Der Herbst der Frauen

SK Sturm Frauen spielen starke Saison

Beim letzten Blick auf die Tabelle der Frauen-Bundesliga von SturmNetz, standen die Schwoazen nach fünf Runden mit 13 Punkten an der Spitze, knapp vor St. Pölten (12 Punkte, ein Spiel weniger). Seither sind sieben Bundesliga-Runden, ein Cup-Spiel und der Europacup dazwischengekommen. Die Bilanz in der Liga: fünf Siege, ein Remis, eine Niederlage, 16 Punkte. Mit 29 Punkten aus zwölf Spielen und einem Torverhältnis von 30:8 führt Sturm die Tabelle weiter an. Ein kompakter Überblick über die letzten acht Wochen der SK Sturm Frauen.

Europa Cup in Liebenau. Zweimaliges Highlight in Liebena. (c) Sturmtifo.com

Europacup: Aufholjagd in Gintra, Endstation Wolfsburg

Den Start in diesen Abschnitt machte das Rückspiel der ersten Qualifikationsrunde in Litauen. Aus dem 2:1-Hinspielsieg wurde schnell ein Zittern: Gintra führte nach 14 Minuten mit 3:1, obwohl Brigitta Pulins Sturm nach drei Minuten in Führung gebracht hatte. Danach drehten die Grazerinnen das verrückte Spiel bei Regenwetter. Lilla Sipos verkürzte (26.), dann führten zwei Eigentore der Gastgeberinnen (33., 45.+1) zur 4:3-Führung zur Pause, und Pulins stellte per Elfmeter auf 5:3 (53.). Mit dem 7:4 im Gesamtscore war die zweite Runde erreicht.

Für Breznik und Co war Wolfsburg zu stark (c) Sturmtifo.com

Dort wartete der übermächtige VfL Wolfsburg. Das Hinspiel ging in der VW-Stadt mit 1:6 verloren, den Ehrentreffer erzielte Pulins (53.). Im Rückspiel in Graz hieß es 0:2, auch weil ein Abseitstor von Marie Spiess aberkannt wurde. Damit war der Europacup nach dem 1:8 im Gesamtscore beendet. Gegen einen Gegner dieser Klasse war das erwartbar, ein Platz in der Runde der letzten 32 Mannschaften bleibt trotzdem ein Erfolg. Nächte in Liebenau darf es gerne öfter für die Frauen geben, denn für die Fans und die Spielerinnen war es ein schönes, prägendes Erlebnis – vor allem beim Heimsieg gegen Gintra.

Starker Herbst, viel Grund zu lachen (c) Sturmtifo.com

Cup: 8:0 gg St. Stefan/Waldmark

Deutlicher ging es im ÖFB Frauen Cup zu: Beim Gastgeber Union St. Stefan/Waldmark gewann Sturm mit 8:0. Sieben verschiedene Spielerinnen trafen: Emma Kaiser, Julia Wattilete, Leonie Bidner, Lilla Sipos, Sara Pavlovic, Katja Weber und Julia Keutz, die sogar zweimal. Die nächste Runde führt Sturm am 8. November zu UDFC Hof bei Straden. Ein Weiterkommen ist Pflicht.

(c) Sturmtifo.com

Liga: Ein Ausrutscher, sonst Konstanz

In Linz setzte Sturm früh ein Zeichen bei Blau-Weiß. Beim 4:0 gegen die BW Linz/Union Kleinmünchen traf erneut die in Topform agierende Keutz dreimal (9., 40., 51.), dazu Kapitänin Sophie Maierhofer (17.). Gegen Rapid reichte im ersten Duell mit den Hütteldorferinnen ein 2:0 durch Laura Krumböck und Lilla Sipos.

Dann folgte der einzige Dämpfer: Gegen die budgetär stark aufgestellte Austria Wien setzte es zuhause ein etwas zu deutliches 0:2. Carina Wenninger erzielte beide Tore, das 1:0 in der 76. Minute, das 2:0 in der Nachspielzeit. Sturm fiel dadurch kurzzeitig auf Rang zwei zurück.

