„Ich war Anhänger, ohne darauf zu warten, dass meine Treue mit einem Titel belohnt wird“
Christian Jauk wird am 15. Mai 60 Jahre alt. Grund genug, ein ausführliches Interview zur Lage des Vereins, zum persönlichen Blick auf die Dinge und zu den verschiedenen aktuellen Themen im und um den Verein zu führen. Der Präsident nahm sich für uns – wie so oft in der Vergangenheit – Zeit und stand auch im zehnten Jahr des Bestehens von SturmNetz.at der Plattform Rede und Antwort:
SturmNetz: Im Fußball hat man früher einmal gerne von der Nettospielzeit gesprochen. Wie viele dieser Jahre waren – geschätzt – im Leben des bald längstdienendsten Präsidenten dem SK Sturm gewidmet?
Christian Jauk: Da ich schon vor 51 Jahren – damals noch als Fan – erstmals in das alte Liebenauer Stadion gegangen bin, ist das schwer zu beziffern. Ich sage einmal so: Den Großteil meiner Freizeit habe ich dem SK Sturm gewidmet. Seitdem ich für den Verein als Funktionär tätig bin, meine ich, der Anteil hat sich nahezu auf 100 Prozent erhöht.
Mindestens zwei ihrer Vorgänger (Anm. Charly Temmel, Hannes Kartnig) haben einst offen davon gesprochen, dieses Amt ausgeübt zu haben, um für ihre unternehmerischen Tätigkeiten den eigenen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Darf man davon ausgehen, dass dies bei Ihnen im Jahr 2006 kein Beweggrund war, um bei Sturm ehrenamtlich mitzuarbeiten?
Nein, ganz und gar nicht. Durch meine berufliche Tätigkeit hätte ich Möglichkeiten zur Genüge, Öffentlichkeit zu beanspruchen. Ich habe es als Sturm-Präsident anders angelegt. Natürlich bringt das Amt eines Sturmpräsident einiges an Öffentlichkeit mit sich, aber ich habe versucht, das so gut wie möglich einzuschränken.
Ihr erstes großes Sturm-Idol war der unvergessene Gernot Jurtin, der an Ihrem 11. Geburtstag an der Haustür geläutet hat, um persönlich zu gratulieren. Von da an waren Sie Sturm-Anhänger.
Ein Tag, der für mich prägend war. Gernot wurde von meiner Mutter zum Geburtstags-Abendessen eingeladen. Ich war wahnsinnig fasziniert. Gernot war mein Hero, bei vielen nationalen und internationalen Vereinen heiß begehrt und dementsprechend war meine Sorge groß, er könnte den Verein verlassen. Aber er hat mich beruhigt und gemeint: „Geld ist nicht alles im Leben.“ Er hat dieses familiäre Umfeld bei Sturm immer sehr geschätzt und stets gespürt, wie sehr ihn die Fans hier brauchen. Ein Star zum Anfassen. Dahingehend hat er mich wirklich geprägt. Wenn mich heute wer bittet, jemanden beispielsweise anzurufen, um zum Geburtstag zu gratulieren, dann mache ich das, wenn es mein zeitlicher Rahmen erlaubt. Das habe ich von Gernot übernommen.

Die Gespräche mit Osim waren elektrisierend – Christian Jauk
Ist es mittlerweile einem schwarz-weißen Akteur gelungen, Gernot Jurtin in ihrem persönlichen Beliebtheitsranking auf Platz 1 abzulösen, oder mit dem ehemaligen Stürmer zumindest gleichzuziehen?
Natürlich prägt die Kindheit am stärksten. Und es wäre auch sicher schön gewesen, nur Fan zu bleiben. Im Rahmen des Konkurses wurde ich gebeten Sturm zu helfen und von da an bin ich nicht mehr weg gekommen. Im Zuge meiner Funktionärstätigkeit ergaben sich dann viele Gelegenheiten mit Ivica Osim Vier-Augen-Gespräche zu führen. Osim war natürlich eine Persönlichkeit, die über den Fußball hinaus gewirkt hat. Man konnte sich mit ihm über alles austauschen, die Gespräche waren elektrisierend und ich möchte keine Sekunde davon missen.
