Ein Trip in das lokale Sommerdomizil Englands
Zum ersten Mal seit unserem Restart war SturmNetz wieder international mit von der Partie! Es wäre ja fatal gewesen, wenn Sturm nun endlich die von vielen Fans gewünschten Gegner von der Insel zugelost bekommt und wir wären weder in Glasgow, Edinburgh noch in Bournemouth vor Ort gewesen. Freilich hätte es wahrscheinlich bessere Orte für ein Gastspiel im Großraum Londons gegeben – vor allem was die Stadionkapazität betrifft. Somit war es nicht verwunderlich, dass die 632 Tickets für den Gästeblock im Nu ausverkauft waren und auch die Plätze sich im Mannschaftsflieger schnell auffüllten. Man gelangt aber auch auf eigene Faust relativ kostengünstig und einfach von der schwarz-weißen Landeshauptstadt via London an die Südküste Englands. Wissentlich, dass sich das Abschlusstraining sowie die Abschluss-PK nicht ausgehen wird, betrat man am frühen Mittwoch Nachmittag, zusammen mit etlichen weiteren Schwoazen, den Flieger von Graz nach München, von wo aus es zunächst in die englische Hauptstadt ging. Als Biergenießer könnte der Unterschied zwischen dem Müchner Flughafen und Heathrow kaum größer sein. Wird man zunächst quasi an jeder Ecke an das Hopfengetränk erinnert, sitzt man rund um die Central Bus Station im Trockenen bzw. gab man sich mit mittelmäßigem Kaffee zufrieden.
Nach zweistündiger Fahrt mit dem Fernbus war dann die Südküste Englands erreicht. Obwohl es da bereits nach 22 Uhr war, war es noch immer angenehm warm und so stürzte man sich nach kurzem Check-In im Hotel noch ins Nachtleben von Bournemouth, wo selbst an einem Mittwoch Abend bereits reges Getümmel herrschte und so ein wenig an längst vergangene Grazer Univiertelzeiten erinnerte. Im Pub „The George Tapps“ versammelten sich die meisten Sturmfans und feierten zu altbekannten Kurvenhits – die der DJ wohlwollend kredenzte – bis spät in die Nacht hinein.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück direkt an den Strand. An einem Vormittag, unter der Woche, bei eher mäßigem Wetter, wirkte die endlos lange Promenade teils fast wie ausgestorben. In den Sommermonaten gilt die Stadt aber als eine der beliebtesten Stranddestinationen der Südküste. Und hätte man eine Badehose dabei gehabt, wäre eine kleine Schwimmrunde auch jetzt noch möglich gewesen. Und man wäre auch nicht die einzige Person im Wasser gewesen. Pulchritudo et salubritas, zu Deutsch „Schönheit und Gesundheit“ lautet ein offizielles Stadtmotto, was auf den schönen Strand und den früheren Kurbetrieb sowie vom damaligen offiziellen Tourismusslogan her kommt. So wurde dann am frühen Nachmittag mit Blick auf den schönen Boscombe Pier eine Mittagspause mit Sandwich, Salat und Bier zur Stärkung auf den langsam näher rückenden Spielbeginn.

Am Weg vom Boscombe Pier zum Bournemouth Pier kam dann auch noch die Sonne etwas zum Vorschein und inzwischen war schon deutlich mehr Betrieb an der Strandpromenade. Auch wurden mehr und mehr Grazer Awayfans gesichtet, die einerseits Sightseeing betrieben oder andererseits sich in den zahlreichen Bars und Restaurants auf den Abend einstimmten. Nach einer Runde durch die Parkanlage „Lower Gardens“ und den zentralen Stadtteil „Town Center“ wurde das Hotelzimmer angesteuert, um alles für das bevorstehende Spiel zurechtzurichten.

Die mitgereisten Fans versammelten sich abermals im „George Tapps“, wovon es über die Christchurch Road per etwa 45-Minütigem Corteo zum Stadion ging. Beeindruckt von der Stimmung säumten zahlreiche Anwohner:innen die Gehsteige. Am kleinen aber schmucken Spielort angekommen, ging es nach dem Akkreditierungs-Check-In sogleich zum zugewiesenen Medienarbeitsplatz. Man muss hier anmerken, dass die Organisation vor Ort hervorragend funktionierte. Zwar wussten manche Ansprechpersonen manchmal nicht so recht, wohin sie einen schicken sollen, jedoch lief alles äußerst freundlich und zuvorkommen ab. Generell fühlte man sich in der gesamten Stadt als sehr gern gesehener Gast. Über das Spiel wollen wir hier keine Worte verlieren und verweisen wie immer auf den Spielbericht. Nachdem zunächst in der Mixed Zone den mahnenden Worten von Christian Jauk gelauscht wurde, ging es zur Pressekonferenz, wo Fabio Ingolitsch das Spiel resümierte. Zurück in die Innenstadt wurde dann der Bus einem weiteren Spaziergang vorgezogen.

Mit den Kolleg:innen von Radio Helsinki wurde dann bei einem köstlichen IPA im gemütlichen Pub „The Moon in the Square“ noch das Spiel analysiert. Ein langer Tag endete dann beinahe damit, nicht mehr ins Hotel zu kommen, da vermutlich der Nachtdienst tief und fest schlief und somit 15 Minuten nicht auf die Glocke reagierte. Sichtlich verschlafen wurde dann doch das Portal geöffnet, woraufhin man müde ins Bett fiel und bei beim Einschlafen dem einsetzenden Regen lauschen konnte. An diesem Punkt endet dieser Reisebericht und es soll natürlich nicht der letzte dieser Art gewesen sein. Deshalb möchten wir noch einmal auf die Möglichkeit für Spenden erinnern. Aktuell finanzieren wir unsere Fahrten weitestgehend aus der eigenen Tasche. Die allseitigen Preissteigerungen treffen in gewissem Maße natürlich auch uns. Wie ihr uns finanziell unterstützen könnt, findet ihr hier: https://www.sturmnetz.at/sturmnetz-unterstuetzen/


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