Wintercheck – Teil 2/4

Ausgabe #2: die Abwehr

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackies liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß!

Die Innenverteidiger

Christian Schulz (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,39)

„Hallo, mein Name ist Christian Schulz und ich bin euer Kapitän.“ So oder so ähnlich dürften die ersten Worte des Routiniers gelautet haben, als er Mitte Juli in der Kabine der Schwarz-Weißen vorstellig wurde. Ablösefrei vom Bundesliga-Absteiger Hannover 96 geholt, wurde der 33-Jährige von Trainer Franco Foda auf Anhieb zum Mannschaftsführer der Blackies ernannt. Eine halbe Spielzeit später darf man feststellen: nicht zu unrecht. Zwar schlichen sich ins Spiel des Innenverteidigers einige Schnitzer ein, die man sich so von einem vierfachen Nationalspieler mit über 350 Bundesligaspielen in den Beinen nicht erwarten würde, seine Körpersprache auf und neben dem Platz lassen aber erahnen, weshalb der Deutsche geholt wurde. Schulz‘ Persönlichkeit tut der Mannschaft sichtlich gut. In Runde drei kam der zweitälteste Spieler im Kader zum ersten Mal zum Einsatz und sogleich blieb sein Team ohne Gegentreffer. Schulz gliederte sich von Beginn weg gut in das Team ein und konnte sowohl gegen Altach als auch gegen Rapid in zwei hintereinander folgenden Runden per Köpfchen wichtige Treffer erzielen. Sechs Heimspiele später dürfte nun auch er wissen, wo sich in Liebenau der Auswärtssektor befindet. „Schulle“ darf sich zudem über den starken sechsten Platz in der aus den Leserbewertungen erstellten Rangliste sowie den Titel „Man-Of-The-Match“ in Runde 12 freuen. Keep on captaining, Christian!

 

Lukas Spendlhofer (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,46)

Spendlhofer-Madl, Spendlhofer-Barbaric, Spendlhofer-Avlonitis, Spendlhofer-Schulz, Spendlhofer-Schoissengeyr. Seit über zwei Jahren heißt die einzige Konstante in Sturms Abwehrreihen Lukas Spendlhofer. Quasi halbjährlich bekommt der noch immer junge Innenverteidiger einen anderen Koalitionspartner vor die Nase gesetzt, frei nach dem Motto: „Mach das Beste draus!“ Und das macht er. Zumindest zumeist. 1800 Spielminuten hat der gebürtige Wiener in den Beinen, doch wirkt er kein bisschen müde. Neben Kapitän Schulz ruft dessen Ersatzmann Woche für Woche konstant starke Leistungen ab. Zwei Tore und ein Assist kann der 23-Jährige nach 20 Ligaspielen verbuchen. An Vorgänger Nikola Vujadinovic kommt „Spendi“ zwar nicht ran, vergleicht man aber deren Fähigkeiten im Spielaufbau, darf der einstige Publikumsliebling gerne bleiben, wo der Reis wächst. Außerdem konnte der 18-fache U-21-Nationalspieler 90,91% seiner 22 Tackles positiv bestreiten, ein herausragender Wert. Unmittelbar hinter seinem Nebenmann reiht sich der ehemalige Italien-Legionär auf Rang 7 in der Leserbewertungsrangliste ein, obwohl seine Leistungen im Herbst wohl gesamt gesehen sogar einen Deut besser waren als die des Routiniers. Auch Spendlhofer darf sich den Titel „Man-Of-The-Match“ eingerahmt über das Nachtkasterl hängen, in Runde 11 habt ihr ihn zum besten Spieler des Tages gewählt. Sempre avanti, Capitano del Futuro!

