Walking on sunshine

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Kelvin Yeboah – Note 1,60

Es war ein unglaublich starker Nachmittag des 21-jährigen Stürmers. Yeboah war auch in diesem Spiel ein ständiger Gefahrenherd und stellte die Rapid-Defensive mit seinen schnellen Tempovorstößen und starker Technik die gesamte Partie vor Probleme. Dennoch war der junge Stürmer auf dem besten Weg, zum tragischen Helden des Nachmittags zu werden. Alleine in der ersten Hälfte vergab Yeboah drei Großchancen und ließ seinen Frust darüber auch an der Torstange aus. In der zweiten Halbzeit konnte er dann nach einem Zuspiel von Ljubic doch noch treffen und brachte seine Mannschaft so auf die Siegerstraße. Yeboah war der beste Mann auf dem Feld und wurde somit zurecht zum „Man of the Match“ gewählt.

David Nemeth – Note 1,70

Es ist faszinierend, wie abgebrüht der erst 20-jährige Burgenländer in der Innenverteidigung immer wieder agiert. Eine nicht gelungene Klärungsaktion führte zum Gegentor, ansonsten spielte Nemeth unglaublich abgeklärt. Der Leihspieler aus Mainz konnte sich immer wieder durch starkes Stellungsspiel und gelungene Tacklings auszeichnen und sorgte gemeinsam mit Gorenc Stankovic für Stabilität in der Abwehr.

Jusuf Gazibegovic – Note 1,73

Der 21-jährige Bosnier agierte auf der rechten Abwehrseite und ließ sich während der gesamten Partie kaum etwas zuschulden kommen. Defensiv agierte Gazibegovic fehlerlos und schaffte es gleichzeitig, sich auch durch schnelle Vorstöße in die Offensive einzuschalten. Gazibegovic ist auf jeden Fall eine richtig gute Verstärkung für das Team und wird mit solchen Leistungen wohl auch in Zukunft eine große Rolle in der Mannschaft von Christian Ilzer spielen.

Jon Gorenc Stankovic – Note 1,76

Der Slowene rückte diesmal in die Innenverteidigung, weil Wüthrich nicht ganz fit war, und übernahm die Rolle des Abwehrchefs. Gorenc Stankovic lieferte wie gewohnt eine souveräne Partie ab und dirigierte seine Kollegen gekonnt. Dabei versuchte er auch immer wieder mit hohen Bällen auf den schnellen Yeboah Offensivaktionen einzuleiten. Alles in allem war es ein gewohnt starker Auftritt des großen Slowenen.

Ivan Ljubic – Note 1,79

Der 24-Jährige agierte diesmal im defensiven Mittelfeld anstelle von Gorenc Stankovic und erledigte seine Aufgabe wirklich stark. Ljubic spulte viele Meter ab und krönte seine gute Leistung mit einem sehenswerten Treffer zum 4:1. In dieser Form ist der Perspektivspieler nicht aus der Mannschaft wegzudenken und wird auch in einem bevorstehenden internationalen Herbst eine zentrale Rolle spielen.

Otar Kiteishvili – Note 1,79

Der Georgier zeigte auch in diesem Spiel seine Dynamik und Schnelligkeit und war der Dreh- und Angelpunkt im Angriffsspiel der Grazer. Kiteishvili erzielte nicht nur den wichtigen Ausgleich, sondern bereitete auch das 3:1 durch Kuen vor und war an nahezu jeder Offensivaktion von Sturm beteiligt. Es bleibt zu hoffen, dass „Kite“ in Graz bleibt, denn ein Spieler von seiner Qualität könnte in internationalen Spielen extrem wichtig sein.

Amadou Dante – Note 2,06

Der Linksverteidiger war zu Beginn etwas fehleranfällig und leistete sich auch den einen oder anderen leichten Fehlpass. Der 21-Jährige war viel in das Offensivspiel eingebunden und leitete des Öfteren eine gefährliche Offensivaktion ein. Mit Fortdauer der Partie stabilisierte sich sein Spiel und gemeinsam mit seinen Defensivkollegen ließ er keinen Angriff der Wiener mehr zu.

Stefan Hierländer – Note 2,08

Es war eine solide und unaufgeregte Partie des Sturm-Kapitäns. Hierländer legte auch in diesem Spiel wahnsinnig viele Meter zurück und versuchte seine Kollegen immer wieder zu pushen. Die Kommunikation auf dem Platz funktioniert in den entscheidenden Phasen gut und so ist der Kärtner immer wieder in der Lage, der Mannschaft Ruhe und Sicherheit zu geben. Hierländer ist aus dem System von Christian Ilzer nicht wegzudenken und genießt zurecht eine Stammplatzgarantie. Denn auch wenn der Kapitän viele Kritiker hat, seine Lauf- und Kampfbereitschaft verkörpern genau jene Attribute, die Ilzer von seiner Mannschaft sehen will.

