„Wollen ein geiles Spiel machen“

Spielvorschau: TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz

Am Sonntag um 14:30 Uhr trifft der SK Sturm Graz in der Profertil Arena auf den TSV Hartberg. Wie die Grazer sind auch die Oststeirer in dieser Saison noch ohne vollen Erfolg. Nach zwei Spielen steht das Team von Markus Schopp mit einem Zähler auf Rang zehn, Sturm mit zwei Punkten auf Platz acht. Beide Mannschaften wollen den ersten Dreier einfahren. Das Duell um die „Vorherrschaft“ in der Steiermark geht in die nächste Runde.

Kiteishvili und Co. erwartet am Sonntag ein harter Kampf | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Der SK Sturm zeigte sich im Spiel gegen den SK Rapid im Vergleich zur ersten Runde deutlich verbessert. „Leider haben wir nur einen Punkt geholt“, sagte Jon Gorenc-Stankovic in der Pressekonferenz vor dem Hartberg-Match. „Wir wollen jetzt drei Punkte und ein geiles Spiel machen“, gibt der Neo-Ersatzkapitän die Richtung vor. Christian Ilzer kann abgesehen von Vincent Trummer aus dem Vollen schöpfen, Gregory Wüthrich ist wieder voll fit. Ob der Schweizer oder Niklas Geyrhofer gegen Hartberg in der Startelf spielen wird, ließ der Trainer offen: „Konkurrenzkampf ist immer gut. Niklas hat seine Sache gegen Rapid gut gemacht, aber wir kennen auch die Qualität von ‚Gregy‘.“

„Hartberg war die verdiente Nummer eins“

Seit die Schopp-Elf 2018 den Sprung in die Bundesliga schaffte, gab es sechs „Steirer-Derbys“ zwischen den beiden Teams. Drei Mal siegte Sturm, drei Mal Hartberg, die Tordifferenz fällt mit 9:11 zugunsten der Oststeirer aus. Das letzte Aufeinandertreffen in der letzten Runde der vorigen Saison ging mit 1:4 klar an den TSV, Dario Tadic traf dabei zwei Mal. In der Profertil Arena blieb zuletzt Sturm der Sieger – im Juni setzte sich das Team unter Leitung von Nestor El Maestro mit 2:1 durch.

„Hartberg war im Vorjahr die verdiente Nummer eins“, sagte Christian Ilzer. „Ich bin mir sicher, dass die Hartberger auch heuer wieder eine Rolle spielen werden, doch es liegt an uns, die steirische Nummer eins zurückzuholen.“ Der Coach erklärte, man habe die Schwächen der Hartberger intensiv studiert, müsse diese aber erst gekonnt ausnutzen. Zudem läge der Fokus immer noch auf der eigenen Entwicklung.

Stamm blieb Schopp erhalten

Der Saisonbeginn verlief für Tadic, Rep und Co. nicht nach Wunsch. Nach einem 1:1 gegen den SCR Altach trat man erstmals in der Vereinsgeschichte im Europacup an. Gegen Piast Gliwice setzte es eine bittere 2:3-Niederlage – der entscheidende Treffer fiel erst in Minute 85. Letzten Sonntag unterlag man dem Wolfsberger AC mit 0:2. Die Hartberger agierten dabei wie auch gegen die Polen auf Augenhöhe. Dass die Mannschaft des TSV durchaus in der Lage ist, Fußball zu spielen und jedes Team der Bundesliga vor Herausforderungen stellen kann, bewiesen sie in diesem Jahr bereits des Öfteren.

