Wölfe zähmen leicht gemacht?

Den Saisonstart des Wolfsberger AC kann man als durchwachsen betrachten. Gegen Soligorsk (Weißrussland) konnte sich die Truppe von Dietmar Kühbauer souverän in die dritte Qualifikationsrunde der Europa League schießen, wo, man möchte in Anbetracht des Gegners „natürlich“ sagen, Endstation war und zwar nicht gegen einen weiteren Klub aus dem fußballeuropäischen Niemandsland, sondern gegen den schwarz-gelben Kultverein aus dem Ruhrpott. Borussia Dortmund war eine Nummer zu groß, auch wenn sich die Wölfe zumindest im Heimspiel gegen den haushohen Favoriten aus Deutschland alles andere als unterlegen präsentierten und sich durch gutes Spiel in der zweiten Hälfte auch ein Unentschieden verdient hätten. In der Bundesliga mussten die Kärntner in der vergangenen Runde eine bittere Niederlage gegen Rapid Wien einstecken, obwohl es gelang, im Ernst-Happel-Stadion in der ersten Halbzeit sogar in Führung zu gehen. Das zwischenzeitliche 1:0 war der bisher einzige Treffer der Wolfsberger in der aktuellen Bundesligasaison. Den bisher einzigen Punkt holte man sich in Oberösterreich ab, wo man gegen die SV Ried eine torlose Punkteteilung erreichte.

Der SK Sturm Graz hingegen konnte vergangenen Sonntag den ersten Bundesligasieg der Saison erspielen und rangiert derzeit in der Tabelle mit fünf Punkten ungeschlagen vier Zähler vor dem WAC. Tabellarisch und nominell gehen die Grazer deshalb als Favorit in die kommende Begegnung im Lavanttal. Dass den Kärntnern allerdings ein Sieg zuzutrauen ist, steht außer Zweifel, denn die Lavanttal-Arena hat sich nicht oft als guter Boden für die Blackies erwiesen. Nur einmal konnte der SK Sturm drei Punkte von dort mit über die Pack nehmen – Robert Beric, damals noch in Schwarz-Weiß, erzielte den einzigen Treffer in dieser Partie. Man darf sich also trotz Festlegung eines Favoriten ein Spiel erwarten, in dem beide Mannschaften auf Augenhöhe agieren und dessen Ausgang kaum eingeschätzt werden kann.

„Der WAC ist eine gute Umschaltmannschaft, die schnell und zielstrebig nach vorne spielt“, gab Cheftrainer Franco Foda beim Mediabriefing zu bedenken, die Wolfsberger haben dies seiner Ansicht nach in der Euro League-Qualifikation gezeigt. Ziel könne es dennoch nur eines geben, nämlich zu gewinnen.
Wichtig sei es, an das eigene Spiel zu glauben und dieses von der ersten bis zur letzten Minute durchzuziehen.

Personelle Veränderungen

Auf die mögliche Startaufstellung angesprochen meinte Foda, dass es die eine oder andere Veränderung zum Spiel in Altach geben wird.  Marvin Potzmanns Rückkehr in die Startaufstellung – er war in der letzten Runde gesperrt – ist deshalb nicht auszuschließen. Außerdem haben Sascha Horvath und David Schloffer wieder mit der Mannschaft mittrainieren können. Dass sie für 90 Minuten einsatzbereit sind, darf aber bezweifelt werden. Bright Edomwonyi konnte ebenfalls wieder ins Training einsteigen – am Sonntag hatte er sich im Spiel gegen Altach am linken Knöchel verletzt und man musste zu diesem Zeitpunkt durchaus befürchten, dass dies erneut einen längeren Ausfall bedeuten könnte. Glücklicherweise stellte sich am Montag aber heraus, dass seine Verletzung weit weniger schlimm ist, als zuvor angenommen. Laut Foda könne er spielen, aber man dürfe seinen verletzungsbedingten Trainingsrückstand nicht vergessen.

(c) GEPA pictures/ tipp3

(c) GEPA pictures/ tipp3

 

Wilson Kamavuaka, zeigte sich Foda im Vorfeld des Spieles gegen den WAC überzeugt, könne sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld gut spielen. Welche Position der Deutsch-Kongolese in Zukunft seine angestammte nennen dürfen wird, bleibt also offen. Weil er seine Stärken auf beiden Positionen ausspielen könne, so der Cheftrainer, gebe es durch ihn noch mehr Optionen für die Aufstellung. „Im heutigen Fußball ist es wichtig, dass ein Spieler flexibel ist und auf mehreren Positionen spielen kann“, sagte Kamavuaka auf die Frage, welche Position ihm denn lieber sei, „man muss annehmen, was einem der Trainer vorgibt und dann versuchen, daraus das Beste zu machen.“

Welche Position er heute Abend einnehmen wird, ging aus dem Mediabriefing noch nicht hervor. Sicher ist aber, dass Franco Foda in personeller Hinsicht weder die Innenverteidigung noch das defensive Mittelfeld die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Wie heute die offensiven Positionen besetzt werden, blieb zum Teil ebenfalls offen. Donis Avdijaj, der in Vorarlberg eine starke Leistung bot und von den SturmNetz.at-LeserInnen auch zum Man Of The Match gekürt wurde, darf sich seiner Aufstellung sicher sein. Wer aber noch von Beginn an zum Zug kommen wird, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Josip Tadic, in den beiden Heimpartien jeweils mit einem Tor, konnte am Sonntag keine Akzente setzen. Andreas Grubers Auftritt war ebenfalls eher blass und unauffällig. Thorsten Schick wird als solider, einsatzfreudiger rechter Flügel wohl von Anfang an die Chance bekommen, seine alte Form wiederzufinden.

Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie der SK Sturm heute seine bisherige Bilanz in Wolfsberg aufzubessern versuchen und was der WAC unter Leitwolf Didi Kühbauer dagegen unternehmen wird.

 

Spieldaten:

Wolfsberger AC – SK Sturm Graz
Mittwoch, 12.08.2015, 20.30 Uhr, Lavanttal-Arena, Wolfsberg
Schiedsrichter: Christopher Jäger
1. Assistent: Roland Brandner
2. Assistent: DI Christian Riegler
4. Offizieller: Sebastian Gishamer

Mögliche Aufstellung:

Sturm Graz (4-2-3-1): Esser – Ehrenreich, Madl, Spendlhofer, Potzmann – Kamavuaka, Piesinger – Schick, Avdijaj, Dobras – Tadic

Ersatz: Schützenauer; Offenbacher, Hadzic, Schmerböck, Edomwonyi, Kienast, Horvath, Schloffer

Es fehlen: Klem (Muskelfaserriss), Stankovic, Rosenberger (beide Kreuzbandriss), Gratzei (Blessur), Schmerböck, Lykogiannis, Schnaderbeck

 

Schreibe einen Kommentar

Anzeige