Letzter Akt im Meisterrennen

Es heißt Titel oder Tränen

Entscheidungsspiel 2.0: Nach der bitteren 1:3-Niederlage letzten Sonntag in Wien bekommt die Mannschaft von Jürgen Säumel am Samstag um 17 Uhr die erneute Chance, den Bundesliga-Titel zum zweiten Mal in Folge nach Liebenau zu holen. Ausgerechnet der WAC, der selbst noch Titelambitionen hat und sich über die letzten Jahre als äußerst unangenehmer Gegner für Schwarz-Weiß erwiesen hat, kommt zum Abschluss der Saison in die Merkur Arena, so konnte man doch in den letzten sechs Ligaduellen nur einmal gewinnen.
Die Voraussetzungen dürften mittlerweile jedem bekannt sein: Drei Punkte beträgt der Vorsprung auf die Austria und den WAC – doch der direkte Vergleich spricht gegen die Grazer. Heißt konkret: Ein Unentschieden würde reichen, um die Meisterschale in Graz zu behalten, bei einer Niederlage hingegen ist der Titel futsch und man könnte im schlimmsten Fall dazu verdammt sein den Kärntnern bei einer Meisterfeier zuschauen zu müssen.

Mentalität von Spielern und Fans als Trumpf

Ein entscheidender Faktor, auf den Sturm Graz am Samstag bauen kann, ist die Erfahrung im Kader – insbesondere in der Achse der Führungsspieler. Jürgen Säumel zeigte sich im Vorfeld des Spiels betont optimistisch: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Titel in Graz lassen werden“, so der Cheftrainer. Gerade in einem Spiel mit so klaren Voraussetzungen – ein Punkt reicht zum Titel – unsere Führungsspieler wissen mit Drucksituationen umzugehen. Der Rückhalt der Fans in der längst ausverkauften Merkur Arena wird dabei ebenso eine Rolle spielen. „Auch wenn ich von einer harten und umkämpften Partie ausgehe, bin ich überzeugt, dass wir eine starke Leistung abrufen können und unsere Spieler mit vollem Fokus diese 90 Minuten bestreiten werden“, sagte der Cheftrainer. Die Erinnerung an die zwei Niederlagen gegen den WAC in dieser Saison ist präsent – in beiden Partien lag man früh zurück und konnte das Spiel nicht mehr drehen. Diesmal soll der Start gelingen, aber auch wenn nicht, ist Säumel davon überzeugt, dass seine Mannschaft mit Rückschlägen umgehen kann. „Wir haben schon ein paar mal diese Saison gezeigt, dass wir uns zurückkämpfen können und wir werden nicht Aufgeben.“ Ein wesentlicher Baustein dafür ist Otar Kiteishvili. Der georgische Spielmacher, der das gesamte Frühjahr mit konstant starken Leistungen überzeugte, ist diesmal – im Gegensatz zum Vorjahr – beim entscheidenden Spiel dabei. Nicht nur seine Tore und Assists, sondern auch sein unbändiger Wille, brachten Strum in diese Situation. Kiteishvili selbst äußerte sich kämpferisch: „Manche Spieler haben nie das Gefühl, um eine Meisterschaft zu spielen – das ist anders – das ist das, wofür wir Fußballspieler werden. Wir als Team werden bis zur letzten Sekunde kämpfen, um den Titel wieder nach Graz zu bringen.“ Fraglich bleibt hingegen der Einsatz von Jon Gorenc Stanković und Arjan Malic. Beide sind angeschlagen, laut Säumel werde erst nach dem Abschlusstraining entschieden, ob ein Einsatz möglich ist: „Die beiden sind Kämpfer.“ Aufseiten des WAC wiegen die Ausfälle schwerer: Sowohl Abwehrchef Dominik Baumgartner als auch der ehemalige Sturm-Spieler Simon Piesinger stehen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung – sie sollen durch Omic und Diabaté ersetzt werden.

Otar Kiteishvili will Sturm zum zweiten Meistertitel führen. | © SturmTifo

Keine Meisterfeier am Hauptplatz aber DonDidi auf der Südautobahn?

