Episch: Sturm wirft die Bullen endgültig aus dem Meister-Rodeo
Freitagabend, volles Liebenauer Stadion: Es war alles angerichtet. Aus vier möglichen Titelkandidaten sollten hier und heute nur noch drei übrigbleiben. Denn klar war, bei einer weiteren Niederlage in Graz wäre der Serienmeister definitiv aus dem Rennen. Sturm-Coach Jürgen Säumel schickte die erwartete Startelf auf den Platz, setzte wieder auf die Raute, auch bei Salzburg gab es wenig Überraschendes, der wieder genesene Karim Onisiwo nahm zunächst nur auf der Reservebank Platz, der Grazer Samson Baidoo kehrte nach Gelb-Rot-Sperre zurück. Alle waren bis auf die Haarspitzen gespannt – der Empfang des Mannschaftsbusses etwa eineinhalb Stunden vor dem Anpfiff bereits ein immenses Signal.

Mächtig Dampf von Start weg
Nachdem die Gäste den ersten kleinen psychologischen Erfolg beim Münzwurf für sich verbuchen konnten und Sturm daher ungewohnt bereits in Hälfte eins Richtung Nord anstürmen mussten, war zunächst wenig von zum Siegen verdammten Salzburgern zu merken. Ganz im Gegenteil: In Minute 4 kam Sturm zur ersten Möglichkeit, als Tomi Horvat – bedient von Malick Yalcouyé – vom Sechzehner abzog und bereits ein erstes Mal anklopfte. Kurz danach scheiterte Otar Kiteishvili aus der Distanz an der Zielgenauigkeit und praktisch im Gegenzug Adam Daghim an der Körpergröße von Kjell Scherpen. Nur ganze zehn Minuten bedurfte es, bis beide Teams auf Titelkampf-Temperatur heiß gelaufen waren. Während Sturm klar dem Endzweck alles unterordnete – direkt, vertikal des Gegners Tor anrannte, – hatte es auf Seiten der Gäste fast den Anschein, als wollte man die Kugel ins Tor tragen. Und genau das sollte sich rächen.
Salzburgs Dänen-Trauma wird prolongiert
Es folgte der Auftritt eines Mannes, der wie gemacht scheint für die ganz großen Partien. Und erneut – wie auch bei den letzten beiden Heimsiegen gegen Red Bull – zeichnete somit ein Däne für die ganz große Show hauptverantwortlich: William Bøving. In Minute 18 zog er nach Zuspiel von Lavaleé ab, Terzic fälschte den Ball entscheidend ab, 1:0 – nur 120 Sekunden später spielte Bøving den Ball mit dem Haupt auf Horvat, dessen Schuss wurde abgeblockt, landete aber wieder bei Bøving , der sofort abzog und Liebenau erneut zum Beben brachte. Ekstase. 2:0! Doch die nächste Riesenmöglichkeit gehörte schon wieder den Gästen. Nach einem Stanglpass von Oscar Gloukh kam Vertessen direkt vor Scherpen zum Abschluss, verfehlte aber denkbar knapp.

Es ging nun hin und her: Nene Dorgeles und Oscar Gloukh versuchten es erneut, doch die Abschlüsse kamen allesamt zu zentral aufs Tor. Der starke Gloukh wirbelte weiter mit dem Mute der Verzweiflung. Doch Sturms Hintermannschaft (inklusive dem schier unermüdlichen Kiteishvili) warfen sich rein, erstickten so vieles schon vorab im Keim. Salzburg nun das aktivere Team, Sturm mit der Führung im Rücken abwartend. Es folgte ein weiterer fehlgeschlagener Abschluss durch Baidoo und – weitaus gefährlicher – eine von Scherpen an und für sich harmlose, fallengelassene Flanke, die für Nervenflattern sorgte. Salzburg besser, und die Bullen belohnten sich knapp vor dem Pausenpfiff dann auch. Wieder war es Gloukh, der den Ball ideal auf Dorgeles chippte und dessen Stirn zielgenau traf. Flankengenauigkeit war da entscheidender als Körpergröße. Somit nur noch 2:1 zum Pausenpfiff.
