Sieg im Osten

TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz (0:2)

Auch in der Bundesliga den ersten Sieg der Saison einzufahren, stand am Samstagabend in Hartberg auf der schwarz-weißen Agenda. Nach den Siegen gegen die Schotten, dem ernüchternden wie unglücklichen Remis in Innsbruck und der verdienten Niederlage in Istanbul galt es in der Oststeiermark, den dennoch einigermaßen geglückten Saisonstart zu prolongieren. Trainer Fabio Ingolitsch ließ wohl mit dem Blick auf eine weitere intensive Woche diesmal Simon Seidl und Emran Soglo vorerst auf der Bank Platz nehmen. Ihre Positionen besetzten Neuzugang Luis Balbo sowie Gizo Mamageishvili. Immer noch rekonvaleszent musste Otar Kiteishvili weiterhin auf der Tribüne sitzen. Auch Markus Schopp stellte auf Seiten der Gastgeber um: Die Oststeirer ließen sich den Schneid in Salzburg zuletzt nur teuer abkaufen. Dennoch blieb Florian Gerstl diesmal nur ein Sitz in der Coachingzone beschieden, Matthias Postl stand gar nicht am Spielbericht. Dafür rückten Angelo Gattermayer und Lukas Spendlhofer in die Startformation vor. Trainersohn und Ex-Blacky Konstantin Schopp sollte wiederrum erneut zu Beginn auflaufen und erstmals gegen seinen Ausbildungsverein spielen.

(c) SturmTifo.com

Schonkost

Der SK Sturm übernahm in dieser Partie zunächst schnell das Kommando, wenngleich eine Hartberger Freistoßfinte Angelo Gattermayer in der 2. Minute plötzlich beinahe allein hinter der Grazer Abwehrreihe auftauchen ließ. Seine Hereingabe konnte zum Glück aus Sicht der Gäste, die anfangs noch zurückhaltend agierten, geklärt werden. In der 10. Minute klopften die Schwoazn dann aber zum ersten Mal bei Hartberg-Schlussmann Armin Pecsi an. Dieser konnte Seedy Jattas Kopfball aus nur kurzer Distanz parieren. Zuvor hatten JP Hödl und Gizo Mamageishvili mit Versuchen aus der Distanz erfolglos ihr Glück versucht. Szymon Wlodarczyk (18.) holte mit einem nächsten Distanzschuss einen Corner heraus, der schließlich eine Gelegenheit für Jeyland Mitchell eröffnete. Auch er brachte den Ball im Fünfmeterraum nicht über die Torlinie. Ebenso erfolglos beendete Marco Hoffmann seinen Sololauf Richtung Daniil Khudiakov. Eigentlich müsste die junge Nummer 22 nach Tobias Kainz‚ schönem Pass in die Spitze auf und davon gewesen sein, aber Mitchell spielte seinen Schnelligkeitstrumpf aus und spitzelte den Ball mit einer sauberen Grätsche von hinten sehenswert weg. Die Hartberger nahmen nach etwas mehr als 20 Minuten nun wieder am Spiel teil, mehr als nur Schonkost war die Begegnung zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht. Ein abgefälschter Schuss bereite Sturms Keeper in der 26. Minute keine Probleme.

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Schreckmoment vor der Pause

Trotz des insgesamt zähen Spielverlaufs, geprägt von Zweikämpfen und Ballverlusten, blieb das schwarz-weiße Herz vor der Pause kurz stehen, denn in der 38. Minute war es ausgerechnet Khudiakov, der den Ball hinter sich aus dem Netz fischen musste. Tobias Kainz hatte Angelo Gattermayer nämlich beinahe wieder mustergültig in Szene gesetzt, der Hartberger war zum Zeitpunkt des Abspiels aber zu weit vorne, weswegen der Linienrichter richtigerweise die Fahne hob. Ein Gegentreffer wäre zu diesem Zeitpunkt besonders bitter gewesen, denn nur eine Minute zuvor hatte Hödl die Grazer Führung am Fuß und lediglich Tormann Pecsi etwas dagegen einzuwenden.

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Sturm mit dem Momentum

Den Auftakt zur zweiten Halbzeit spielte vor allem der SK Sturm sehr druckvoll. Zuerst verfehlte Albert Vallci sein Ziel bei einem Freistoß aus guter Distanz nur knapp (56.), kurz darauf schob dann Wlodarczyk den Ball über die Torlinie (59.). Nach schönem Pass von Hödl war zunächst Jatta gescheitert, der Pole schloss dann treffsicher ab. Jegliche Freude darüber verebbte aber jäh, denn die junge Nummer 43 ließ sich mit ihrem Zuspiel etwas zu viel Zeit, weshalb der Norweger schlussendlich ins Abseits gelaufen war. Nur zehn Minuten später sorgten Emran Soglo, Simon Seidl und Nelson Weiper, die zuvor für Wlodarczyk, Mamageishvili und Balbo ins Spiel gekommen waren, mit ihrer Co-Produktion für die Führung: Einen langen Seitenwechsel nahm die Nummer 18 ballsicher herunter, spielte einen kurzen Pass auf Seidl, der dem spannenlangen Weiper den Ball per Flanke sauber servierte. Die deutsche Leihgabe verwertete schließlich sicher per Kopf. Neuer Schwung durch frische Kräfte und auch ein Ausschluss auf Hartberger Seite (Gelb-rot für Schopp in der 60. Minute) drehten das Spiel nun endgültig in die Richtung, aus der Sturm kam. Soglo scheiterte dann in der 73. Minute auch nur knapp am 2:0. Pecsi stand ihm im Weg.