Man kann Sie einerseits durchaus auch als emotionalen Fan bezeichnen. Andererseits sollten Sie als Verantwortlicher stets gewissenhaft agieren. Wie schwierig ist es, diesen Spagat zu schaffen?
Jede Funktion, die ich in meinem Leben ausgeübt habe, habe ich mit hoher Leidenschaft verfolgt. Das ist ein Grundpfeiler, um erfolgreich zu sein. Ich denke, das Herz muss trotzdem immer dabei sein. Dadurch kann ich stärker ich selbst bleiben. Das schafft Überzeugungsfähigkeit. Leidenschaft bringt immer ein hohes Maß an Intensität mit sich, trotzdem müssen im Fußball oft rationale Entscheidungen getroffen werden. Dieser Spagat muss gelingen, um den optimalen Rahmen zu schaffen. Emotionalität und Leidenschaft sollten trotzdem immer im Rahmen – der meist auch finanziell abgesteckt ist – bleiben. Das ist die ganz große Kunst.
Sturm fliegt gerade hoch wie nie. Man schreibt Rekordzahlen in fast allen Teilbereichen, steht zudem sportlich knapp vor der Titelverteidigung in der österreichischen Bundesliga. Gäbe es derzeit überhaupt etwas, das der bereits erwähnte Gernot Jurtin – vielleicht da er auch in einer anderen Ära wirkte – zu bemängeln hätte?
Dahingehen möchte ich mich nicht äußern. Nur so viel: Der heutige Zeitgeist ist generell ein kritischer. Viele nehmen Bewertungen vor. Ich überlasse das aber lieber jenen, die dies von Berufswegen machen, oder sich auf sozialen Medien austauschen. Es gibt immer Dinge, die man verbessern könnte und es braucht diesen Hunger, um besser zu werden. Wenn jemand behauptet, alles sollte gleich bleiben, würde das zu Stillstand führen. In Summe haben wir bei Sturm in den letzten Jahren deutlich über unseren Möglichkeiten abgeliefert. Auf das darf man stolz sein. Aber jeder einzelne Fan hat seine eigenen, unterschiedlichen Vorstellungen. Mit dem Leitbild und in diversen Ansprachen versuche ich immer die Werte des Klubs in den Vordergrund zu stellen und die Sturmfamilie zu einen. Aber die Wünsche der Einzelnen differieren eben. Daraus kann immer wieder ein kritisches Bild entstehen und das ist auch gut so. Durch gute, konstruktive Kritik, kann sich ein Verein auch weiterentwickeln.
Apropos Kritik: Von einigen Seiten wurden Sie dafür kritisiert, Michael Parensen den Nachfolger von Christian Ilzer diktiert zu haben. Von Personen, die bei der gegenständlichen Entscheidungsfindung mit Sicherheit nicht dabei waren und daher nicht wissen können, wie es tatsächlich abgelaufen ist. Jetzt, wo man sagen kann, dass diese Personalie alles andere als ein „verschossener Elfer“ war, könnten Sie das ja stolz bestätigen: Jürgen Säumel war einzig und alleine ihre Idee. Der Applaus vom Großteil der Sturmfans wäre Ihnen sicher. Oder lief das doch anders ab?
Sturm Graz ist jeden Tag dafür geeignet, Gerüchte zu produzieren. Manche nehme ich wahr, bei anderen stelle ich auf Durchzug. Und viele haben mit der Realität so gar nichts zu tun. Unsere Kompetenz- und Verantwortungsbereiche sind klar und transparent geregelt. Das Vorschlagsrecht für den Trainer hat stets der Geschäftsführer Sport, der Vorstand verfügt maximal über ein Veto-Recht. Seit ich in der Verantwortung stehe, wurde dies aber noch nie gezogen. Vielleicht rühren diese Gerüchte aus jener Phase, als bei uns der Geschäftsführer Sport und der Cheftrainer weg waren und der Neue noch nicht da. Da gab es die Interimslösung Säumel, die klarerweise ob des Vakuums vom Vorstand bestellt wurde. Ich wollte Jürgen in der Öffentlichkeit den Rücken stärken. Er sollte spüren, dass er unser vollstes Vertrauen hat. Das ist notwendig, wenn jemand zum ersten Mal einen Cheftrainerposten in der Bundesliga übernimmt. Die definitive Entscheidung mit Säumel über die Interimslösung hinaus weiterzumachen, hat einzig und allein Michael Parensen getroffen. Leider müssen wir mit damit leben, dass es in dieser Social-Media-Welt, in der wir leben, sehr einfach ist, eine gewisse Unruhe von außen in den Verein hineinzutragen. Früher hat mich sowas aufgeregt, heute lese ich davon fast gar nichts mehr. Das lenkt zu sehr ab. Man muss fokussiert und konzentriert bleiben.
