeren Ränge wie in überdimensionierten Arenen, die nur für zwei, drei Spitzenspiele im Jahr ausgelastet sind. Nicht mal Rapid oder die Austria in der Millionenstadt Wien bringen ihre Stadien immer voll. Die Größe ist gut. Der Erfolg gegen den LASK am vergangenen Sonntag ist das beste Beispiel. Denn erst dieser Erfolg sorgt für ein vermutlich volles Haus gegen Stade Rennes. Es waren bis dahin etwas über 10.000 Tickers verkauft. Dass ein so großer Zuspruch wie in den letzten Jahren an der Ticketkassa herrscht, war schon auch bei Sturm die Ausnahme. Der psychologische Faktor, wenn das „Ausverkauft!“-Schild hängt, hatte einen deutlichen Einfluss auf die Stadion-Diskussion. „Immer ausverkauft“ spielte es aber selbst in den letzten Jahren nicht „immer“. Wer zumindest Mitglied im Verein war, hatte jedes Mal gute Chancen auf Tickets.
Kurz: Es wäre albern ein neues Stadion zu bauen, egal wie groß. Was für eine Geld- und Ressourcenverschwendung das doch wäre. Nicht vertretbar und schon gar nicht zeitgemäß. Ein neues Stadion bindet die Mittel, die Sturm jetzt gerade für Spielerberater-Prämien, „Handgeld“ und andere Auswüchse des modernen Fußballs übrig hat. Am Ende steht dann sportliche Mittelklasse (und zwar österreichische Mittelklasse) über Jahre und eine wirtschaftlich schwierige Zeit, bis die Verbindlichkeiten abgeklungen sind. Im Gegensatz zu Wien würde dann zudem in Graz das Budget fehlen, um den Verein mit Steuergeld zu retten. Und das fühlt sich auf den ersten Blick ungerecht an. In Wirklichkeit ist es aber einfach okay.
Ja, die punktuellen Wünsche nach besserer Stadiongastronomie, etwas mehr Entertainment, verbesserter Einlasskontrolle und moderner Infrastruktur sind berechtigt und werden von der Stadt Graz in zu langsamen Schritten verbessert. Dieser Kritikpunkt darf bestehen bleiben. Dennoch deckt Liebenau schon jetzt fast jeden Bedarf, den ein Verein der Größenordnung von Sturm tatsächlich hat. Man muss das Rad nicht neu erfinden. Wenn ein paar Speichen locker sind, dann wird repariert, nicht neu gemacht.

Echte Stehplätze. Auch das ist irgendwann (spät, aber doch) passiert. (c) Martin Hirtenfellner – Fotografie
Die Essenz des Auftrags eines Stadions wird hier nämlich mehr als nur gut erfüllt: von jedem Platz im Stadion kann man hervorragend Fußball schauen. Denn kurz gesagt ist die ganze Geschichte in Wahrheit alternativlos. Es gibt in Graz schlicht keinen anderen Platz, der auch für ein Stadion infrage käme. Sturm ist aus Graz, Sturm gehört nach Graz – und in Graz heißt das nun einmal Liebenau. Die viel diskutierten Modernisierungspläne der letzten Jahre bestätigen genau das: es gibt nur einen Standort für die Stadt und die Vereine, es wird nur noch über das Wie und die Verteilung der Rechnung geredet.
Idealerweise sollte der SK Sturm langfristig selbst Eigentümer seines Stadions werden, notfalls gemeinsam mit dem GAK als Mitbesitzer. Als Fahrstuhl-Team, das ab und an in der zweiten Liga spielt, darf der GAK dankbar sein, dass er an dieser Stelle mitgedacht wird. Planungssicherheit und Unabhängigkeit würden jedenfalls etwas mehr Gewissheit bringen, die man sich als Verein dieser Größe wünscht und verdient hätte. Die Stadt hat sich zum Stadion bekannt und auch für eine Lösung ausgesprochen – trotz maroder Finanzlage. Blockiert wird derzeit nur von einer rechtsextremen Partei, die das Bundesland rund um Graz regiert. Wenn es nun durch den Landesfürsten der Finsternis und seine seltsamen polit-taktischen Überlegungen zu einer weiteren Verzögerung in der Causa kommen sollte, ändert das trotzdem nichts am Kern der Sache: Auch als Mieter in der bestehenden Konstruktion ist Liebenau mehr als ausreichend, um die Zukunft des Klubs zu tragen.

