Was wurde aus..? Version Gerüchteküche

Über Testspieler, Managerangebote und Wunschspieler

Die Transferzeit 2017 ist vorbei, einen Überblick aller Ab– und Neuzugänge haben wir euch schon geliefert, aber was wurde eigentlich aus all den potenziellen Verstärkungen, die immer wieder durch die Grazer Gazetten geisterten? Wir haben uns an einige Namen erinnert und für euch einmal nachgesehen, wie die Karrieren von Testspielern, Managerangeboten und Wunschspielern, die am Ende allesamt nicht in Graz landeten, so verliefen.


Name: Havard Nordtveit
Geburtsdatum: 21.06.1990
Nationalität: Norwegen
Position: Mittelfeld
Damaliger Verein: Arsenals Reserve
Höchster Marktwert: 8.000.000 €
Aktueller Marktwert: 5.000.000 €
Aktueller Verein: TSG 1899 Hoffenheim

Kaum zu glauben, aber Sturm Graz bemühte sich einst wirklich um die Dienste des Norwegers. In der Saison 2009/10 wurde der damals 19-Jährige vom FC Arsenal an den 1. FC Nürnberg ausgeliehen. Arsenals Coach Arsene Wenger hielt viel von seinem Schützling und wollte ihm mehr Spielpraxis ermöglichen. In Nürnberg konnte Nordtveit nicht völlig überzeugen, bereits im Winter bemühte man sich in Graz erstmals um den Defensivspieler, der im defensiven Mittelfeld Peter Hlinka ersetzen sollte. Der damalige Sportdirektor der Grazer, Oliver Kreuzer, pflegte gute Kontakte zu Nordtveiths Beraterfirma SportsTotal und versuchte das Abwehrtalent nach Graz zu lotsen. Die gute Veranlagung blieb aber auch anderen Vereinen nicht verborgen. Havards Ziel war die Deutsche Bundesliga und so wartete er zu, verbrachte die Hinrunde noch bei Arsenals Reserve und wechselte schließlich am 01.01.2011 ablösefrei zur Borussia aus Gladbach. Bei den Fohlen entwickelte sich Nordtveit zu einem Spieler internationaler Klasse, nach einem Engagement bei West Ham United wechselte er diesen Sommer zurück nach Deutschland und unterschrieb bei TSG Hoffenheim einen Vertrag bis 2022. Zur damaligen Zeit machte ein weiterer vielversprechender Name die Runde in der Gerüchteküche: Gary Kagelmacher. Kreuzer wollte entweder Kagelmacher oder Nordtveit, bei beiden Spielern scheiterte es schlussendlich an der Finanzierung.

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Name: Stoppila Sunzu
Geburtsdatum: 22.06.1989
Nationalität: Sambia
Position: Abwehr
Damaliger Verein: LB Châteauroux
Höchster Marktwert: 2.000.000 €
Aktueller Marktwert: 1.300.000 €
Aktueller Verein: Arsenal Tula

In der Winterpause 2010 lud Sturm Graz zwei Testspieler ins Trainingslager nach Belek ein. Der 18-jährige Richard Annang, ein U20-Nationalspieler aus Ghana und der 20-jährige Stoppila Sunzu, der bei der Abreise Sturms noch für Sambia beim Afrika-Cup im Einsatz war, sollten in der Türkei mittrainieren und sich für eine Verpflichtung empfehlen. Die Grazer sahen sich in dieser Vorbereitungszeit gezielt nach Verstärkungen für die Defensivabteilung um, doch schlussendlich spielte das Schicksal eine entscheidende Rolle. Annang verletzte sich und Sunzu erreichte im Afrika-Cup das Viertelfinale und folgte nicht ins Trainingslager nach. Sunzu fand noch im Februar mit TP Mazembe einen neuen Verein. Nach einigen Jahren im Kongo folgte ein Wechsel nach Frankreich zu FC Sochaux für die stolze Ablösesumme von 1.000.000 €. Im östlichen Teil Frankreichs, der an die Schweiz angrenzt, ging sein Stern so richtig auf – es folgte der Wechsel in die aufstrebende Chinese Super League zu Shanghai Greenland Shenhua, welche sich die Dienste des Innenverteidigers satte 3.000.000 € kosten ließen. Aktuell spielt Sunzu bei Arsenal Tula, welche ihn jedoch nur von OSC Lille ausgeliehen haben. Wie dicht erfolgreiche Karrieren und Abstürze in die Bedeutungslosigkeit beeinanderliegen können, zeigen diese beiden Spieler recht gut. Während Sunzu eine erfolgreiche Karriere bestreitet und bereits 62 Mal für Sambias Nationalteam auflief, verschwand Annang nur kurze Zeit nach dem potenziellen Probetraining in der Versenkung.

