Wiener abgehängt

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien (2:1)

Vor vollen Tribünen (15.066 Besucher*innen) ging es für den SK Sturm Graz am Nachmittag des Ostersonntags gegen Rapid Wien um den Ausbau der komfortablen Fünf-Punkte-Führung in der Tabelle – oder wenigstens darum, diesen Vorsprung nicht zu verkürzen. Mit einigem Bauchweh fiel beim Blick auf die Aufstellung vor allem das Fehlen eines Namens auf, dessen Träger zuletzt für das Assist zum allesentscheidenden Treffer im Heimspiel gegen die Wiener Austria verantwortlich war. Otar Kiteishvili musste wegen muskulärer Probleme passen. An seiner statt nahm Kapitän Stefan Hierländer seinen ihm angestammten Platz in der Startelf ein, im Zentrum sollte Manprit Sarkaria schalten und walten.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Beginn im Zeichen der Gäste

Vor Ankick verwöhnte sich das Publikum selbst mit einer von den Fanklubs der Nordkurve organisierten, stadionweiten Choreo, die alle Anwesenden so richtig heiß auf die Begegnung einstimmte. Mit viel Druck starteten allerdings erst einmal die Gäste, die in den ersten Minuten gleich zweimal gefährlich in den Grazer Strafraum vordringen konnten. Beinahe zum Abschluss kam dann Bernhard Zimmermann. Er konnte im letzten Moment daran gehindert werden. Wenig später konnte Ferdy Drujif von Amadou Dante entscheidend abgedrängt werden. Der SK Sturm rang in den ersten Minuten um Spielanteile und konnte, wenn überhaupt, nur kurz für Entlastung sorgen. Nach einem Freistoß scheiterte mit Filip Stojkovic der nächste Gast aus bester Position mit seinem Kopfball – wieder entscheidend von der Grazer Defensive bedrängt. Die Anfangsphase dieser Begegnung gehörte ganz klar den Gästen. Sturm konnte sich kaum befreien, allerdings jede potenziell gefährliche Offensivaktion der Wiener entschärfen.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die richtige Richtung

Mit Ablauf der ersten Viertelstunde schließlich gelang es den Hausherren allerdings, besser ins Spiel zu kommen und erste Offensivakzente zu setzen. In der 21. Minute zog Stefan Hierländer aus der Distanz ab, sein Schuss wurde allerdings geblockt. Fünf Minuten später versuchte Jakob Jantscher nach schnellem Konter, Rapid-Torhüter Niklas Hedl mit einem flachen Schuss von der Strafraumgrenze zu überlisten. Der ließ sich dadurch nicht verunsichern und hielt den Ball sicher. Das Spiel erschien nun ausgeglichen, kaum mehr Vorteile für einen der beiden Kontrahenten. In dieser Phase plötzlich eine gelungene Balleroberung Jantschers, der schließlich an die Grundlinie lief und dort einen giftigen „Stanglpass“ spielte, der seinen Weg schließlich über die Stange ins Tor fand. 1:0 für den SK Sturm in der 29. Minute, das Stadion kochte!

Sturm sorgt für Sicherheit

Der SK Sturm steuerte nun auch mehr zum Spiel bei, wenngleich Rapid immer noch mehr Ballbesitz hatte und die Hausherren in erster Linie auf Umschaltgelegenheiten warteten. Diese gab es durchaus, konnten bis zur Pause jedoch kaum einmal ordentlich fertiggespielt werden. Kurz vor der Ende der ersten Halbzeit kam Robert Ljubicic nach einem Eckball seiner Mannschaft zu einem Abschluss aus spitzem Winkel, der Jörg Siebenhandl keine Probleme bereitete, auf der Gegenseite jagte Rasmus Højlund den Ball scharf ins Außennetz. Somit blieb es bis zur Pause beim erfreulichen Spielstand von 1:0.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

 

Guter Start in Halbzeit zwei

Die Wiener, die schon in den ersten Minuten ihren Kapitän Srdjan Grahovac ausgewechselt hatten, warteten auch zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einer personellen Umstellung auf. Für Jonas Auer kam Dragoljub Savic ins Spiel. Den besseren Start erwischten allerdings die Schwarz-weißen, die mit einigen schnellen Vorstößen für Gefahr sorgten. Vor allem ein schöner Antritt Højlunds und dessen wohlüberlegter Pass in den Rückraum machten Hoffnung, wenngleich diese Situation dank der Wiener Defensive einen gefährlichen Abschluss missen ließ. In der 55. Minute machte es der Däne dann selbst, sein Schuss wurde allerdings geblockt. In der 61. Minute gelang dem sehr bemühten Stürmer dann endlich sein Tor! Højlund trat an, überstieg zweimal und schob den Ball flach ins lange Eck. Perfekt! Frenetischer Jubel, Pyro, Rauchschwaden und das 2:0!  Eingeleitet wurde dieser wunderbare Treffer, wie könnte es anders sein, von Jakob Jantscher, der die Lücke erkannte und seinen dänischen Partner so in die Tiefe schicken konnte.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Kleiner Schönheitsfehler

In der 66. Minute scheiterte Sarkaria im nächsten Konter an Hedl. Sturm hatte das Spiel nun richtig gut im Griff – hinten ließ man wenig zu, vorne konnte man immer wieder gefährlich werden. Dazu kam die laute Unterstützung von den Rängen. Defensiv erlaubten sich die Blackys kaum Fehler, weshalb es für die Gäste auch kein Durchkommen gab. Einige „Beinahegelegenheiten“ des SK Rapid hatten eher Ausnahmecharakter. Offensiv wirklich gefährlich wurden allerdings auch die Hausherren aus dem Spiel nicht mehr. Ein gut getretener Freistoß brachte Hedl aber fast noch einmal in Verlegenheit, denn er ließ den scharfen Schuss gefährlich abprallen. In der 91. Minute wurschtelten die Gäste den Ball dann aber nach einer Ecke ins Tor. Als Torschütze sollte Ferdy Drujif geführt werden – ein Treffer, der leider auch dem VAR-Check standhielt. Den vollen Erfolg des SK Sturm schmälerte dieser Ausrutscher allerdings nicht mehr, denn die Grazer siegten verdient mit 2:1 und konnten den Abstand auf Rapid auf bequeme acht Punkte ausbauen.

