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Spielercheck: SK Sturm Graz vs. Linzer ASK (1:0)
Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Jörg Siebenhandl – Note: 1,07

Wie startet man gut in einen Sonntag Abend? Richtig, mit einem richtig schlechten Wortwitz. Jörg Siebenhandl schien gestern sieben Handl zu haben und durfte sich von seinen Mannschaftskollegen heute sicherlich auf mindestens sieben Händl einladen lassen. Bitte, danke. Aber in der Tat, der Keeper spielte gestern seine wohl beste Partie im Sturm-Dress und wurde von euch mehr als verdient abermals zum Man of the Match gewählt. Nicht nur, dass der Goalie gegen Peter Michorl seinen ersten Elfmeter in der Bundesliga halten konnte, besonders im 1-gegen-1 war gegen den Wiener kein Kraut gewachsen. Die einzige Unsicherheit zeigte sich beim Keeper in der Anfangsminute, als ihm ein Berisha-Schuss durch die Hosenträger glitt – allerdings befand sich dieser in Abseits-Position. Aufgrund mehrerer Mega-Reflexe sollen der Nummer 27, die eigentlich die Nummer 1 ist, auch die Schlampereien im Spielaufbau verziehen sein, denn ohne Siebenhandl wäre Sturm am Ende des Tages wohl mit null Punkten und vermutlich mit ebensovielen Gegentreffern wie in der letzten Partie gegen Salzburg dagestanden. Die Sprechgesänge für den 27-Jährigen aus der Kurve waren Lob für einen bärenstarken Auftritt des Torwarts. Jörg Siebenhandl wäre an diesem Abend wohl auch ohne die Abwehr des SK Sturm ausgekommen, umgekehrt vermutlich eher weniger.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,31

Der zweite Held hinter Jörg Siebenhandl. Spielte prinzipiell keine gute Partie, sein Drehschuss in der absoluten Nachspielzeit besorgte ihm aber Sprechchöre nach dem Spiel und dem SK Sturm ziemlich unverdiente drei Punkte. Der Grieche hatte in Halbzeit eins Glück, als Thomas Goiginger den Ball nach einem fatalen Patzer des Verteidigers nur an die Latte knallte. Einmal rettete er den Schwoazn jedoch den Arsch, als er den seinigen in der unglaublichen Dreifachchance des LASK in der ersten Spielhälfte in Mergim Berishas Schuss warf. Die gestrige Leistung des Linksfuß wird wohl trotzdem nicht in Erinnerung bleiben, sein Tausendguldenschuss, der nicht nur alle Dämme sondern vor allem den LASK brechen ließ, hingegen noch lange Zeit.

Dario Maresic – Note: 2,78

Dario Maresic konnte sich gegenüber dem bitteren Spiel gegen Salzburg fangen und spielte ein solide Partie in der Rolle des Abwehrchefs. Wie die gesamte Sturm-Mannschaft wurde aber auch er in der ersten Halbzeit vom LASK überrollt und hatte dem wenig bis gar nichts entgegenzusetzen. Der Jungspund spielte mit 80 Pässen die meisten aller Spieler und kann mit 83,8 % angekommener Pässe eine starke Quote aufweisen, wobei diese hauptsächlich aus Sicherheitspässen in der eigenen Hälfte besteht.

James Jeggo – Note: 2,78

Der Australier spielte eine brave Partie, nicht mehr und nicht weniger. Bestritt die meisten Zweikämpfe aller Spieler (18) und kann die höchste Passquote (85,9 %) aufweisen. 

Fabian Koch – Note: 3,01

Beim Ex-Veilchen schlichen sich vor allem in der miserablen ersten Hälfte viele Fehler ein, wie gewohnt kämpfte sich der 28-Jährige aber in die Partie rein und spielte diese dann letztendlich solide herunter. Hatte die drittmeisten Ballaktionen aller Spieler und konnte 38 Pässe in der gegnerischen Hälfte verbuchen – absoluter Topwert. Am auffälligsten war der Rechtsverteidiger durch einen hervorragend getretenen, hohen Ball in die Spitze, den der eingewechselte Oliver Filip jedoch nicht verwerten konnte. 

Stefan Hierländer – Note: 3,20

Der Villacher trat – wie eigentlich die gesamte Offensivabteilung der Grazer – kaum in Erscheinung. Seine wichtigste Aktion war zweifelsohne sein abgerissener Schussversuch, der in Minute 94 bei Charalampos Lykogiannis landete. Der Rest ist bekannt.

Peter Zulj – Note: 3,27

Peter Zulj hat man schon einmal in besserer Form im schwarz-weißen Dress erlebt. Das Spiel lief größtenteils am Kreativspieler vorbei, der Welser bekam kaum Zugriff auf die Partie. Einige kluge Pässe dürfen hervorgehoben werden, ansonsten verschleppte der Mittelfeldspieler – wie so oft – das Spiel in der Angriffsbewegung, diesmal allerdings mit mäßigem Erfolg. Zulj konnte zumindest 35 Pässe in der gegnerischen Hälfte verzeichnen, was den zweithöchsten Wert aller Feldspieler darstellt.