Finanziell macht Sturm vielleicht als Mieter keine großen Sprünge (especially in this economy). Sturm ist ein Mitgliederverein und nicht offen für Investoren. Das ist gut so. Das soll so bleiben. So steht es auch im Leitbild. Für Österreich hat es auch ohne Kniefall vor dem turbo-kapitalistischen System Fußball immer wieder gereicht. (Wen interessiert die Champions League, wenn man die Mission 33 in Hütteldorf Jahr für Jahr zum Running Gag machen kann?) Aus der Agglomeration Graz noch mehr Geld im Sponsoring herauszuholen, dürfte ohnehin schwierig werden. Es gibt nun mal nur soundso viele finanzstarke Großunternehmen in der Steiermark, die in den Fußball investieren können. Oder wollen. Die Stadiondiskussion in Graz ist also, ehrlich betrachtet, hinfällig. Nicht weil es nichts zu klären gäbe, sondern weil die einzige Frage, die wirklich zählt, längst beantwortet ist: in Liebenau sind wir daheim. Liebenau für immer.


Argument 1: Erinnerungen, Tradition, usw…
Galt ja alles auch für die Gruabn oder ned? „Lieber Tradition und 1. Klasse in da Gruabn als Bundesliga und CL mit dem Kartnig Kommerz“. In da Gruabn war ma länger und es weint ihr keiner nach…ned mal für die Damen machen wirs fit. Zu glauben bei Liebenau wärs anders is halt recency bias.
Argument 2: Lage
Sicher ists a gute Lage nur is Liebenau halt auch erst seit 1938 Teil von Graz…Tradition und Historie erst wichtig ab 1990 oder so. Könn ma beten das ned Feldkirch von Graz eingenommen wird und dann die „Grüzer“ a gute Lage wollen 😉
Dasma wenig machen kann und seien es nur notwendige Adaptierungen ist mehr als evident. Geht ja ned mal ums ausbauen sondern um Gastronomie, Sanitär, Einlass usw…wenn man hört „bis was passiert“ muss gehandelt werden, da hilft die beste Lage nix. Zudem spüre ich hier starke „Stadtklub“ Vibes…kann man, muss man nicht 😉
Argument 3: Umwelt
„Verbrechen an der Unwelt“ ist halt auch nur populistisch.
„Bist deppat i kaf ma kan Tesla, was der an Rohstoffen braucht zur Herstellung“
„was verbraucht dein Auto?“
„Mei 1er Golf? 5 Regenwälder/100 Kilometer“
Ich glaube ein neues Stadion welches nicht mitten der Stadt (Beton) liegt hat Möglichkeiten auch realtiv grün zu sein. Was hier langfristig mehr die Umwelt belastet trau ich mich ned bewerten scheint für mich aber ned ganz so eindeutig wie dargestellt.
Argument 4: SK Sturm Umgebung
Beinhart unsere 2er eingesargt. Umso peinlicher wenn man bedenkt Gleisdorf hat zumindest ein Stadion und Platz für unsere Jungen. Da sollte man als Städter eher weniger groß reden wenn die Bauern am Land ihren Acker opfern müssen damit die Balkonkinder a bissl kicken können…zudem spielen wir auch so gut wie nie wenns stürmt, heißen aber STURM 😉
Argument 5: Wer den Standort infrage stellt, stellt implizit auch infrage, wo Sturm so richtig groß geworden ist.
– vorher wars noch Sturm Graz 1909 jetzt sind wir SK Sturm Liebenau 1995. Wenn man so auf Tradition pocht sollte der Erfolg eher zweitrangig sein.
Argument 6: Praxis
100% Auslastung ist ned gut. Man stelle sich vor ein Spital ist immer zu 100% ausgelastet…eher semi-optimal. Ein anderes Stadion kannst auch mit mehr Stehern planen = mehr billigere Karten z.B. Immer voll wird die Preisgestaltung ned positiv beeinflussen. Kurzfristig kannst also Karten kaufen vergessen. Zwischen 15k, 25k, 50k und 100k gibt es halt auch was dazwischen. Es gibt ned nur alles oder nix.
Argument 6: Was für eine Geld- und Ressourcenverschwendung das doch wäre. Nicht vertretbar und schon gar nicht zeitgemäß.
