„Wurden am Ende des Tages nicht belohnt“

Stimmen nach dem Spiel gegen den SV Mattersburg

Nach dem glücklichen und dreckigen 1:0-Heimsieg gegen die SV Ried, setzte es eine 2:0-Heimniederlage gegen den SV Mattersburg. Der SK Sturm Graz musste damit den zweiten Tabellenplatz an die Wiener Austria, die das Wiener Derby für sich entscheiden konnte, abgeben. Auf Seiten der Blackies ist man klarerweise unzufrieden und enttäuscht über die Pleite gegen den Abstiegskandidaten aus dem Burgenland. 

Nachfolgend die Statements zum Nachlesen/Nachhören.

Fotos: (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Günter Kreissl:

Fazit zum Spiel?

„Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr unzufrieden. Jeder der in der Phase noch um etwas spielt, tut nicht gut, nach einem negativen Ergebnis sich selbst zu zerfleischen. Ich hatte schon den Eindruck, dass die Mannschaft bis zum Schluss alles probiert hat, das Match irgendwie herumzureißen. Es ist nicht zufriedenstellen, dass Mattersburg vor allem in der ersten Hälfte aus dem Spiel heraus zu so vielen Torchancen gekommen ist, da haben wir uns sicher nicht optimal verhalten. In der zweiten Hälfte ist Mattersburg extrem tief gestanden, sodass man gegen eine Wand spielt. Es ist immer schwierig, so eine Mannschaft auszuspielen und zu Torchancen zu kommen. Unterm Strich kriegen wir am Ende des Tages das, was wir verdienen. Wenn wir gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte zuhause so wenige Punkte machen, kann das auf den Kopf fallen. Aber für mich ist das Wichtigste: Solange wir alles in unserer Hand haben, gibt es keinen Grund an irgendetwas zu zweifeln. Es heißt einfach: Ärmel rauf und sofort in der nächsten Woche gegen die Austria versuchen, das Ergebnis zu korrigieren! Wir haben alles in unserer Hand, wir sind nicht auf irgendwen angewiesen, sondern wir können in den nächsten sechs Spielen alles selbst regeln. Das ist gut und wichtig so.“

 

Warum hat sich Sturm so schwer getan?

„Weil sich sehr viele Mannschaften, außer die ganz großen Mannschaften wie Bayern oder Barcelona, oft plagen, wenn sie eine Wand vor sich vorfinden. Mattersburg, das sieht man schon das ganze Frühjahr, spielt mit einer großen Leidenschaft, ist speziell bei hohen Bällen sehr aggressiv, spart sich keine Meter, fightet, kämpft und beißt. Es ist wichtig, dass man in solchen Spielen nicht in einen Rückstand gerät, weil man dann ja dem Gegner in die Karten spielt. Es ist uns nicht gelungen und Mattersburg ist verdient in Führung gegangen. Sie hatten neben dem Tor noch zwei, drei andere Situationen. Ich glaube, das Tor, das wegen Foulspiel aberkannt wurde, war eine knappe Entscheidung. Wir mussten froh sein, dass wir nicht frühzeitig weiter in den Rückstand geraten sind. Das gilt es einfach zu verhindern. Wenn wir in der ersten Hälfte vier, fünf Großchancen aus dem Spiel heraus zulassen, dann müssen wir uns das selbst ankreiden.“

 

Hat heute mit Lukas Spendlhofer der wichtigste Mann gefehlt?

„Ich glaub nicht, dass es an Dario Maresic gelegen ist. Ich bin überhaupt der Meinung, dass der Kader sehr ausgeglichen ist. Ich mach es überhaupt nicht an irgendwelchen Ausfällen fest, denn alle unsere Spieler haben gute Leistungen gebracht – manchmal schwächere Leistungen – und ich könnte jetzt nicht sagen, dass Spieler die heute die Chance bekommen haben, schlechter waren, als die, die sonst spielen.“

 

Gibt es für Spendlhofer Anfragen?

„Das ist überhaupt kein Thema. Zwei Minuten nach einem Spiel ist nicht die richtige Zeit, um danach zu fragen, ob es für Spendlhofer Anfragen gibt.“

 

Gerüchteweise soll Werder Bremen Interesse haben. Ist da was dran?

