Wintercheck – Teil 4/4

Ausgabe #4: die Stürmer

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackies liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß!

Deni Alar (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 2,81)

Es war wohl das Comeback des Herbstes im heimischen Fußball. Niemand konnte erwarten, dass Deni Alar, nachdem er bei Rapid keine Rolle mehr spielte, quasi aussortiert wurde, derartig neu aufblühen würde in Graz. Unglaubliche 13 Tore und einen Assist in 19 Bundesliga-Einsätzen sowie einen Cup-Treffer konnte der 26-Jährige für Sturm Graz beisteuern. Als bester Torschütze und Top-Scorer der Österreichischen Bundesliga darf er nun in die Frühjahrssaison starten. Speziell im ersten Saisonviertel, in dem er in neun Spielen über neun Treffer jubeln durfte, spielte sich der Steirer in einen Lauf, welcher den Grazern unzählige Punkte sicherte. Danach geriet sein Motor etwas ins Stottern und plötzlich blieben die Treffer aus. In dieser torlosen Phase wirkte Alar oft wie abgemeldet vom Spielgeschehen, konnte sich kaum in Szene setzen. Am letzten Spieltag vor der Winterpause brach der Neo-Blackie jedoch seine Torsperre und durfte sich über einen Doppelpack freuen, welcher in Hinsicht auf das Frühjahr mental von großer Bedeutung sein könnte. Die sehr magere Zweikampfquote von 29,20 %, die solide Passstatistik von 69,00 % sowie nur eine erfolgreiche Flanke bei acht Versuchen erklären letztendlich auch, warum der Torschütze vom Dienst bei Weitem nicht im Spitzenfeld des SturmNetz-Leserzeugnisses angesiedelt ist. Deni Alar hat unter dem Strich das getan, was man sich von einem guten Stürmer erwarten darf: Er hat Tore geschossen – und zwar viele und wichtige. Wenn er dies jedoch nicht tat, war er oft nur Nebendarsteller am Platz, konnte kaum Akzente setzen. Summa summarum eine starke Herbstsaison des Neuzugangs, die Lust auf mehr gemacht hat.

 

Bright Edomwonyi (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 2,87)

Es ist hin und wieder nicht ganz einfach Bright Edomwonyi zu beurteilen. Stümperhafte Ballannahmen, haarsträubende Fehlpässe und unnötige Fouls stehen starkem Offensivpressing, ungeheurer Schnelligkeit und hoher Kampf- und Laufbereitschaft gegenüber. Dass der junge Nigerianer kein Edeltechniker mehr wird, sollte in Graz mittlerweile wohl jeder verstanden haben. Wäre er dies, wäre er wohl ohnehin nicht mehr bei Sturm Graz unter Vertrag. Der 22-Jährige kann jedoch trotz limitierter fußballerischer Qualitäten eine Waffe sein, wie man in dieser Herbstsaison schon einige Male erleben durfte. In 18 Bundesliga-Einsätzen durfte der blitzschnelle Angreifer über vier Tore und vier Assists jubeln. Edi konnte 78 von 228 Zweikämpfen für sich entscheiden, was eine Quote von 34,21 % ergibt. Bei seinen 37 begangenen Fouls fing sich der Stürmer 3 gelbe Karten ein. Mit einer Passstatistik von 63,44 % (jedoch nur 56,18 % angekommene Pässe in der gegnerischen Hälfte) und keiner angekommenen Flanke bei zwölf Versuchen können die bereits angesprochenen technischen Mängel des Afrikaners untermauert werden. Trotz alledem ist Edomwonyi aus dem Angriffsspiel der Grazer kaum mehr wegzudenken. Seine Probleme mit dem Ball macht Edomwonyi mit seinem unglaublichen Speed und seiner Antrittsstärke wieder wett. Hauptprofiteur Deni Alar hätte wohl kaum 13 Tore auf seinem Konto zu verbuchen, hätte der Nigerianer nicht so oft Verteidiger an sich gebunden. Bright Edomwonyi ist ein ständiger Unruheherd, der den Gegner stets zu beschäftigen weiß. Man kann nur hoffen, dass seine Formkurve weiter nach oben zeigt und zumindest ein bisschen am Spiel mit dem Ball gefeilt werden kann.

 

Roman Kienast (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 3,44)

Die Tage des Roman Kienast beim SK Sturm scheinen langsam gezählt. Auf lediglich einen Einsatz von Beginn an (bei der 0:1 Niederlage bei der SV Ried in Runde 2), sowie auf neun Einwechslungen brachte es der 1,90m-Hüne in dieser Herbstsaison, was in Summe nur 172 Spielminuten bedeutet. Der 32-Jährige konnte in der Bundesliga keinen Treffer beisteuern und lieferte ebenso wenig eine Torvorlage. Im ÖFB-Cup durfte sich Kienast jedoch dreimal in die Torschützenliste eintragen. Speziell beim 2:0 Sieg gegen den FC Stadlau in Cup-Runde 1 war sein Doppelpack von großer Bedeutung. Kienast konnte von 31 Zweikämpfen zehn für sich entscheiden (32,26 %) und ganze 40 seiner 54 Pässe fanden den Mitspieler (74,07 %). Das größte Manko des in Salzburg geborenen Angreifers ist mittlerweile seine fehlende Spritzigkeit. Kienast wirkte in seinen wenigen Einsatzminuten extrem langsam und behäbig und strahlte zudem kaum Gefahr aus. Oft kam er in den letzten Minuten und hatte weniger PS als Jeggo nach 85 absolvierten Spielminuten. Sollte sich kein Frühjahrswunder ereignen und Kienast in der Winterpause nicht Super-Benzin anstelle von köstlichem Glühwein getankt haben, wird Kreissl den am Ende der Saison auslaufenden Vertrag wohl unter keinen Umständen mehr verlängern.

 

Philipp Zulechner (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 3,72)

Philipp Zulechner, erst kurz vor Transferschluss von Freiburg nach Graz übersiedelt, brachte es auf sieben Einsätze in der Österreichischen Bundesliga. In insgesamt 210 Spielminuten konnte Zulechner weder ein Tor noch einen Assist verbuchen. Der Ex-Grödiger konnte 18 seiner 53 Zweikämpfe für sich entscheiden (33,96 %) und weist mit einer Passquote von 52,08 % (in der gegnerischen Hälfte fanden gar nur 47,62 % seiner Pässe einen Mitspieler) die schlechteste aller schwarz-weißen Angreifer auf. Es bleibt zu hoffen, dass der 26-Jährige, nach einer kompletten Vorbereitung mit der Mannschaft, im Frühjahr anders auftritt, denn bisher war das nix!

 

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