Wintercheck – Teil 3/4

Ausgabe #3: das Mittelfeld

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackies liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß! 

Uros Matic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,15)

Sexuelle, gepaart mit fußballerischer Erregung fuhr dem einen oder anderen Sturm-Aficionado nicht nur in das Gebein sondern vermutlich/hoffentlich durch den ganzen Körper, als er Matic beim Spiel mit dem runden Leder zusah. So etwas wie die Reinkarnation von Ivica Vastic war geboren und mit ihr eine Identifikationsfigur, der man als Anhänger der Schwarz-Weißen einfach nicht böse sein kann, dass sie schon nach einem halben Jahr Dovidenja sagt. Währenddessen werden einige Sturm-Fans sehnlichst – Transferperiode für Transferperiode – auf eine Rückkehr von Uros Matic warten, aber mit ziemlicher Sicherheit vergeblich. Die Leichtigkeit, mit der er seine Gegenspieler wie Hütchen aussehen ließ, verzauberte Liebenau und somit konnte man für einen kurzen Augenblick die Probleme des Alltags hinter sich lassen. Genau wegen solcher Akteure wird der Fußball geliebt und es fühlt sich so an, als hätte Kopenhagen das schwarz-weiße Herz des SK Sturm mitgenommen. Bei aller Romantik sollte jedoch erwähnt werden, dass die Leistungen des am häufigsten gefoulten Spielers der Herbstsaison mit zunehmender Dauer abnahmen, was jedoch zu erwarten war. Wenn man in der Spielzeit viermal gegen den gleichen Gegner spielt, ist es natürlich für diesen umso einfacher sich auf einen Klassespieler wie Matic einzustellen. Trotzdem wird man in der Frühjahrssaison sehen, wie sehr der Serbe dem Spiel der Blackies fehlen wird, da er es immer wieder verstand, ein bis zwei Gegenspieler an sich zu binden und somit Platz für seine Mitspieler zu schaffen. Zusätzlich war Matic im Stande, seine typischen „Porno-Pässe“ zu spielen und die gegnerische Abwehr in ihre Einzelteile zu zerlegen. Zurück bleiben unvergessliche Momente wie die Vorarbeit zum 1:0 gegen die Austria oder das unwiderstehliche 3:1 gegen den SKN St. Pölten. Sechs Nominierungen zum Mann des Spieles sowie drei Tore und drei Assists sprechen Bände und wir sagen zum Abschied leise „Porno“.

 

James Jeggo (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,26)

Sturm gastiert auswärts im restlos ausverkauften Weststadion in Wien und versucht schnell umzuschalten, James Jeggo rutscht mit vollem Karacho in den Ball und gewinnt mit diesem Monstertackling in einer scheinbar ausweglosen Situation selbigen gegen zwei Rapidler zurück. Diese Aktion steht stellvertretend für die Herbstsaison des Australiers, er bringt alle Tugenden mit, die man letzte Saison so schmerzlich vermisste. Unbändige Laufbereitschaft gepaart mit unglaublichem Einsatzwillen und beeindruckender Zweikampfstärke zeichnen Jeggo aus und da verzeiht man den einen oder anderen kapitalen Schnitzer wie gegen Altach oder die Admira umso leichter. Interessant zu beobachten wird sein, wie der Australier mit einem neuen Partner im defensiven Mittelfeld harmonieren wird. Es ist durchaus möglich, dass Jeggo in der Frühjahrssaison offensiver auftreten wird, da er in den vergangenen Spielen eher den defensiven Part innehatte. Dies lässt sich auch daran erkennen, dass er lediglich einen Assist beisteuern konnte. Wenn man die Leistungen des Sechsers Revue passieren lässt, ist es nahezu unerklärlich, dass er vergangene Saison nicht ansatzweise Berücksichtigung im System Franco Fodas fand. Wenn man Jeggo mit einem Spieler aus der goldenen Osim-Ära vergleichen möchte, dann wäre dies zweifellos Roman Mählich. Falls der Australier seine kapitalen Schnitzer sowie seine „Gelbsucht“ ablegen kann, trauen wir ihm sogar den Titel zum Spieler der Saison zu.

