Zu wenig

Spielbericht: LASK vs. SK Sturm Graz 2:0 (1:0)

Nach dem Zittersieg gegen die SV Ried am vergangenen Dienstag traf der SK Sturm in der 17. Runde erneut auf eine oberösterreichische Mannschaft. Im Spiel gegen den LASK ging es um den Anschluss an die Tabellenspitze, denn der Sieger könnte vorübergehend den dritten Tabellenplatz einnehmen. Dabei mussten die Grazer personaltechnisch improvisieren, denn neben dem gesperrten Wüthrich fiel auch Jakob Jantscher verletzungsbedingt aus. Niklas Geyrhofer bekam das Vertrauen von Christian Ilzer und kam nach langer Verletzungspause zu seinem ersten Saisoneinsatz seit Ende September. „Er hat mir zu Beginn meiner Zeit bei Sturm schon gezeigt was in ihm steckt und auch im Training hat er mich begeistert“, so Ilzer im Vorfeld des Spiels. Im Sturm feierte der Neuzugang Kelvin Yeboah sein Startelfdebüt.

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Zerfahrener Beginn

Die Steirer, das erste Mal in pyjamablau bekleidet, kamen bereits in der vierten Minute gefährlich vor das Tor der Linzer. Nach einer guten Einzelaktion von Yeboah über links kam Kevin Friesenbichler relativ frei zum Abschluss, er setzte den Ball aber von der Strafraumkante über das Tor von LASK-Keeper Alexander Schlager. Kurze Zeit später zeigten sich die Oberösterreicher zwei Mal im Strafraum von Sturm, richtige Gefahr konnte hier vorerst aber nicht erzeugt werden. Sturm versuchte in der Anfangsphase trotz des hohen Pressings vom LASK das Spiel von hinten aufzuziehen und man leistete sich einzelne Passspielfehler, welche aber allesamt ohne Folgen blieben. Auch die Linzer waren danach bemüht Kontrolle in das Spiel zu bringen, sie drangen aber nur selten spielerisch ins Angriffsdrittel vor. Richtige Topchancen und gelungene Offensivaktionen kamen in der ersten halben Stunde auf beiden Seiten jedenfalls nicht zu Stande.

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Das Ganze änderte sich schlagartig in Minute 35. Nach einem Steilpass von Kiteishvili stand Yeboah plötzlich völlig frei vor Alexander Schlager. Der ÖFB-Goalie behielt aber die Oberhand und hielt das 0:0 fest. Die Chance der Grazer hatte sich ein wenig abgezeichnet, denn Sturm näherte sich bereits Minuten zuvor ansatzweise dem Strafraum der Heimmannschaft. Das Spiel blieb bis zum Schluss der ersten Halbzeit ausgeglichen und beide Teams schienen sich mit dem 0:0-Halbzeitstand abzufinden. Doch mit dem letzten Angriff dieser Spielhälfte kamen die Linzer tatsächlich zum Führungstreffer. Nach einem langen Ball von Wiesinger konnte sich Johannes Eggestein im Zentrum technisch stark behaupten und den Ball an Jörg Siebenhandl vorbeibefördern. Nicht nur durch die schwarz-weiße Brille betrachtet kam die Halbzeitführung des LASK etwas überraschend.

Dominante Linzer

Mit der 1:0-Führung im Rücken wirkte die Mannschaft von Dominik Thalhammer zu Beginn des Wiederanpfiffs etwas selbstsicherer als in der ersten Halbzeit. Die Linzer versuchten direkt nachzulegen und ließen den Ball gut in den eigenen Reihen laufen. Obwohl die Grazer bereits von Beginn an unter Druck gesetzt wurden, blieben auch zu Beginn der zweiten Hälfte Torchancen Mangelware. Der LASK spielte nun zwar schöneren Fußball, im Offensivdrittel fehlte aber die nötige Kreativität. Der SK Sturm kam mittlerweile nicht mehr gefährlich vor das gegnerische Tor, zu solide war die Linzer Defensivarbeit und zu ideenlos war das Angriffsspiel der Grazer. So kam es wenig überraschend, dass die Linzer die erste gute Chance in der zweiten Halbzeit vorfanden. Nach einer Flanke von der rechten Seite stellte sich David Nemeth im letzten Moment vor den einschussbereiten Balic und verhinderte somit die Vorentscheidung. Für die Schlussviertelstunde kamen bei den Steirern die Offensivspieler Dardan Shabanhaxaj und Bekim Balaj sowie Andreas Kuen in die Partie. Bekim Balaj war es auch, der in der 81. Minute eine aussichtsreiche Freistoßposition für die Blackys herausholen konnte. Der abermals unauffällige Kevin Friesenbichler hob den Ball aber über den Kasten. Drei Minuten später sorgten dann die Linzer nach einem Konter für die verdiente Vorentscheidung. Husein Balic setzte sich auf der linken Seite im Strafraum durch und traf den im Weg stehenden Geyrhofer, der den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte. Das Schicksal der Grazer war somit besiegelt. In der 88. Minute hätte Ex-Blacky Andreas Gruber auf 3:0 stellen müssen, dieses Mal durfte sich aber Siebenhandl auszeichnen. Insgesamt zeigte die Mannschaft von Christian Ilzer vor allem offensiv zu wenig und so konnten sich die Oberösterreicher schlussendlich verdient durchsetzen. Sturm verliert somit nicht nur das dritte Auswärtsspiel in Folge, sondern langsam auch den Anschluss an die Spitzenreiter.  

