We are watching you

Leihspieler-Report Frühjahr 2016

Auch nach der Frühjahrssaison beleuchten wir die Leistungen jener schwarz-weißen Akteure, die in der abgelaufenen Spielzeit ihr Können leihweise bei anderen Klubs unter Beweis gestellt haben. In unserer Rubrik „We are watching you“ bieten wir euch, wie auch schon im Winter 2015, einen kleinen Überblick aller Sturm-Spieler im Exil.

 

Marc Andre Schmerböck

Der Mittelfeldspieler wechselte leihweise gegen Ende der Sommer-Transferperiode im August 2015 über die Pack zum Wolfsberger AC, wo er über langen Zeitraum mit Verletzungssorgen und Formtief zu kämpfen hatte. Erst mit Beginn der Frühjahressaison bekam er wieder die Chance sich zu beweisen und wusste diese auch zu nutzen. Mit seinem ersten Saisontreffer gegen Altach war er auch einer der Hauptakteure der Wolfsberger Aufholjagd.

© sturmnetz.at

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Gleich im darauffolgenden Auswärtsspiel in Mödling steuerte er einen weiteren Treffer zum 2:0 Erfolg bei. Zwei weitere Torerfolge konnte er gegen Mattersburg und Rapid feiern. Gegen die Wiener gelang ihm mit dem Last-Minute-Ausgleich in der Nachspielzeit ein ganz besonders emotionaler Treffer, welcher die grün-weißen Titelhoffnungen massiv schmälerte. Sein letztes Spiel für die Kärntner bestritt der Mittelfeldspieler, der auch universell auf links, rechts und auch im Angriff eingesetzt werden kann, am 7. Mai in Altach. Als feststand, dass Schmerböck im Sommer wieder zu Sturm zurückkehren wird, wurde er von Trainer Pfeifenberger auf die Tribüne verbannt (es folgten zwei Niederlagen für den WAC).

Fazit:

Noch im Winter rechnete kaum noch jemand mit einer positiven Entwicklung des 22-jährigen Flügelspielers. Nach erfolgreicher Rehabilitierung seiner Verletzung war er einer der Leistungsträger, die nicht nur den Klassenerhalt, sondern zum Ende sogar Platz sechs für die Wolfsberger sicherten. In der Sommervorbereitung wird sich Schmerböck mit Andreas Gruber und Kristijan Dobras um den Stammplatz am linken Flügel matchen.

Leistungsdaten für den WAC im Frühjahr:

  Spiele Tore Torvorlagen Spielminuten
Bundesliga 11 4 0 713

 

Michael Madl

Als feststand, dass der Kapitän, Abwehrchef und Publikumsliebling leihweise auf die Insel wechseln würde, befürchteten viele Anhänger einen großen Qualitätsverlust in der Defensive. Diese Angst war nicht ganz unbegründet, galt Madl als einer der besten Verteidiger der Liga. Nur wenige Tage nachdem der gebürtige Judenburger das Trainingslager in Richtung London verlassen hatte, wurde Anastasios Avlonitis von Olympiakos Piräus als Leihe mit Kaufoption verpflichtet. Der Grieche reihte sich beinahe nahtlos ins Abwehrzentrum ein und ließ den Abgang von Madl schon fast vergessen.

© GEPA pictures/Energie Steiermark

© GEPA pictures/Energie Steiermark

Madl konnte sich in London schnell durchsetzen und gehörte den Großteil der Frühjahrsmeisterschaft der Startformation an. Am 20. Februar konnte er im Spiel gegen Charlton Athletic seinen ersten Torerfolg im Ausland bejubeln. Weitere Treffer blieben ihm aber bislang verwehrt. Trotzdem konnte er mit seinen Leistungen die Führungsebene des Zweitligisten überzeugen. Die Kaufoption mit einer kolportierten Ablöse von 1,5 Millionen Euro wurde gezogen. Der Ex-Kapitän bekam einen Kontrakt, der über zwei Jahre läuft.

Über die Saison gesehen, war es für den Fulham FC aber eher eine Spielzeit zum Vergessen. Zwar hatte man punktemäßig nichts mit dem Abstieg zu tun, allerdings reichte es am Ende nur für Rang 20 in der Championship, was für den Traditionsverein definitiv einer Misere gleicht.

Fazit:

Das Risiko machte sich für Sturm auf alle Fälle bezahlt. Avlonitis ersetzte Madl defensiv beinahe nahtlos, avancierte sehr schnell zu einem Publikumsliebling und spielte ein tolles Frühjahr. Ob es zu einer fixen Verpflichtung kommt, werden die nächsten Tage zeigen. Derzeit steht man in Verhandlungen mit Piräus, tendenziell sieht es für Tasos eher nach einem Verbleib in Griechenland aus. Die Ablöse für Michi Madl kann Sturm sehr gut für die Neubesetzung der bekannten Kaderbaustellen gebrauchen. Ob Madl auch in der nächsten Saison das Niveau halten kann, oder ob es sogar noch eine Liga nach oben geht, wird sich zeigen. Wir wünschen ihm auf jeden Fall weiterhin alles gute für die Zukunft!

