Zurück auf die Siegerstraße?

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. SV Mattersburg

Das Getränkeimperium schlug zu

Der Winter gab am vergangenen Sonntag ein erstes kräftiges Lebenszeichen von sich und im eiskalten Norden Österreichs mussten sich Spieler und Verantwortliche des SK Sturm erneut vor Augen führen lassen, dass es gegen Mannschaften wie zum Beispiel jene des Didi Mateschitz derzeit kaum etwas zu holen gibt. Auch wenn man über die zuletzt abgelieferte Leistung der Schwarz-Weißen geteilter Meinung sein kann, darf ihnen nach Ansicht des Autors weder das Bemühen noch der notwendige Mut, den es unbedingt braucht, um den Ableger des Getränkekolosses aus der Mozartstadt zu bezwingen, abgesprochen werden. Es fehlte an Präzision, Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit – eben jene Eigenschaften legte RB Salzburg an den Tag, um eine mäßige Leistung letztendlich doch durch ein für die Salzburger positives Ergebnis zu kaschieren. In Expertenkreisen wird dies durchaus gerne als Cleverness bezeichnet, denn im Unterschied zum Aufwand, den die Gastgeber am Sonntag betreiben mussten, weiß das 3:1-Endergebnis eher zu überzeugen. Sturm spielte lange mit, konnte durch das Kopfballtor von Außenverteidiger Charalampos Lykogiannis sogar zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgleichen und in der Tat lag zumindest kurz eine kleine Sensation in der Luft. Jegliche Hoffnung verflüchtigte sich in der klirrend kalten Nacht jedoch prompt, als Stürmer Jonatan Soriano mit seinem sehenswerten zweiten Treffer zum 3:1 Sturm Graz den Garaus bereitete.

Eine neue Hoffnung

Die Karten werden morgen um 16:00 Uhr in der UPC-Arena allerdings wieder neu gemischt. Sturm steht in der Tabelle immer noch auf dem vierten Platz und mit einem Heimsieg gegen den SV Mattersburg könnten sich die Grazer, sofern die Admira Punkte liegen lässt, ein nettes Polster auf die nachfolgenden Ränge schaffen. Die Burgenländer mussten gegen Rapid Wien zuhause zuletzt die höchste Niederlage seit dem Wiederaufstieg hinnehmen, gleich sechsmal holte Keeper Markus Kuster den Ball aus den eigenen Maschen  – eine Systemumstellung durch Trainer Ivica Vastic dürfte wohl einer der Hauptgründe für diese gewaltige Heimpleite gewesen sein, denn im Gegensatz zur desaströsen ersten Halbzeit konnte im zweiten Durchgang mit einem Doppeltausch etwas Stabilität in die Reihen der Mattersburger gebracht werden. Patrick Bürger gelang dann sogar der Ehrentreffer, der allerdings keine dieser Aufholjagden einläutete, wie sie Anhänger des SK Sturm im Pappelstadion schon kennengelernt haben.

Dass angeschlagene Gegner allerdings gefährlich sein können, weiß der geübte Sturm-Fan auch – zu oft wurde ein sicher geglaubter Sieg gegen einen solchen Kontrahenten zu einer bitteren Enttäuschung und Trainer Franco Foda weiß sicher, dass die Mattersburger in der letzten Runde wohl einfach nur einen rabenschwarzen Tag erwischt hatten. Außerdem entschieden die Burgenländer die letzte Begegnung mit dem SK Sturm deutlich mit 2:0 für sich. Die Grazer konnten ihrerseits aber gerade zuhause einen Erfolgslauf starten, dem neben den Wolfsbergern, dem SCR Altach und der SV Ried auch die derzeit in Hochform befindliche Wiener Austria zum Opfer fiel. Nicht nur deswegen, sondern auch aufgrund der Tabellenplatzierung muss der SK Sturm in der kommenden Runde wohl oder übel die Favoritenrolle annehmen.

(c) SturmNetz.at - Marko Stankovic feierte sein Comeback

© SturmNetz.at – Marko Stankovic feierte sein Comeback

Die Rückkehr des Offensivnervenzentrums

In Salzburg durfte der Leobener (mit niederösterreichischen Wurzeln) Marko Stankovic nach langer Verletzungspause mit der Kampfmannschaft endlich wieder einige Profiminuten auf dem Feld absolvieren – nach seiner Rehabilitation war er zuletzt mit den Amateuren aufgelaufen. Nun aber wird der Offensivallrounder an seinem endgültigen und auch seitens der Fans lang erwarteten Comeback feilen. Ein Einsatz über neunzig Minuten ist zwar noch nicht denkbar, zweifelsohne könnte er jedoch in den Partien vor der Winterpause zum Edeljoker avancieren.  Vor allem seine spielerische Kreativität, die er nicht nur in Graz bereits unter Beweis gestellt hat, dürfte ein spielentscheidender Vorteil sein und in jede Begegnung frischen Wind bringen. Ob er von Beginn an spielen wird, werden wir wohl erst am Samstag erfahren – seine Anwesenheit beim heutigen Mediabriefing in Messendorf könnte man als Hinweis darauf verstehen. Über seine Qualitäten als Passgeber muss man nicht erst diskutieren und sieht man sich die Anzahl der erfolgreichen Pässe seiner Teamkollegen an, sind seine Fähigkeiten noch mehr gefragt denn je. Außerdem mangelt es der Mannschaft seit dem Ausfall von Donis Avdijaj manchmal an eben jenem Spielwitz, den Stankovic sicher wieder einbringen könnte.