– für was Windradln bauen wenn ma Zwentendorf haben? Liebenau braucht auch Ressourcen und immer mehr Adaptierungen und is auch ned gratis. Und Zeit würd ich ned erwähnen da diese eher der Gegenspieler ist beim Thema Stadion.
Argument 7: „Idealerweise sollte der SK Sturm langfristig selbst Eigentümer seines Stadions werden, notfalls gemeinsam mit dem GAK als Mitbesitzer. Als Fahrstuhl-Team, das ab und an in der zweiten Liga spielt, darf der GAK dankbar sein, dass er an dieser Stelle mitgedacht wird.“
– Zuerst zusammenziehen und dann den Mitbewohner angehen…sehr nachhaltiges Konzept.
Argument 8: „Die Stadt hat sich zum Stadion bekannt und auch für eine Lösung ausgesprochen – trotz maroder Finanzlage. Blockiert wird derzeit nur von einer rechtsextremen Partei, die das Bundesland rund um Graz regiert.“
– mal abgesehen davon dass die „Nazis“ auch Graz regieren (Landesgesetzgebung gilt auch in Graz und ned nur im Acker, Berg und Wald)…denen kannst alles Schlechte der Welt andichten aber was Nagl und Kahr I (II geht no ned so lange) (NICHT) weitergebracht haben ist maximal ein Gruppenprojekt aller Parteien aber kann ned singulär so zugeordnet werden. Das Land war allgemein immer eher offen bzw. zumindest besser als die Stadt.
Sry to say aber des is alles kein Argument für Liebenau. Nachhaltig ist hier nix in jedem Sinne des Wortes. Irgendwann wird was passieren müssen. Weil entweder wird die Kluft so groß dass das „wo Sturm groß geworden ist“ zu einem „wo Sturm klein geworden ist“ wird oder es passiert was und die Behörden drehen es zu warum auch immer und wir werden Kärtner.
Witzig, wie du hier krampfhaft versuchst, jedes einzelne Argument irgendwie zu entkräften, auch wenn du dabei noch so „kreativ“ werden musst, und Fachausdrücke falsch verwendest.
Ich gehe auch nicht mit jedem Argument des Autors mit, alles in allem muss aber auch dir klar sein, dass ein Stadion irgendwo BEI Graz keinen Mehrwert bringt, nur weils dann „SK Knapp AG Sturm Graz-Umgebung Stadion“ oder so heisst. Oder ganz was Kreatives, „Allianz Arena/Stadion“. Da gibt es mehr als genügend gute Argumente, die auch in diesem Artikel beschrieben werden.
Ja, es ist aktuell frustrierend. Nein, man kann als SK Sturm mit der aktuellen Situation nicht zufrieden sein. Aber eben auch NEIN, ein Sponsorstadion, das man ein Jahrhundert lang zurück zahlt, wird den SK Sturm auch nicht „retten“. Man wird sich in Liebenau einig werden und dann ist dieses nervige Thema endlich Geschichte.
Geschichte, die wir in 20 Jahren dann auf Sturmnetz in unterhaltsamer, informativer und wahrscheinlich auch mit dem ein oder anderen Seitnehieb versehen, lesen dürfen und uns freuen dürfen, dass man sich „damals“ in Geduld geübt hat, und nicht aus Trotz nach Lannach gezogen ist.
Der Mehrwert der Umland Arena mag fraglich sein nur die Frage darf man für Liebenau auch stellen. Die zentrale Lage ist halt Fluch und Segen. Was hilft mir die gute Anbindung wenn die Holländer den Anrainern alles zertreten und beschmieren. Des wirst in der Stadt immer haben. Zudem kannst schwer adaptieren und ausbauen was sicherheitstechnisch ein Wahnsinn wäre. Und ausbauen werden wir müssen. Zu sagen Liebenau ist optimal (rein Kapazität) ist halt auch faktisch falsch. Mal abgesehen von den mehr als 20k Mitgliedern haben wir ja auch eine Demographie wo die Bevölkerung wächst. Durch die Stellung Sturms in Österreich, der Steiermark und auch Graz darf man davon ausgehen dass das die Fangemeinde wächst und da die Menschen immer älter werden ned jung sterben. Der Erfolgsfaktor ned mal berücksichtigt. Des alles heißt ned wir brauchen ein Stadion mit 80k Plätzen…aber mehr als jetzt kann man durchaus realistisch verlangen und begründen.