Leistungsdaten für den Fulham FC:

  Spiele Tore Torvorlagen Spielminuten
Championship 13 1 2 1080

 

Andreas Pfingstner

CC BY-SA Wikimedia Commons/Steindy

CC BY-SA Wikimedia Commons/Steindy

Der 23-jährige Steirer wechselte letzten Sommer auf Leihbasis zum damaligen Bundesliga Absteiger SC Wiener Neustadt. Nachdem er im Herbst seinen Stammplatz in der Innenverteidigung für mehrere Wochen verlor, konnte er sich im März endgültig wieder in die Startelf zurückkämpfen. Bis auf eine Gelbrotsperre wurde Pfingstner stets über die volle Distanz eingesetzt. Beim 2:1 Heimsieg gegen den LASK mutierte er mit dem spielentscheidenden Treffer sogar zum Matchwinner. Die vielen Einsätze im Frühjahr resultierten einer Systemumstellung in der Verteidigung, da Kapitän Remo Mally auf die RV-Position wechselte und Pfingstner somit zusammen mit Ex-Blacky Florian Sittsam die Innenverteidigung bildete. Im Vergleich zur Herbstsaison verbesserte sich sein Klub um einen Tabellenrang auf Platz 7.

Fazit:

Sein Vertrag bei Sturm endete in der vergangenen Spielzeit. Sturm besaß zwar eine Option auf zwei weitere Jahre, allerdings wurde diese nicht gezogen. Auch einen neuen Kontrakt wird der Verteidiger nicht mehr bekommen. Wahrscheinlich scheint wohl ein fixer Transfer zum SC Wiener Neustadt, der im Vorfeld unter anderem bereits mit seinem Mitspieler Florian Sittsam verlängerte.

Leistungsdaten für den SC Wiener Neustadt im Frühjahr:

  Spiele Tore Torvorlagen Spielminuten
Erste Liga 14 1 0 1239

 

© GEPA pictures/ tipp3 (honorarfrei)

© GEPA pictures/ tipp3 (honorarfrei)

David Schloffer

Ein Wechsel von der Bundesliga in eine viertklassige Liga kommt nicht alle Tage vor, trotzdem ging David Schloffer genau diesen Weg und wechselte zum deutschen Regionalligisten SV 07 Elversberg. Für ihn rentierte sich dieser mutige Wechsel durchaus, stand er bei Sturm einst am Abstellgleis, so galt er nach dem Wechsel mit einem Marktwert von rund €400.000 zeitweise als wertvollster Spieler der Liga. Nach einem Kieferbruch im Herbst verlor er vorerst seinen Stammplatz und musste zu Beginn der Rückrunde oftmals mit Bank oder Tribüne vorlieb nehmen. Erst ab 17. April kam er wieder zurück in die Startformation und steuerte beim Kantersieg gegen Wormatia Worms einen Treffer bei. Bis zu Saisonende gehörte er stets der Startformation an, durfte aber nur ein Mal die vollen 90 Minuten am Platz verbringen. Am Ende reichte es für das Team aus dem Saarland zum Vizemeistertitel, welcher zur Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga berechtigt. Gegen den FSV Zwickau verlor man aber mit einem Gesamtscore von 1:2, womit man auch nächste Saison wieder in der Regionalliga Südwest verbringen muss. Im ersten Relegationsspiel stand Schloffer bis zur 69. Spielminute am Platz, was auch vorerst sein letzter Einsatz für die Sportvereinigung aus Elversberg bedeutete. Im Rückspiel kam er über einen Platz auf der Ersatzbank nicht hinaus.

Fazit:

Sturm wird im rechten Mittelfeld nicht mehr auf Schloffer zurückgreifen. Stattdessen verpflichteten die Schwarz-Weißen Ex-Rapid Spieler Philipp Huspek. Unwahrscheinlich scheint auch ein Verbleib beim ambitionierten Regionalligisten, der für nächste Saison einen neuen Anlauf für den Aufstieg plant. Laut Online-Ausgabe der Saarbrücker Zeitung soll Schloffer keinen Anschlussvertrag erhalten. Wo es für den 24-Jährigen in Zukunft hingeht, steht damit zum aktuellen Zeitpunkt noch in den Sternen.

Leistungsdaten für den SV 07 Elversberg im Frühjahr:

  Spiele Tore Torvorlagen Spielminuten
Regionalliga Südwest 9 2 0 613
Aufstiegsrunde zur 3. Liga 1 0 0 69

 

 

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