Spielbericht: Cup-Aus in Lustenau
Otar Kiteishvili, Emran Soglo, Gizo Mamageishvili, Seedy Jatta, Philip Rozga, Leon Grgic, Nelson Weiper, Daniil Khudyakov, Arjan Malic und auch Fabio Ingolitsch: Sie alle konnten dem SK Sturm offiziell bestenfalls von einer der schicken neuen Tribünen im Lustenauer Reichshofstadion aus die Daumen drücken können, als es im letzten Achtelfinalspiel des ÖFB-Cups am Donnerstagabend gegen die Lustenauer Austria ums Weiterkommen ging. Mit dem LASK, dem TSV Hartberg, Rapid Wien, RB Salzburg, der WSG Tirol, der Welser Hertha und dem SCR Altach konnten sich in beinahe allen Achtelfinalbegegnungen die Favoriten durchsetzen. Nur der heftig krisengebeutelte Wolfsberger AC musste sich gegen den Underdog mit 0:1 geschlagen geben. Der Aufzählungen noch nicht genug, reisten die Grazer mit einer langen Liste an Partien seit der Länderspielpause in den Beinen an, die vor allem ob der besorgniserregenden Personalsituation schon einigermaßen schwer wiegt und der Favoritenrolle eine nicht unerhebliche Hypothek beifügt. Innerhalb von drei Wochen hatten die Schwarz-weißen es mit AFC Bournemouth, Olympique Marseille, der Wiener Austria, dem GAK und auch der SV Ried zu tun bekommen. Außerdem haben sie gegen Lustenau in der Ferne bisher lediglich zwei Remis zu Buche stehen. Auf der Trainerbank übernahm Christoph Witamwas während Ingolitschs Sedisvakanz die Verantwortung.

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Katastrophenstart
Dieser durfte trotz der schwierigen Umstände eine bekanntermaßen starke Truppe auf den Platz schicken, die dank der umsichtigen Kaderpolitik Michael Parensens auch das Potenzial hat, zur „Einsergarnitur“ zu werden. Dementsprechend setzten die Gäste schnell erste offensive Duftmarken: Schon in der 2. Minute schloss Valmir Matoshi gefährlich ab, wenig später kam er zu seiner zweiten Chance – beide Male per Volley und nach Einwurf Joshua Quarshies. Die Lustenauer Austria ließ sich das aber nicht lange gefallen und nahm schnell Fahrt auf, Sturm hingegen wirkte zusehends gehemmt. In der 12. Minute rettete Ammar Helac in allerhöchster Not, als Dominik Weixelbraun im Grazer Fünfmeterraum zum Schuss kam. Wenig später war er bei Lenn Jastremskis Kopfball gegen den Lauf dann chancenlos – 1:0 für die Gastgeber und gleich zweimal eklatante Unsicherheiten in der Defensive. Fabian Gmeiner und vor allem auch Seydou Diarra hatten es mit ihrer Vorarbeit für diesen Treffer viel zu leicht. Selbes galt auch für das 2:0 in der 27. Minute durch Weixelbraun – wieder fehlten Zuordnung und Nachdruck in der Defensive. Es zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt schon eine Blamage ab.

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Reaktion gefragt
Vorentscheidenden Charakter hätte Diarras Versuch in der 29. Minute nach dem nächsten schwerwiegenden Fehler Sturms bei Erfolg haben können. Zum Glück jagte er den Ball allein vor dem Grazer Tor über die Querlatte. Der Abend drohte zur Vollkatastrophe zu werden, der SK Sturm enttäuschte in der ersten halben Stunde auf ganzer Linie. Nennenswerte Offensivaktionen aus dem Spiel waren seitens der Grazer kaum zu sehen und hinten ließ man sich zu oft viel zu leicht übertölpeln. Einen potenziellen Zündfunken lieferte dann allerdings Petar Petrovic, der per Kopf nach Simon Seidls Freistoß den Anschlusstreffer erzielte (36.). Damit leitete er tatsächlich so etwas wie eine Schlussoffensive für die erste Halbzeit ein. Zuerst scheiterte Oumar Diakité nach einem Eckball knapp, nur Sekunden später Matoshi und Jon Gorenc Stankovic nach einem weiteren Freistoß. Kurz vor der Pause wurde dann noch eine Seidl-Flanke zum Torschuss abgefälscht, mit dem Schlussmann Dominik Schierl aber keinerlei Probleme hatte.
Mangelnde Ernsthaftigkeit
Um das Ruder noch herumzureißen, würden die Schwoazn mehr Ernsthaftigkeit in ein Spiel einbringen müssen, in dem sie bisher hauptsächlich durch Nachlässigkeit glänzten. Über weite Strecken hatte man in der ersten Halbzeit das Gefühl, sie wären in Zweikämpfen grundsätzlich zu spät dran und in der Arbeit gegen den Ball nicht konsequent genug. So kam auch Jastremski kurz nach Wiederankick zu seiner nächsten sehr guten Chance, mit der er Helac allerdings nicht herauszufordern vermochte – wieder wurde den Vorarlbergern ein Abschluss viel zu leicht gemacht. Dass man sich in den ersten 15 Minuten nach der Pause gleich drei gelbe Karten abholte (Stankovic, Petrovic, Balbo), zeigte vielleicht, dass man wenigstens versuchte, den spielerischen Unzulänglichkeiten des Abends durch Biss und Aggressivität beizukommen.

