Willkommen zur Apokalpyse

Spielvorschau: SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz

Spiel Nummer 1 ohne Rasmus Höjlund also. Einen Reingewinn von 12,5 Millionen Euro später muss Andreas Schicker tief in seinen Zauberhut greifen – bis Mittwoch ist noch Zeit, um adäquaten Ersatz zu besorgen. Wie praktisch, dass beim heutigen Herausforderer wieder einmal Anarchie und Chaos herrschen. Rapid unterstrich vergangene Woche seinen Anspruch auf den größten Unterhaltungswert innerhalb der Liga.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Anspruch und Wirklichkeit

Im Sommer herrschte beim Rekordmeister noch Eitel Wonne. In Presseaussendungen gab sich Zoki Barisic mit dem Transferfenster sehr zufrieden. Erneut waren gestandene Bundesliga-Profis dem Lockruf des Geldes gefolgt und zogen aus der Provinz ins glamouröse Wien-Hütteldorf. Roman Kerschbaum, Patrick Greil, Ante Bajic werden bei ihren ehemaligen Vereinen schmerzlich vermisst, in der neuen Heimat geächtet. Der Versuch, ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen, beinhaltete außerdem die Rückkehr von Guido Burgstaller und die Fest-Verpflichtung von Ferdy Druijf.

Von der angekündigten Dominanz war in den bislang 11 Pflichtspielen auch nichts zu spüren. Trotz diverser Knüllerpartien – wie zum Beispiel gegen den SK Treibach oder den FC Vaduz – gelangen dem millionenschweren Kader gerade einmal 11 Treffer. Macht exakt ein Tor pro gespielter Partie.

Mangels Autobahnraststätte beschlossen diverse grüne Fangruppierungen also, auf altbewährte Methoden zurückzugreifen. Nach dem Aus gegen Vaduz wurden der VIP-Bereich und das Spielfeld gestürmt. Erneut ist es den Ultras gelungen, direkten Einfluss auf die Vereinspolitik zu nehmen. Präsident Martin Bruckner nimmt die Forderungen der Unzufriedenen ernst. Er tritt im November 2022 nicht zur Wiederwahl an, der geschäftsführende Kollege Christoph Peschek wird vermutlich in wenigen Stunden seinen Rücktritt erklären. Wann es Ferdinand Feldhofer gleichtut, ist noch unklar.

Sturmsorgen

Gar nicht einfach, sich angesichts dieser Umstände auf sportliche Belange zu konzentrieren. Für Sturm-Fans im Vordergrund steht die Frage, wie Höjlund im heutigen Spiel ersetzt wird. Als Optionen gelten Mani Sarkaria, Emanuel Emegha und Mo Fuseini

Vieles spricht für den am Freitag 26 gewordenen Sarkaria. Er kennt Ilzers System bestens und ist am ehesten in der Lage, etwaige taktische Anpassungen durch Christian Ilzer auf dem Spielfeld umzusetzen. Emegha durfte am Freitag 45 Minuten Einsatzzeit bei der Zweier-Mannschaft sammeln, konnte dabei aber kein Ausrufezeichen setzen. Fuseini könnte durch seine Geschwindigkeit die schwerfällige Rapid-Abwehr vor einige Probleme stellen, es ist aber unwahrscheinlich, dass der aufstrebende Ghanaer seine taktischen Mängel soweit beheben konnte, dass er bereits eine echte Option für die Startelf und den Platz neben Comebacker Jakob Jantscher ist.

Bewährungsprobe

Sturms Sorgen sind verglichen mit jenen von Rapid jedenfalls ein Leachalschaß. Bei den Buchmachern steht Sturm dadurch trotz Auswärtsfahrt als leichter Favorit da. Tatsächlich wäre es der Mannschaft zu wünschen, durch einen souveränen Sieg die Diskussionen um den mäßigen Saisonstart für beendet zu erklären. 

Ob Rapid auf dem Platz alle Polemik vergessen machen kann oder nicht, ob es den Blackies nun gelingt, Ras sofort oder erst durch einen neuen Transfer zu ersetzen: Die Reisen nach Wien sind aus Fan-Sicht immer ein Highlight. Dank Railjet, Flixbus und einiger noch im freien Verkauf verfügbarer Tickets haben auch Spät-Entschlossene die Möglichkeit, diesem heute beizuwohnen. Die apokalyptischen Zustände bei den West-Wiener Rivalen versprechen zusätzliches Spektakel. 