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Name: Daniel Sikorski
Geburtsdatum: 02.11.1987
Nationalität: Österreich
Position: Angriff
Damaliger Verein: Wisla Krakau
Höchster Marktwert: 450.000 €
Aktueller Marktwert: 300.000 €
Aktueller Verein: Pafos FC

Sommer 2013: Sturm fixierte gerade den Transfer von Anel Hadzic, der Wechsel Daniel Offenbachers war bloß noch Formsache. Sturm suchte nach einem geeigneten Mittelstürmer und holte sich mit Daniel Sikorski einen Österreicher als Testspieler. Der 25-Jährige, der einst mit David Alaba bei den Amateuren von Bayern München kickte, stand nach einem Engagement bei Wisla Krakau ohne Verein dar. Nachdem sich Rubin Okotie in Richtung Austria Wien verabschiedete, der Leihvertrag von Sukuta-Pasu endete und Imre Szabics seine Fußballschuhe an den Nagel hängte, war die Not im Sturm groß. Sikorski konnte in Graz nicht überzeugen, stattdessen holte man Marco Djuricin und Robert Beric nach Graz. Der Polen-Legionär fand in der Schweiz mit St. Gallen einen neuen Verein, doch wegen eines Kreuzbandrisses absolvierte er gerade einmal 20 Spielminuten für das Amateurteam der Schweizer. Nach einem Engagement bei der SV Ried, welches auch nicht nach Wunsch verlief, wechselte der Angreifer in die zweite russische Liga zu FK Khimki. Bevor er bei seinem aktuellen Klub Pafos FC, der in Zyperns höchster Liga spielt, unterkam, gab er noch ein Gastspiel in Rumänien bei Gaz Metan Medias. Der Wandervogel kam bisher bei keiner seiner Stationen an, Sturm konnte hier wohl einen Transferflop vermeiden und entschied sich wahrscheinlich richtig, Sikorski nicht zu verpflichten.

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Name: Ante Budimir
Geburtsdatum: 22.07.1991
Nationalität: Kroatien
Position: Angriff
Damaliger Verein: NK Inter Zapresic
Höchster Marktwert: 3.000.000 €
Aktueller Marktwert: 1.500.000 €
Aktueller Verein: FC Crotone

Franco Fodas zweite Amtszeit war Geschichte, Darko Milanic wurde von allen Sturmfans sehnlichst als neuer Trainer herbeigesehnt und auch Robert Beric hatte den Weg an die Mur noch nicht gefunden. Inter Zapresic stieg ab, Budimir war wechselwillig und in Graz sondierte man den Markt nach einem passenden Stürmer. Viel hing von Sturms neuem Cheftrainer ab, eine Rückkehr Budimirs nach Österreich (er stand 3 Monate beim LASK unter Vertrag) wurde immer unwahrscheinlicher. Nach der Präsentation von Milanic war klar, man würde in Graz Darkos Schützling Beric verpflichten. Die Karriere des Kroaten ging jedoch auch ohne Sturm munter weiter. Budimir wechselte zu NK Lokomotiva Zagreb, nach einem starken Jahr mit 19 Scorerpunkten in 27 Partien im Gepäck ging es weiter zum deutschen Kultklub St. Pauli, wo er um 1.000.000 € zum zweitteuersten Einkauf der Vereinsgeschichte wurde. In Hamburg fand sich der junge Stürmer jedoch nicht zurecht, wurde bereits als Fehleinkauf abgestempelt. Erst eine Leihe nach Italien zum FC Crotone gab seiner Karriere den endgültigen Boost. Die Italiener zogen die Kaufoption und verpflichteten den Linksfuß ebenfalls um 1.000.000 €, doch dann kam alles anders als gedacht. Sampdoria Genua machte den neuen Besitzern ein Angebot über 1.800.000 € – dieses wurde angenommen, Budimir erhielt in Genua ein Arbeitspapier bis 2020, wurde nach einer weiteren enttäuschenden Saison für die aktuelle Spielzeit wieder zurück an Crotone verliehen, die ihn laut transfermarkt.at bereits wieder in der kommenden Sommertransferperiode um 2.000.000 € verpflichten.

