Diakité mit Doppelpack: Sturm siegt in Favoriten

Spielbericht: FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz (0:2)

Nach der viel zu langen Länderspielpause nahm es der SK Sturm für die 8. Runde der Bund in Wien stark ersatzgeschwächt mit der Wiener Austria auf. Trainer Fabio Ingolitsch war im Vorfeld der Partie nicht zu beneiden, denn er musste gleich neun Spieler, darunter Otar Kiteishvili, Gizo Mamageishvili, Emran Soglo, Albert Vallci und Filip Rozga, vorgeben. Nur einer auf der langen Liste der Entschuldigten, nämlich Jürgen Heil, fehlte aufgrund einer Gelbsperre. Beinahe ebenso viele Akteure zählte der Stamm der daheim gebliebenen Kicker des schwarz-weißen Bundesligakaders, während sich die Nationalteams der Welt in eher mittelmäßig wichtigen Turnieren und Friendlies matchten, von der EM-Qualifikation der U21 einmal abgesehen. Ingolitsch selbst sah im Sky-Interview vor Anpfiff aber keinen Grund, dies – anders als sein Vorgänger Christian Ilzer – öffentlich zu bemängeln, denn ein großer Teil seiner Spieler war somit auch niemals Gefahr gelaufen, in den knapp drei Wochen aus dem Tritt zu geraten und daran war offensichtlich einiges dran, denn am Ende hatten er und seine Spieler die Nase vorne.

(c) SturmTifo.com

Abwechslungsreicher Beginn

Bei leichtem Regen trugen beide Mannschaften gleich zu Beginn einiges Berichtenswertes vor: Nach fünf Minuten verfehlte Simon Seidl das Tor nach Stankovic-Vorarbeit mit seiner Direktabnahme. Eggesteins Abschluss nur wenig später ließ den Ball auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfelds ebenfalls ins Toraus gehen, wenn auch nur knapp. Handl und Koller (13. Und 14.) suchten ihr Glück jeweils nach einem Corner per Kopf – ebenfalls brotlos. Jubel der nicht gerade erfolgsverwöhnten Austrianer brandete erstmals in der 16. Minute auf, als Sturms Torwart Khudyakov plötzlich geschlagen war. Sanel Saljic, der vermeintliche Torschütze, freute sich selbst schon eher ungläubig, denn er stand gut einen Meter im Abseits – die Fahne des Linienrichters ging nur sehr spät nach oben.

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Biedere Kontrolle

Mit Fortdauer der Begegnung kontrollierte der SK Sturm das Spielgeschehen zusehends, wurde aber kaum gefährlich. Offensive Lösungsansätze erschienen, wenn überhaupt erkennbar, zu wenig ideenreich umgesetzt. Zudem wirkte die Defensive vor allem anfangs nicht sehr sattelfest, was mit einer nun hauptsächlich abwartend agierenden Austria aber später in der ersten Hälfte nicht mehr besonders ins Gewicht fiel. Praktisch mit dem Pausenpfiff stand Oumar Diakité dann genau richtig, um Luca Weinhandls sehr guten Chip auf den zweiten Pfosten per Kopf ins gegnerische Tor umzuleiten und aus der immer deutlicheren Feldüberlegenheit Kapital zu schlagen. Zuvor, in der 36. Minute war er noch nach einem extrem starken Dribbling JP Hödls in Szene gesetzt, im Abseits gestanden und zudem noch an Schlussmann Sahin-Radlinger gescheitert.

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Schwalbe oder Elfer?

Nach unspektakulärem Beginn des zweiten Durchgangs musste Schiedsrichter Walter Altmann diese Frage stellen und nach Videostudium beantworten. Oumar Diakite kam in der 53. Minute im Strafraum der Wiener beim Zweikampf mit Reinhold Ranftl zu Fall. Der Unparteiische hatte zuerst eine Schwalbe des Stürmers gesehen und ihm dafür auch den gelben Karton gezeigt, der VAR griff jedoch ein. Nach kurzem Check revidierte er seine Entscheidung, zog die Gelbe für Diakité zurück und zeigte auf den Punkt. Der Ivorer selbst trat an und traf sicher zum 2:0. Nur kurz darauf hatte er dann auch noch das 3:0 am Fuß, ließ den Ball aber über die Querlatte segeln. Es sollte beim Doppelpack bleiben, denn nach 64 Minute beendete eine Auswechslung seinen Arbeitstag, Kayombo übernahm.