Was für ein Re-Start!!
Unverändert kamen beide Teams zurück aufs Feld, unverändert war auch der Hexenkessel Liebenau. Verändern sollte sich jedoch alsbald der Spielstand: Präse Christian Jauk war von den Halbzeit-Interviews noch gar nicht am angestammten Sitzplatz retour, da plärrte Stadionsprecher Thomas Seidl bereits das dritte Mal ins Stadionmikro. Nach einer Sturm-Ecke konnte Schlager einen Lavaleé-Kopfball noch gerade so entschärfen, doch da scharrte schon ein Hengst mit den Hufen: Gregory Wüthrich stand beim Abpraller goldrichtig und wuchtete die Kugel aus kürzester Distanz in die Maschen. Da Red Bull zunächst nicht in die Gänge kam, wurde es Coach Thomas Letsch zu bunt, er ging all in, brachte mit Edmund Baidoo und Karim Onisiwo zwei weitere Offensivkräfte. Ernst Happel hätte diesen letzten Rettungsanker wohl als „Modus Hollywood“ deklariert.
Ein Spitzenspiel, das auch in Hälfte zwei alles hält
Es sollte auch eine Flanke von genau jenem Onisiwo sein, durch den sich dieser Wechsel rasch als richtig erwies. Emanuel Aiwu machte sein Bein lang, wollte die Hereingabe abfangen – und traf dabei unglücklich ins eigene Tor. Doch die Enttäuschung währte nur kurz, Sturm wieder am Drücker. Kiteishvili verfehlte in Minute 60 mit einem Abschluss aus etwa 18 Metern nur knapp das Tor. Dem Publikum wurde weiterhin keine Verschnaufpause gegönnt. Kurz darauf scheiterte Leon Grgic nach einem Energieanfall über 50 Meter und einem Abschluss Richtung kurzes Eck an Schlager. Bei der daraus resultierenden Ecke hätte Aiwu sein Missgeschick ausbügeln können, köpfte aber übers Gehäuse. Säumel stellte um, brachte Tochi Chukwuani und Emir Karic für Yalcouyé und Horvat. Letsch antwortete mit der Einwechslung von Petar Ratkov.
Zwei Joker stechen wie auf Befehl
Minute 72 im Tollhaus Liebenau. Gerade erst eingewechselt schickte Karic – in überragender Manier seinen einstigen Ersatzbank-Kollegen Chukwuani, auf die Reise. RB-Goalie Schlager zögerte, Sturms Nummer 21 aber nicht. Tochi hob die Kugel gefühlvoll am Goalie vorbei. Tor Nummer 6 an diesem Abend – und Sturm noch immer ohne Karte! Die letzte Viertelstunde war dann ein Auslaufen im dezibel-geschwängerten Liebenau. Amady Camara kam für Grgic in die Partie, zeigte gleich mit viel Speed und einem Gustostückerl auf, Gloukh gab weiterhin keine Ruhe, doch Sturm fing alles ab, schaltete schnell um und versuchte sein Glück nun im Konterspiel.

Für die Schlussphase durften auch noch Capitano Stefan Hierländer und Youngster Jacob Hödl die Tanzschuhe für die große Partie auspacken, die fast 16.000 Besucher tanzten mit, der Meisterwalzer wurde noch nicht angestimmt. Auch wenn so manch Zuschauer beim Abgang nach den minutenlangen Feierlichkeiten sich klammheimlich an ein Stück der White Stars erinnerte, noch ist es nicht sicher. Sicher ist, wir alle wären dann dabei. Tirol und Linz und Salzburg – das alles ist eh schon sicher vorüber. Zicke zacke hoi hoi hoi!!!


Geil Geil Geil…..
top. super weiterentwicklumg von allen. jetzt net deppat werden und alles gut zu ende spielen und wir habens.
