Willst du mit 108 noch Jungfrau bleiben?

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien

Das erste Mal ist für viele eine unvergessliche Erinnerung. Meist spät am Abend fühlt es sich für manche recht schmerzhaft an, der Großteil aber genießt es in vollsten Zügen und tut dies lautstark kund. Solch lusterfüllte Schreie will man als Fan des SK Sturm auch am Mittwoch kurz vor Mitternacht im Stadion Liebenau wahrnehmen, wenn die Steirer dem SK Rapid Wien im sechsten Anlauf das erste Mal in einer ÖFB-Cup-Partie eine Niederlage zufügen. Die Hütteldorfer hingegen hoffen, das Jungfernhäutchen gegen die Grazer nicht zum Reißen zu bringen und nach dem offenbar beendeten Cupfluch der jüngeren Vereinsgeschichte den zweiten Finaleinzug in Folge feiern zu können.

Spuck den Schnuller aus

Nach drei ängstlichen und fehlgeschlagenen Anmachversuchen am Wiener Schulhof in frühen Jahren, versuchte der mittlerweile reifere SK Sturm zuletzt im Achtelfinale 2014, den SK Rapid im eigenen Wohnzimmer flachzulegen. Der Klub aus der Hauptstadt ließ den Gast aus der Steiermark aber nicht ran und schickte die Elf von Trainer Franco Foda mit einem 1:0 niedergeschlagen nach Hause. Erst einmal hat es der Verein in Schwarz-Weiß probiert, den grün-weißen Rivalen nach Hause einzuladen, um dort mit ihm fertig zu werden. Um die Jahrtausendwende, als beide Klubs noch jünger waren und außerdem jener aus Graz besonders sexy, sah es für den Gastgeber lange Zeit auch gut aus. Zwei Mal stand er kurz vor dem Höhepunkt, zwei Mal musste er einen Rückschlag hinnehmen. Letztendlich präsentierte man sich zu schlaff und die Steirer mussten sich im Elfmeterschießen geschlagen geben. Die holde Maid in den eigenen vier Wänden um den Finger wickeln: Mit dieser Taktik will der Murstädterklub gut 18 Jahre später erneut an die Mission „Entjungferung“ herangehen und die Donaustädter aus dem Stadion blasen.

In den bisherigen drei Saisonduellen mussten die Schwoazn noch keine Niederlage gegen die Grünen hinnehmen, im ersten Ligaspiel ging man auswärts als knapper Sieger vom Platz, die darauffolgenden Partien endeten jeweils Unentschieden. Brisant: Das vierte Duell in der Österreichischen Bundesliga erfolgt prompt elf Tage nach dem Cup-Kracher in der selben Konstellation in Graz – egal also, wie das Halbfinale ausgeht, für aufgeheizte Stimmung ist auch wenige Tage später in Liebenau gesorgt. Die Rapidler hatten im bisherigen Cupverlauf mit einer etwas schwierigeren Auslosung zu kämpfen. Nach souveränen Siegen gegen den SC Schwaz (2:0) und den ASK Bregenz (4:0) hatten die Hütteldorfer bei den beiden 2:1-Siegen gegen den Stadtrivalen Austria sowie gegen die SV Ried das glücklichere Ende. Insbesondere gegen die Innviertler war das Ausscheiden schon spürbar, vergebene Chancen auf Seiten der Oberösterreicher und zwei Tore zur Rapid-Viertelstunde bescherten den Wienern ein Happy End.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Im Aufeinandertreffen mit dem SK Sturm soll dem SK Rapid aber jenes verwehrt bleiben. Wichtig wird sein, oft zum Abschluss zu kommen. In den letzten zwei Cup-Spielen gegen den SCR Altach (4:1) und den SV Wimpassing (3:0) konnten die Steirer sieben Mal einlochen, rechnet man die beiden Partien gegen den FC Hard (3:0) und den USK Anif (2:1) dazu, kommen die Grazer auf zwölf Volltreffer – bei nur zwei Gegentreffern. Mit einem Sieg im dritten Pokal-Heimspiel in Folge könnten die Blackys im bisherigen Spiel des Jahres den nächsten Schritt zum fünften Cup-Triumph machen und im Finale die Wörthersee-Arena in Klagenfurt wie beim letzten Erfolg im Jahr 2010 zum Beben bringen.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Ein Verlängerter, bitte!

