Das Mittelfeld

Saisoncheck 24/25 – Teil 3

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackys liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß! 

Foto: SturmTifo.com

Malick Yalcouyé (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,09/36 Einsätzen)

Völlig verdient erhielt Malick Yalcouyé die beste aller Noten in unserem Gesamtranking. Schnelligkeit, hervorragende Ballbehandlung und Lockerheit – das strahlte der junge Mittelfeldmotor bei jeder Ballberührung aus. Die große Aufgabe als Nachfolger von Alexander Prass beim SK Sturm die Rückennummer 8 auf dem Trikot zu tragen, schien er von Beginn an ohne Furcht anzunehmen. Dank seiner enormen Explosivität konnte er Räume aufreißen, Gegenspieler mitziehen und diese überspielen. Ohne Ball war er ein ausgezeichneter Pressingspieler, der Gegner früh stören konnte. Unvergessen bleiben für ihn persönlich die ersten Auftritte in der Champions League, mit zwei Heimsiegen und dem Man of the Match Award bei der bitteren 0:1-Pleite in Dortmund. „Er ist mutig, offen, will immer den Ball haben und bietet sich ständig an. Auch im Spiel nach vorne bringt er eine unglaubliche Sicherheit und Power mit“, lobte ihn sein Ex-Trainer Christian Ilzer. Die rasanten Entwicklungen versucht der 19-Jährige mit Demut auszugleichen. Erst Anfang 2024 kam er aus Afrika nach Europa und wusste sofort zu überzeugen. Die Auszeichnung zum Newcomer des Jahres in der Bundesliga hat sich Malick Yalcouyé durch beeindruckende Leistungen absolut verdient. Wohin ihn der kometenhafte Aufstieg letztlich bringen wird, steht noch in den Sternen. Viele vermuten aber, dass er in naher Zukunft bei einem ganz großen Klub spielen könnte. Erstmal kehrt er nach der einjährigen Leihe bei Sturm zurück nach Brighton.

Otar Kiteishvili (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,33/42 Einsätzen)

MVP – Most Valuable Player – once again. Zum zweiten Mal in Folge wurde Otar Kiteishvili zum Spieler der Saison in der Admiral Bundesliga gewählt und untermauerte damit noch einmal seine unvergleichliche Qualität. In 32 Bundesliga-Spielen stand er 30 Mal in der Startelf und wurde zweimal eingewechselt. Dabei erzielte er 12 Tore und bereitete weitere fünf Treffer vor. Mit diesen Werten ist er klar der beste Scorer der Mannschaft. Unter anderem traf Kiteishvili in beiden Spielen gegen die Roten, sowie im Saisonfinish in Salzburg und in Linz, wodurch wichtige Punkte im Meisterschaftskampf geholt wurden. Nicht nur offensiv, sondern auch defensiv prägt der Georgier das Sturm-Spiel, geht häufig in unangenehme Zweikämpfe oder hilft mit, neue Spielsituationen von hinten heraus aufzubauen. Geniale Abschlüsse sind oft nur das Ende einer langen Kette, bei welcher der Spielmacher eine zentrale Rolle einnimmt. Der 29-jährige Schlüsselspieler hat zwar noch einen laufenden Vertrag bis 2027, wird aber Gerüchten zufolge aktuell von Klubs aus England umworben. Sollte er den Verein verlassen, kann man es ihm nicht Übel nehmen. Otar Kiteishvili, seit sieben Jahren bei Sturm, hat hier im Kollektiv und als Einzelspieler alles erreicht, was man erreichen kann, und das mehrmals.

Tochi Chukwuani (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,38/36 Einsätzen)

Ebenso wie Malick Yalcouyé und Lovro Zvonarek ist Tochi Chukwuani im vergangenen Sommer zur Mannschaft des SK Sturm gestoßen. Im Gegensatz zu den beiden erstgenannten wurde der Däne mit nigerianischen Wurzeln allerdings fest verpflichtet. Der körperlich robuste Sechser zählte nicht zu den Dauerbrennern in der Startelf, was aber wohl eher der Spielphilosophie geschuldet, und auf sein Pendant im defensiven Mittelfeld Jon Gorenc Stankovič zurückzuführen ist als auf ihn selbst. Im klassischen 4-1-3-2 System, das Jürgen Säumel von Christian Ilzer weitergeführt hat, ist eben nur Platz für einen Sechser. In der Champions League, wo beide Trainer einen defensiveren Ansatz wählten, verzeichnete er sieben Startelfeinsätze. Seine Ruhe am Ball, seine Übersicht und seine Passsicherheit sind Faktoren, die ihn auf lange Sicht zu einem essenziellen Bestandteil des Teams machen könnten.

Jon Gorenc Stankovič (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,56/34 Einsätzen)

Jon Gorenc Stankovič war auch in dieser Spielzeit ein wahrer Fels in der Brandung, ein echter Leader und (Ersatz)Kapitän. Als Bindeglied zwischen Abwehr und Mittelfeld ist er der perfekte Mann, der auch mal mit voller Wucht da hin geht, wo es krachen kann. Dabei bekommt der Slowene nicht selten etwas ab, steht dennoch nach jedem hart geführten Zweikampf sofort wieder auf, läuft, kämpft und beißt für die Mannschaft. Sein Arbeitsethos ist vorbildlich und unvergleichlich. Durch seine Körpergröße von 1,90m ist er auch in der Luft eine Macht. Eine Unterarmverletzung hielt ihn zwischen Ende September und Ende November zwei Monate vom Platz fern, ansonsten führte Stankovič die Mannschaft 23x in der Bundesliga, 4x in der Champions League und 3x im ÖFB-Cup als Kapitän aufs Feld.

Tomi Horvat (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,64/43 Einsätzen)

Je länger die Saison wurde, umso besser fand Tomi Horvat zu seinen Stärken. Am 18. April setzte der Verein ein Statement, indem man sie Leistungen des slowenischen Wirbelwinds mit einer Vertragsverlängerung würdigte. Wie lange das neue Arbeitspapier gültig ist, ist öffentlich nicht bekannt. Mit vier Toren und neun Vorlagen spielte der Linksfuß seine zahlenmäßig stärkste Saison in Graz. Er wurde auch in jedem Bundesligaspiel eingesetzt, wobei seine Startelf-Quote nur bei 72% lag. Er mag nicht der auffälligste Spieler mit der besten Gesamtnote sein, ist und bleibt trotzdem eine wichtige Stütze dieser Mannschaft.

Stefan Hierländer (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,74/23 Einsätzen)

Die Zeit des Kapitäns beim SK Sturm scheint abgelaufen zu sein. Fußballerisch erlebte Stefan Hierländer mit nur 168 Einsatzminuten in allen Wettbewerben seinen Tiefpunkt in schwarz-weiß. Längst haben ihm die jungen, aufstrebenden Talente den Rang abgelaufen. Immerhin ein Jubiläum gab es zu feiern, Hierländer absolvierte sein dreihundertstes Pflichtspiel für Sturm.

Lovro Zvonarek (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,02/22 Einsätzen)

Sturm Graz war für Lovro Zvonarek wohl eine Leihstation zum Vergessen. Vor einem Jahr hatte der junge Kroate im letzten Saisonspiel der deutschen Bundesliga beim FC Bayern debütiert, konnte sich im dicht besetzten Mittelfeld der Schwoazen jedoch nie durchsetzen. Zu Saisonbeginn bekam er von Christian Ilzer noch häufiger Einsatzminuten, unter Jürgen Säumel stand er so gut wie nie im Kader. Ihm bleibt zu wünschen, dass er bei seiner nächsten Station erfolgreicher sein wird.

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