Meine Nerven heut! Beim 2-0 schon das 5-0 wieder vor Augen gehabt, beim 2-1 „hoffe, wir spielen zumindest X“. Beim 3-1 wieder Erleichterung, 3-2 „typisch für Aiwu, jetzt geht das Zittern wieder los“, beim 4-2: siehe 3-2.
Heimlicher MotM ist Chuwuani: Verkauf ich den bitte sofort für 20 Mio nach Mailand?^^
Den Typ kannst am Flügel, im Zentrum und offenbar sogar im Sturm einsetzen! Eine Ballbehandlung wie Otar und Horvat zusammen, gefühlt kein verlorener Zweikampf oder Fehlpass.
Hoffe, Lavaleé hat nichts Gröberes. Karic richtig stark, kein Vergleich mehr zu seinen allerersten Einsätzen.
Scherpen 1-2 ungewohnt unsicher, GsD kein Schaden davon getragen. Das 1-2 darfst nie kriegen, da haben wir, wie in der gesamten ersten Hälfte, viel zu passiv verteidigt und erst am 16er begonnen zu „attackieren.
Das war schon in den letzten Spielen so. Für nächste Saison wünsche ich mir 2-3 neue Spieler (1 fertiger Stür-mer, der mit einem Jungen spielt, dann kann Böving wieder auf die 8. Dazu Ersatz für Yalcoué und 1 RV, falls Johnston mal ausfällt – sehe Malic vielleicht doch eher im Zentrum).
Wer Sbg in einer Saison 3 mal schlägt, muss Meister werden. Austria – Rapid ist ein X durchaus möglich, WAC wird BWL wahrscheinlich sogar zerlegen… Wenn nicht, reicht in Hütteldorf ein X. Hätte doch was, dort einen Titel zu feiern. Einer muss es mal tun 😉
Auf ein Endspiel gegen den WAC am letzten Spieltag bin ich nämlich nicht scharf.
Legendärer Abend, jeder der dabei war, Gänsehaut, ich habe Tränen in meinen Augen, man kann es nicht glauben, ein Abend für die Geschichte, wir sind einfach nur stolz auf, Steiermork du kum ma her, schwör, legendär.
Bist du deppat, wir werden Meister, Sektor 13, Gruabn Veteranen, old school, auf die gute alte Zeit, unglaublich wie die Zeit vergeht, diese Erinnerungen und 2025 Meister, es ist so geil, wir sind so stolz auf eich, Andi Schicker und Christian Ilzer, Bauern Buam von der Steiermark, sie wollen mit Fußball Euro Millionäre werden in Hoffenheim, grandios gescheitert, so ist das Leben, se la vie, merke im Fußball geht es nur um die Marie.
Wir werden Meister 2025, jeder ist austauschbar, die einzige Konstante, die Sturm Familie, Mitglieder Verein ohne Sauerein, GAK, Austria und Rapid Wien, LASK, Red Bull eure Sorgen möchten wir nicht haben, Looser, comprende, langsam zum Mitschreiben, wir sind die Besten, la famiglia und halten zusammen, ein Traum.
Tutto gas, wir holen uns den Schas, den Meisterteller nach Graz.
Heimspiel in Hütteldorf, schaun sie bled die Mundls, Wiener, wir san auf den Meistertitel Schorf, Block West ist im Tal der Tränen, genießen wir es, wir werden Meister und hauen uns ein paar Puntigamer in die Venen, es wird so geil werden in Wien, Rapid Wien, die Scheisse aus Wien.
War echt ein schöner Abend. Ich mag Termine am Freitag Abend! Sturm hat toll gespielt. Leider halt schon wieder Aiwu mit Eigentor (das wievielte dieses Jahr?). Mannschaftlich toll. Beim 3:2 als Salzburg drückte dachte ich schon, das wird nix mehr. Dann die Defensivwechsel, 5er Kette, Abwehrschlacht erwartet. Plötzlich kombi der zwei „Joker“ und Tor …alles richtig gemacht!