 

Christian Schoissengeyr (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,52)

Genau wie Gulasch schmeckt auch folgender Satz nach jedem Aufwärmen besser: Sturm kann sich glücklich schätzen, einen solchen Back-Up zu haben. Ähnlich wie James Jeggo kommt auch Christian Schoissengeyr erst in dieser Saison so richtig zur Geltung, steht er doch schon seit vergangenem Sommer im Kader der Blackies. Was wäre wohl gewesen, hätte man Jelani Smith mehr Zeit gegeben? Ok, lassen wir das. „Schoissi“ bestritt die ersten beiden Saisonspiele souverän, musste dann jedoch der Routine des Kapitäns den Vortritt lassen. Trotzdem war er immer verlässlich da, wenn man ihn gebraucht hat. Auch er durfte sich im Laufe des Herbstes einmal die Pappkrone mit der Aufschrift „Man-Of-The-Match“ aufsetzen. In der zweiten Runde des ÖFB-Cups lieferte er eurer Bewertung nach die beste Leistung des Tages ab. Der Gegner? Nebensächlich. Dass ihm noch etwas die Erfahrung fehlt, machte sich im Auswärtsspiel gegen Altach bemerkbar, als er sich in Halbzeit zwei eine gelb-rote Karte abholte, die man als äußerst unnötig bezeichnen konnte. Am fußballerischen Können liegt es nicht, dass Schoissengeyr so selten in der Startaufstellung steht. Eher an der Konkurrenz. Nicht umsonst haben die Schwarz-Weißen die zweitwenigsten Gegentore in der Liga erhalten. Schoissengeyr komplettiert das IV-Terzett in der Leserbewertung und reiht sich hinter seinen Kollegen auf dem achten Platz ein. Sollte Christian Schulz in Graz nicht zu einem Francesco Totti mutieren, dürfte seine Zeit sehr bald kommen. Bleib dran, Junior! Und weil es so gut schmeckt: Sturm kann sich glücklich schätzen, einen solchen Back-Up zu haben.

 

Die Außenpracker

Charalampos Lykogiannis (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,27)

Lange hat es gedauert, aber einen besseren Moment hätte sich der „Unaussprechbare“ nicht aussuchen können, um sein erstes Saisontor zu erzielen. Ausgerechnet im nagelneuen Stadion des SK Rapid hämmerte der Grieche einen Freistoß zur Führung unter das Lattenkreuz. Und weil es so schön war, netzte er in der 18. Runde gleich noch einmal aus einem ruhenden Ball heraus. Unzählige Spieltage zuvor war er immer schon so knapp dran an einem Treffer, nie war das Glück auf seiner Seite. Es muss eine Hassliebe sein – zwischen ihm und dem Aluminium. Dreimal brachte der Linksfuß das Gebälk zum Erzittern, das ist Ligahöchstwert – und wir sprechen nach wie vor von einem Verteidiger. Kein Wunder, gab er mit 23 Schüssen auch die meisten aller Verteidiger ligaweit ab. Apropos Ligahöchstwert: 466 Ballverluste sind unübertroffen, in Hollywood gäbe es dafür die Goldene Himbeere. Auch bei seinen Flanken hat sich der bullige Außenpracker nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, von 50 Versuchen fanden mickrige fünf den Mitspieler. Bitter: Eine Auswechslung kostete ihm zwei Minuten, die ihm nun auf den Dauerbrennerposten fehlen. Dass er bei den Fans trotz einiger unrühmlicher Werte hoch im Kurs steht, zeigt die Leserbewertung. Nach dem gespielten Herbst darf sich „Lyko“ gemeinsam mit Sascha Horvath die Bronzemedaille teilen. Dazu kommen drei „Man-Of-The-Match“-Ernennungen, welche er sich alle im Spätherbst erarbeitet hat. Συνεχίσουμε έτσι, Harry!