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13 Kommentare

  1. fid82 sagt:

    Leider verloren. Sieg wäre nicht verdient gewesen aber möglich.
    Bedenken muss man den Ausfall des Abwehrchefs und des Topscorers. Trotzdem war man ebenbürtig und hätte in Führung gehen müssen.
    Von daher warst ok. Geyerhofer hat gezeigt, dass er nächste Saison als Stamm-IV agieren könnte.
    Yeboah ist sauschnell, keine neue Erkenntnis,aber schön zu sehen.
    Die Wechsel sind mir auch zu spät. Ilzer wären 3 Wechsel wahrscheinlich lieber.

  2. Erzschwoarza sagt:

    Ich will jetzt keinen Sündenbock ausmachen, denn in erster Linie hat Ilzer sich VERCOACHT! Rückstand und nach 77 min immer noch ned gewechselt, Wahnsinn! Ich mag Hierländer sehr, er ist super sympatisch aber sein Vertrag darf einfach nicht mehr verlängert werden. Hierländer ist ein Schatten seiner selbst und komplett außer Form! Sry! Bei Friesenbichler sehe ich es ähnlich, wobei er kämpft aber es kommt nicht viel dabei raus. Ich denke aber, dass man Hierländer am Sasion Ende ziehen lässt oder ziehen lassen muss. Bei aller Wertschätzung, die ich für ihn hege! Zum Spiel: die Windeln waren vor dem Spiel gewaltig vollgeschissen und nach dem Spiel wurden sie gewechselt! Sturm VS Lask erinnert mich an einen Film: und täglich grüßt das Murmeltier – wieder keinen Punkt und wieder kein Tor gegen die Linzer geschossen! Ich glaub gegen den Lask scheißt sich dieses Team von allen Mannschaften in der Liga am meisten an! Lg

    • schattenstuermer sagt:

      Sehe ich nicht so drastisch!

      Erste Halbzeit gut mitgehalten, aber dann fehlt uns derzeit einfach das Spielglück, der LASK mit der letzten Aktion: 1:0.

      Zweite Halbzeit hatte man dann keine Ideen und Lösungen gegen die starke Linzer Defensive.

      Ilzer muss man natürlich ankreiden, dass er viel zu spät wechselt, aber sonst finde ich das Spiel nicht vercoacht. Rapid hat auch mit ähnlichen Spielstil, wie wir heute, gegen LASK gewonnen.

      Einige Spieler sind nicht mehr in der Herbstform, z. B. Ljubic.

      Fazit: Verdiente Niederlage, aus der man hoffentlich lernt, damit man im OPO es dann besser machen kann/muss.

    • Pata_Negra sagt:

      Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. An sich haben wir trotz der Ausfälle zweier absoluter Leistungsträger gut dagegengehalten. Geyerhofer hat seine ersten Einsatz nach langer Verletzungspause mehr als solide über die Bühne gebracht und auch Yeboah wird in den nächsten Spielen immer besser mit den Automatismen zurecht kommen.
      Bzgl. Coaching – grundsätzlich hätte ich auch schon früher reagiert (vor allem Hierli war gestern überhaupt nicht auf der Höhe, schwach im Zweikampf, viele ungenaue Pässe…)

  3. Fanatiker sagt:

    Wo ist der SK-Sturm vom Herbst?

  4. Schworza99 sagt:

    Die Niederlage gehört wohl am ehesten Ilzer, da man der Mannschaft nicht viel vorwerfen kann.

    Die Wechsel sind ein Grauß. Was soll Mwepu in 10 bzw. ein Balaj, Kuen etc. in 10min. schaffen was die anderen in 80 nicht aufs Feld gebraacht haben. LASK hat 3x gewechselt bevor wir überhaupt 1x haben. Ist halt bezeichnend. Der Ausfall von Jantscher wird nicht der letzte bleiben wennst 11 Leute 95% der Spielzeit gibst.

    Friesi… fleißig ja. Aber es ist ein einfach nicht genug für Sturm. Keine gewonnenen Zweikämpfe, keine Gefährlichkeit vor dem Tor und unzählige Stürmerfouls…da kannst nicht verlängern wenn sich Schicker selbst ernst nimmt. Zusätzlich nimmt Ilzer ihm nicht raus und lässt ihn durchspielen…warum frage ich mich? Ich bin nur ein laienhafter Kommentator und selbst ich habe gesehen Yeboah war viel gefährlicher (zumindest in HZ1) als Friesi. Sobald Jantscher wieder fit ist muss Friesi auf die Bank.