Samma Schwoaz samma weiss samma Schwoaz samna Graaazzzzer!!!!
Wie heisst der neue Meister?
STURM GRAZ HEISST ER!!!!
Wir werden die Schüssel nach Hause wieder holen ⚽️
Hexenkessel Liebenau! Sturm mit derm für mich besten Spiel in dieser Saison gegen starke Bullen. Spielerisch und kämpferisch stark. Szene des Spiels, die die Einstellung der Mannschaft zeigt: Stankovic spielt am Boden liegend den Ball mit dem Kopf(!) weiter. So dürfen wir vom Titel träumen!!
Korrigiere: Bestes Spiel war das 5-0 gegen Salzburg 😉
Wenn man nur dieses lasche Defensivverhalten ablegen könnte. Gefühlt attakieren wir erst, wenn der Ball auf der Torlinie liegt.
Bevor Aiwu für die letzten beiden Spiele ein zu großer Unsicherheitsfaktor wird, soll Lavalee in die IV und Karic auf Links
Das „beste“ bzw schönste Spiel für nich war das 7:0 gegen Klagenfurt
Da war halt kein Gegner am Feld 😉
Gut, beim 5-0 gegen Salzburg auch nicht, aber RBS ist halt trotzdem was anderes als Klafu
Aiwu hat ein Bärenstarkes Spiel gemacht. Das Eigentor war unglücklich, er kann den Ball da auch nicht einfach durchlassen.
Aiwu geht da immer mit zu viel Risiko hinein. Hat einen Grund warum er immer Eigentore schiesst und Elfer verursacht. Im Spielaufbau und so aber bärenstark
Bin auch der Meinung, dass Aiwu sehr stark gespielt und viele gefährliche Flanken von der Seite entschärft hat. Er ist halt immer für einen Fehler gut, aber ein Spieler, der sein Herz auf dem Platz lässt und so gut zu Sturm passt.
yup, lässt er den Ball durch, schießt halt da RBS spieler dahinter das Tor. aber allgemein a bissl abgeklärter und weniger Risiko würd sicher helfen ihn noch stärker zu machen.
Zu seinem restlichen Spiel kann ich jetzt nicht mehr viel sagem, aber beim Ausgleich haben er und Lavaleé auch nicht gut ausgesehen, als Sie Nene „im Sandwich“ einköpfen ließen.
Stanko am Boden liegend mit dem Kopf den Ball gespielt, das nenn ich mal Kampfgeist^^
Das Ganze zerrt schon massiv am Nervenkostüm.
Wenn ich daran denke, wie angezipft ich nach dem Heimspiel gegen die Austria war, wie spürbar dann das Aufatmen nach dem Auswärtssieg in Linz gewesen ist und wie sehr ich mich jetzt grade wie ein Narischer, ob des gestrigen Heimsieges gegen die Dosen freue, ist das schon ein heftiger Spannungsbogen. Wie gehts da wohl den beteiligten Akteuren?
Ich bin jedenfalls stolz auf diese Mannschaft und wie sie sich gegen alle Widrigkeiten dieser Saison stellt. Da ist gewaltig viel Mentalität und positive Energie drinnen und das ist einfach nur wahnsinnig schön.
Noch ein Wort zum Schiedsrichter bzw. zu deren Aktion Schiedsrichter =Mensch: Wenn die Schiedsrichter ihre ureigenste Aufgabe wahrnehmen, ein Spiel zu LEITEN und nicht sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, dann wären solche Aktionen nicht nötig, Die Schwierigkeiten entstehen durch Selbstdarsteller wie Schüttengruber , Gishammer und Co. Dass der Letztgenannte gestern schon wieder pfeifen durfte, spricht für die mangelnde Bereitschaft der Kommission, auf schlechte Leistungen mit Denkpausen zu reagieren. Dass man die katastrophale Leistung von Gishammer im Austriaspiel mit Opfer-Täter-Umkehr schönreden wollte, unterstreicht deren mangelnde Sensibilität! Schönen Sonntag!