Rapid hingegen will nach der verpassten Chance im vergangenen Jahr (2:1-Finalpleite gegen RB Salzburg) den bereits 15. Titel im österreichischen Pokalbewerb einfahren. Mit 14 Cuperfolgen liegen die Wiener hinter der Austria (27) auf dem zweiten Rang im Rekordsiegerranking, die Grazer teilen sich (noch) mit dem Viertligisten GAK (4) den sechsten Platz noch hinter Wacker Innsbruck (7), der Admira (6) und RB Salzburg (5). Aber nicht nur die Hütteldorfer, auch die Steirer haben im Cup etwas gutzumachen. Zuletzt soweit wie in dieser Saison ist man nämlich im Jahr 2014 gekommen, als der Gegner im Halbfinale auswärts Zweitligist – und wahrscheinlich bald wieder selbiger – SKN St.Pölten hieß. In Minute 93 wurde an der Bimbo-Binder-Promenade ein gewisser Gary Noël eingewechselt. Fünf Minuten später staubte er in der Verlängerung zum entscheidenden 1:0 ab. Hoffen wir, dass das einzig Verlängerte morgen Abend die Kaffees in der VIP-Lounge sowie die dritten Arme der vielen männlichen schwarz-weißen Stadionbesucher sein werden. Die Hütte muss und wird brennen. OIS FÜR DIE SCHWOAZN!

Informationen

Hier geht es zur Pressekonferenz im Vorfeld des Spiels!

 

Spieldaten

SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien

ÖFB-Cup Halbfinale, Mittwoch, 18. April 2018, 20:30 Uhr, Stadion Liebenau

Schiedsrichter: Robert Schörgenhofer

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Koch, Maresic, Spendlhofer, Hierländer; Huspek, Jeggo, Zulj, Röcher; Alar, Edomwonyi

Ersatz: Schützenauer, Schulz, Schoissengeyr, Jantscher, Lovric, Schmerböck, Eze

Es fehlen: Philipp Zulechner, Marvin Potzmann

Anzeige

13 Kommentare

  1. Gustlig sagt:

    Diese Metaphern sind einfach nur mehr deppat. Gang runterschalten bitte.

    0
    • 1909 sagt:

      Geschlechtsverkehr is net deppat, heast!

      2+
    • markusmaier97 sagt:

      Also ich stimme dem zu und finde diese Anspielungen einfach nur peinlich. Von Jungfernhäutchen etc. zu sprechen, freut sicher alle weiblichen Leserinnen.

      Aber hauptsächlich ihr haut dauernd auf Berufsjournalisten hin und hier dürfen 20-Jährige ihre (post?)pubertären Gedanken rauslassen.

      Vielleicht ist ja der Autor selbst noch Jungfrau?

      0
    • Christian Albrecht Christian Albrecht sagt:

      @markusmaier97

      Lieber Markus!

      Ich denke, wir sind mittlerweile (hoffentlich) alle im Jahr 2018 angekommen, in dem Begriffe wie „Jungfernhäutchen“ kein Tabu mehr darstellen sollten.

      Eine unserer treusten Leserinnen, Maria Radl, hat auf Facebook kommentiert, dass sie diese Vorschau mit einem „Schmunzeln gelesen hat“ – negative Rückmeldungen diesbezüglich gab es bisher nur von männlicher Seite.

      Mir ist es wichtig, nicht jede Spielvorschau komplett gleich (und meist auch fad) runterzutippen, sondern unsere Leser gleichermaßen zu informieren als auch zu unterhalten – es tut mir leid, dass bei dir nicht geschafft zu haben.

      Ich jedenfalls bin absolut GEIL auf das heutige Spiel und hoffe, dass du es auch bist!

      Lg Christian

      PS: Du hast vollkommen Recht! Da ich mir im Mutterleib (was werden die Frauen jetzt nur sagen?!?) zu lange Zeit gelassen habe, feiere ich meinen !21.! Geburtstag an einem 24. August und darf mich somit als Jungfrau rühmen. Jedoch nur als einfache. Ich muss dich enttäuschen.