Den Aspekt des Stadionnamens versteh ich nicht. Wenn der Kartnig die Marie hätte könnte er Liebenau „DER TEMPEL DES STURM HANNES“ nennen und Sturm könnte nix dagegen tun. Es wäre sogar von der Politik verlangt bei klammer Kasse möglichst viel Geld einnehmen zu können. Das Beispiel ist überspitzt aber was wenn der Kartnig wirklich mit seiner Firma den Namen übernimmt? Sich der Politik ausliefern ist auch nur minimal besser als sich dem Investor an die Füße zu werfen. Vor allem wenn gerade der Kickl bei 40% steht und der Kunasek auch bei sowas. Weiß ned obs zum Leitbild passt damit ma in Graz bleiben mit „Rechtsextremen“ zusammenarbeiten…deswegen kann das Ziel nur was eigenes sein.
„Man wird sich in Liebenau einig werden.“ – da gibts Beschlüsse aus 2018 die noch nicht umgesetzt sind. Vor Corona, Iran, Budgetloch, Ukraine, Inflation, Wahlen, usw…gekommen ist das Minimalste damit die UEFA zwei Augen zudrücken kann. Glaube nach all diesen Faktoren wirds eher weniger ned mehr Investition geben. Zu glauben die Politik wird es regeln während die Stadt pleite und alles rundherum (Land und Bund) klar richtig Blau steuert die ma ned mag ist auch unlogisch. Und wir reden hier ned vom großen Ausbau. Wir reden hier von unzureichender Gastronomie/Sanitäranlagen und sehr langem Anstehen beim Anlass in brütender Hitze usw. Alles Basics. die erfüllt werden müssen.
Lannach ist näher als Klagenfurt. Ich sags nur. Das Argument mit dem Umland würde mehr Sinn ergeben wenn Sturm 2 ned in jenem Exil wäre und die Damen ned ins Trainingszentrum abeschoben werden außer für ein paar Gnadenakte – damit die Roten dort spielen können. Wenn Liebenau eine Heimat ist dann müssen auch die 2er und die Damen heim. Wird aber logischerweise ob der Logistik und Regularien ned passieren.
GEILER Artikel! Genauso wenig aalglatt, wie unser Tempel. Wie wichtig dem Fußballfan Tradition, Erinnerung und Gefühl für das Drumherum ist, kann man weltweit beobachten. Ich bin auch ganz klar für Ecken und Kanten und möchte nicht in einem sterilen Discotempel im Umland eskalieren, nur weil dem weizer Apfelbauer der Parkplatz vor dem Stadion wichtiger ist, als der Kick selber. In der Pause geht man dann halt durch die Pisse zum Urinal, weils verstopft und hinnig ist. (Solche Scheissahausverhälnisse waren im Q früher sogar Grazer Kulturgut) Irgendwann kommt dann eh wieder Feyenoord und zahlt uns eine neue Brunsschüssel. Also gebt den Roten ein 5000er Stadion im Norden der Stadt, finanziert vom bourgeoisen vp Geldadel und gut is. Hauptsache unsere Buam geben ALLES auf dem Rasen.
Ich finde es schade, dass der Autor seine eigene politische Ansicht in den Artikel mischt. Die Behauptung, dass das Stadion „derzeit nur mehr von einer rechtsextremen Partei, die das Bundesland rund um Graz regiert, und den Landesfürsten der Finsternis blockiert wird“ nimmt dem Artikel viel an Seriosität.
Die Stadt hat sich zum Stadion bekannt und auch für eine Lösung ausgesprochen – trotz maroder Finanzlage.“ (das stimmt)
Blockiert wird derzeit nur von einer rechtsextremen Partei (die sind nunmal Rechtsextrem, stimmt also auch), die das Bundesland rund um Graz regiert. (Ja, auch das stimmt, streng genommen sogar Graz) Wenn es nun durch den Landesfürsten der Finsternis (über die Bezeichnung kann man streiten) und seine seltsamen polit-taktischen Überlegungen (stimmt wieder)
Alles in allem wurden da bis auf die Bezeichnung Landesfürsten der Finsternis Fakten ausgesprochen. Wenn man das einordnet: Der damalige NEOS-Chef Matthias Strolz bezeichnete die österreichischen Landeshauptleute im Jahr 2017 in der ORF-„Pressestunde“ so, um deren oft im Hintergrund stattfindende Machtpolitik und Blockadehaltungen gegenüber Bundesreformen zu kritisieren. –> In diesem Fall keine Bundesreformen, das stimmt.