Spieldaten

 

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10 Kommentare

  1. Ferdi sagt:

    Dante mit Abstand der Beste am Platz

    • sisquoone sagt:

      Das war hoffentlich ironisch gemeint. Erste Halbzeit komplett geschwommen und hatte dann Unsicherheiten die zum Ausgleich hätte führen können. 1-2 gute Aktionen wo er einen Angriff unterbunden hat, aber im Großen und Ganzen Wars schwach.

      Am Ende hatte Ilzer wieder ein gutes Händchen. Ironie off

      Jedoch zählen die 3 Punkte.
      Schade um Kite… hoffentlich hilft er uns beim Rückspiel

    • weizenheizer sagt:

      Dante ist das ganze Spiel NICHT geschwommen und hatte defensiv wie offensiv gute Aktionen!

  2. Lazarus sagt:

    Bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich freu mich über den Sieg sehr, aber Spielerisch war das jetzt nicht wirklich eine Offenbarung, der Kampfgeist hat gepasst aber man konnte jetzt nicht sagen das wir mit einer gewissen Taktik ins Spiel gegangen sind, für meinen Geschmack haben wir nur auf reagieren statt agieren gesetzt, aber 3 Punkte gegen einen direkten Konkurrenten sind natürlich immer schön, spziell wenn es um Rapid geht, also nächste Woche bitte nochmal.

  3. JPMartens sagt:

    Højlund muss jetzt dann bald Abseits des Platzes aufpassen, als er auf das Sky-Interview wartete deutete er Richtung Rapid-Fans auf die 0,00‰ auf seinem Shirt, Peschek und Schicker schalteten sich dann auch noch ein, hoffe aber dennoch, dass er nächste Woche wieder trifft. Diese Provokationen müssen nicht sein.

    • Schworza99 sagt:

      Natürlich muss er nicht dauernd provozieren. Er is halt ein junger Bub dems die Mutter in einem Testspiel beleidigt haben. Da solltens ihm sagen er soll lieber die Tore sprechen lassen. Der Peschek ist aber wohl der letzte der einen Spieler angehen sollte bzw. den Schicker…unnötig von allen Seiten und Perspektiven die ganze Causa.

      Zum Spiel: Die ersten Minuten ordentlich schwach, dann sich gefangen und nichts zugelassen. Spielerisch aber dennoch sehr dürftig (siehe Zweikampf oder Passquote). Da darf man mehr erwarten. Das unnötige Gegentor muss auch nicht sein. Aber Sieg ist Sieg.

      Nun hat man ein extrem gutes Restprogramm. Der Platz 2 sollte ins Ziel gerettet werden. Viel sollte hier unter normalen Umständen nicht mehr anbrennen.

    • Mar8ma sagt:

      Da Rasmus gibt vollgas, lässt sich von den Fans feiern. Den taugts so richtig und hat Eier. Weiter so Junge .

    • flo1909 sagt:

      Der Rasmus ist endlich mal wieder eine Grezn: finde ich gut unsere Kicker sind eh viel zu brav..

  4. Sensationell wie die Mannschaft den kurzfristigen Ausfall von Oti weggesteckt hat, denn ich glaube der Matchplan war ein anderer, MIT Oti. Dann hätte es ganz anders ausgesehen! Man war zwar dadurch nicht so präsent wie gegen die Verteilerkreisler. Aber Blöße haben wir uns auch keine gegeben.

    Noch ein Wort zu Marko Stankovic: Der meinte im Sky Interview mit Feldhofer, die Grünen waren in der 1.Hälfte „klar überlegen“. Ja, sie hatten in den ersten 10-15 Minuten mehr Spielanteile. Aber von „in der 1.Hälfte klar überlegen“ waren die Hüdorfer genau so weit entfernt wie ein Elefant von Synchronschwimmen.
    Mir kommt immer öfter vor, denen wird der Text vorgegeben. Anders lassen sich solche Aussagen nicht erklären.
    Liebe Redaktion: fragt bei ihm mal nach solltet ihr ihn mal treffen.

  5. fid82 sagt:

    1. In der Phase der Saison ist der Sieg das Wichtigste. Egal wie. Trotzdem hatte Rapid bis zur 81. keine Chancen.

    2. Ich bin noch immer leicht nervös wegen Platz 2. Wenn man in Wien verliert wart dann Salzburg. Da kann der Vorsprung gleich auf 2 Punkte schmilzen.
    Andersrum: 1 Punkt in Wien und der zweite Platz ist fix.
    Das Aiwu und Wimmer fehlen, stört mich auch nicht. Hoffentlich ist Kite wieder fit.

    3. Wir haben im Winter einen unserer besten Spieler verloren.
    Wir haben jetzt 3.5 Millionen mehr am Konto und sind besser als vorher. IMO ist Hojlund sogar eine Ecke stärker als Yeboah und zudem noch jünger und erst neu im Erwachsenenfußball.

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