Marvin Potzmann – Note: 3,34

Auch von Marvin Potzmann ist man – nimmt man die laufende Spielzeit als Maßstab – besseres gewöhnt. Der Wiener nahm am Papier die Linksverteidigerposition im 5-3-2-System ein, zumindest bis Franco Foda zur Halbzeit auf ein 4-4-2 umstellte und der angeschlagene Potzmann für Philipp Zulechner weichen musste. Nicht nur aufgrund der kurzen Einsatzzeit eine sehr überschaubare Leistung des 23-Jährigen, der mit 83,3 % aber immerhin die drittbeste Passquote aller Akteure aufweisen kann.

Christian Schoissengeyr – Note: 3,35

Der Junior rückte für den rot-gesperrten Kapitän und Namensvetter Christian Schulz in die Startformation und so mancher Sturmknofel erhoffte sich damit eine Stabilisierung der schwarz-weißen Abwehrkette. Es hat nicht sollen sein. Der im vergangenen Spieljahr viel gefeierte Innenverteidiger, der seinen ersten Startelfeinsatz in dieser Saison bekam, konnte zwar einige Angriffe mit guten Tacklings unterbinden, zahlreiche unnötige Ausflüge in die Offensive, die meist mit Ballverlusten endeten, sowie ein mehr als vermeidbarer verschuldeter Elfmeter machten das jedoch wieder wett. Es war sein zweiter Strafstoß in vier Einsätzen in dieser Saison, der auf seine Kappe ging – mit dem Unterschied, dass dieser dank Jörg Siebenhandl im Gegensatz zu jenem gegen den kommenden Gegner Admira folgenlos blieb. Dass Schoissengeyr mit 94 Ballaktionen vor Dario Maresic (92) und Fabian Koch (91) die meisten aller Spieler am Feld hatte, zeugt weniger von einer Überlegenheit Sturms, sondern vielmehr vom Ballumhergeschiebe der Verteidiger in der eigenen Hälfte.

Thorsten Röcher – Note: 3,49

Der Ex-Mattersburger spielte eine sehr unauffällige Partie auf den Außenbahnen, so unauffällig, dass dem Autor hier wahrlich nicht einfällt, was er schreiben könnte. Oliver Filip ersetzte den Neunkirchener, der immerhin 15 Zweikämpfe bestritt, ab Minute 67.

Deni Alar – Note: 3,59

Es gibt sie zu genüge, diese Spiele, an denen Deni Alar genauso gut bei der Schnitzelbude vorm Stadion stehen könnte und es würde nicht auffallen, dass er weg ist. Das sind meistens jene, in denen er nicht trifft. Bis auf ein Mal, als der Nationalteamspieler eine Flanke volley übernahm und aus kürzester Distanz einen Linzer Verteidiger anschoss, bekam er aber auch gar nicht die Gelegenheit dazu. Wurde nach 77 Minuten durch Emeka Friday Eze ersetzt.

Wechselspieler:

Philipp Zulechner (45.) – Note: 3,20

Als Franco Foda zur Pause Marvin Potzmann auf der Bank ließ und anstelle von ihm Philipp Zulechner brachte, wurde unter den Sturmfans mehr als nur ein Kopf geschüttelt. Zwar festigte sich das Team dank der daraus resultierenden Systemumstellung, Zulechners persönliche Leistung war hingegen – leider – wieder einmal ungenügend. Zahlreiche überhastete Abschlüsse sowie ein Kopfballtiming, bei dem es besser wäre, er würde gar nicht abspringen, prägten sein Spiel. Mit der Zeit muss man einsehen, dass die Qualität der Nummer 11 für einen österreichischen Spitzenklubklub, wie es der SK Sturm ist, schlichtweg nicht reicht.

Oliver Filip (67.)– Note: 2,72

Der 19-Jährige bekam seinen sechsten Saisoneinsatz, in dem er gleich viele Minuten absolvierte, wie in den fünf davor. Zeigte durchwegs gute Ansätze, für eine besser Leistungsbeurteilung braucht es jedoch mehrere Einsätze über eine längere Zeit. Fand eine gute Möglichkeit nach Zuckerpass von Fabian Koch vor, der Winkel wurde für einen gefährlichen Abschluss dann allerdings zu spitz.

Emeka Friday Eze (77.) – Note: 2,41

Emeka Friday Quaresma. Alter Fuchs, eine Außenristflanke in dieser Form hat man seit Samir Muratovic nicht mehr in Liebenau gesehen. Wer gewusst hat, dass Eze das drauf hat, ruft jetzt bitte ganz laut „Ich“. Gut, hab‘ nichts gehört. Bitte mehr Einsätze, um mehr davon zu sehen zu bekommen.

Das SturmNetz-Team bedankt sich bei 288 eingegangenen Bewertungen und widmet unserem Man Of The Match Jörg Siebenhandl folgenden Song:

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