@Wenn wir hier stehen:
Eigentlich liegt es mir fern, eine Partei oder einen einzelnen Politiker zu verteidigen, aber weder vor noch nach der Gemeinderatswahl ist ein Gemeinderatsbeschluss zur endgültigen Sanierung/zum Ausbau des Stadions erfolgt. Insofern kann man den schwarzen Peter nicht allein dem Land zuschieben.
Und ganz ehrlich: Weder für die KPÖ noch für die Grünen ist das Stadion eine Herzensangelegenheit., die haben jeweils andere Prioritäten. Aufgrund der Budgetlage der Stadt wäre es für mich ein Wunder, wenn das Stadion zeitnah und so wie geplant (auch) mit Geldern der Stadt ausgebaut/renoviert werden würde.
Das soll jetzt keine Verteidigung des Landeshauptmannes und seiner Partei sein, aber die Schuld, dass beim Stadion nichts weitergeht, NUR aufs Land zu schieben, greift mMn zu kurz, da gibt es schon mehrere Ursachen.
Toller Artikel, nur finde ich die Diskussion rund ums Stadion muss trotzdem gegührt werden bis es für Sturm und d GAK zufriedenstellend ist!
Auch wenn Sie nervt, es ist nun mal Fakt, dass es in Graz einen zweiten Bundesligisten (der ebenfalls in Liebenau Meister wurde) gibt und wir in Liebenau keine CL spielen durften!
Und wenn es ums Stadion geht ist nun mal die Politik miteinbezogen und in der Pflicht!
Finde daher, der Autor hat Recht, es liegt nun mal in der DNA der FPÖ , dass Sie im Grunde genommen nur destruktiv kann und niemals Visionen hat! (Leitspittal, Stadion etc)!
Vor den Wahlen (in der Opposition) landauf, landab zu ziehen und alles in Grund und Boden zu vertäufeln und zu hetzen, u.a. auch in der Stadionthematik, da waren Sie erfolgreicher!
Aber wir haben GsD eine Demokratie und müssen jetzt einfach damit leben, dass die niemals an einer konstruktiven Lösung mit der Stadt interessiert sein werden!
Ich persönlich kann mich, obwohl aus der Südstmk, mich mit Liebenau (modernisiert, ev 18 – 20.000) voll idendifizieren und bin auch der Meinung, dass ein Neubau außerhalb v Graz ist sehr riskant ist!
Dieses Thema ist einfach sehr emotional aufgeladen und wird von den Grazer Sturm-Fans und Romantikern mal mehr mal weniger gerecht besetzt.
Wenn ich mit Leuten rede hat noch nie jemand zu mir gesagt: „Ich bin Graz Fan“, sondern immer „Ich bin STURM Fan“. Sturm ist so viel mehr als Graz. Die Leute fahren teilweise über 1,5h von da Haustür bis zu irgend einem Parkplatz in einer Seitengasse um Sturm zu sehen. Viele fahren hin zu Sturm schauen den Kick und fahren dann wieder retour, von der Stadt Graz sehen diese Leute wenig bis gar nix. Der Satz „Man geht hier nicht einfach „zum Fußball“, man spaziert owi nach Liebenau.“ sinnbildlich für die Debatte die viele nicht über den Tellerrand blicken lassen.
Spieltheoretisch macht man sich durch diese offensichtliche selbstgemachte Abhängigkeit auch Erpressbar und hat einfach eine miese Verhandlungsposition. Ich sage ja auch nicht zu meinem Vermieter du mir passts A, B, C nicht und D ist eigentlich untragbar, aber Sie wissen eh ich kann gar nicht iwo anders hin würde mir auch nie einfallen.
Ich sage ja nicht RAUS aus Graz, aber man sollte dien Spieß etwas umdrehen! Nicht was wäre Sturm nur ohne Graz und Liebenau, sondern was wäre den dieses Stadion wenn Sturm nicht da wäre. Ganz rational vermutlich a Minusgeschäft für die Stadt! Aber mit dieser lethargischen Art und den Grazer Sturmfans im Nacken die auch nur Überlegungen strickt ablehnen und abstrafen würden mit Boykotts etc.