    Gegen den Lask kann man schon verlieren. Die sind halt wirklich abgebrüht und nutzen ihre Chancen im Gegensatz zu uns. Platz 4 ist im Bereich des Möglichen und auch im Cup ist man zumindest Top 4…reicht für diese „Übergangssaison“.

    • Erzschwoarza sagt:

      Und Kevin überschätzt sich, hat vlt etwas mir seinem Ego zu tun. Wieso er zum Freistoß antritt verstehe ich überhaupt nicht. Wenn er schießt, dann meistens weit über das Tor, wieso lässt er Gazi nicht schießen? Nach dem Spiel heute steht fest, Friesenbichler muss sich einen neuen Verein suchen. BALAJ ebenso und Hierländer leider auch. Alle 3 spielen eben mehr Spiele schwach als gut!

    • Schworza99 sagt:

      Hierli taucht oft unter stimmt….bei gleichem Gehalt würde ich Ihn nicht behalten. Bei einem eher an Leistung angelehnten Vertrag bzw. mit deutlicher Reduktion des Gehalts…ja, für die Breite des Kaders.

      Bei Balaj und Friesi darf man einfach nicht verlängern…egal unter welchen Konditionen.

  5. kangaroo sagt:

    in fruhjahr stimmt was nicht. sturm bekomt in 3 spielen tore kurz vor der halbzeit: lask 45+1, gegen altach 45+1 und gegen rapit wien 45. minute. ich glaube die herren spieler sind mit den gedanken schon in der kabine. ich verstehe nur nicht das das trainerteam das nicht mit bekommt. das hat mit pech nichts zu tun. da stimmt was nicht……..

    • fauli sagt:

      und gegen Ried in der 95. den Siegtreffer erzieltt…
      Gestern ein fucking abgerisssener Schuss, das ist einfach Pech. Im Herbst hatten wir das Glück auf unserer Seite, da haben wir weit über Niveau gespielt. Jetzt kommt das halt zurück. Habt ihr wirklich geglaubt, wir spielen um Platz 2 mit?

  6. rio sagt:

    Schon schwer am Boden zu bleiben! 1.HZ hätte das Spiel durchaus für uns laufen können, dann ein „ungewolltes Tor“ kassiert und gegen einen LASK aufzuholen verdammt schwer. Wir haben schon wesentlich schlechter und chancenloser gegen die Linzer ausgesehen, heute sind wir, so habe ich es gesehen, auf Augenhöhe!

  7. Chris1909 sagt:

    Ja sehr schade, der LASK war zwar zum Teil besser, aber die Tore waren beide sehr sehr glücklich. Das nötige Spielglück fehlt einfach momentan. Dazu kommt auch noch Unvermögen im Abschluss, Friesenbichler aber vorallem Yeboah können/müssen aus ausrichtsreichen Positionen treffen. Dann sieht das ganze auch schon anders aus. Positiv hervor heben möchte ich Geyrhofer, der ein sehr sehr starkes Comback gegeben hat. Leider wurde dies sehr unglücklich durch das abgefälschte Tor abgerundet. Positiv auch noch unser Sturm-Neuzugang Yeboah, auch wenn er, wie erwähnt, die 100 prozentige Chance schon machen muss! Aber der wird sicher eine Topverstärkung werden. Pause sollte man meines Erachtens Hierländer und Dante gönnen. Da geht in den letzten Spielen leider sehr wenig. Dante ist zwar bemüht, aber sehr oft landet der Ball im Out oder beim Gegner.

  8. skblack1e sagt:

    Wieder ein sehr unglückliches Tor vor der Halbzeit, und das 2te Tor genauso unglücklich.

    Also wir konnten eindeutig mit dem Lask mithalten, dem Lask ist offensiv genauso wenig eingefallen wie Sturm Graz.

    Momentan ist das Glück nicht auf unserer Seite, bzw fehlt einfach ein wenig die Klasse/Glück um eiskalt zu sein, wie es dem Lask in diesem Spiel gelungen ist.

    Macht nix bin zufrieden mit der Leistung von Sturm und mit dem Trainer sowieso.

    Wieso er so spät erst wechselt ist mir schon klar, weil sobald du dem Lask die Räume gibst, wirds halt mega schwierig, was man ja dann auch gesehen hat, und wir direkt das 2:0 bekommen hat.

    Ich glaube einfach das Tor kurz vor der Halbzeit, hat vieles zerstört, dass heißt abzustellen, mich hat in dieser Situation mehr gestört, dass Stankovic es leider ein wenig verschlafen hat mit der Verteidigung eine Linie zu stehen, dann wäre es Abseits gewesen.

    Alles in allem unglückliche Niederlage

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