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Name: Filippo Scaglia
Geburtsdatum: 31.01.1992
Nationalität: Italien
Position: Abwehr
Damaliger Verein: FC Turin Jugend
Höchster Marktwert: 1.200.000 €
Aktueller Marktwert: 1.200.000 €
Aktueller Verein: AS Cittadella

Der damals 21-Jährige stand beim Serie A Klub FC Torino unter Vertrag. In der vergangenen Saison war er für die Rückrunde an AC Cuneo 1905 in die dritte italienische Liga ausgeliehen, wo er 22 Spiele absolvierte. In Turin war man nicht vollends überzeugt von seinem Talent, so suchte man einen neuen Verein für Scaglia. Ein Probetraining beim SK Sturm sollte eine Möglichkeit bieten, sich dem neuen Trainerteam rund um Darko Milanic zu empfehlen. Ein Leihgeschäft wurde von den Italienern angestrebt, Sturm winkte ab, trotz guter Leistungen in einem Testspiel. So wurde der Italiener eine Klasse tiefer bei AS Cittadella in der Serie B geparkt.Dort blühte Scaglia auf, wurde auf anhieb Stammspieler, jedoch konnte er den Abstieg in die Serie C nicht verhindern. In Cittadella war man von seinen Qualitäten dennoch überzeugt, verpflichtete den groß gewachsenen Innenverteidiger nach der Saison ablösefrei. Es gelang der sofortige Wiederaufstieg und in der abgelaufenen Saison etablierte man sich in der Serie B und hatte mit dem Abstieg nichts mehr zu tun. 

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Name: Gustav Valsvik
Geburtsdatum: 26.05.1993
Nationalität: Norwegen
Position: Abwehr
Damaliger Verein: Sogndal IL
Höchster Marktwert: 1.300.000 €
Aktueller Marktwert: 1.300.000 €
Aktueller Verein: Eintracht Braunschweig

Nikola Vujadinovic war im Winter 2013/14 ein gefragter Mann, sein Vertrag lief im folgenden Sommer aus, wenn Sturm noch Geld mit dem Montenegriner verdienen wollte, dann müsste man ihn noch in der Wintertransferzeit abgeben. Eine Vertragsverlängerung rückte in immer weitere Ferne, Vuja hoffte auf den letzten fetten Vertrag seiner Karriere.“His Airness“ war ein Schlüsselspieler und sollte bei einem Wechsel die Kassen ordentlich klingeln lassen. Bei einem vorzeitigen Abgang des Innenverteidigers würde man seine Ablöse in Neuzugänge investieren können, auch wenn Sturm nach einem satten Zuschauerschwund zum Sparen gezwungen wurde. Beim norwegischen Erstligisten Sogndal IL hatte Gustav Valsvik noch ein Jahr Vertrag, in diesem war auch eine Ausstiegsklausel verankert. Ein Gerücht, wonach sich ein Investor anbieten würde, wie beim damaligen Transfer von Robert Beric, stand ebenfalls im Raum. Ausländische Medien berichteten in regelmäßigen Abständen, dass der Wechsel immer konkreter wurde, jedoch verließ Vujadinovic Sturm nicht und so wurde Valsvik nicht verpflichtet. Im Sommer schnappte sich Strömsgodset IF den Norweger um kolportierte 500.000 €, nach zwei starken Jahren in Norwegens höchster Liga folgte der Wechsel, just nach dem Ausscheiden aus der Europa League Qualifikation, nach Deutschland zu Eintracht Braunschweig. Dem Zweitligisten waren die Dienste Valsviks 750.000 € wert – gut investiertes Geld, denn der damals 23-Jährige spielte sich auch in Deutschland sofort in die Startelf und ist ein fixer Bestandteil des Teams von Torsten Lieberknecht.