 

Sascha Horvath (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,27)

Der Wiener startete wirklich sehr gut in die Saison, umso ärgerlicher ist es, dass er verletzungsbedingt nur zehn Spiele absolvieren konnte. Zwei so wendige und schnelle Spieler auf den Außenbahnen wie Horvath und Huspek zu verteidigen, dürfte die gegnerischen Abwehrreihen vor erhebliche Probleme in der Frühjahrssaison stellen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass der 20-Jährige verletzungsfrei bleibt und wieder zu alter Form findet. Mit Sascha Horvath als Vordermann könnte auch für Lyko mehr Platz auf der linken Seite entstehen, da der Wiener sehr gerne in die Mitte zieht und somit ein bis zwei Gegenspieler binden kann. Wie wichtig seine Diagonalläufe tatsächlich sind, merkte man speziell in den letzten Spielen der Herbstsaison, da auf der linken Außenbahn oftmals so etwas wie Stagnation herrschte. Mit Horvath dürfte auch mehr Unberechenbarkeit in das Spiel des SK Sturm zurückkehren, da er sowohl auf der zentral offensiven Position als auch auf den beiden Außenbahnen einsetzbar wäre. Zudem sprechen vier Assists in neun Ligaspielen eine deutliche Sprache. Es bleibt nur noch zu hoffen, dass er fit bleibt.

 

Philipp Huspek (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,70)

Mit einer absoluten Galavorstellung gegen das Salzburger Marketingprojekt stellte sich der Flügelflitzer vor und versetzte Graz-Liebenau daher in Ekstase. Damit hatte er wohl nicht einmal selbst gerechnet. Dass es schwer werden würde, noch einmal an so eine Leistung anzuknüpfen, dürfte wohl jedem klar gewesen sein, so richtig glauben wollte man es trotzdem nicht. Leider lieferte Philipp Huspek im weiteren Saisonverlauf eher durchschnittliche Leistungen ab, obwohl zweifellos genügend Potential für einen Leistungsträger vorhanden wäre. Er bringt alles mit, was ein moderner Außenbahnspieler braucht, beispielsweise enorme Schnelligkeit, Laufbereitschaft und Trickreichtum. Jedoch fällt der Oberösterreicher oftmals durch technische Fehler auf und macht schlicht und ergreifend zu wenig mit den Räumen, die sich ihm bieten. Hervorheben möchten wir aber auf jeden Fall seine Zweikampfbereitschaft: Die Hälfte seiner Duelle gewinnt er nämlich (51.63 %). Fünf Torbeteiligungen stellen zudem auch einen zufriedenstellenden Wert dar. Dass jedoch noch mehr möglich gewesen wäre, belegt die Tatsache, dass von 28 Flanken nur drei ihr Ziel fanden. Das Resümee fällt aber durchaus positiv aus, denn mit Philipp Huspek hat Günter Kreissl einen guten Spieler mit Luft nach oben verpflichtet.

 

Kristijan Dobras (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,77)