      1+
    • Goe Goe sagt:

      Lieber Christian, wer sich schon mal die Mühe gemacht hat Berichte in jeglicher Form – z.b. Vorberichte, Ankündigungen, Zusammenfassungen, etc. – zu verfassen und zu veröffentlichen der weiß was das heißt…der Rest eben nicht! Inhalte geschickt einzubauen und daraus für Leser interessante und gleichfalls unterhaltende wie herausfordernde Texte zu gestalten kann nicht jeder – und daher bitte einfach weiter so! Eure Schreiberei ist wirklich super! An alle Spießbürger die sich daran stoßen: viel Spaß beim Krone Zeitung lesen!

      OIS FÜR DIE SCHWOAZN!

      3+
    • weizenheizer sagt:

      Was mich an diesem Kommentar stört ist nicht die sexualisierte Sprache, sondern dass ein Sieg gegen Rapid – also deren Unterwerfung in einem Wettkampf – mit der Entjungverung einer Frau verglichen wird. Sex gehört natürlich zu unserem Alltag und dagegen ist auch nichts einzuwenden. Es stört mich auch nicht der reißerische Charakter der meisten Vorberichte. Ihr berichtet auf einem Fankanal über Fußball und nicht im Staatsfernsehen über Politik, das ist schon ok. Ich bitte euch nur künftig ein wenig sensibler mit Geschlechtsrollen umzugehen: Das erste Mal für eine Frau sollte nicht so ablaufen, dass sie sich mit allem was sie hat zur Wehr setzt, um letztlich doch zu verlieren, wie es der Vergleich suggeriert und es hoffentlich heute Abend Rapid ergehen wird!

      1+
    • Christian Albrecht Christian Albrecht sagt:

      @weizenheizer

      Lieber Weizenheizer!

      Vielen Dank für deine konstruktive Kritik!

      Mir ist es ein starkes Anliegen, hier klarzustellen, dass die in diesem Artikel verwendete Metapher der „Entjungferung“ keineswegs wertmindernd bzw. diskriminierend verstanden werden soll. Der Vergleich bezieht sich einzig und allein auf das erste Mal, den ersten Sieg, den Sturm heute Abend hoffentlich einfahren wird, und nicht auf die „Unterwerfung in einem Wettkampf“ oder ähnliches.

      Von meiner Seite aus habe ich in diese Vorschau nichts tiefer hineininterpretiert, vielmehr habe ich einzelne Begriffe und Vergleiche zur Unterhaltung und lustigeren (Ansichtssache) Veranschaulichung hergenommen – solltest du oder auch andere Leser dies anders aufgenommen haben, entschuldige ich hiermit vielmals, denn dies war nicht meine Intention.

      Lg und OIS FÜR DIE SCHWOAZN,
      Christian

      1+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Burschen/Mädels/whatever

      Über die Grammatik kimma uns in Klagenfurt dann streiten…

      Heute schauma dasma uns aufs anfeuern der Mannschaft konzentrieren ok? Weil die Grünen zu überstehen is so schon schwer genug…

      Va dem her:

      GEMMA Schworze!

      0
    • Gustlig sagt:

      Herr Albrecht, sagt ja keine Sau dass es „ein Tabu darstellt.“ Es ist sogar derart ent-tabuisiiert dass diese Sprachspiele einfach nur mehr deppat sind, und alles Andere als kreativ. Kommt bei Match-Vorberichten hier oft vor dass ihr es mit Metaphern bis zum Abwinken übertreibt, aber derart platt und dumm wie dieses Mal wars noch nie. Kritik ist verdient.

      0
    • Gustlig sagt:

      Und wer, wie Du, problemlos einen einzigen Satz selbst in der Kommentarsektion über bis zu 6 Zeilen, mit nicht enden wollenden Nebensätzen, ziehen kann, der überschätzt seine Eloquenz und Lustigkeit sowieso. Weniger ist mehr.

      0
  2. zdenek sagt:

    i bin total geil drauf!!!

    1+
  3. Ennstaler sagt:

    Wäre doch einmal spannend, eine Leser bzw. Leserinnenanalyse von „Sturmnetz“ zu machen. Weibliche Sturm-Fans – gibt es die? Und wer ist für sie der stürmische Beau?

    3+
  4. ds1909 sagt:

    Off-Topic: laut Krone.at hat Potzmann bei Rapid unterschrieben, was am Wochenende noch dementiert wurde.

     

    Scheissegal, heute zählt nur ein Sieg!!!! AUF DIE SCHWOARZEN ⚫️⚪️⚫️⚪️⚫️

    0

Schreibe einen Kommentar