Last-Minute-Treffer zum Heimsieg

Spielbericht: SK Sturm Frauen 2:1 (0:1) FC Gintra

Die SK Sturm Graz Frauen haben ihr Auftaktspiel in der Qualifikation zum UEFA Europa Cup gegen Gintra aus Litauen mit 2:1 gewonnen, mussten dabei jedoch einen schwierigen Start überstehen.

Die Startelf der SK Sturm Frauen gegen Gintra (c) Sturmtifo

Nervosität und schwacher Beginn

Die Grazerinnen wirkten in den ersten Minuten unsicher und produzierten mehrere Ballverluste im eigenen Drittel, wodurch die Litauer Gästinnen früh zu gefährlichen Aktionen kam. Torhüterin Dübel hielt das Tor sauber, obwohl ein grober Defensiv-Fehler in der Anfangsphase beinahe zum 0:1 geführt hätte. Erst nach rund zehn Minuten fand Sturm besser ins Spiel: Über die rechte Seite sorgte Schlüsselneuzugang Lilla Sipos mit Tempo und präzisen Flanken für Entlastung, und Laura Krumböck sowie Kapitänin Sophie Maierhofer kamen zu ersten Abschlüssen. Obwohl Sturm aufkam, fiel das Tor genau in dieser Phase auf der Gegenseite: In der 20. Minute versenkte Gintras Angreiferin Pereviznyk einen Distanzschuss zum 0:1. Dübel war chancenlos. Sturm blieb bemüht, doch der Treffer hatte Wirkung gezeigt. Es fehlte an Präzision und Durchschlagskraft, sodass die litauischen Rekordmeisterinnen mit einer knappen Führung in die Pause gingen.

Im ersten Durchgang fiel das Gegentor just, als Sturm Zugriff bekam. (c) Sturmtifo

Sturm stärker und mit Ausgleich nach der Pause

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Sturm wie verwandelt, Tode Djaković musste die richtigen Worte gefunden haben. Die Grazerinnen übernahmen sofort die Kontrolle, drückten Gintra tief in deren Hälfte und erspielten sich ein klares Chancenplus. Brigitta Pulins, Krumböck und Maierhofer kamen zu mehreren guten Möglichkeiten, doch entweder blockte die litauische Defensive oder Torfrau Herasymchuk parierte stark. Gintra blieb nur noch durch Konter gefährlich, etwa über Mikutaite und die eingewechselte Kubiliūtė, doch die Sturm‑Abwehr um Spiess, Großgasteiger und Riedler stand nun deutlich stabiler und selbstbewusster. Das schienen auch die 1.044 Zuschauerinnen und Zuschauer zu spüren, die mitgerissen von der Leistungssteigerung den Ausgleich forderten.

Das Publikum ließ sich in der zweiten Hälfte mitreißen. (c) Sturmtifo

In der 81. Minute war es soweit: Lena Breznik aus dem eigenen Nachwuchs fasste sich aus der Distanz ein Herz und versenkte den Ball sehenswert zum hochverdienten 1:1. Die Schwoaz’n, die in weiß aufliefen, bekamen durch den Treffer noch mehr Rückenwind. Sturm schnürte die Gegnerinnen in deren Strafraum ein und brachte Gintra so zunehmend ins Wanken.

Marie Spiess war in der zweiten Hälfte ein Turm auf der rechten Seite. (c) Sturmtifo

Harte Arbeit, ehrlicher Lohn

Die Schlussphase hielt kaum jemanden auf deren Sitzen. Das Publikum wurde immer lauter. Die Gäste verteidigten hektisch, verloren die Ordnung und konnten sich kaum mehr befreien, während Sturm geduldig und variabel über die Flügel agierte. Besonders die immer starke Sipos mit der 77, deren scharfe Hereingaben immer wieder für Gefahr sorgten, wusste zu überzeugen. Sturm investierte alles, um das Spiel zu ziehen.

Laura Krumböck und Co investierten viel – und wurden belohnt. (c) Sturmtifo

In der Nachspielzeit fiel schließlich der vielumjubelte Siegtreffer: Nach einer präzise getretenen Ecke war es erneut Breznik in einer unübersichtlichen Situation, die einen kühlen Kopf bewahrte und den Ball mit der Birne über die Linie schädelte. Ekstase! Eine weitere Chance tief in der Nachspielzeit hätte für klarere Verhältnisse gesorgt, doch wurde leider von Pulins vergeben.

Lena Brezniks Doppelpack hinein ins Glück (c) Sturmtifo

Sturm zeigte nach einer schwierigen ersten Halbzeit eine beeindruckende Reaktion, dominierte den zweiten Durchgang klar und feierte einen Sieg, der spielerisch wie kämpferisch überzeugte und den Traum vom Europacup‑Aufstieg weiterleben lässt. Jene 1.044 Leute, die ins Stadion kamen, gingen bestens gelaunt nach Hause in der Hoffnung, eine baldige Wiederholung der Frauen in Liebenau zu erleben.

Spielerin des Spiels Lena Breznik im ORF-Interview. (c) Sturmtifo

Fröhliche, gelöste Stimmung bei Susanne Gorny und Michael Erlitz (c) Sturmtifo

Die Belohnung: Feier mit den Fans (c) Sturmtifo

Schnappschuss zum Schluss: Das Siegerinnenfoto (c) Sturmtifo

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