Das Dutzend voll machen! Alle bisherigen 11 „Heimsiege“ gegen RB
Vor etwas mehr als 20 Jahren gab die Firma Red Bull bekannt, dass sie ab sofort die Salzburger Austria zu 100 Prozent übernehmen würde. Nach einer konstituierenden Generalversammlung wurde dann die Umbenennung von „Austria Salzburg“ in „FC Red Bull Salzburg“ sowie die Änderung der Vereinsfarben beschlossen. Ein gravierender Einschnitt im österreichischen Profifußball. Nach anfänglichen Schwierigkeiten lief das Werkl an, 14 von bislang 19 möglichen Meistertitel wanderten seitdem in die Mozartstadt. Trotzdem gelang es dem SK Sturm in dieser Zeit, den (einstigen) Liga-Dominator in Liebenau (präziser gesagt, in einem Heimspiel) elf Mal zu besiegen. Ein Rückblick:
4. März 2006: SK Sturm – RB Salzburg, 4:0

Internes Hickhack, neun Liga-Partien ohne Sieg, finanzielle Schwierigkeiten, nur noch eine Rumpf-Elf am Platz: Die Vorzeichen vor dieser Begegnung waren für den SK Sturm denkbar schlecht. Kein Wunder, dass sich nur noch 5200 zahlende Besucher in Liebenau einfanden. Sturms Kurve bedankte sich vor der Partie bei Trainer Mischa Petrovic für dessen unermüdlichen Einsatz in schwierigen Zeiten, was Manger Heinz Schilcher zu dem Sager „Was bekommt er denn, eine Tapferkeitsmedaille?“ veranlasste. Die hätte es im Spiel dann aber nie gebraucht: Nach einer Superkombination über Rabihou und Salmutter knallte Bojan Filipovic in Minute 29 den Ball aus 18 Metern unter die Latte. Sekunden vor der Pause bediente Nzuzi den durchstartenden Salmutter ideal, kam auch danach noch zu unzähligen Tormöglichkeiten. Salmutter war es auch, der im Finish erneut zwei Mal zuschlug. Jener Salmutter, der nur in die Startelf rutschte, da kurz zuvor Mujiri – der finanziellen Misere geschuldet – verkauft werden musste. Letztendlich hielt Petrovic auch dank dieses Erfolges („Ein Mischa steigt nicht ab“) alle seine Versprechen. Dass es aber auch rund um diese Partie Spielmanipulationsvorwürfe gab (nach einem 4:0-Erfolg!!), setzte dem Trainer massiv zu. Der nie bestätigte Verdacht des Wettbetrugs, verbunden mit demütigenden Hausdurchsuchungen und Anschuldigungen, die sich immer mehr zuspitzende wirtschaftliche Lage bei Sturm, das alles wurde der Sturm-Legende zu viel. Petrovic verabschiedete sich noch im Mai Richtung Kärnten.
23. September 2006: SK Sturm – RB Salzburg, 2:1

Im Herbst 2006 deutete vieles daraufhin, dass der SK Sturm noch in diesem Herbst den Spielbetrieb einstellen wird müssen. Doch Sturms „Junge Wilde“, erstmals mit Leitgeb und Salmutter gemeinsam in der Startelf, zeigten ihr ganzes Potenzial. Nach einem Abschlussversuch von Leitgeb versenkte Rabihou die Kugel im rechten Eck. 385 lange Minuten ohne Torerfolg der Blackies waren damit beendet. Ein Kopfballtreffer von Ernst Dospel nach Leitgeb-Freistoß brachte noch vor der Pause die 2:0-Führung. Erst als zur Halbzeit Janko für Zickler eingewechselt wurde, fanden die Salzburger ins Spiel. Szamotulski patzte bei einem Janko-Schuss aus 20 Metern. Janko war es auch, der kurz vor dem Abpfiff noch die Stange traf. Sturms Serie gegen Salzburg (inklusive dem Vorgängerverein) hielt, die Grazer war nun schon knapp fünf Jahre zuhause gegen die Mozartstädter ungeschlagen.
21. Mai 2009: SK Sturm – RB Salzburg, 2:0