Meiner Meinung macht es das alles nicht leichter und eines sollte jedem Bewusst sein, so günstig wie heute kriegen wir ein Stadion nicht mehr! Das galt zu Zeiten des „Tor zur Stadt“ aber auch noch heute. Billiger wirds in 10 Jahren net werden. Und die Stadt Graz hat einen langen Atem und leere Taschen
Ist alles reine Ansichtssache, man kann über alles diskutieren wie man will. Für das sind wir ja alle hier. Einer steht so dazu, der andere so.
Schade jedoch das wir hier in politische Diskussionen Abtriften. Man kann zur FPÖ stehen wie man will, auch zu Kunasek, is mir eigentlich egal. Ich mag ihn auch net, geht aber keinen was an, weil ma da net Stimmungsmache betreiben sollten sondern über Sturm reden. Aber trotzdem muss man sagen, das Seit 2012(Glaube damals war der Plan mit dem Tor zur Stadt) nix weitergegangen ist. Da waren die Blauen noch weit entfernt irgendwo/irgendwas mitreden zu können. Trotzdem wars nur warme Luft. Auch in all den Regierungen ob Stadt oder Land danach. Wie auch immer, Ich hoffe Sturmnetz verkommt nicht zu einer Kommunistisch/Grün/Roten/Türkis/oder Blauen Stimmungsseite/Homepage. Dann können wir den Namen Gleich auf KommunistenSturm.at oder wen auch immer ändern. Ansonsten Danke für eure tollen Artikel bisher.
Sturm ist halt ein Verein für alle. Vom Akademiker bis zum Arbeiter bis zum Bauern (Landwirt polit. korrekt). Ein Kogler ist ebenso ein Schworzer wie der Kunasek wie auch der Schützenhöfer und auch alle anderen aus den Parteien die Sympathie für den Verein haben. Politik hat im Stadion schon was verloren, nur Ideologie und Parteipolitik sind halt ned Politik.
Abgesehen von dieser endlosen und zum Teil sinnlosen Diskussion über das Stadion in Liebenau (allein wenn man mittlerweile im fast 20ten Jahr darüber redet-rechne vor der Heim-EM weg) haben wir generell ein Problem was die Akzeptanz der Bevölkerung zu Spielstätten steht, Beispiel (Ernst-Happel-Stadion) bis hier endlich mal die Abrissbirne angeworfen wird, sehe ich wahrscheinlich die Radieschen von unten. (Klar, Denkmalschutz – pfui). Wie es die anderen Bundesländer, trotzdem schaffen ihre Spielstätten zu erneuern oder zum Teil Neue hinzustellen – aber wir es noch immer nicht hinbekommen, wenigstens eine CL taugliche Arena hinzustellen – Tja, bleibt wohl ein Rätsel….
Also Sturm – Sportliche Erfolge mal beiseite lassen, führt nur zu weiteren Diskussionen bezüglich dem Stadion – einfach nicht mehr Meister werden, Internationale Qualifikationsplätze absichtlich meiden…nur nicht Absteigen in der Liga (Wachstum ab sofort einstellen – keine Fans/Spieler<<Speziell Nachwuchs mehr anwerben) – Und schon hat sich das Thema erledigt…zurück zu den Basics – im Stadion maximal 4-5 Tausend Fans – weniger Andrang bei den Toiletten, Bier und Brezel schneller beim Kunden, was will man mehr als Fan 😉
Wer gestern in Liebenau war, der hat es wohl endgültig verstanden:
Obwohl der Verein sich beim Ticketing wieder einmal furchtbar patschert angestellt hat, das Stadion trotz zahlreichen Verschenkaktionen nur zu 2/3 gefüllt war…
Dieses Stadion, diese Nord hat so eine immense Kraft, ich denke die Franzosen waren auch ziemlich erstaunt wie gestern wieder alles gedrühnt und gewackelt hat, wie kaum ein Anderes Stadion europaweit sonst
Diesen natürlichen, historisch gewachsenen Vorteil jemals aufzugeben wäre ein Wahnsinn. Wird zum Glück aber so schnell oder sogar mittelfristig eh nicht passieren