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Name: Emmanuel „Jimmy“ Frimpong
Geburtsdatum: 10.01.1992
Nationalität: Ghana
Position: Mittelfeld
Damaliger Verein: FC Barnsley
Höchster Marktwert: 2.000.000 €
Aktueller Marktwert: 200.000 €
Aktueller Verein: Ermis Aradippou

Ein Spieler von Arsenal London, der für den englischen Topklub nicht nur in der Premier League im Einsatz war, sondern auch zu Champions League-Ehren kam, soll tatsächlich zu Sturm Graz wechseln? Man traute seinen Augen und Ohren kaum, doch die Gerüchte um „Jimmy“ waren alles andere als eine Ente. Nach einer Leihe beim FC Barnsley wollte Arsene Wenger den exzentrischen Mittelfeldspieler nicht mehr und Frimpong durfte sich einen neuen Verein suchen. Man lud den Ghanaer zu medizinischen Tests ein, hauptsächlich der Zustand der oft verletzten Knie des Ex-Arsenal-Kickers waren Gegenstand der Untersuchung. Die Knie hielten, doch laut Goldbrich wurde die Causa einige Tage später bereits ad acta gelegt. Dann kam alles anders: Jimmy landete in Graz, um am Training teilzunehmen. Man wollte bei einer derartigen Investition – an die 1,3 Millionen Euro pro Jahr soll der potenzielle Neuzugang zuletzt verdient haben, ein bereitstehender Investor würde das Gehalt mit Abstrichen und Frimpongs Einverständnis abdecken – alle Risiken doppelt abwägen und das Knie auch unter Trainingsbelastung testen. Ohne Angabe von Gründen sah man aber von einer Verpflichtung ab, das Risiko war den Verantwortlichen schlussendlich wohl zu groß. Frimpong wechselte nach Russland zu FK Ufa, das Knie hielt vorerst, in seiner ersten Saison verpasste er kaum Spielminuten. In seiner zweiten Saison bei Ufa kamen jedoch immer mehr Probleme auf. Jimmy machte sportlich keine positiven Schlagzeilen, verpasste viele Spiele und stand nach Ablauf seines Vertrages für einige Monate sogar ohne Verein da. Doch in Frimpongs DNA ist Arsenal fest verankert, so hieß sein neuer Verein wieder Arsenal, jedoch nicht London, sonder Arsenal Tula. Doch auch bei seinem neuen Arbeitgeber konnte das einst so hochveranlagte Talent nicht überzeugen. Nach nur drei Spielen in der Hinrunde trennte man sich und es folgte ein Wechsel nach Schweden zu AFC Eskilstuna. Im Norden verlief es jedoch auch nicht nach Wunsch, nach einem guten Saisonstart verlor er seinen Startplatz und fand sich gegen Ende der Saison nur noch auf der Tribüne wieder. Nun kickt der defensive Mittelfeldspieler in Zypern bei Ermis Aradippou, wohl seiner letzten Chance im Profifußball.

 
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Name: Victor Pálsson
Geburtsdatum: 30.04.1991
Nationalität: Island
Position: Mittelfeld
Damaliger Verein: NEC Nijmegen
Höchster Marktwert: 800.000 €
Aktueller Marktwert: 400.000 €
Aktueller Verein: FC Zürich

Beinahe hätte es nach Ragnar Margeirsson, einen zweiten Isländer, zum Sportklub Sturm verschlagen. Für den Mittelfeldspieler legte einst der FC Liverpool 400.000 € auf den Tisch, um das Nachwuchstalent sein Eigen nennen zu dürfen. Doch nach einer Leihe zum Zweitligisten FC Dagenham & Redbridge (so schnell kann es gehen, die spielen jetzt nur mehr 5. Liga), folgte der Abschied zu Hibernian FC. Über den Umweg New York RB landete der Isländer schließlich bei NEC Nijmegen in Hollands höchster Spielklasse und wurde damit Teamkollege von Jakob Jantscher. Nach einem guten Herbst verletzte sich Victor jedoch am Knie und verpasste dadurch viele Spiele. In Nijmegen musste man den aufgeblähten Kader deutlich verkleinern, einer der Spieler, der auf der Abschlussliste stand, war Pálsson. Angeblich war man sich mit Sturm über ein Wechsel schon einig, es fehlte nur noch der Medizincheck. Gerhard Goldbrich verneinte die Gerüchte, meinte es würde sich beinahe stündlich etwas am Transfermarkt ändern. Helsingborgs IF sicherte sich den Zuschlag, nach einem Jahr als Stammspieler folgte der nächste kostenpflichtige Transfer zu Esbjerg fB, doch ein Muskelfaserriss setzte ihn beinahe die gesamte Saison außer Gefecht. In seiner zweiten Saison in Dänemark fand der Mittelfeldspieler wieder in die Spur, wurde sogar Kapitän des Teams und empfahl sich für größere Aufgaben. Diesen Sommer schnappte sich der FC Zürich den Rechtsfuß um 300.000 €.