Für einen Qualifikationsplatz in der Europa League war der erste Sieg gegen die Bullen nach fast drei Jahren mehr oder weniger Pflicht. Da es dem bereits feststehenden Meister an diesem Tag an der letzten Konsequenz fehlte, gelang dieses Unterfangen auch. Knapp vor dem Pausenpfiff scheiterte Andi Hölzl noch an dem sich in den Schuss werfenden Sekagya, der Nachschuss des Tirolers passte dann aber. Ein 20-jähriger Fehringer, dessen Wechsel zum FC Kärnten an diesem Tag schon feststand, sorgte in Minuten 95 dann vor ausverkauftem Haus für die Entscheidung: Leo Kaufmann. Ob der Torschussbilanz von 23:11 ein Sieg, der mehr als in Ordnung ging. Den Fans war nun klar: Selbst eine Niederlage mit drei Toren Unterschied beim anschließenden Showdown in Ried würde dadurch für Europa reichen. Letztendlich verlor Sturm im Innviertel mit 2:3 und schloss die Saison punktegleich mit den Riedern (aber mit der besseren Tordifferenz) auf Platz 4 ab.
10. Februar 2010: SK Sturm – RB Salzburg (ÖFB-Cup), 2:0

Franco Foda war mit der Performance einiger seiner Akteure in der Wintervorbereitung überhaupt nicht zufrieden. Als Konsequenz durfte etwa Christian Klem in dieser Partie sein Startelf-Debüt feiern. Und es wurde ein perfekter Einstand. Bei wildem Schneetreiben und vor nur 4500 Zuschauern sorgte dabei ein anderer Debütant für die Entscheidung: Nach Lavric-Elfer in Minute 51 kam „Wikinger“ Roman Kienast in Minute 80 in die Partie und sorgte nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung für die Entscheidung: Der Stürmer sah, dass Salzburg-Keeper Gustafsson auf ihn zustürmte, und lupfte den Ball sehenswert in die Maschen. Beide Seiten waren sich nach dem Spiel aber einig, dass diese Partie (die der völlig losgelöste RB-Coach Huub Stevens in Hälfte zwei nur noch von der Tribüne aus sah) ob der winterlichen Bedingungen niemals hätte angepfiffen werden dürfen.
23. Oktober 2011: SK Sturm – RB Salzburg, 2:1

Im Spiel Meister gegen Vizemeister beendete der SK Sturm die zweieinhalb Jahre andauernde Liga-Negativserie gegen die Bullen. Manuel Weber (25.) und Imre Szabics (28.) leiteten mit einem Doppelschlag den ersten Liga-Sieg der Grazer gegen die Roten Bullen seit 21. Mai 2009 ein. Salzburg wurde erst nach dem Ausschluss von Milan Dudic (77.) gefährlich, doch es gelang nur noch der Anschlusstreffer durch Dusan Svento (84.). Wie im Cup eineinhalb Jahre zuvor traf Roman Kienast gegen den herausstürmenden Gustafsson in Minute 25 die richtige Entscheidung, als er den Torhüter überspielte und ideal zu Weber querlegte, der die Kugel nur noch einschieben musste. Zum zweiten Treffer durch Szabics leistete übrigens der heutige Sturm-Trainer Jürgen Säumel mit einer Maßflanke den Assist.
23. Juli 2016: SK Sturm – RB Salzburg, 3:1

Nach einer ereignisreichen Transferperiode wurde die Euphorie und die hohe Erwartungshaltung im Sommer 2016 ein wenig heruntergeschraubt. Man wollte kleinere Brötchen backen. „Wir sind ein zusammengewürfelter Haufen mit vielen neuen Spielern, das braucht Zeit“, betonte man immer wieder. Nach nicht einmal 20 Minuten und dank Toren von Uros Matic (6. Minute) und Marc Andre Schmerböck (18.) lag man aber bereits zum Auftakt mit 2:0 voran. Mit Deni Alar (39.) traf ein weiterer Neuzugang noch vor der Pause. Die „Bullen“ wirkten müde, fast lethargisch, und in der Defensive anfällig. Auch nach dem Seitenwechsel kontrollierten die frischeren Grazer das Spiel und hatten die besseren Möglichkeiten. Salzburg gelang durch Fredrik Gulbrandsen (82.) noch der Ehrentreffer. Es war die bis dahin höchste Niederlage der Salzburger in der Garcia-Ära. Neben den vielen Debütanten gab an diesem Tag auch eine nunmehrige Ikone seinen Einstand: Stefan Hierländer wurde in Minute 83 eingewechselt und gleich von Salzburgs Upamecano mit gestrecktem Bein am Kopf getroffen, die einzige Gelbe der gesamten Partie.
27. August 2017: SK Sturm – RB Salzburg, 1:0