Waren Sie eigentlich – zumindest kurzzeitig – ein bisserl zwider, als Christian Ilzer Ihnen mitten in der Saison mitgeteilt hat, Sturm Richtung Hoffenheim zu verlassen? Wo Andy Schicker zusätzlich auch noch den halben Mitarbeiterstab nach Sinsheim überstellen ließ?
Man muss klar sagen: Christian Ilzer ist mit einem Team gekommen und dann auch mit einem Team gegangen. Zudem sind ja nicht alle mitgegangen. Einige konnten sehr wohl in Graz gehalten werden. Mittlerweile ist es ja schon fast üblich, dass ein Trainer mit seiner ganzen Truppe kommt und mit der dann auch wieder geht. Natürlich war der Zeitpunkt nicht ideal. Aber welcher Zeitpunkt wäre diesbezüglich schon ideal gewesen? Zudem hängt jeder Wechsel auch davon ab, ob beim neuen Verein die Tür überhaupt aufgeht. Und letztendlich haben wir doch alle gewusst, dass dieser Schritt in eine größere Liga, mit ganz anderen Möglichkeiten, einmal kommen wird.
Ein sehr großer Sturmsympathisant, der unter Garantie auch über ein wenig Einblick ins Innenleben des Klubs verfügt, meinte kürzlich in einem Vieraugengespräch, er sehe die Gefahr, sich finanziell gerade in solchen Erfolgsphasen zu übernehmen größer als noch vor drei, vier Jahren. Können Sie dahingehend beruhigen, dass Sturm in mittelfristiger Zukunft kein zweites 2006 mehr erleben wird?
Ich kann nur die aktuelle Situation bewerten. Was in zehn oder fünfzehn Jahren passiert? Da kann man nie etwas ausschließen. Sturm hatte bei meiner Wahl zum Vizepräsident im Jänner 2007 ein Budget in der Höhe von 5,8 Millionen Euro. Im heurigen Jahr werden wir die 80-Millionen-Grenze überschreiten. Im Fußball gibt es immer wieder Schwankungsbreiten. Ich kann Ihnen aber Eines erzählen: Als wir den neuen Geschäftsführer Sport gesucht haben, hat uns Michael Parensen auch deswegen überzeugt, weil bei ihm das Bewusstsein für die finanzielle Komponente sehr ausgeprägt war. Zudem haben wir auch mit Thomas Tebbich einen wirtschaftlichen Geschäftsführer, der sehr vorsichtig und konservativ budgetiert. Ich sehe eine Gefahr eher dahingehend, dass der Fußball immer in beide Richtungen übertreibt. Bist du sportlich erfolgreich, geht die Spirale in allen Bereichen nach oben. Läuft es nicht, kann man nie ausschließen, dass es auch im Teufelskreis nach unten geht. Daher versuche ich immer, Vieles für die Stabilität der Finanzen zu tun – ein Grund mehr, warum wir so dringend eine bessere Infrastruktur benötigen. Gerade im Bereich Hospitality kann man das eigene Budget am besten vor Krisen absichern. Wir versuchen zudem auch immer eine gewisse Reserve am Konto zu belassen. Sozusagen einen Reservetresor für finanzielle Notzeiten. Den hat es in dieser Form früher nicht gegeben. Das reduziert unsere Risiken wesentlich.

Für die Gruabn haben wir zirka eine Million Euro bekommen, das tut mir heute noch im Herzen weh – Christian Jauk
Wie ist Ihr Tun beim SK Sturm eigentlich noch durch die Erinnerungen an diese Phase, in der es bei Sturm finanziell Spitz auf Knopf stand, beeinflusst?