Verpflichtet wurde der Austro-Kroate als große Zukunftshoffnung, denn zu gut waren seine Leistungen beim SC Wiener Neustadt, als dass man anderes erwarten durfte. Es folgte eine Galavorstellung gegen den Regionalligisten aus Hartberg und die Sturm-Aficionados rieben sich schon die Hände. Bestaunen durfte man dann aber bestenfalls lediglich durchschnittliche Auftritte und Enttäuschung machte sich breit. Dobras hatte zu Beginn der heurigen Saison alle Vorschusslorbeeren verspielt und niemand hätte ihm eine Rückkehr in die Stammformation zugetraut. Doch wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann, erlebten wir auch an diesem Beispiel – Sascha Horvath verletzte sich, Marc Andre Schmerböck rutschte in die Anfangsaufstellung, kann nicht auf Dauer überzeugen und schon nutzt Dobras seine Chance. Unter dem Strich reicht es für elf Ligaspiele, in denen er es auf 276 Einsatzminuten bringt und mit vier Torvorlagen glänzt, was ein wirklich guter Wert ist. Verbesserungswürdig ist aber auf jeden Fall seine Defensivarbeit, die beispielsweise nach schlechtem Zweikampfverhalten, nach einer seiner neun Einwechslungen, gegen Mattersburg zum späten Ausgleich führte. Falls Dobras die Leistungen der letzten Spiele weiterhin konstant auf den Platz bringen kann, dürfte sich auf den Außenbahnen ein interessanter Konkurrenzkampf anbahnen. Weiter so!

 

Marc Andre Schmerböck (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,83)

Die letzte Saison schien richtungsweisend für die Karriere von Marc Andre Schmerböck, denn bei Sturm kam er an seinem Kollegen auf der linken Außenbahn, Andreas Gruber, nicht vorbei und somit blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als den 22- Jährigen zu verleihen. Beim WAC sollte er dann sein Glück finden und gestärkt von der Leihe zurückkommen, das gewonnene Selbstvertrauen konnte man nahezu in der gesamten Sommervorbereitung erkennen, als er einer der Besten war. Richtig durchsetzen konnte sich Schmerböck erst, als Sascha Horvath verletzungsbedingt ausfiel und es gelangen ihm durchaus positive Leistungen. 54,19 % angekommene Pässe in der gegnerischen Hälfte belegen dies zusätzlich und fünf Torbeteiligungen bei 14 Einsätzen können sich auch sehen lassen. So wie bei vielen seiner Mannschaftskollegen ließen die Leistungen im zweiten Saisonviertel deutlich nach und auch die eine oder andere kleine Verletzung trug dazu bei, dass Schmerböck seinen Stammplatz zwischenzeitlich an Kristijan Dobras verlor. Die Tatsache, dass er von 26 Flanken nur drei an den Mann brachte und Philipp Huspeks Flankenstatistik sich in ähnlichen Sphären bewegt, erklärt vielleicht auch, weshalb Deni Alar so lange Zeit in der Luft hing. Wir gehen jedoch davon aus, dass der junge Grazer wieder Fahrt im Konkurrenzkampf um den Platz auf der linken Außenbahn aufnehmen wird.

 

Stefan Hierländer (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,91)

Einige Anhänger der Schwarz-Weißen haben den Villacher bereits vor seiner Ankunft mit Vorschusslorbeeren überhäuft, denn seine Vita las sich durchaus vielversprechend. Dass Hierländer in der vergangenen Spielzeit nahezu keine Matchpraxis erlangen konnte, wird oft vergessen und deshalb sollte man das erste Halbjahr bei Sturm nicht überbewerten. Immer wieder sind tolle Ansätze zu erkennen, die sich auch in drei Toren und Vorlagen niederschlagen, aber insgeheim hat der eine oder andere Fan mit Sicherheit mehr erwartet. Dies ist auch völlig legitim, denn alles in allem muss man festhalten, dass Hierländer über einen Großteil der bisherigen Saison schon recht blass geblieben ist. Hervorheben muss man ganz klar seine Polyvalenz im Mittelfeld, die in den nächsten Monaten noch sehr wertvoll für den SK Sturm werden könnte. Falls die Grazer keinen neuen Sechser verpflichten, dürfte wohl der Villacher in die Matic-Rolle schlüpfen. Ob er diesen adäquat ersetzen kann, darf durchaus bezweifelt werden. Dafür waren die bisher gezeigten Leistungen einfach noch nicht konstant genug.