© Martin Hirtenfellner Fotografie - Wilson Kamavuaka fühlt sich im Mittelfeld sehr wohl

© Martin Hirtenfellner Fotografie – Wilson Kamavuaka fühlt sich im Mittelfeld sehr wohl

Im defensiven Mittelfeld machte der Man Of The Match der vergangenen Runde, Wilson Kamavuaka, nun schon wiederholt eine gute Figur und dürfte somit auch als Partner von Anel Hadzic gesetzt sein. In der Innenverteidigung, der gegen die Bullen folgenschwere Patzer passierten, wird es wahrscheinlich ebenfalls keine großen Umstellungen geben. Kapitän Michael Madl, der in der aktuellen Saison konstant gute Leistungen zeigt, und Lukas Spendlhofer, der trotz seines derzeitigen Leistungsabfalles unweigerlich gute Qualität besitzt, werden wohl auch am Samstag den Strafraum des SK Sturm bewachen. Charalampos Lykogiannis, der griechische Außenverteidiger, konnte mit seiner Leistung in der letzten Runde aufzeigen. Immer wieder setzte er gefährliche Offensivakzente und belohnte seine Bemühungen schließlich auch mit einem Tor. Auf der rechten Außenbahn wird wohl Marvin Potzmann auflaufen dürfen.

Sascha Horvath gab der Defensive der Salzburger ordentlich zu tun, nur der Abschluss wollte noch nicht so recht klappen. Er überzeugte aber mit seinen technischen Fähigkeiten hinter Roman Kienast. Der etatmäßige rechte Flügel Thorsten Schick wird sich um sein Stammtrikot kaum Sorgen machen müssen. Der Steirer spielte eine bisher sehr gute Saison und bewies ein ums andere Mal seine offensiven und auch defensiven Fähigkeiten. Sein Mitstreiter auf der linken Seite dürfte wohl weiterhin Kristijan Dobras sein, obwohl dieser unter im jugendlichen Alter nicht unüblichen Formschwankungen leidet.

Wer das Tor der Blackies hüten wird, steht natürlich schon fest: Michael Esser ist die unumstrittene Nummer eins an der Mur und das wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern. Der deutsche Vollblutkeeper strahlt in jeder erdenklichen Situation Sicherheit aus – Fehler passieren ihm kaum und wenn, dann sind sie nicht folgenschwer. Der Bochumer ist nach wie vor ein echter Rückhalt und für Sturm eine unschätzbar wertvolle Lebensversicherung.

Spieldaten

SK Sturm Graz – SV Bauwelt Koch Mattersburg

Samstag, 28.11.2015, 16:00, UPC Arena

Mögliche Aufstellung:

Sturm Graz (4-2-3-1) Esser; Potzmann, Spendlhofer, Madl, Lykogiannis; Hadciz, Kamavuaka, Schick, Horvath, Dobras; Kienast

Ersatz: Schützenauer, Piesinger, Kayhan, Gruber, Stankovic, Offenbacher, Edomwonyi

Es fehlen: Gratzei (Handverletzung), Rosenberger (Kreuzbandriss), Tadic (Bänderriss)

Fraglich: Avdijaj, Klem

7 Kommentare

  1. Unterton Unterton sagt:

    Ich bin ja gespannt, ob Stankovic morgen vielleicht in der Startaufstellung aufscheint. Dagegen hätte ich wenig einzuwenden, auch wenn mir Horvaths Leistung gegen Salzburg eigentlich sehr gut gefallen hat. Ich glaube aber eher, dass er vorerst auf der Bank Platz nehmen wird.

    Wie das Spiel morgen ausgehen wird, da kann ich mir keinen Tipp zusammenreimen. Die Heimserie spricht für Sturm, aber ich glaube, dass die Mattersburger auch sehr gefährlich sind. Die haben morgen etwas gutzumachen und werden dies auch mit allen Mitteln versuchen.

     

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    • Ranger sagt:

      Ich würde gerne Horvath und Stankovic in der Startelf sehen. Dobras und vor allem Gruber sind leider nur maximal Durchschnitt.

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  2. JulioGeordio JulioGeordio sagt:

    Alles wird gut!

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  3. Moe sagt:

    Ich hoff man kann den Schwung vom Salzburgmatch auf den Grazer Acker mitnehmen und ordentlich Druck machen.

     

    Stankovic mit Horvath links wäre eine Option, oder mit Dobras und Horvath beginnen und Stankovic nach der Halbzeit.

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