CJ: Irgendwann habe ich einmal gesagt: „Euphorie darf nicht zum Risikofaktor werden.“ Wir haben heutzutage landauf, landab eine Sturm-Euphorie, die es in dieser Form noch nie gegeben hat, die auch deutlich über jene in den 1990ern zu stellen ist. Wenn ich an diese Konkurszeit im Jahr 2006 zurückdenke, erinnere ich mich an sehr viele einsame Stunden, Nächte, Tage. Fast alle, die zuvor noch als große Sturmunterstützer gegolten haben, waren auf einmal weg. Auch die öffentliche Hand hat sich – ganz im Gegenteil zu dem, was wir heutzutage in Wien erleben, wo Klubs in einem hohen Maße entschuldet werden – sehr bedeckt gehalten. Wir haben damals für die Gruabn zirka eine Million Euro bekommen, das tut mir heute noch im Herzen weh. Damit haben wir gutes Geld dem schlechten nachgeworfen. Geld, das uns das Leben eine Spur verlängert hat. Doch der Konkurs blieb trotzdem unausweichlich. Die Frage ist mehr als berechtigt, denn diese Zeit hat mich gelehrt, wie schnell eine Euphorie schnell ins Gegenteil kippen kann. Generell ist die Erwartungshaltung heute in vielen Belangen viel zu hoch. Vielleicht auch von jenen, die sich gar nicht mehr an diese Zeit erinnern können, weil sie damals noch zu jung dafür waren, oder weniger interessiert. Das sieht man auch an der Stadionthematik. Ich höre immer wieder: „Ihr habt ja so viel Geld eingenommen. Wieso baut ihr kein eigenes Stadion?“ Ich halte das für völlig unrealistisch. Ein Stadion ohne die öffentliche Hand zu bauen, das geht nicht.

Rückschläge transformieren sich im Idealfall in zusätzliche Energie – Christian Jauk
Sah man das auch an den Erwartungshaltungen in Sachen Biereth-Nachfolger?
Da wurde auch geschrieben, wir hätten zu sehr gespart. Ich glaube nicht, dass uns jemals ein Spieler für einen kurzen Zeitraum so viel Geld gekostet hat wie Fally Mayulu. Pech zu haben, gehört auch zum Fußball dazu. Er verletzte sich beim Aufwärmen vor dem ersten Spiel im oberen Play-Off. Dann auch noch Jatta. Doch was ist die Reaktion? Solche Rückschläge transformieren sich im Idealfall in zusätzliche Energie. Das hat man bei Sturm in dieser Saison extrem stark gespürt. Generell sollte man nicht – gerade ob der personellen Abgänge im Herbst – immer mit den höchsten Erwartungen an die Sache rangehen. Rückschläge können und werden immer passieren. Seit ich in der Verantwortung stehe, hat Sturm mehr als die Hälfte aller Titel in unseren 116 Jahren gewonnen. Als Fan musste ich 22 Jahre auf den Ersten warten. Das war für mich aber nicht entscheidend. Ich war Anhänger, ohne darauf zu warten, dass meine Treue mit einem Titel belohnt wird.
Gerade in Sachen Infrastruktur wurde ja nicht gespart.
Es gab bislang noch keine Periode, in der so viel in die Infrastruktur investiert wurde wie aktuell. Ich kann mich noch ein Gespräch mit Ivica Osim erinnern: Ich habe ihn gefragt, wie denn in seiner Zeit trainiert wurde. Er meinte, eigentlich stand genau ein Platz zur Verfügung, aber im Grunde war es nur ein halber. Auf einer Hälfte habe man trainiert, die andere ließ man inzwischen nachwachsen. Dann hat man wieder gewechselt. Trotzdem hat es damals für die Champions League gereicht. Heute ist Messendorf vom Equipment her sehr modern ausgestattet, das hat sicher nicht jeder Verein. Zudem kommt nun unser Jahrhundertprojekt in Puntigam dazu. Das wird ein Quantensprung. Wie Michael Parensen drübergeschaut hat, meinte er, mit diesem Vorhaben sind wir dahingehend infrastrukturell gleich gut aufgestellt wie ein guter, deutscher Bundesligist. Wenn ich mich zurückerinnere an den ersten Millionentransfer in meiner Ära, als Christoph Leitgeb nach Salzburg verkauft wurde: Bereits damals habe ich den gesamten Erlös in Messendorf investiert. Wir investieren dort jedes Jahr zirka eine Million – ohne Unterstützung der öffentlichen Hand. Spätestens im Herbst wird es den Spatenstich in Puntigam geben. Darauf freue ich mich und das macht mich wirklich stolz.