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Cup-Aus besiegelt?
Brotlos – denn wieder bereitete katastrophales Abwehrverhalten den Weg für einen Treffer des Heimteams. In der 65. Minute kam Jastremski zu seinem zweiten Tor – 3:1 für die Gastgeber. Sturm schenkte den Cup auf klägliche Art und Weise her – man hatte offensiv nichts zu melden und war gegen den Zehnten der Bundesliga auch defensiv nicht konkurrenzfähig. Jastremski hätte in der 67. Minute dann auch das 4:1 erzielen können, wenn nicht sogar müssen. Für den ersten Torschuss Sturms in der zweiten Spielhälfte sorgte Simon Seidl erst in der 74. Minute. Bis dahin waren die Grazer nach dem Seitenwechsel komplett harmlos. Lustenau konnte sich mit komfortablem Vorsprung aufs Verteidigen konzentrieren. Mit der Hereinnahme des wieder genesenen Jürgen Heil kam dann wenigstens etwas Schwung in die Partie und völlig aus dem Nichts gelang Sturm durch Simon Seidl plötzlich der erneute Anschlusstreffer (81.). In der 85. Minute hatte Petrovic dann sogar den Ausgleich auf dem Fuß, beförderte den Ball aus kürzester Distanz aber über das Tor. Ein letztes Aufbäumen gegen das Aus im Cup. Koller setzte den Ball in der 87. Minute ins Außennetz. Diarra scheiterte auf der Gegenseite gleich zweimal und verpasste die endgültige Entscheidung. Diakité – unüblich für ihn – ließ nur kurz darauf einen Sitzer aus, der seine Mannschaft in die Verlängerung gerettet hätte. Ein vermeintliches Tor gab es in der Nachspielzeit noch zu sehen, den Gastgebern wurde es wegen Abseits jedoch aberkannt. Somit blieb es beim 3:2 für die Gastgeber und dem verdienten Cup-Aus für Sturm.


Wenn nicht „alle zu 100% ihre Leistung erbringen“, bekommt man so ein Resultat.
Hoffentlich kein Beinbruch für das Spiel gegen den WAC.
Die heutige Leistung ist der Tiefpunk der bisher überschaubaren Saison.
Letzte Saison gegen Altach und heuer eine Runde früher gegen Lustenau, wir steigern uns. Bin sehr enttäuscht von der Leistung. Wir sind mittlerweile weit hinten lask, rapid und Salzburg zurück. betrifft die Einstellung, die Disziplin und leider auch die Qualität. Die Verletzungen sind nur ein Teil der jetzigen Misere. Der nackenschlag wäre noch eine Niederlage gegen den wac und gegen die slowenien in der EL.
bist deppert. so schwach heute. verdient ausgeschieden. das ganze Spiel über, war Sturm schlechter. wenn uns Lustenau heute 5-6 Tore macht, dürfen wir uns auch nicht beschwerden.
Auch wenn wir im Cup jetzt ausgeschieden sind, glaube ich dennoch auf eine, mindestens akzeptable, Saison. Ich wünsche mir einen Aufstieg in der Europa League, diese Hoffnung gebe ich nicht auf. Auch wenn wir wahrscheinlich unsere einzige Titelchance für heuer vernichtet haben.
Verlieren kannst immer, auch im Cup. Aber Lustenau war heute mind. 1-2 Klassen besser…des kannst ned bringen egal wieviele verletzt sind – weil wenns ned mal die Qualität haben gegen Lustenau zumindest auf Augenhöhe zu sein sinds fehl am Platz. Man kann nur hoffen in der EL und der Liga sind die Burschen jetzt doppelt motiviert weil das heute war schon skandalös schwach.
Ich finde man kann ein Cup-Spiel mit Pech verlieren, aber man darf niemals gegen Lustenau verdient raus fliegen.
Ich glaube auch, dass das große Problem die vielen Verletzten und nicht fitten Spieler sind. Und garnicht von der Frische oder Energie her, sondern es fehlt einfach extrem der Druck von der Bank aus. Quashie hat heute zum wiederholten Male einen Glanztag mit mehreren Aussetzern gehabt, aber mit wem willst du ihn ersetzen? Geyerhofer? Dem noch immer angeschlagenen Vallci, damit der dir noch länger ausfällt? Und wer soll dann einwerfen?
Es gibt halt im Moment gefühlt keinen Konkurrenzkampf. Mit was willst du einen Spieler in so einer Situation in der Halbzeit „drohen“? Konzentrier dich, oder du verlierst deinen Stammplatz an einen Spieler, den wir nicht mehr wollen und der in der 2. schon nicht wirklich positiv auffällt?