Neue Saison, neues Glück!
Mit Respektabstand nach oben und unten beendeten die SK Sturm Graz Frauen die vergangene Saison 2025/26 in der Bundesliga auf dem dritten Platz. Die Tabellenplatzierung entsprach dem Leistungsniveau des Kaders und auch den Budget- und Markwert-Tabellen im Ligavergleich. Der Abstand zu SKN St. Pölten konnte etwas verringert werden, dafür ist der neue Ligakrösus Austria Wien etwas entkommen. Hinter dem SK Sturm drängten Teams wie Red Bull Salzburg und Altach nach, hatten am Ende dann aber keine Möglichkeit, Sturm ernsthaft zu gefährden. Im neuen Jahr gibt es einige Kader-Veränderungen und doch dürften viele Parameter vergleichbar mit der Vorsaison sein.

The Class of 2025/26 (c) Marie Allmer
Rapid hat den Frauenfußball entdeckt
Neu in der Liga ist Aufsteiger SK Rapid Wien, was ein deutliches Zuschauerplus erwarten lässt. Rivalitäten im Fußball der Frauen sehen etwas anders aus als bei den Männern und sind nicht vergleichbar, dennoch dürften die Duelle mit den Hütteldorferinnen ein wenig Würze in den Liga-Alltag bringen. Klare Abstiegskandidatinnen sind die Frauen aus der Spielvereinigung Südburgenland/Hartberg, die ersten Anwärterinnen auf den Meistertitel sind die Titelverteidigerinnen der Wiener Austria. Budget, Marktwert und Leistungsniveau dürfen die Frauen des SK Sturm Graz wieder mit dem dritten Platz spekulieren lassen. Die sportlichen Verantwortlichen werden die Meistergruppe und einen europäischen Startplatz wieder als Ziel ausrufen und versuchen, im ÖFB-Cup so weit wie möglich – im Idealfall endlich bis ins Finale – zu kommen. Zudem wird die Kooperation mit dem LUV Graz weiter vertieft werden.

Nina Wippel – Kooperationsspielerin vom LUV Graz – wurde bei ihrem Debüt gefeiert. (c) Sturmtifo Basti Neugebauer
Kontinuität an der Seitenlinie, Fluktuation am Platz
Beim Personal hat sich abseits des Platzes nicht viel getan. Der Leiter der Frauenabteilung, Michael Erlitz, setzt auf Kontinuität im TrainerInnenstab. Tode Djaković bleibt auch 2026/27 der Cheftrainer, nachdem er das sportliche Potenzial gemeinsam mit dem Team in der vergangenen Saison abrufen konnte. Geschätzt wird Djaković für seine respektvolle Ansprache, sein taktisches Know-how und die Spielvorbereitung. Geschätzt werden bei den SK Sturm Frauen auch die Spielerinnen von der sportlichen Leitung. So gab es beim letzten Heimspiel der vergangenen Saison die offizielle Verabschiedung einiger verdienter Spielerinnen und besonders bewegte Momente beim Farewell an Anna Wirnsberger, die sich ab sofort im Ruhrgebiet bei der SGS Essen versuchen wird.

Anna Wirnsberger spielt nun leider in Essen. (c) Marie Allmer
Eine Lücke im Sturm hinterlässt der Abgang von Sandra Jakobsen, die von der Wiener Austria abgeworben wurde. Ähnlich wie im Jahr davor Modesta Uka muss damit erneut eine der talentiertesten Offensiv-Spielerinnen der Liga ersetzt werden. Michael Erlitz reagierte in diesem Transferfenster mit überraschend vielen Transfers, die erfahrenere Spielerinnen betrafen. Prominenteste Neue ist wohl die Ungarin Lilla Sipos, die von Nachzügler Südburgenland/Hartberg verpflichtet wurde. Die 34-jährige Angreiferin erzielte in der Vorsaison in 21 Spielen 15 Treffer und soll am besten genau damit auch beim SK Sturm Graz weitermachen. Zusammen mit Zala Kuštrin (26), Laura Krumböck (28) und der ebenfalls neu verpflichteten Ungarin Brigitta Pulins (26) hat Sturm nun einen erfahreneren Angriff als in den Vorjahren.

Laura Krumböck geht in ihre erste voll Saison seit der Knieverletzung. (c) Sturmtifo, Basti Neugebauer
Nicht nur an vorderster Front hat sich der SK Sturm Graz verstärkt. Neben der langjährigen SK Sturm-Spielerin Vanessa Gritzner und LUV-Kooperationsspielerin Mia Richter stoßen nun die starken Torfrauen Sarah-Lisa Dübel (28) und Kristin Krammer (24) zu den Schwoazen. Letztgenannte machen sich wohl das Einser-Leiberl aus. Die Nummer wird den Rücken von Sarah-Lisa Dübel zieren. Besonders auf Kristin Krammer darf man gespannt sein, galt sie doch lange als Talent, wurde jedoch in Nürnberg (auch wegen einer Meniskusverletzung) nicht richtig glücklich. Wer auch immer am Ende die meisten Spielminuten im Tor bekommen wird: in engen Partien gegen stärkere Gegnerinnen wird die Torfrau wohl die Schlüsselspielerin des SK Sturm Graz sein.

In Bad Schwanberg wurde Mitte Juli das Trainingslager abgehalten (c) Sturmtifo, Basti Neugebauer
Die Philosophie, junge Spielerinnen selbst auszubilden und im Idealfall im Erwachsenenbereich vertraglich zu binden, damit man auch Ablösen lukrieren kann (Ausbildungsentschädigungen gibt es im Frauenfußball europaweit traurigerweise noch immer nicht), und diese mit erfahreneren Spielerinnen vom Transfermarkt zu kombinieren, wird also konsequent weiterverfolgt. Die Fluktuation im Kader der Schwoazen hat durch den jährlichen Aderlass an Talenten jedoch weiter Bestand. Dies aufzufangen wird die große Aufgabe des BetreuerInnenteams sein. Gelingt wieder zwei, drei jungen Spielerinnen der sportliche Durchbruch und halten die Neuverpflichtungen das, was sie versprechen, dann steht einer erfolgreichen Saison nichts im Weg.

Töpferkurs als Teambuilding-Maßnahme (c) Sturmtifo, Basti Neugebauer
Saisonstart am 1. August in Messendorf
Gut war die Stimmung jedenfalls im Trainingslager in Bad Schwanberg Mitte Juli. Dort gab es taktische Trainings, Fitness-Einheiten, aber auch eine präventive Fortbildung zum Thema Spielmanipulation sowie eine Teambuilding-Maßnahme – ein Töpferkurs. Das Team wirkt gewappnet wie eh und je, die ganze Abteilung scheint positiv an einem Strang zu ziehen und so steht der neuen Saison nichts im Weg.
Das erste Meisterschaftsspiel absolviert der SK Sturm Graz am morgigen 1. August um 14:30 Uhr im Trainingszentrum Messendorf gegen den SCR Altach. Sturm-Fans: lasst euch diesen Saison-Auftakt nicht entgehen und unterstützt die SK Sturm Frauen. In den ÖFB-Cup startet der SK Sturm erst im September. Auch der Europa Cup wird erst Ende August gestartet – die Auslosung hierzu erfolgt am 11. August. Unser Sturmnetz-Interview mit Michael Erlitz ist passenderweise am 12. August angesetzt.

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