Jakob Jantscher – Note 2,19

Der Routinier blüht in dieser Saison unter Ilzer so richtig auf und konnte schon in einigen Spielen wichtige Tore erzielen und spielentscheidende Aktionen liefern. Auch wenn das Spiel gegen Rapid nicht das stärkste von Jantscher war, sorgten seine Standardaktionen des Öfteren für Gefahr. Jantscher treibt seine Mitspieler an und ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Spiel von Sturm. In diesem Spiel gelang JJ zwar nicht alles, dennoch ist er derzeit aus der Mannschaft nicht wegzudenken.

Andreas Kuen – Note 2,35

Es war nicht der Nachmittag des Andreas Kuen – zumindest bis zu seinem Treffer. Der Tiroler war fehleranfällig und konnte auch in seinen Zweikampfduellen nicht immer überzeugen. Vor allem die Passgenauigkeit Kuens ließ zu wünschen übrig und nicht wenige Fans forderten im Ticker seine Auswechslung zur Pause. Ilzer ließ ihn auf dem Feld und wurde dafür mit dem schönsten Treffer des Nachmittags belohnt. Wie hart die Mannschaft an sich arbeitet, zeigt auch die Selbstkritik von Kuen an seinen Leistungen – den Fans des Vereins kann das eigentlich nur gefallen.

Jörg Siebenhandl – Note 2,55

Der Sturm-Goalie wirkte in der ersten Halbzeit unsicher und sah auch beim Gegentor unglücklich aus. Die eine oder andere Aktion konnte er gut entschärfen. Kurz nach Wiederanpfiff hatte Siebenhandl Glück, dass Fountas nach einem Kopfball nur die Stange traf. Nach dem Ausgleich war Siebenhandl kaum mehr beschäftigt und sah sich mit keinem einzigen Torschuss mehr konfrontiert. Mit solchen Leistungen wird es für Siebenhandl wohl schwer, ins Nationalteam einberufen zu werden – doch von diesen gab es in der laufenden Spielzeit nicht wirklich viele.

Einwechselspieler:

Gregory Wüthrich – Note 2,04

Der Schweizer war nicht ganz fit und saß deshalb zu Beginn nur auf der Bank. Wüthrich wurde in der 68. Minute für Hierländer eingewechselt und trug in der Schlussphase dazu bei, dass Rapid zu keinem Abschluss mehr kam. Die Ruhe, die Wüthrich als Abwehrchef ausstrahlt, tut dem Spiel der Grazer gut und wird auch in den internationalen Spielen im Herbst gebraucht werden.

Dardan Shabanhaxhaj – Note 2,26

Der Eigenbauspieler mit dem zungenbrecherischen Namen wurde in der Schlussphase für Jantscher eingewechselt und konnte keine nennenswerte Aktion liefern.

Lukas Jäger – Note 2,38

Jäger wurde in der Schlussphase für Kuen eingewechselt und blieb unauffällig.

Bekim Balaj – Note 2,74

Es war der letzte Auftritt von Balaj in Graz-Liebenau. Der Albaner wurde für Yeboah eingewechselt, konnte aber für das Spiel nichts mehr beitragen.

Sonstige Bewertungen

Christian Ilzer – Note 1,40

Es ist unfassbar, was Christian Ilzer und sein Trainerteam aus dieser Mannschaft gemacht haben. Der Sturmgeist ist wieder zurück und trägt gemeinsam mit dem System des Steirers wesentlich zum Erfolg von Sturm bei. Gegen Rapid wurde wie gewohnt früh attackiert und schnell in die Tiefe gespielt. Das System von Ilzer scheint wie die Faust aufs Auge zu dieser Mannschaft zu passen und gemeinsam mit seinem Trainer-Team schafft er es, das absolut Beste aus dem Team herauszuholen. Von einem Top-Drei-Platz am Ende der Saison und der Chance, im letzten Saisonspiel Vizemeister zu werden, haben wohl nur gnadenlose Optimisten geträumt. Trotzdem ist es eingetreten und Sturm wird nächste Saison definitiv international spielen. Das kann angesichts des Umbruchs und einer Aufbau-Saison als echte Sensation gewertet werden. Es macht so viel Spaß, dieser Mannschaft beim Fußballspielen zuzuschauen und die Art und Weise wie sich Sturm unter Ilzer präsentiert, lässt wieder von ganz Großem träumen.