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Name: Malik Fathi
Geburtsdatum: 29.10.1983
Nationalität: Deutschland
Position: Abwehr
Damaliger Verein: Vereinslos
Höchster Marktwert: 4.000.000 €
Aktueller Marktwert: 200.000 €
Aktueller Verein: Atlético Baleares

Schon einige Zeit vor der Verpflichtung von Christian Schulz war man in Graz auf der Suche nach einem routinierten Abwehrchef. Mit dem deutschen Ex-Nationalspieler Malik Fathi hätte sich Sturm mit der Erfahrung von rund 300 Pflichtspielen, davon 19 Spiele in Internationalen Bewerben, verstärken können. Im Winter suchte man nach mehr Stabilität in der Defensive und hoffte, mit dem Deutschen das notwendige Puzzlestück gefunden zu haben. Laut dem Fachmagazin Kicker stand Fathi bereits kurz vor der Unterschrift, doch die Sorge, dass der damals 31-Jährige, der zu dieser Zeit schon seit Monaten ohne Verein dastand, nicht mehr die notwendige Fitness mitbringen würde, überwog. Mit Atlético Baleares fand sich doch noch ein Verein für Fathi. In der dritten spanischen Liga kam der Deutsch-Türke nicht sofort in Tritt, erst in seiner zweiten Saison fand er langsam in die Mannschaft und bekam mehr Einsatzzeiten. Vergangene Saison schaffte es der Linksfuß sich nicht nur einen Platz als Stammspieler zu sichern, sondern sein Team konnte auch den 4. Tabellenplatz erreichen, welcher einen Platz im Aufstiegsplayoff bedeutete. Im Halbfinale des Playoffs war jedoch Endstation, damit wird der ehemalige Mainzer seinen 2018 auslaufenden Vertrag noch in der dritten Liga erfüllen.

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Name: Senijad Ibricic
Geburtsdatum: 26.09.1985
Nationalität: Bosnien-Herzegowina
Position: Mittelfeld
Damaliger Verein: Kayseri Erciyesspor
Höchster Marktwert: 6.500.000 €
Aktueller Marktwert: 500.000 €
Aktueller Verein: NK Domzale

Große Namen finden nicht sehr oft den Weg nach Graz. Fürsten waren selten gesehene Gäste, Stars gaben sich nur zu Champions League-Zeiten die Klinke in Liebenau in die Hand. Für einen Sensationstransfer musste einfach alles passen, möglich wurden diese in der Regel erst durch persönliche Kontakte. Eine solche Connection bestand zwischen Samir Muratovic und dem Teamspieler Senijad Ibricic, der damals auch Teil des WM-Kaders war. Die beiden Bosnier kannten sich bestens und Ibricic meldete sich hoffnungsvoll bei Muratovic. Nach einem völlig verkorksten Jahr in der Türkei bei Kayseri Erciyesspor, indem er von Trainer Fuat Capa sogar suspendiert wurde, wollte sich der Mittelfeldstratege bei Sturm für höhere Aufgaben in Deutschland empfehlen. „Ein Klasse-Spielmacher, von dem Marco Djuricin profitieren könnte“, so Mura, „er wäre auch gar nicht so teuer.“ . Doch aus dem Sensationstransfer wurde nichts. Ein Jahr später wurde er zu Vardar Skopje verliehen, einen großen Verein sucht man bei seinen nachfolgenden Stationen vergeblich. Diesen Sommer wechselte er innerhalb der slowenischen Liga von FC Koper zu NK Domzale.