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Beide gegen Ende mit starken Phasen

Die Hausherren konnten mit ihrer lange Zeit ausbaufähigen Beteiligung am Spiel vorerst kaum Akzente setzen. Ein Eggestein-Abschluss in der 65. Minute blieb in seiner Form seit Wiederanpfiff lange Zeit einzigartig. Sturm hingegen drückte auf das vorentscheidende 3:0. Der umtriebige Simon Seidl allein sorgte mit drei Abschlüssen und einer Vorlage innerhalb von drei Minuten (68., 70. & 71.) für Aufsehen, Gorenc-Stankovic und Paul Koller per Kopf. Hödl versuchte sich zuvor aus der Distanz. Auch der starke Weinhandl steuerte einen weiteren Abschluss in dieser Phase bei. In der 77. Minute gelang den Wienern dann doch einmal ein Durchbruch des gar nicht so sicheren Abwehrriegels der Grazer. Prompt kam Ranftl zum Abschluss, verfehlte das Tor glücklicherweise aber. Zudem monierten die Gastgeber ein Foul im Grazer Fünfmeterraum. Schiedsrichter Altmann und seine Souffleure in Wien-Meidling konnten den Beschwerden aber nichts abgewinnen. Sturm selbst hatte sich nun etwas aus dem Spiel genommen. Statt des dritten Treffers für Schwarz-weiß, hätte der eingewechselte Austrianer Boateng in der 82. Minute beinahe für den Anschlusstreffer gesorgt. Khudyakov hielt. Die zwischenzeitlichen Wechsel hatten den Veilchen offensichtlich gutgetan. Julian Hettwer steuerte in der Nachspielzeit wohl den vielversprechendsten Anwärter auf den Anschlusstreffer bei. Auch Boateng kam in der letzten Minute noch einmal zum Abschluss. Am Ende sollte Khudyakovs Tor jedoch sauber und der Sieg insgesamt verdient bleiben.

Spieldaten

 

9 Kommentare

  1. Mikelangelo sagt:

    Top! Mentalität, Einsatz… unbeschreiblich! Alle eine 1! QUARSCHIE sowieso Top.
    Wennst heut was vorwerfen willst, dann die Chancen-Auswertung: Heut musst die Austria 6-3 „heimschicken“. Die sind desolat bis zum geht net mehr. Hatte vorm Spiel schon ein gutes Gefühl, trotz Lazarett. Eben weil Austria am Sand. Perfektes Geburtstaggschenk für mich 🙂

    Ranftl und Dragovic: Die Rotzpippn überhaupt, aber das ist eh nix neues. Drago muss längst mit gelb rot runter.

    6 Punkte überm Steich. Jetzt gegen Ried und die Roten 6 Punkte (Derby wird heftig).

    • Lucky_G sagt:

      Also ich weiß nicht ob wir beide das selbe Spiel gesehen haben. Die Austria kam (leider) zu sehr guten Chancen und scheiterte am eigenen Unvermögen. Dieser „sichere“ Sieg hätte ganz leicht kippen können zu einem X. Die hatten ebenso einen xG-Wert von fast 2. Wir versemmelt auch Chancen, leider auch da Diakite wie unsere anderen Stürmer. Gegen einen stärkeren Gegner in der Liga reicht das Defensiv definitiv nicht aus, geschweige den in der EL. Wir haben weiterhin brav gepresst und nach vorne gespielt aber hinten viel zu viel zugelassen. Das Ergebnis beschönigt die Leistung dann doch etwas mMn.

    • AndyPI sagt:

      Gratuliere zum Geburtstag Dein vorhergesagter Sieg ist es dann zum Glück doch geworden. So eindeutig war er dann trotzdem nicht. Vorne hätte seidl das eine oder andere Tor machen können oder sogar müssen, aber auch die austria hatte ihre Chance. Ich denke nur an die Chancen unseres ex Spieler und unsympathischen reini ranftl. Was wir aber nicht in den Griff bekommen, dass sind die vielen Chancen, die wir den Gegnern zulassen. Immer auf die Abstimmung auszureden geht dann auch nicht. Hoffentlich kommen bald wieder angeschlagene oder verletzte Spieler retour, denn unsere gestrigen Startelf kann nicht jede Partie spielen. Keine Ahnung wie lange weiper noch ausfällt. Mit kite und rozga brauchen wir heuer höchstwahrscheinlich nicht mehr viel rechnen. Aber egal, wichtig ist einfach der gestrigen Sieg und hoffentlich auch ein Sieg gegen den GAK. Am Donnerstag ein gutes Ergebnis und kein Debakel, denn in diesem Spiel sollte rotiert werden und gegen den GAK das Spielglück auf unserer Seite.