Ganz gleich, wie das Spiel ausgeht – eine klassische Meisterfeier am Grazer Hauptplatz wird es heuer nicht geben. Die Stadt hat im Vorfeld entschieden, dass eine mögliche Titelparty unmittelbar nach Abpfiff direkt am Stadionvorplatz der Merkur Arena stattfinden soll. Die offizielle Begründung lautet, dass es einen kurzen Weg und einen Fokus auf alle im Stadion geben soll, aber natürlich sehr bitte für viele Sturm Fans aus der Umgebung, die kein Ticket mehr für das schon seit Wochen ausverkaufte Spiel bekommen haben. Sollte Sturm tatsächlich den Titel holen, könnte es am Vorplatz also schnell laut, eng und schwarz-weiß werden. WAC-Trainer Didi Kühbauer hingegen stellt sich einen möglichen Titel seines Teams ein wenig anders vor: „Wenn wir das wirklich schaffen würden, werden sie auf der Süd-Autobahn einen einfangen müssen. Aber es wird kein Auto so schnell sein.“ Ob er damit sich selbst oder einen möglichen WAC-Anhänger meinte, wir werden es hoffentlich nie herausfinden müssen.

Unabhängig vom Spielausgang wird dieses Jahr nicht am Grazer Hauptplatz gefeiert werden. | © SturmTifo

13 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Einen Erfolg kann die Sturmfamilie schon verbuchen: Feldhofer Ferdl, schwarzweißes Urgestein, schafft mit dem GAK den Klassenerhalt, so wird es 2025/2026 mindestens 2 Stadtderbys geben. Die Lindwurmbuam müssen sich dagegen mit den jungen Stürmern und den Kapfenberger Falken matchen.

  2. django sagt:

    Erfolg für die Sturmfamilie ? Joke ? Feldhofer ist nicht mehr Teil der Sturmfamlie und wird es auch in Zukunft nicht sein , ein schwarzweißes Urgestein setzt sich niemals auf die Trainerbank der Roten 🙁 , Heute 90 min alles Für Sturm

    • ...und wir dahinter sagt:

      Zum Glück hast du nicht zu entscheiden WER zur Sturmfamilie gehört …

  3. Duddy sagt:

    hät’s viel lustiger gfunden wenns gleich wieder abgstiegen wären.

    heute wird gfeiert. heute wird unser angst zum jausengegner. es wird spannend, es wird doch eher knapp aber am Ende wird das Beste team der saison meister und des kommt aus Graz.

  4. Ivaneijew sagt:

    Das schlimmste am heutigen Spiel ist eigentlich, dass es der letzte Ticker von Sturmnetz ist…

    • Mikelangelo sagt:

      Wäre es dir echt lieber, wenn sturmnetz bleibt und dafür Sturm nicht Meister wird? 😉

    • ...und wir dahinter sagt:

      Hab ich da was verpasst?

    • icegue sagt:

      Ich schließe mich der Frage an: Habe ich was verpasst?

    • ...und wir dahinter sagt:

      Wenn Sturmnetz aufhört, wird dann das Sturmforum reaktiviert?

    • Mikelangelo sagt:

      Ich wusste grundsätzlich nicht, dass sturmnetz aufhört. Dachte nur kein Auswärtsspiel mehr

    • Ivaneijew sagt:

      1. Im Ticker vom heutigen Spiel steht, dass es der letzte Ticker sein wird. Mehr Infos hab ich nicht.
      2. Meisterteller gegen Sturmnetz? Ja Sturmnetz. Titel können wie wieder holen, ob es wieder so eine tolle Plattform, tollen Ticker, tolle Menschen gibt die so ein Projekt aufziehen, könnt schwieriger werden…

    • Mikelangelo sagt:

      Also einen sportlichen Titel tausche ich jetzt nicht „so gern“ gegen einen Ticker… aber wsl bin ich da eigen.

      Ja, Titel holt man eh so locker, wie die Milch aus dem Regal. Wäre das so leicht, wären wir auch Rekordmeister und müssten heut nicht zittern

  5. René sagt:

    hallo liebes sturmnetz-team. danke für die tolle arbeit die ihr bis jetzt geleistet habt, aber auch danke für euren zeit- und finanziellen aufwand den ihr auf euch nehmt um uns diese tolle plattform zu ermöglichen! ihr seit top. ich fürchte mich jedoch davor, das ihr nach dem heutigem spiel eure tolle arbeit einstellen werdet. ich hoffe darauf das ihr diese nur etwas zurück „schraubt“ , aber die seite trotzdem am leben erhalten bleibt. auch der ticker wäre in etwas abgeschwächter form, auch wenn er nicht direkt aus den stadien wäre, top! falls ihr wirklich eure ehrenamliche arbeit aufgebt, ich kann mor den zeitaufwand und auch die überflüssigen komentare bzw ebenso die kritik die von wenigen kommt am arsch geht, danke trotzdem für die schönen jahre. leider ist es gerade wegen dieser teilweise nicht fairen komentare besonders schwer. ist verständlich! trotzdem, falls es ein ende sein sollte, vielen dank, ihr seit/wart super und alles gute für die zukunft! auf die schwoazen und hoffentlich ein euch gebührendes geschenk als meister

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