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Name: Andraz Sporar
Geburtsdatum: 27.02.1994
Nationalität: Slowenien
Position: Angriff
Damaliger Verein: NK Olimpija Ljubljana
Höchster Marktwert: 2.500.000 €
Aktueller Marktwert: 1.750.000 €
Aktueller Verein: Arminia Bielefeld

Nach nur einer Saison in Schwarz-Weiß kehrte der Millionentransfer Robert Beric Sturm Graz den Rücken und wechselte innerhalb der Liga zu Rapid Wien. Der Aufschrei unter den Fans war groß, die sportliche Lücke, die es zu schließen galt, war gar keine kleine. Viele Namen machten die Runde, einer davon wurde in Internetforen beinahe täglich diskutiert: Andraz Sporar. Der „neue“ Beric wäre sowieso viel besser als das „Missverständnis“, welches Darko Milanic aus Maribor mitbrachte. Schon damals war Sporar ein Thema in Graz, nach der Bestellung Milanics als Cheftrainer bekam der hoch aufgeschossene Beric den Vorzug gegenüber dem schnellen Sporar. Doch diesen Sommer sollte es klappen, der Transfer wäre schon längst fixiert, so der Tenor. Sogar der Spieler selbst sprach sich für einen Transfer aus: „Ich würde sehr gerne kommen, ein Transfer ist definitiv möglich. Es geht noch um die Ablösesumme, ich hoffe, sie finden zusammen.“. Doch eine Verkündung ließ auf sich warten, immer mehr Gerüchte um einen weiteren Mitwerber, sogar aus der österreichischen Bundesliga, machten die Runde. Angeblich wäre die Wiener Austria in den Poker um Sporar eingestiegen, doch die würden, angeblich, nur den Preis für den Torjäger nach oben treiben wollen. Die anfänglich kolportierten 700.000 € stiegen schnell auf für Sturm astronomische Summen an. Das Angebot der Grazer wurde im Winter nachgebessert und sollte auch für den kommenden Sommer gelten. Doch Sturm stieg aus dem Transferpoker aus, denn in Ljubljana wollte man das große Geld mit dem Rechtsfuß verdienen. Der Sportdirektor der Slowenen, Milenko Acimovic, ein ehemaliger Spieler der Wiener Austria, pokerte hoch. Wohl etwas zu hoch, denn weder im Winter 14/15 noch in der folgenden Sommerübergangszeit fand sich ein Abnehmer für Sporar. Um den enttäuschten Goalgetter nicht zu vergrämen, gab sein Klub ihm die Kapitänsbinde. Der Rest ist Geschichte: der damals 21-Jährige erzielte 17 Treffer in 18 Spielen. Nun matchten sich Hannover 96 und Basel um seine Unterschrift. Schlussendlich bekam der Klub von Marc Janko die Zusage – mit der Perspektive, wohl langfristig den zu Schalke 04 abgewanderten Breel Embolo zu beerben. „Der perfekte Schritt für mich, Basel ist riesig“, so Sporar damals. Olimpija Ljubljana kassierte satte 3.300.00 € – retrospektiv hatte man also alles richtig gemacht, doch für den Slowenen entwickelte sich die Schweiz zum Albtraum. Kurz nach seinem Wechsel wurde aus einer Sehnenreizung ein Sehnenriss – die Saison war gelaufen. Auch in der darauffolgenden Spielzeit konnte er sich nicht durchsetzten. Mehr als Kurzeinsätze und ein mickriger Treffer waren nicht drinnen, oftmals musste er sogar in der Reservemannschaft auflaufen. Diesen Sommer verlieh man den „Transferflop“ nach Deutschland zu Arminia Bielefeld, doch auch hier konnte er sich bis jetzt nicht in der Startelf etablieren. Acimovic hatte alles richtig gemacht, für Andraz Sporar wäre ein Wechsel nach Graz vielleicht doch die richtige Entscheidung gewesen. 

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Name: Milad Mohammadi
Geburtsdatum: 29.09.1993
Nationalität: Iran
Position: Abwehr
Damaliger Verein: Rah Ahan Yazdan FC
Höchster Marktwert: 2.000.000 €
Aktueller Marktwert: 2.000.000 €
Aktueller Verein: Akhmat Grozny

