Der wahre Man Of The Match

Flashback: SK Sturm Graz vs. SCR Altach (1:0)

Der SK Sturm hatte vor eigenem Publikum in der dritten Runde der Bundesliga gegen den SCR Altach sehr damit zu kämpfen, das Spiel zu gestalten. Überraschend starken Vorarlbergern gehörten die ersten 30 Minuten vollständig, sie hatten dementsprechend auch die weitaus besseren Chancen in der ersten Spielhälfte: Allein Ousmane Diawara und Patrick Greil ließen Sitzer aus, die eigentlich zu einem vielleicht vorentscheidenden Pausenstand hätten führen müssen. Den Hausherren merkte man die vier englischen Wochen zum Saisonstart an. Viele Fehlpässe ließen ihr Spiel nicht nur stocken, sondern phasenweise komplett ausfallen. Rutschte der Vorwärtsgang einmal nicht komplett durch und brachte man den Ball in die Nähe des gegnerischen Strafraums, fehlten entweder Zug zum Tor oder wenigstens einigermaßen gefährliche Abschlüsse. In der ersten halben Stunde sollten ein Distanzschuss Gorenc Stankovićs sowie ein Kopfball Hödls die einzig nennenswerten Abschlüsse bleiben, die aber auch ohne Einwirken des gegnerischen Tormanns keinen Erfolg gebracht hätten.

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Wem gehört die Match-Krone wirklich?

Sturms Schlussmann hatte da schon mehr Einfluss auf das Spiel, denn was an Altacher Abschlüssen auch nur zu halten war, hielt Daniil Khudyakov auch. Mit seinen Paraden legte er dem SK Sturm in dieser schwierigen Phase des Spiels den Grundstein für den Arbeitssieg, den Seedy Jatta in Halbzeit zwei schließlich endgültig fixieren sollte. Obwohl der Norweger von den 14715 Leuten im Stadion zum Man Of The Match gekürt wurde, müsste dieser Titel dem gehören. Er wird gerade, das zeigt sich mit Fortdauer der noch jungen Saison, zu jenem sicheren Rückhalt, den wir uns für unsere Schwoazn gewünscht haben. Die Ruhe, die er trotz seines jungen Alters ausstrahlt, lässt vermutlich auch arrivierte Spieler zwischendurch schon erleichtert aufatmen. Das ist eine Qualität, die in schwierigen „Schnittpartien“, wie auch Trainer Fabio Ingolitsch die Begegnung mit dem SCR Altach nach dem Spiel nannte, von ungemeinem Wert sein kann und wird.

(c) SturmTifo.com – Khudyakhov rettete den SK Sturm in den ersten 30 Minuten mehrfach.

Der „Switch im Momentum“

Die 31. Minute sollte am Samstagabend für den SK Sturm zum „Moment des Erwachens“ werden: J. P. Hödl feuerte mit seinem Kopfball in Richtung des Altacher Tors den Startschuss für das ab, was dann in der zweiten Halbzeit kommen sollte. Lag es vielleicht daran, dass die Vorarlberger ihr Pulver nach einer halben Stunde verschossen hatten oder dass der SK Sturm tatsächlich seine Kraftreserven nach den vergangenen intensiven Wochen endlich anzapfen konnte – die Hausherren übernahmen die Kontrolle. Auch der zuvor noch eher wenig eindrucksvoll agierende Nelson Weiper konnte sich kurz vor der Pause nach Jürgen Heils Vorarbeit erstmals gefährlich zeigen. Sowohl er als auch Axel Kayombo waren in den ersten 30 Minuten nicht gerade zu beneiden. Allein schon mangels brauchbaren Spielaufbaus des SK Sturm blieben sie lange Zeit beinahe komplett farblos – besonders Kayombo, der gar nicht aufzufallen vermochte. Beide sollten in der 57. Minute durch frische Kräfte – Szymon Wlodarczyk und Seedy Jatta – ersetzt werden und wie schon in Hartberg waren es genau diese Impulse von der Bank, die das Spiel endgültig zu Gunsten der Schwarz-weißen drehen sollten.

(c) SturmTifo.com – Seedy Jatta reibt sich für den Erfolg auf.

Jatta darf endlich jubeln

Schon in der 69. Minute zappelte der Ball im Tor der Vorarlberger, nachdem Seedy Jatta ihn nach einem Corner per Kopf genau dorthin befördert hatte. Leider, wie später durch den VAR auch bestätigt wurde, hatte Luca Weinhandl Keeper Stojanović in dieser Situation regelwidrig zu Fall gebracht, weshalb der Treffer letzten Endes nicht zählte. Wenig später (78. Minute) sollte Sturms Nummer 20 dann aber ungestört jubeln dürfen, wieder nach einem Eckball und wieder „dank seines Köpfchens“. Vielleicht geht dem jungen Norweger der Knopf noch auf. Auf dem Feld tut er sichtlich alles für den Erfolg seines Klubs: Er lässtsein Haupt trotz der Schwierigkeiten, die er beim SK Sturm auf seinem Weg bisher zu überwinden hatte, nicht hängen. Er agiert mannschaftsdienlich, bindet oft zwei bis drei Gegenspieler an sich, ehe er den Ball weitergibt. Er läuft unermüdlich und ist sich natürlich auch für ordentliche Defensivarbeit nicht zu schade. Beinahe hätte er an diesem Abend sogar seinen Doppelpack geschnürt, als er in der 81. Minute an Stojanovic scheiterte. Ihm in diesem Meinungsartikel den Titel des Man Of The Match abzusprechen, schmerzt angesichts seiner Leistung sowie seiner Vorgeschichte, aber hätte Khudyakov sein Tor in der ersten halben Stunde unter den gegebenen Umständen, also einer Art beinahe ungebremstem Altacher Sturmlauf, nicht so sicher sauber gehalten, gäbe es keinen Arbeitssieg zu feiern.

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by SturmTifo.com

1 Kommentar

  1. Wenn wir hier stehen sagt:

    Dem kann ich mich zu 100% anschließen. Khudyakov ist der Mann des Spiels, wobei ich mich extrem für Jatta freue. Die unnötigen und unwürdigen Pfiffe gegen ihn, das bashing quer durch alle Foren. Es war zum Schämen, und wird wohl noch nicht ganz vorbei sein. Ich hoffe aber, dass der Tag nun bald kommt, an dem die Hater zu Fans werden!

    Auch wenns noch einiges zu perfektionieren gibt, sieht das Spiel des SK Sturm aktuell vielversprechend aus. Jedes Spiel sehe ich neue Kombinationen die eben noch nicht ganz greifen, aber man sehr klar erkennen kann, wie gespielt werden soll. Außerdem wird variabel attackiert, es gibt nicht nur den einen schmäh, den man immer und immer wieder probiert. Auch die Standards sind wieder stärker (bis auf die Versuche auf die erste Stange).

    Wenn Kite wieder fit wird, ist sogar noch mehr Dynamik drin. Ich kann mir vorstellen, dass es dann sogar über die Ligaphase der Europa League hinaus geht. Träumen darf man ja, und unmöglich ist es definitiv nicht.

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