Der Star der Hartberger – Trainer Markus Schopp | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Besonders auffällig waren die Umschaltsituationen, in denen gerade Rajko Rep und Tadic ihre Stärken ausspielen können. Aber auch Lukas Ried präsentiert sich in guter Form, der 24-Jährige erzielte sowohl im Cup als auch in der Europa-League-Qualifikation jeweils einen Treffer. Das Wechseln der Positionen in der Offensive, etwa ein Jürgen Heil, der in die Tiefe geht oder auch ein Tobias Kainz, der in den letzten Jahren an Torgefährlichkeit deutlich zugelegt hat, machen den Angriff schwer berechenbar. Für Hartberg ist jedoch Markus Schopp das Um und Auf und repräsentativ für den derzeitigen Erfolg. Schopp konnte seinen Stamm größtenteils halten und der Kader konnte mit interessanten Neuzugängen ergänzt werden.

Einige Neuzugänge mit Potential

Mit Philipp Sturm kam eine Verstärkung in der Offensive, er gilt als technisch versiert und dribbelstark. Der 21-jährige Salzburger war einer der Youth-League-Sieger von Red Bull 2017 und kam nach einem Jahr beim Chemnitzer FC, dem Klub von Philipp Hosiner, nach Österreich zurück. Mit Borna Petrovic holte man einen jungen Stürmer von Dinamo Zagreb, der bei zahlreichen Leihen Erfahrungen sammeln konnte. Für die Abwehr verpflichteten die Hartberger Stefan Gölles und Manfred Gollner vom WAC. Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist Abdoul Yoda. Der Mittelfeldspieler aus Burkina Faso machte letzten Sonntag seine ersten Bundesliga-Minuten.

Schopp muss gegen Sturm auf seinen neuen Mittelfeldmotor verzichten. Samson Tijani, 18-jähriger Leihspieler von Salzburg, stand bisher in jeder Saisonpartie in der Startaufstellung. Weil er gegen die Wolfsberger Gelb-Rot sah, muss er diesmal zusehen. Außerdem fehlt der rekonvaleszente Michael John Lema, dessen Leihe bis Saisonende verlängert wurde. Ex-Jungblacky Lukas Fadinger stand in dieser Saison noch nicht im Kader.

„Keine großen Überraschungen“ in der Startelf von Sturm

Im Cup gegen den SV Innsbruck spielte er auf der Acht, im Duell mit Rapid fand er sich in der Position des Stürmers wieder: Jakob Jantscher. „Er hat das schon richtig gut gemacht gegen Rapid“, sagte Ilzer. „Ich sehe ihn als richtig guten Fußballer, der auch einen guten Torabschluss hat und er ist sehr flexibel einsetzbar. Ich kann ihn mir als hängende Spitze vorstellen, als Zehner oder auch als Achter.“ Gut möglich also, dass Jantscher in Zukunft vermehrt im Zentrum aufgeboten wird. Auf die Frage nach der Aufstellung blieb der Trainer gewohnt zurückhaltend: „Wenn man das Spiel am Samstag gesehen hat, wird es keine großen Überraschungen geben.“

Will man gegen Hartberg gewinnen, muss vor allem die Chancenverwertung verbessert werden. Zahlreiche Möglichkeiten vergaben die Blackys gegen Rapid. In der Defensive heißt es aufmerksam bleiben. Gorenc-Stankovic sieht bereits deutliche Verbesserungen, besonders in der Abstimmung untereinander: „Wir sind erst kurze Zeit zusammen, aber es wird immer besser. Es dauert noch ein bisschen, wir sind noch nicht auf Topniveau, aber wir kommen da hin.“ In sechs Bundesliga-Duellen gegen den TSV konnte nicht ein einziges Mal die Null gehalten werden. Ein Umstand, den es am Sonntag zu ändern gilt.

Spielinfo

TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz

Österreichische Bundesliga, Saison 2020/21, 2. Runde
Sonntag, 27.09.2020, 14:30, Profertil Arena Hartberg
Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber

Mögliche Aufstellung:
Siebenhandl; Ingolitsch, Wüthrich, Gorenc-Stankovic, Dante; Ljubic, Hierländer, Kuen, Kiteishvili; Balaj, Jantscher

Ersatz:
Schützenauer, Geyrhofer, Koch, Huspek, Zettl, Friesenbichler, Jäger

Verletzt:
Trummer

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