Entscheidung

In der 81. Minute war der Hartberger Keeper, der sich nicht viel vorzuwerfen hatte, dann aber ein weiteres Mal machtlos. Wieder versenkte Weiper den Ball im Netz, diesmal mit dem Fuß, Doppelpack! Zusammen mit Assistgeber Seidl und Vorbereiter Soglo feierte der frischgebackene Doppeltorschütze die Entscheidung für seine Mannschaft und somit auch den ersten Dreier in dieser Bundesligasaison. Hödl versuchte sich in der 85. Minute noch einmal aus gut 20 Metern, scheiterte aber an Pecsi. Kurz darauf dann Elferalarm im Hartberger Strafraum. Schiedsrichter Julian Weinberger hatte eine Attacke Spendlhofers zunächst als regelwidrig bewertet. Nach Videostudium revidierte er diese Entscheidung jedoch. Axel Kayombo vergab in der Nachspielzeit dann eine weitere Chance auf das 3:0. Die Hartberger hatten ihrerseits bis zum Schluss nichts mehr zum Spiel beizutragen.

Spieldaten

9 Kommentare

  1. fid82 sagt:

    Alles in allem ein etwas glücklicher Sieg!
    Erste Halbzeit war nichts, dann mit roten Karte und 3fach Wechsel ist es für uns gelaufen.
    Soglo bester Mann am Platz, Seidl und Weiper auch stark.
    Dazu noch JGS ,Hödl und Weinhandl.

    Gizo und die 2 Stürmer waren leider nicht gut. Gerade Seedy war oft zu lange am Ball!

    Nächste Woche MUSS wieder gewonnen werden!

  2. Bozo Bazooka sagt:

    Schneller, höher, Weiper!

  3. Schworza99 sagt:

    Erste Halbzeit war offensiv nix. Also vom Tormann bis zum Stürmer hatte man nicht das Gefühl dass das Toreschießen das Ziel ist. Mag beim Khudy ja in Ordnung gehen aber wenn die Stürmer diesselbe Gefahr ausstrahlen wie die österreichische Marine dann haben wir ein Problem.

    Defensiv teilweise noch zu lässig, vor allem Mitchell. Soglo dagegen sehr gut und kein Vergleich zu seinem ersten Jahr. Jon mit der zweiten Luft seiner Karriere, auch gut. Khudy hatte ned viel zu tun also Bewertung schwer möglich. Gizo hatte einen schlechten Tag Seidl dafür einen guten. Wloda und Jatta….bemüht eh, Rest wenig. Eh immer as gleiche.
    Die Hoffnung liegt wohl nun in Weiper. Also das zweite Tor hat er schon abgebrüht gemacht. Hoffe da ist der Knoten nun geplatzt. Mitm Elfer wäre sogar ein Hattrick drin gewesen. Also der Junge muss nun öfters in die Startelf. Wlodar und Jatta kannst eigentlich ned reinstellen die wirken maximal als Ergänzung ab der 60. oder so.

    Ergo: War nicht berühmt aber drei Punkte und ein Stürmer mit zwei Toren. Kann so weitergehen.

  4. Fanatiker sagt:

    Bis zur 60min, war es gestern Mantel des Schweigens angesagt. Mit dem 3-fachtausch, und deren roten Karte, war es „erträglich“ unsere beim kicken zuzusehen.

  5. Strauss sagt:

    Scooter wußte es schon immer. WEIPER! WEIPER!

  6. django sagt:

    reiner Pflichtsieg , TSV Hartberg 9 mill. Marktwert

  7. AndyPI sagt:

    Der Sieg war extrem wichtig, bitte weiter so für die nächsten Runden. Die Leistung überschaubar, aber egal, der Sieg zählt. Heil, Soglo, weinhandl, Hödl wieder sehr stark. Endlich hat Weiper getroffen. Leider dürfte er nicht ganz fit sein. Können wir nur hoffen, dass es nicht allzu lange dauert bis er bei 100 Prozent ist. Wenn dann Kite noch fit ist, dann können wir uns auf tolle Spiele und Siege freuen. Gegen Fener müssen wir sehr aufpassen, dass die uns nicht ein schnelles Tor machen. Je länger wir die Null halten umso besser ist es. Wenn wir auch noch eins zu Null in Führung geben, dann kann alles passieren.

  8. icegue sagt:

    Ein ungefährdeter Auswärtssieg, das ist schon mal wichtig.

    Die ersten 60 Minuten waren jedoch so dermaßen dürftig, dass man nicht zur Tagesordnung übergehen kann. Mein Fazit lautet nämlich: Es ist grob fahrlässig, nur mit Weiper im Sturm in die Saison zu gehen und darauf zu hoffen, dass
    * Grgic nach fast 1 Jahr Verletzungspause gleich wieder netzen wird;
    * Beganovic der erhoffte Scorer wird;
    * Jatta nur dieses „eine“ Tor braucht, um endlich zu explodieren.

  9. AndyPI sagt:

    Detail am Rande, mit dem WAC wird heuer wieder zu rechnen sein. Sind zwar erst zwei Runden aber trotzdem. Vrioni trifft auch wieder. Habe nach der Verpflichtung des WAC geschrieben, wieso wir ihn nicht holen. Damals schrieb ein User, wer weiß ob der nochmals so trifft. Das Tore schießen hat er scheinbar nicht verlernt. Schade

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