Unlängst galten Sie als Favorit im Rennen um den ÖFB-Chefsessel. Geworden ist es ein anderer. Dürfen Sie uns verraten, wie groß da ihre Ambitionen tatsächlich waren? Warum ist letztendlich nichts daraus geworden und hätten Sie im gegenteiligen Fall ihr Amt bei Sturm wirklich niedergelegt?
Ich habe diese Causa davor nicht kommentiert. Auch danach nicht. Dabei bleibe ich. Ein einziger Satz, der eindeutig ist: Meine Liebe ist Sturm Graz. Ich sitze bereits im ÖFB-Präsidium. Ich wurde vorgeschlagen, ich habe mich dort niemals aufgedrängt. Aber ich habe bisher schon meine Verantwortung wahrgenommen und werde das auch weiterhin tun. Ob jetzt als Vorsitzender des Aufsichtsrates oder als normales Präsidiumsmitglied macht nicht so einen großen Unterschied. Zweifelsohne hätte der Posten eines Vorsitzenden meine Möglichkeiten bei Sturm eingeschränkt. Meine Familie, meine Umgebung, alle sind happy darüber, wie es gekommen ist. Den ersten Wahlgang habe ich ja gewonnen, warum es dann anders kam, dürfen andere interpretieren. Ich glaube aber, das Schicksal hat es gut mit mir gemeint. Generell habe ich danach sehr viel positives Feedback erhalten. Das hat mich in diesem Maße sehr überrascht und gefreut.
Leider muss eine Frage zum Thema Stadion auch sein. Sie haben einmal gesagt: Ihr Ziel als Präsident ist es, dem SK Sturm eine neue Heimat zu geben. Gemeint war damals ein eigenes Stadion. Bleibt dieses Ziel aufrecht oder würden Sie das nach heutigem Ermessen anders formulieren?
Ich würde sagen: Das langfristige Ziel bleibt die Zwei-Stadion-Lösung. Aber die Gegebenheiten in Graz haben uns über die letzten Jahre und mit dem dementsprechenden Gutachten bewiesen, dass es ohne ein UVP-Verfahren nicht gehen würde. Überall anders in Österreich entstanden neue Stadien am alten Standort. Das ist kein Zufall. Solche Verfahren können sich in die Länge ziehen. Da sind zehn Jahre bis zur Umsetzung nichts Außergewöhnliches. Wir brauchen aber für den Europacup die Tauglichkeit. Das heißt, es muss so schnell wie möglich in Liebenau eine Länderspiel-taugliche und Champions-League-reife Arena verfügbar sein. Diese Lösung liegt am Tisch. Da bitte ich aber um Geduld. Dazu wird sich demnächst die Stadt Graz äußern. Ich habe Liebenau immer als Heimat empfunden, viele unserer Fans denken auch so. Dort haben wir die größten Erfolge gefeiert. Dort sind wir in der Nähe der Gruabn, ganz in der Nähe des Augartens. Wir waren immer schon der Klub aus dem Süden von Graz. Im Vordergrund steht aktuell schlicht das Europacup-taugliche Stadion, dafür kämpfe ich. Wenn wir diese infrastrukturellen Maßnahmen in Summe so wie geplant über die Bühne bringen, stehen wir österreichweit, meiner Meinung nach, auch diesbezüglich an der Spitze.

Werte, die diesen Verein ausmachen, sollten noch mehr in den Vordergrund rücken – Christian Jauk
Zum Geburtstag darf man sich ja was wünschen. Was würden Sie dem SK Sturm, seinen Mitarbeitern, seinen Anhängern für die Zukunft wünschen?