Das Schiedsrichterteam um Walter Altmann – Note 1,74

Es war ein unauffälliger Auftritt des Schiedsrichter-Teams ohne Fehlentscheidungen. Altmann und seine Assistenten schätzten alle Situationen korrekt ein und lieferten eine solide und ansprechende Leistung ab. Das Spiel selbst wurde relativ fair geführt, es gab kaum strittige Aktionen und keine harten Duelle. Das Schiedsrichter-Team bewahrte immer den Überblick.

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 282 eingegangene Bewertungen und widmet dem ganzen Team folgende Nummer:

Anzeige

8 Kommentare

  1. Phil sagt:

    In der ersten Saison des Dreijahresplanes unter den Top 3. Super. Anderes Thema: Wir haben inklusive der zurück kommenden Leihspieler mehr als 30 Leute im Kader. Der gehört doch etwas reduziert finde ich. Wie haben sich Giuliani, Lema, Amoah bei ihren Leihen denn präsentiert? Lohnt es, sie überhaupt zurück zu holen oder sollte man sie erneut verleihen bzw verkaufen?

    0
    • sturmgraz sagt:

      Giuliane war Anfangs der Saison bei Kapfenberg Stammspieler nach einer Verletzung war er Großteils auf der Bank ( 9 Einsätze ). Amoah war meist Einwechsel Spieler ( 21 Einsätze) den sehe ich nicht für oben. Lema hatte heute noch keinen Einsatz nach seiner Knieverletzung.
      Krienzer hatte einen Super Herbst bei Lafnitz 5 Tore 4 Assist. Im Frühjahr ging dann nicht mehr viel.

      +1
    • fauli fauli sagt:

      Evtl. sind die für die Amas geplant um in die 2. Liga aufzusteigen. Kooperation mit Kapfenberg dürfte nicht die gewünschte Entwicklungsmöglichkeit für junge Spieler bieten?
      Für Guliani wird es schwer, Schützi wird verlängert und mit Maric hat man ein jüngeres Talent bei den Amateuren

      +1
    • blackfoxx sagt:

      bin zwar auch einer der sich immer wünscht, dass unsere Jungen zum Zug kommen, bei unserer aktuellen Nachwuchsgeneration bin ich allerdings etwas ratlos…die Ama´s haben an sich ein Jahr nicht gespielt, alle Leihspieler in Liga 2 konnten sich nicht oder nur minimal in Szene setzen, auch die Jungen „nah am Kader“ konnten sich bei Einwechslungen (abgesehen von Geyrhofer) nicht wirklich aufdrängen (wobei sie ehrlichweise sehr wenig Einsatzzeiten erhielten). ob uns da wirklich Verstärkungen blühen wird sich zeigen – durch die EC-Teilnahme mit zugehöriger „Erfolgsgier“ wirds halt noch schwieriger in die Mannschaft zu kommen…

      0
    • fauli fauli sagt:

      @blackfoxx
      Würd ich eher das Gegenteil behaupten. Wenn wir international spielen kannst am Wochenende gegen die Admira/Ried/St. Pölten sicher auch mal ein paar Jungen mehr Einsatzzeit geben, sofern sie sich im Training aufgedrängt haben. Bzw. wennst 3:0 führst kannst sicher ein paar Spielern eine kurze Pause gönnen.

      +1
  2. Nimrod sagt:

    Wow, 7Handl als „schlechtester“ Startformationsspieler? Das gab’s bis jetzt vermutlich auch noch nie… 😉

    +2
  3. ds1909 sagt:

    Off-Topic:
    https://www.krone.at/2416821

    X Sturm Zwa
    X Junge schwoaze
    X SK Sturm Graz II

    0
  4. Phil sagt:

    Karriereplattform hin oder her. Ich bin dafür, nicht jeden der nur halbwegs talentiert ist, mit einem Jungprofivertrag auszustatten, wie derzeit mit den ganzen Talenten im Kader, sondern zuerst nur die besten der besten zu den Amateuren hochzuziehen und die Amas mit talentierten Spielern aus dem In und Ausland zu verstärken. Und nur die besten der Amateure zu den Profis hochzuziehen. Ähnlich wie Salzburg, nur kaufen die extrem viele Kinder und Jugendliche zu.

    +1

Schreibe einen Kommentar