Nur gegen die Austria reichte es (noch) zu keinem Punktgewinn (c) Sturmtifo.com

Eine Woche später in St. Pölten fiel Sturm in der ersten Halbzeit zunächst zurück (0:1 durch Lisa Ebert, 13.). Lena Breznik glich aus (28.), Keutz drehte das Spiel unmittelbar vor der Pause (45.). Alma Aagaard glich in der 71. Minute für den Meister aus. Das 2:2 war der erste Punktverlust des SKN in dieser Saison nach sieben Siegen und der erste Punktgewinn gegen die Niederösterreicherinnen nach langer Durststrecke. Die Entwicklung des Teams ist fantastisch, wenn man die Wortmeldungen der Spielerinnen und des Betreuerstabs danach ernstnimmt. Dort sprach man nämlich davon, eher einem Sieg nachzutrauern, als den einen Punkt zu feiern.

Danach ging es weiter bergauf. In Altach brachte Krumböck Sturm nach einer Flanke von Sipos früh in Führung, ein Eigentor von Flavia Lüscher stellte das 2:0 her. Gegen den LASK war das Spiel nach einer halben Stunde entschieden: Ein Eigentor (4.), Pulins (16.), Marie Spiess (22.), Krumböck (26.) und Maierhofer (30.) sorgten für das deutliche 5:0.

Selbstbewusst, auch beim Interview: Lilla Sipos (c) Sturmtifo.com

Salzburg: Ein 1:0 mit Schrecksekunde

Am heutigen Samstag folgte das Topspiel beim Tabellenvierten Red Bull Salzburg, ehemals FC Bergheim. Sportlich blieb es lange eng. Erst kurz nach der Pause stand es 1:0: Pulins traf in der 46. Minute, danach ließ Sturm nichts mehr zu. Für Salzburg ist es weiter ein Fluch gegen die Grazerinnen: Laut der Statistik hat weder Red Bull noch der Vorgängerverein Bergheim jemals gegen Sturm gewonnen.

Glanzparaden von Gritzner (c) Sturmtifo.com

Wer trifft für Sturm?

Insgesamt erzielte Sturm in diesem Zeitraum 30 Tore, davon vier durch gegnerische Eigentore. Die erfolgreichsten schwoazen Torschützinnen:

  • Julia Keutz: 6 Tore
  • Brigitta Pulins: 5 Tore
  • Lilla Sipos: 3 Tore
  • Laura Krumböck: 3 Tore
  • Sophie Maierhofer (C): 2 Tore

Dahinter folgen Kaiser, Wattilete, Bidner, Pavlović, Weber, Breznik und Spieß mit je einem Treffer.

Toreschießen kann quasi das ganze Team. Feiern sowieso. (c) Sturmtifo.com

Wie eng ist es an der Spitze?

Vor den Sonntagsspielen der Verfolger liegt Sturm (29) vier Punkte vor St. Pölten (25) und sechs vor Meister Austria Wien (23). Beide hatten bei der letzten Tabelle erst zehn Spiele absolviert, also zwei weniger als Sturm. Der Vorsprung ist daher nicht so groß, wie er aussieht. Das Rennen um den Titel bleibt spannend, und die direkten Duelle im Frühjahr werden wohl entscheiden, wenn das Meisterinnen-Playoff ausgespielt wird. In den direkten Duellen muss sich Sturm dann steigern – das Team wirkt stabil und wettbewerbsfähig. Am Ende könnten die Erfahrung von Sipos, Maierhofer und der Torriecher von Pulins und Keutz entscheidende Faktoren sein, um erstmals einen Titel nach Graz zu holen. Auch, dass Laura Krumböck immer besser in Fahrt kommt, macht Hoffnung.

Die Form über den Winter konservieren heißt es bald für Sara Pavlović (c) Sturmtifo.com

Lange Winterpause mischt Karten neu

Die Bundesliga bei den Frauen hat im Grunddurchgang nur 18 Spiele. Das hat zur Folge, dass eine sehr lange Winterpause nach dem 20.11. (gg Vienna) folgt. Diese dauert je nach Ansetzung der Spiele etwa 110 Tage bis Mitte März. Das dürfte die Karten neu mischen, weil auch ein Transferfenster für Veränderungen sorgen wird. Wenn Michael Erlitz ein paar Euros über den Verein freigelegt bekommt, könnte Sturm dann tatsächlich versuchen ernsthaft nach einem Titel zu greifen. Der Cup geht mit dem Viertelfinale Ende Februar in die entscheidende Phase – Sturm möchte in allen Bewerben so lange wie möglich dabei bleiben. Am besten bis zum Schluss.

Im Frühjahr kommt es dann endlich auch zur aufgeschobenen Premiere im neuen Trainingszentrum Puntigam. Spätestens dann sollten alle Sturm-Fans mal den Frauen in dieser Klasse-Saison einen Besuch abstatten. Zeit wird’s! 

Schreibe einen Kommentar