Ich wünsche der Sturmfamilie, dass sie die gleiche Freude und die gegenwärtigen schönen Momente auch in Zukunft erleben darf. Und dass diese schönen Momente ein bisschen weniger von den sportlichen Erfolgen abhängen, sondern die Werte, die diesen Verein seit über die 116 Jahren ausmachen, noch mehr in den Vordergrund rücken.
Zum Abschluss bitte ich Sie mir diese ‚Entweder/Oder‘-Fragen zu beantworten:
Urlaub mit der Frau auf den Malediven oder mit Sturm zum CL-Spiel ins neue Camp Nou?
Das ist eindeutig: Mit der Frau ins Camp Nou
Champions League mit elf Legionären oder Europa League mit fünf Eigenbauspielern in der Startelf?
Europa-League mit fünf Eigengewächsen
Neuer Hauptsponsorendeal für 3 Millionen Euro, aber Sponsor im Klubnamen, oder 2 Millionen ohne Sponsor im Klubnamen?
Gott sei Dank haben wir das mit Puntigamer geregelt! Generell wahrscheinlich eher Zweiteres. Prinzipiell sind die Weichen aber bereits gestellt. Bei einem Ausstieg oder einer Nichtverlängerung wird ein etwaiger neuer Namenssponsor nicht mehr im Vereinsnamen aufscheinen.
Serienmeister oder eigenes Stadion?
Serienmeister, weil dann geht sich ein eigenes Stadion aus. Wobei ich betonen möchte: Zwei wäre noch keine Serie!
Kreissl oder Schicker?
Beide.
Ilzer oder Säumel?
Auch beide.
Am 70. Geburtstag am Präsidenten-VIP-Platz oder als Präsident in der Nordkurve?
Ich hoffe, dass es gesundheitlich so ist wie jetzt. Dann in der Nordkurve. Bevor ich Funktionär geworden bin, war ich auch kein einziges Mal in den VIP-Räumlichkeiten.
Herr Präsident, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen weiterhin beste Gesundheit und dass wir gemeinsam mit dem SK Sturm noch viele schöne Momente erleben dürfen.

Tolles Interview, ich mag wie er versucht die Erfolgswelle nicht zu hoch zu reiten – es muss jedem von uns klar sein, das es nicht immer so weitergehen wird/kann – aber geniessen wir den Moment 🙂
btw: „Apropos Kritik: Von einigen Seiten wurden Sie dafür kritisiert, Michael Parensen den Nachfolger von Christian Ilzer diktiert zu haben.“
tausche Michael Parensen gg. Jürgen Säumel oder alternativ Christian Ilzer gg. Andreas Schicker, sonst passt was nicht.
Hr. Jauk, meinen Glückwunsch zum morgigen Geburtstag!
Danke für das Feedback. 🙂
Ich denke, es passt. Immerhin diktiert der Präsident (angeblich) seinem Sportchef, welchen Nachfolger er einsetzen soll.
Spitzen Interview. Ich denke, echte Sturmfans wissen wie gut es das Schicksal mit uns gemeint hat, so einen Weitsichtigen Präsidenten zu haben. Die Dauersuderer gibt’s leider überall. Die nimmt eh keiner ernst. Alles Gute Herr Jauk.
Es ist schon komisch, oder? Mit Gludovac/Houben/Tumani… hat er in der Kritik sämtliche Elfer verschossen. Es ging dann bis zu Maestro, wo nachbessern Rauswurf Jauk an allem Schuld war. Jetzt ist er unser weitsichtiger Präsident. Ich denke, Jauk war immer der gleiche. Nur hat er eben, wie jeder Mensch, viele falsche und viele richtige Entscheidungen getroffen. Man weiß es halt vorher nicht.
Cooler Typ! Hab ihn schon mehrmals in Hütteldorf im Sturmsektor miterlebt. Schwarz vom Scheitel bis zur Sohle. Alles Gute!
Btw., weiß jemand / ist bekannt, wie viele insgesamt nach WIen mitfahren werden? Der Gästesektor mit 2.500 ist ja schon ewig ausverkauft, die angrenzende Sektoren werden auch gut gefüllt sein. Schätze mal auf 3.000-4.000
@Mikelangelo
https://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/oesterreich/bundesliga/sksturm/19679953/mehr-als-5000-sturm-fans-in-huetteldorf-erwartet
Der beste Präsident, den sich Sturm wünschen konnte. Ich hoffe, er bleibt auch noch über die 4. Amtszeit hinaus das „Familienoberhaupt“.