 

Fabian Koch (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,53)

„Oida, wennst da denkst, dass do letztes Joa no da Ehrenreich gspüt hot – dagegn is da Koch jo a Zauberer!“ – Originalzitat aus dem Stadion Liebenau. Um den Philosophen zu schützen, bleibt er an dieser Stelle anonym. Aber wo er Recht hat, hat er halt nicht unrecht. Zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit ist Sturm auf beiden Außenverteidigerpositionen stark besetzt. Zwar recht dünn, aber stark. So wie Popeye in etwa. Fabian Koch war ein wahrer Glücksgriff. Das Ex-Veilchen mit der etwas eigenwilligen Frisur erinnert ein wenig an Stefan Kulovits – eine echte Kampfgelse. Der 27-Jährige beackert seine rechte Abwehrseite unermüdlich – schon 1800 Spielminuten lang. 1456 Ballkontakte sind hinter Raphael Holzhauser die meisten aller Akteure in der Österreichischen Bundesliga. Des Weiteren stehen seine drei Treffer auch sinnbildlich für die offensiv so starke Verteidigung der Blackies. In Erinnerung bleibt sein später Hammer im Ländle, welcher nicht nur seinem Team einen Punkt gegen den heimstarken Winterkönig sicherte, sondern auch ihm seinen Titel „Man-Of-The-Match“. Ein Assist zusätzlich macht ihn gemeinsam mit Petar Filipovic zum besten Scorer aller Abwehrspieler ligaweit. Mit seinem neunten Platz in der Leserbewertung sorgt der Rechtsverteidiger dafür, dass alle Stammabwehrspieler in den Top-10 zu finden sind. Man kann nur hoffen, dass sich Koch und Lykogiannis nicht längerfristig verletzen und dem Verein noch lange treu sind. Martin Ehrenreich ist in der Marketingabteilung sehr gut aufgehoben. Kämpfen, Kochi!

 

Die Back-Ups

Marvin Potzmann (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,95)

Marvin Potzmann wurde einst als große Hoffnung für die rechte Außenbahn geholt. Seine Ausbeute in der bisherigen Saison: 22 Einsatzminuten in der Bundesliga, 90 in der Regionalliga und Einsätze im ÖFB-Cup. Da der für die Blackies aber schon wieder vorbei ist, wird es im Frühjahr nicht viel besser werden mit den Einsatzzeiten. Trotzdem ist Potzmann ein wichtiger Bestandteil des Kaders und erster Ersatzmann für beide Außenverteidigerpositionen. Sportlich wird es wohl so schnell kein Vorbeikommen an den etablierten Stammkräften geben, zu konstant gut spielen beide. Verletzt sich einer der beiden, muss „Potzi“ bereit sein.

Lukas Skrivanek & Dario Maresic

Sie komplettieren die Hintermannschaft der Schwarz-Weißen. Die beiden Youngsters erhielten im Sommer jeweils einen Profivertrag, Bundesligaluft durften sie aber noch keine schnuppern. Der 17-jährige Maresic ist eine Zukunftsaktie für die Innenverteidigung, wurde nach fünf Einsätzen für die Amateure im September jedoch von einem Muskelfaserriss außer Gefecht gesetzt. Skrivanek hat im Herbst acht Spiele in der Regionalliga Mitte bestritten und davon alle Partien durchgespielt, sogar ein Treffer wollte ihm gelingen. Sollte der Super-GAU eintreten und sich sowohl Koch als auch Lykogiannis verletzen, wird Foda dem 19-Jährigen wohl die Chance geben.

Martin Ehrenreich

Only jokin‘.

 

2 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    viell sollt i no a 2. (weniger geschönte) Meinung zu der Leistung von Sturm suchen..mal schauen, was auf GAKNetz.at steht..

    ONLY JOKIN‘ 😉

    0

  2. Rene90 sagt:

    Ligaweit die 2. stärkste Abwehrreihe und der größte Unterschied zur Vorsaison oder den letzten Saisonen sind die AV – wobei es rechts noch eklanter war als links

    für meinen Geschmack wurde Koch im Durchschnitt zu schlecht bewertet , sicher geschuldet da er kein Sympathieträger ist

    0

Schreibe einen Kommentar