„Es haben alle Interesse. Die sollen sich dann melden, dann kann ich was dazu sagen.“

Franco Foda:

Fazit zum Spiel:

„Wir haben gut angefangen und hatten in den ersten 15 Minuten zwei gute Situationen: Eine von Baris (Anm. Atik) durch eine Standardsituation und eine von Deni Alar. Im Prinzip sind wir in der ersten Aktion von Mattersburg in den Rückstand geraten, wo wir die Kontersituation einfach schlecht verteidigt haben und uns hätten fallen lassen müssen. Danach ist es unruhig geworden. Wir hatten zwar nach wie vor sehr viel Ballbesitz, sind auch gut bis 20 Meter vor das Tor gekommen, aber da haben wir dann oft falsche Entscheidungen getroffen und oft hat der letzte Pass gefehlt. Wir sind auch wenig aus der zweiten Reihe zum Abschluss gekommen – das hätten wir mehr tun müssen. In der Halbzeit musste ich leider den Torwart wechseln, weil es Christian (Anm. Gratzei) nicht gut ging. Haben dadurch dann eine Option verloren. In der zweiten Halbzeit waren wir auch sehr viel in der gegnerischen Hälfte, hatten glaub ich auch über 70% Ballbesitz. Aber bis 20 Meter vor der letzten Zone hat die letzte Zielstrebigkeit Richtung Tor gefehlt. Wir waren zwar überlegen, aber es ist zu wenig dabei herausgekommen. Wenn man so viel im Ballbesitz ist, muss man mindestens einen Punkt mitnehmen. Wir haben dann noch einen Stürmer gebracht, Viererkette aufgelöst, Gruber hinten links spielen lassen, alles riskiert, aber wurden dann am Ende des Tages nicht belohnt.“

Gerald Baumgartner:

Fazit zum Spiel:

„Für uns sind in der Situation die drei Punkte sehr wichtig. Wir haben alles reingehauen, haben gewusst wie Sturm zuhause spielen kann, wir mussten sehr viel laufen, sehr viele Zweikämpfe bestreiten, versuchen im Konter immer gefährlich zu sein. Das haben wir gemacht und deswegen ist der Sieg nicht unverdient. Die Jungs haben das überragend gemacht, deswegen Kompliment an die Mannschaft.“

Jimmy Jeggo:

Was sagt man nach so einem Spiel?

„Drei Punkte zuhause zu verlieren ist bitter. Es gab zwei einfache Tore, die wir viel besser hätten verteidigen müssen. Wenn man eine Mannschaft wie Mattersburg so eine Möglichkeit gibt, dann kämpfen sie um ihr Leben und stehen mit zehn Mann hinten drin. Ich glaube, bis 20, 30 Meter vor dem Tor war es OK, aber dann hätten wir mehr Torchancen herausspielen müssen. Es ist sehr bitter, aber es gibt noch sechs Spiele und wir müssen arbeiten und nun das meiste holen aus der restlichen Saison.“

 

Woran lag es heute?

„Wir müssen die Bälle besser verteidigen. Wir haben in der ersten Halbzeit gut angefangen und dann so ein einfaches Tor bekommen. Dann muss man wieder aufstehen. Zum Schluss sind wir alle nach vorne gegangen und bekommen das nächste einfache Tor. Wir müssen einfach mehr Chancen herausspielen. Bis 20, 30 Meter vor dem Tor war es nicht schlecht, aber dann müssen wir es besser machen.“

Stefan Maierhofer:

Nach über 10 Jahren darf der SV Mattersburg wieder einen Sieg in Graz feiern. Warum hat es diesmal geklappt?

„Erstens gibt es hier eine wunderschöne Kulisse und ich habe nur gute Erinnerungen an das Stadion. Tolle Fans, schöner Rasen, das müssen wir als Fußballer einfach genießen, wenn man um 16 Uhr auflaufen darf. In der ersten Hälfte haben wir das gut gemacht und die einen oder anderen Akzente nach vorne setzen können. Nach einer sehr guten Aktion hatten wir dann einen perfekten Abschluss von David (Anm. Atanga) und gehen 1:0 in Führung. Die Grazer haben das Spiel kontrolliert und vielleicht auch dominiert. Sie hatten viel Ballbesitz und spielten sich Chancen heraus, aber nicht zwingend. Wir sind defensiv sehr gut gestanden und haben es ihnen schwer gemacht. Zum Schluss haben wir mit dem 2:0 den Deckel zugemacht.“

 

3 Kommentare

  1. django sagt:

    wir wurden nicht belohnt ? hat Kreisel sich schon anstecken lassen ? WIR WOLLEN STURM SEHEN !!!

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  2. rio sagt:

    Köstlich, wie Kreissl immer und immer wieder auf den „ausgeglichenen Kader“ hinweist. Muss er ja auch, weil die Matic-Nachfolger scheinen weit entfernt von Verstärkungen und auch der Rest seiner „Erfindungen“ sind jetzt auch nicht gerade die „burner“, siehe Schulz & Co. Nun werden unsere Nachwuchsjuwele auch noch zu Leihspieler umgewandelt und „wir haben noch alles in unseren Händen“, ein Satz, der mehr beunruhigt, denn Hoffnung aufkeimen lässt. Weil genau genommen fehlt noch der Beweis, dass Matic kein Glücksgriff, sondern im Fachwissen des Günter Kreissl begründet war.

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