  2. Chris141191 sagt:

    Freut mich vor allem für Diakite, nicht böse gemeint, aber diakite für jatta sind halt auch 2 ligen unterschied. Rackern und kämpfen kann diakite auch, nur trifft er halt. denke jatta ist jetzt außen vor und das sollte auch gut so sein.
    weinhandl wird im winter knappe 25 millionen bringen, hat alle anlagen ein großer zu werden.
    IV klappt halt vieles noch nicht, und dafür war die austria einfach zu schwach. in der EL und gegen den GAK wird das anders aussehen. Hoffe dennoch die nächsten wochen werden weiter positiv und die verletzungen bleiben uns jetzt hoffendlich erspart.

    • RAM6I sagt:

      Deine Worte in Gottes Ohren – Weinhandl für 25 Mille zu verkaufen, wäre schön aber ein Wunschdenken. Bei der derzeitigen Einschätzung unseres Management – geben wir ihn bereits für 15,5 Mille her – ohne WVB oder so. Abgesehen von den Transfersummen, würde ich einen Wechsel für zu früh einschätzen. Zu schnell wird mal wieder ein sehr gutes Talent in den Himmel gelobt – Entwicklung sehr gut, Charakter top, trotzdem mal Zeit lassen und Tee trinken – bei der Entwicklung stehen ihn auch noch mit 18/19 alle Türen offen…. und dann werden es vll. 25-30 Mille 😉

    • Chris141191 sagt:

      die 25 mio sind denke ich um 18 fix + boni usw in summe 25. & leider denke ich wird das im winter passieren & er wird im frühjahr an uns verliehen. ist ja nichts neues das alles was gold wert ist gleich zu geld gemacht wird. standhaft bleiben & nein sagen gibts es leider in zeiten von jauk nicht. würd es auch begrüßen wenn er noch fix diese saison bei uns bleibt aber alter + qualität + mw, da wird die premier league anklopfen & wenn man sich die gehälter dort ansieht wird der luca auch nicht nein sagen

    • weizenheizer sagt:

      Alleine die Aussicht auf 25 mille ist mega! Bei der Undicherheit, die ein 17 jähriger Rohdiamant mitbringt, wäre man echt sehr riskant unterwegs ein Angebot in der Größenordnung (nach einem sinnvollen Verhandlungsprozess der Spielräume auslotet) nicht anzunehmen. Für Hödl noch 15 drauf im Sommer und wir können bald Stadion planen!
      Ich finde bei so vielen Ausfällen mit so einer Mentalitöt auswärts aufzutreten ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wenn wir das Derby auch noch gewinnen, bin ich schon deutlich positiver als vor einem Monat. Vom Enwicklungspotential her haben wir heuer eindeutig spannendste Mannschaft. Bin gespannt, was da noch geht.

  3. Mikelangelo sagt:

    Bournemouth hat in Chelsea a schöne Watschn kriegt, uns soll’s recht sein. Und natürlich: Alles andere als eine (hohe) Niederlage in Anbetracht unseres Lazaretts wäre schön eine Überraschung. Wenn’s 0-3 ausgeht kann glaub ich jeder damit leben. Mir ist die Liga sowieso wichtiger: Schließlich musst sort musst performen, um international spielen zu können.

    Was die Defensive in Wien betrifft: Ja, die Austria hatte 4 Sitzer. Dass sie zu Chancen kommen würden, wenn nlunsere Stamm-IV nicht spielt, war abzusehen.

    Dafür hatten wir 7 Sitzer 😉

    Schaut’s euch Mal die Statistik von laolo1 an:
    https://www.laola1.at/de/red/fussball/bundesliga/news/geschwaechtes-sturm-siegt-trotzdem–das-macht-mich-stolz-/

    Das spricht schon für uns

  4. Mikelangelo sagt:

    Rapid im Moment stärkste Mananxhaftzin Österreich. Auch wenn erst 8 Runden gespielt sonst. Hauptsache sie stehen am letzten Spieltag net oben

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