Während über der Nordkurve eine schwarz-weiße Rauch-Choreo gen Himmel stieg und ein „Verlieren verboten“-Transparent entrollt wurde, fanden sich im offiziell ausverkauften Liebenauer Stadion gezählte 70 RB-Symphatisanten ein und wurden Zeugen des besten Saisonstarts des SK Sturm seit Bestehen der Bundesliga. Sturm vergab zwar Möglichkeiten en masse, doch in Minute 52 war es dann endlich so weit: Sandi Lovric spritzte Caleta-Car beim Spielaufbau dazwischen und spielte die Kugel gleich weiter auf Deni Alar, der eiskalt blieb und souverän einschob. Das ganze Stadion stand jetzt Kopf, Tabellenführung ausgebaut, Gänsehaut bei über 30 Grad inklusive. Nach sechs Runden hielt Sturm bei 18 Punkten.
28. Feber 2021: SK Sturm – RB Salzburg, 2:1

Eine unbespielbare „Beachvolleyball-Grube“ in Liebenau zwang den Verein zum Ausweichen ins Exil, zumindest für zwei Pflichtspiele innerhalb von vier Tagen. Dass es in beiden Spielen gegen denselben Gegner ging, ein weiteres Kuriosum. Bereits nach zehn Minuten versenkte Lukas Jäger eine Jantscher-Ecke, nur zwölf Minuten später bauten die stark ersatzgeschwächten Blackies ihre Führung aus: Amadou Dante hatte Platz zum Flanken, sah den lauernden Ivan Ljubic, dem er den Ball dann auch mustergültig auf dem Kopf servierte und Ljubic köpfte sehenswert ein. Patson Daka verwandelte in der Schlussphase im Duell gegen Tobias Schützenauer einen Elfer, doch zu mehr reichte es für die Bullen an diesem Tag nicht mehr. Im Cup, nur vier Tage später und ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit, unterlagen die Blackies übrigens mit 0:4.
27. April 2022: SK Sturm – RB Salzburg, 2:1

Sturms Generalprobe für das Cup-Finale gegen Rapid nur vier Tage später. Im Duell zweier völlig ungekrempelter Teams trafen für Sturm Lukas Jäger und Jakob Jantscher. Benjamin Sesko erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich. Dank dieses Dreiers fixierten die Grazer bereits frühzeitig den Vizemeistertitel und den damit verbundenen Startplatz in der Champions-League-Qualifikation.
30. Juli 2022: SK Sturm – RB Salzburg, 2:1

Rasmus Højlund spielte sich an diesem Tag endgültig in die Notizbücher der internationalen Scouts. Der Däne war mit seinem Doppelpack für Sturms Dreier hauptverantwortlich. In der 23. Minute konnte Salzburg-Goalie Köhn einen missglückten Rückpass von Bernardo nicht stoppen und der heranrutschende Däne beförderte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor. In Minute 51 startete Højlund einen Bilderbuch-Konter am eigenen Strafraum, schnappte sich nach Zuspiel von Dante noch in der eigenen Hälfte den Ball, ließ Capaldo im Laufduell einfach stehen und schloss einfach überragend in bester Torjägermanier ab. Salzburgs Anschlusstreffer durch Kjaergaard (87.) kam zu spät.
6. Oktober 2024: SK Sturm – RB Salzburg, 5:0
Nach der Højlund-Show nun zum unvergesslichen Biereth-Festival: Innerhalb von 31 Minuten schnürte der Däne gegen staunende Bullen den Triplepack und sorgte für die höchste Niederlage der Salzburger seit 2007. Yalcouyé und Aiwu sorgten für die weiteren Treffer. „Ein Abend, den niemand so schnell vergessen wird“, so Christian Ilzer nach dem Spiel. Hoffentlich bleiben irgendwann ähnliche Erinnerungen an den 9. Mai 2025.


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