Spieldaten

SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz

Sonntag, 28. August 2022, 17:00 Uhr, Allianz Stadion

Österreiche Fußball-Bundesliga-Grunddurchgang

Schiedsrichter: Christopher Jäger

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl – Gazibegovic, Affengruber, Wüthrich, Schnegg – Hierländer, Gorenc Stankovic, Horvat, Prass – Jantscher, Sarkaria

Ersatz: Schützenauer, Borkovic, Dante, Ljubic, Demaku, Wels, Lang

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8 Kommentare

  1. Schworza99 sagt:

    Ist denn Jantscher schon wieder bei 100%?
    Da hab ich kein gutes Gefühl wenn unsere vorderste Reihe aus einem eventuell 90% Jantscher und einem Sarkaria besteht, der auf dieser Position nicht glänzt.
    Aber klar ist Emegha wird keine 90 machen und bevor Ilzer Fuseini in die Start 11 haut kaufen wir Holjund um das doppelte zurück. Minuten wird Fuseini aber bekommen denn sonst wäre es sinnlos gewesen ihn nicht in den Amateur-Kader zu lassen. Zusätzlich werden wir nicht einen Legionär opfern damit Fuseini 90 Minuten die Bank betrachten kann.

    Der Rest is eh mehr oder weniger klar. Hoffe Horvat kann mal einen Scorer landen und sich in Form spielen.

    Zusätzlich hoffe ich sind die Gerüchte um einen Platzsturm nur Gerüchte. Kritik schön und gut aber sich Schlachten mit der Polizei zu liefern ist nie ein gutes Mittel Kritik zu äußern. Schon gar nicht durch Gewalt-Einsatz. Egal bei welchem Verein.

  2. Neukirchner sagt:

    Rapid ist ein gutes Beispiel dafür, was passiert wenn arbeitsscheue Chaoten Einfluss in die Vereinspolitik nehmen können. Nie, nie, nie darf sich 1 Klub abhängig von Ultras machen.
    Die erneute Preissenkung in der Nordkurve macht mir ein wenig Sorge? Gibts solche Tendenzen auch bei Sturm? Wenn ja, wehret den Anfängen.

    • Tobias sagt:

      Bitte hör auf bei so positiven Entwicklungen absolut Negatives zu suchen. Bei Sturm gibt es nicht einmal ansatzweise solche Tendenzen, um diese mit Rapid zu vergleichen. Keine Sorge.
      Die Preissenkung basiert in keinster Weise auf Druck der Fanklubs.

    • Arch Stanton sagt:

      Arbeitsscheue Chaoten klingt mir ein bisserl nach vergangenen Bundesregierungen..
      Die Preissenkung für die Nord finde ich als Signal durchwegs richtig, zumal man ja auch den VIP Bereich erneuert. Da kann man schon Geld für jene in die Hand nehmen, die für die Stimmung zuständig sind.
      Was die Abhängigkeiten betrifft brauche ich weder die Raiffeisenbank noch Ultras – da hast Du recht, allerdings sind drei „nie“ schon etwas theatralisch, hehe..

  3. Ferdi sagt:

    Heute erst recht hätte ich Mo Fuseini zumindest als Alternative für den Fall das es vorne hapert auf die Bank gesetzt, da die Verteidigung der Schimmligen alles andere als Schwindelfrei zu sein scheint!
    Für die Laune und das Selbstvertrauen von Dante dürfte die Position als Bankerldrücker bzw als Zuseher von der Tribüne wie zuletzt auch nicht förderlich sein, womit ich aber Schnegg nicht schlechtreden will.
    Betreffend Horvath stirbt die Hoffnung zuletzt, währenddessen ich bei Demaku diese anzweifle.

  4. Rmi sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, dass durch den Geldsegen aus Rasmus‘ Verkauf auf den Österreichertopf in Zukunft verzichtet wird. Das wäre aus mMn sportlich und kaderstimmungstechnisch gesehen eine Verbesserung. Die daraus resultierenden Wechselmöglichkeiten könnten durchaus helfen.
    Btw: danke Rasmus für eine geile Zeit und viel Erfolg in der Serie A!

    • kreissl sagt:

      Der Österreicher Topf is sowieso der größte Müll ever … man schränkt sich in der kaderplanung extrem Win nur damit man so eine mini Summe bekommt … es gibt keinen einzigen wirklich erfolgreichen Verein der so sehr auf einheimische Spieler setzt … jeder gute Verein setzt auf Legionäre … lieber mehr Legionäre holen und einen davon im 4 mio verkaufen ( 10 mal die Summe des Österreicher Topfes), als großteils Österreicher zu holen die nicht einschlagen wie Demaku Schnegg etc

  5. blackfoxx sagt:

    Hab iwi ein schlechtes Gefühl für heut. Erstens sind grad wir immer dafür gut, einem krieselnden Gegner wieder hochzuhelfen, zweitens war unser spiel gerade in den letzten wochen zu 100% auf Rasmus ausgerichtet.. Sooo toll war unser Saisonstart dann ehrlicherweise auch nicht, dass wir da heut großer Favorit sind…bis auf das Salzburg Match war net so viel überragendes dabei, und da hat auch Rasmus den Unterschied ausgemacht. Ich hoff halt, dass JJ bald wieder bei 100% ist, er Harmoniert mit Sakaria sehr gut, find ich…

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