Alles Gute Herr Jauk.
Ohne auf irgendwelche Errungenschaften, Erfolge, Titel oder ähnliches einzugehen, aber Christian Jauk ist in Summe (!) ein absoluter Segen für den Verein. Ohne Osim hätte es nicht die Erfolge der späten 90-er und frühen 0-er Jahre gegeben, ohne Christian Jauk wäre der SK Sturm aber auch nicht da, wo er jetzt steht.
Auch wenn natürlich auch er den einen oder anderen Elfmeter verschossen hat (wer hat das nicht?) und es zweifelsohne noch optimierbare Bereiche im Verein gibt, wünsche ich mir für unseren Verein, dass CJ noch möglichst lange Lust, Energie, Zeit und auch die nötige Gesundheit hat, „mit dem Schwert“ für unseren Verein voranzugehen und die Richtung vorzugeben.
Er hat enorm viel Positives bewirkt und ist für mich persönlich sicherlich der Mr. SK Sturm der letzten 15-20 Jahre. Auch wenn wie schon weiter oben angeführt nicht alles aufgegangen ist, Fehler gemacht wurden, wenn man sachlich-objektiv auf seine Zeit als Präsident blickt, hätte er weit mehr Anerkennung verdient, als er sie von einigen Ewig-Unzufriedenen verwehrt bekommt.
Danke, Christian Jauk, für Deinen unermüdlichen Einsatz für unseren Verein, für Dein Commitment und Dein zutiefst schwarz-weisses Herz. Alles Gute zum 60-er, mögen noch viele Jahre als Präsi der Schwoazn folgen, der ein oder andere Titel, aber vor allem eines: Weiterhin viel Gesundheit und Freude am Spiel und an Deinen Schwoazn!
Alles Gute zum Geburtstag Herr Jauk! Ich bin vor 9 Tagen auch 60 geworden.
Was machen sie so im Oktober? Da hätte ich ein kleines Mädchen, dass jetzt schon mit STURM Schal und Haube zur Schule geht. Vielleicht werde ich mich melden und fragen ob sie Zeit haben. *lach* um ihr zu gratulieren! Sie geht jetzt in die 2. Klasse VS im Sacre Coeur. Ich habe heute auch wieder ein Mädchen mit STURM Kappe dort gesehen. Dürfte 3. oder schon 4. Klasse gehen. Leider sind dort fast keine Buben mit STURM Fan Artikel unterwegs. Herr Jauk, danke für alles was Sie für den SK. STURM getan haben!
PS. Damals unter Baric, glaubte ich schon, dass wir Meister werden. Sollte halt nicht sein. Wir sind damals so oft auswärts gefahren, aber wir haben immer und immer wieder verloren. War die Zeit im alten Liebenauer Stadion und in der Gruabn. Ich kann mich an keinen Auswärtssieg erinnern. Egal, nächstes Match sind wir wieder Auswärts gefahren. Selbst bei den 2 Europacupmatches gegen die 2 Prager Mannschaften (Slavia, dann Sparta) in der Gruabn war kein Sieg drinnen. Leider!
Gab es damals nicht sogar schon den Meistersekt, der dann nie verwendet werden konnte?
Alles Gute zum 60er, Herr Präsident!
Gemeinsam mit Ivica Osim ist Christian Jauk die wichtigste Person für Sturm in den letzten Jahrzehnten. Eine Rettung nach dem Konkurs wäre ohne ihn nicht möglich gewesen.
Ich kann mich Melvinuss nur anschließen: Auch wenn der eine oder andere Elfmeter verschossen wurde, sehe ich weit und breit keinen besseren Präsidenten für Sturm als Christian Jauk.
Wenn wir noch ene Monarchie wären, wäre wohl ein Erzherzog wie der selige Johann Präsident von Sturm Graz. Daher ernenne ich Sie, lieber Herr Präsident, taxfrei zum „Erzherzog Christian“!