Wiedergutmachung, Teil 1/2

Spielvorschau: FC Hard vs. SK Sturm Graz

Es hätte alles relativ schön sein können. Erstrundencupspiel, bei einem Regionalligisten. Zwar in Vorarlberg, zwar weit weg von daheim, aber trotzdem. Ein Regionalligist. Man geht hin, schießt zweidreivier Tore, und fährt wieder heim. Alles in Ordnung, kein Grund für große Worte. So hätte es sein können.

Es ist halt alles relativ unschön. Zweitrundeneuropacupqualispiel, gegen den montenegrinischen Vizemeister. Eh in Graz, eh daheim, und trotzdem. Der montenegrinische Vizemeister. Man geht hin, kriegt ein Elfertor, und fährt wieder heim. Nichts in Ordnung, durchaus ein Grund für große Worte. So ist es geworden.

Natürlich, Mladost Podgorica ist nicht der FC Hard, die Regionalliga West hält nicht mit der montenegrinischen Liga mit. Und trotzdem hat man ein flaues Gefühl. Der letztjährige Ausrutscher des SK Sturm, manifest geworden im Erreichen eines Europa-League-Qualifikationsplatzes, zeigt nun seine volle Wirkung. Die letzten Jahre ging man mit (etwas) Euphorie und einem gewissen flauen Gefühl in die erste Cuprunde, obwohl die letzte Erstrundenniederlage nun eh schon länger her ist. Das Urvertrauen, das man als Kind lernt, hat der SK Sturm schon längst aufgebracht. Und trotzdem bleibt man dabei, und trotzdem lernt man wenig daraus.

Podgorica schlagen wir locker, keine Frage!

~ irgendein Sturmfan, 2017

Hard schlagen wir locker, keine Frage!

~ genau der gleiche Typ, 2017

Genug gejammert, hier kommen die Infos

Weil die Wochenenden ohne Fußball so leer wären, bleibt man dann halt doch dabei. Diesmal also Hard, Vorarlberg. Der erste Teil der Wiedergutmachung, der zweite folgt dann am Donnerstag. Der FC Hard wurde 1922 gegründet, ist also der älteste Ballsportverein in der 13.000 Einwohnergemeinde am Bodenseeufer. Dennoch steht er im Schatten eines prominenten Konkurrenten, nämlich dem HC Alpla Hard, seines Zeichens immerhin mehrfacher österreichischer Handballmeister. So hoch spielten die örtlichen Fußballer nie, als größten Erfolg der Vereinsgeschichte kann der Erfolg im Vorarlberger Landescup 1988 angesehen werden. 2001/02 wurde man sogar Meister in der Regionalliga West, im Playoff um den Aufstieg in die Erste Liga erwies sich der Kapfenberger SV aber als zu stark. 

Im vergangenen Jahr konnten die Blau-Weißen den elften Platz erringen, damit war man hinter Altach, Lustenau, Altach II, Dornbirn und Hohenems immerhin die Nummer Sechs im Fußballland Vorarlberg. Eigentlich echt machbar, andererseits haben die Harder nichts zu verlieren. Der Star im aktuellen Kader ist gleichzeitig der einzig auffindbare Sturmbezug, Matthias Koch ist nach Stationen bei Sturm, Wr. Neustadt und Klagenfurt wieder in seine Vorarlberger Heimat zurückgekehrt, um dort das Spiel aus dem Mittelfeld zu organisieren. Kapitän der Harder ist Rechtsverteidiger Markus Grabherr, der Bruder des Altacher Co-Trainer Werner Grabherr. 

Bei Sturm fällt es schwer, eine Prognose zur Aufstellung aufzustellen. Sollte erneut Jörg Siebenhandl im Tor beginnen, so dürfte er den Kampf ums Einserleiberl wohl wirklich gewonnen haben. Die Abwehr wird mangels gesunder Alternativen wohl aus den selben Vier bestehen, die schon unter der Woche gespielt haben. Im Mittelfeld könnte Heimkehrer Oliver Filip eventuell seine ersten Einsatzminuten bekommen, der kleine Wirbelwind am Flügel könnte offensiv durchaus eine Alternative darstellen, besonders gegen meist etwas hüftsteife Unterligaverteidiger. Auch Romano Schmid könnte eine Alternative darstellen, um die Angriffe zu orchestrieren. Allgemein darf man durchaus gespannt sein, ob Trainer Franco Foda die Mannschaft im Vergleich zum müden Auftritt gegen Mladost stark verändern wird, oder ob er versucht, der Elf vor dem Rückspiel in Montenegro eine Dosis Selbstvertrauen zu verschaffen.

Gespielt wird im Harder Waldstadion, dieses bietet ca. 2.500 Zuschauern Platz. Anpfiff ist am Sonntag um 15:30 Uhr, vorher werden im „Steirerzelt“ „Steirerschmankerl“ angeboten, dazu gibt’s Musik. Vor dem Spiel wird in Hard also noch gefeiert, hoffentlich liefert der SK Sturm Graz den Vorarlbergern keinen Grund, dies nach Abpfiff noch fortzusetzen.

Spieldaten

FC Hard vs. SK Sturm Graz
Sonntag, 16.07.2017, 15:30 Uhr, Waldstadion, Hard

Schiedsrichter: Sebastian Gishammer

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Koch, Maresic, Schulz, Lykogiannis; Zulj, Jeggo; Hierländer, Alar, Röcher, Zulechner

Ersatz: Gratzei, Potzmann, Lovric, Schmerböck, Huspek

Es fehlen: Spendlhofer, Schoissengeyr

 

2 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Unterschätzen darf man die ja nicht, Momentum haben wir eher keines auf unsere Seite…

    Sollte aber trotzdem (normalerweise) ne klare Sache für uns werden…

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  2. Ennstaler sagt:

    Vielleicht können die Sturmspieler ja schnell noch Philipp Wendler vom TUS Bad Gleichenberg fragen, wie man das Runde am besten in das Eckige versenkt.

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