 

Die Back-Ups

Simon Piesinger (ø-Sturmnetz-Leserzeugnisnote: 2,70)

„No Piesi, no Party!“, hallte es vor geraumer Zeit durch Graz-Liebenau, Partys gab es in der Herbstsaison einige – den Piesi leider weniger. Mittlerweile ist der lange Sechser mehr und mehr in Vergessenheit geraten. Nur der Verletzungsteufel kann anscheinend nicht aufhören, an ihn zu denken und möchte unbedingt Zeit mit ihm verbringen. Somit hat es der Oberstösterreicher nur auf ein einziges Spiel in der abgelaufenen Saison gebracht. Wir wünschen Piesi auf jeden Fall baldige Genesung und hoffen, dass er wieder zurück zu alter Stärke findet.

Sandi Lovric (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,03)

Zu mageren drei Einsätzen kam Sandi Lovric in der abgelaufenen Herbstsaison, erhofft hatte er sich wohl mehr. Letzte Saison konnte man Fodas Verzicht auf den 18-Jährigen weitestgehend nicht verstehen, in dieser Saison sieht die Lage anders aus: Das zentrale Mittelfeld des SK Sturm kann man ohne Bedenken als das beste der gesamten Liga titulieren und da ist es natürlich schwierig bis nahezu unmöglich, sich durchzusetzen. Mit dem Verkauf von Matic könnte sich jedoch eine Chance für das junge Talent auftun, denn Hierländer und Piesinger sind im Moment sicher weniger starke Konkurrenten, als es der Serbe war.

Marco Stankovic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,37)

Marko Stankovic hat sechs Bundesligaeinsätze zu Buche stehen, man hätte allerdings mit weniger Einsätzen rechnen können. Es gelang dem 30-Jährigen nicht wirklich, Akzente zu setzen. Eigentlich sollte ein Akteur in seinem Alter zu den absoluten Leistungsträgern und Führungsspielern zählen. Stattdessen trabt Stanko über den Platz, als wäre er mindestens zehn Jahre älter und es tut schon etwas weh, einen einstigen Lieblingsspieler des Autors, bei seinem sportlichen Verfall zuzusehen. Die Bundesligatauglichkeit muss leider hinterfragt werden!

Andreas Gruber (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,72)

Er hätte wohl auch nicht erwartet, dass es in der aktuellen Saison bislang für lediglich einen Bundesligaeinsatz reichen sollte. Dieser kam nur aufgrund einer Vielzahl von Verletzungen zu Stande und es wird verdammt schwer für Gruber, sich in den Fokus von Trainer Foda zu spielen. Vielleicht könnte ihm ein ähnlicher Karriereschritt wie jener von Marc Andre Schmerböck weiterhelfen. Aktuell scheint eine Leihe die einzig sinnvolle Lösung zu sein.

 

5 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Ich schließ mich der Einschätzung d. Autors über Hierländer 100%ig an, möcht nur no hinzufügen, daß er doch 1 Konstanz in seinen Leistungen hatte: er rennt sich jedesmal wirklich die Seele ausm Leib, is fast überall zu finden..

    Weiß ich wiederhole mich, aber finde die dauernde wirkliche „Unterbewertung“ von S.H. echt a FRECHHEIT! Diesmal a wieder unter den „Worst3“, sogar schlechter als Piesinger???minimal vor Lovric??? Gehört doch mindestens in die Region von Huspek/Schmerböck (eigentli bissi besser), den schlechter war er ganz sicher nicht!!!

    Phuuu, sry, aber is mir einfach unverständlich!

    Ans Forum: Hat viell wer ne Antwort/Idee, was der Grund dieser Antipathie ist od sein könnt?

    Rest d. Bewertung find ich nicht, nicht treffend im Großen und Ganzen 😉

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    • Ferdi sagt:

      @g4e: Deiner Meinung schliesse ich mich 100%ig an.

      Die mMn negative Bewertung von S.H. ist ein Witz, bzw. kann nur mit

      einem Restbrett von Silvester verfasst worden sein.

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