Dass die Fluktuation unter den Testspielern bei Sturm Graz besonders im Sommer sehr hoch ist, war allgemein bekannt, doch 2015 trieb man es beinahe an die Spitze. Der Iraner, der damals gerade erst im Nationalteam debütierte, war bereits der neunte Testspieler, der die Verantwortlichen in Graz überzeugen wollte. Eigentlich der Zehnte, doch ein gewisser James Jeggo war leider verhindert. Milad Mohammadi hatte eigentlich erst vergangenes Jahr einen Fünf-Jahres-Vertrag bei Rah Ahan Yazdan FC unterschrieben, aber weil sein Verein finanziell de facto ruiniert ist und der Zwangsabstieg bevorsteht, weil ein Spieler eingesetzt wurde, der nicht hätte spielen dürfen, wäre er ablösefrei zu haben gewesen. Nach ein paar Trainingseinheiten durfte sich der Linksverteidiger im Testspiel gegen Zenit St. Petersburg beweisen. Trotz einer durchaus ansprechenden Leistung wurde es nichts mit einem Engagement in Graz. Mohammadi blieb vorerst im Iran, nach einem überzeugenden Herbst holte ihn Terek Grozny im Winter nach Russland. In der ersten Spielzeit für seinen neuen Arbeitgeber kam der damals 22-Jährige nicht über die Reservistenrolle hinaus. Nach einer weiteren Vorbereitung etablierte er sich zum Stammspieler und konnte seinen Marktwert in Russland ordentlich in die Höhe treiben. In der aktuellen Saison zählt Milad zu den Leistungsträgern des russischen Erstligisten, der diesen Sommer in Akhmat Grozny umbenannt wurde.

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Name: Blessing Eleke
Geburtsdatum: 05.03.1996
Nationalität: Nigeria
Position: Angriff
Damaliger Verein: ND Gorica
Höchster Marktwert: 1.000.000 €
Aktueller Marktwert: 700.000 €
Aktueller Verein: FC Ashdod

Nachdem man sich vergeblich um Andraz Sporar bemühte und beinahe ein gesamtes Jahr um den Slowenen warb, fiel Sturm Graz ein weiteres Talent aus der PRVA Liga ins Auge. Die Möglichkeit, den Slowenen zu erwerben, verpasste man, doch auch der Nigerianer ging den Grazern schlussendlich durch die Lappen. Der Angreifer wechselte um kolportierte 800.000 Euro innerhalb des Landes nach Laibach, um dort den, Überraschung, zum FC Basel abgewanderten Sporar zu ersetzen. Für Olympia erzielte Eleke 13 Meisterschaftstreffer und war im Vorjahr auch zwei Mal in der Champions-Leaugue-Qualifikation erfolgreich. Der 3:2-Auswärtserfolg gegen den AS Trencin reichte allerdings aufgrund eines 3:4 im Hinspiel nicht für den Aufstieg. Im Vorjahr geriet Eleke zudem in die internationalen Schlagzeilen, als sein Trainer Marko Nikolic aufgrund von rassistischen Beleidigungen gegenüber dem Stürmer seinen Job verlor. Der Serbe hatte ihn nach einem Ligaspiel als „schwarzen Idioten“ bezeichnet, da dieser – nach Meinung des Coachs – einen Torjubel zu ausgelassen zelebrierte. Es kam danach zwar zu einer Aussprache, nichtsdestotrotz wurde der Trainer vom slowenischen Fußballverband zu einer Geldstrafe verdonnert und für den Rest der Saison gesperrt. Auch in diesem Sommer geisterte der Name Eleke durch Graz, doch vor wenigen Tagen schnappte sich der FC Ashdod das Offensivtalent um 800.000 €. Ob man hier eine weitere Möglichkeit eines Spitzentransfers verpasste, wird sich wie immer erst in der Zukunft zeigen.


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2 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Mohamaddi hat in dem Testspiel wo ich ihn gesehen habe wirklich überzeugt. Soweit ich mich erinnere auch andere im damaligen Chat. Werde bis heute nicht verstehen wieso man ihn nicht geholt hat bei der damaligen Aussendecker Problematik. Weder am Geld (Iran zahlt sicher weniger) noch an Ablöse (ablösefrei) kanns gescheitert sein…also unser Scouting war halt damals wenig Licht und SEHR viel Schatten…

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  2. Mon Dieu sagt:

    Mir fallen noch zwei andere ein, die getestet wurden

     

    http://www.transfermarkt.at/dennis-cagara/profil/spieler/7374

    https://de.wikipedia.org/wiki/Eduardo_Gon%C3%A7alves_de_Oliveira

     

    PS: Edu wurde unter Osim im Winter getestet, wurde als zu schwach empfunden und sein weiterer Werdegang ist bekannt

     

     

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