Vü verdienter geht nimmer

Spielbericht: Sportklub Sturm – Wiener Austria 1:0

Im Spitzenspiel der 26. Runde in der Österreichischen Bundesliga konnte der SK Sturm am Sonntag-Nachmittag gegen die Wiener Austria einen 1:0-Erfolg einfahren und damit einen wichtigen Schritt Richtung Titel „Best-of-the-Rest“ und Champions-League-Qualifikation setzen. Trotz des knappen Endstand war es eine Partie auf schiefer Ebene und die drei Punkte für die Blackys mehr als verdient. 

12.023 fanden sich in Liebenau ein (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Kiteishvili-Start-11-Comeback nach 196 Tagen

Eine wenig überraschende Anfangself schickte Trainer Christian Ilzer auf den Rasen – Otar Kiteishvili bekam den Vorzug vor Kapitän Stefan Hierländer und so streifte Jon Gorenc Stankovic die Kapitänsbinde über. Und wie vom Sturm-Coach angekündigt, machten die Gäste hinten von Anfang an dicht, aber bereits in der sechsten Spielminute brannte es im Strafraum der Wiener lichterloh: Als alles mit einer weiten Hereingabe von Jakob Jantscher rechnete, spielte dieser den Ball flach auf Rasmus Højlund, der Ball kam zu Jusuf Gazibegovic, dieser zog gleich einmal ab. Der Ball landete über Umwege beim völlig freistehenden Gregory Wüthrich, doch Austria-Torhüter Patrick Pentz klärte im Nachfassen. Nur vier Minuten später war es wieder der Schweizer Innenverteidiger, der nach einer Ecke zu einer Torchance kam – wieder war Pentz zur Stelle. Sturm von Anfang an beweglich und mit viel Spielwitz im Aufbau, bei der Austria hingegen blieb es beim Versuch auf Konterchancen zu lauern. In der 19. Minute hatte Stankovic eine Kopfball-Chance, kurz danach knallte Kiteishvili die Kugel in die Nordkurve.

15-minütiger Leerlauf

Sturm blieb zwar weiter das tonangebende Team, weitere Tormöglichkeiten sollten sich zunächst aber keine mehr auftun. Vor allem der zuletzt so starke Manprit Sarkaria verlor im Spielaufbau zu oft die Kugel, auch Højlund wurde kaum gefüttert und versuchte daher das Spiel aus der zweiten Etappe an sich zu reißen. Mit einem Eckenverhältnis von 6:1 für Sturm, bei 62% Ballbesitz und ohne einen einzigen Toschuß der Austria ging es in die Kabinen, aus dieser beide Teams unverändert zur Zweiten Halbzeit wieder aufs Liebenauer Grün kamen.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Otar endgültig wieder angekommen

Und die begann ganz nach dem Geschmack der 12.023 Besucher: Otar Kiteishvili lupfte den Ball mit Übersicht und technisch fein hinter die Abwehrkette in den Strafraum und es war symptomatisch, dass es wieder ein Defensivmann war, der zum Abschluss kam – zum endlich auch erfolgreichen. Zwar lässt sich Gorenc Stankovic alleine vor Pentz etwas Zeit, schaute den Torhüter aber aus und verwertete zum verdienten Führungstreffer für das Heimteam. Schon zuvor hatte sowohl der Georgier als auch der extrem agile Jusuf Gazibegovic am Tor der Wiener angeklopft. Die zahnlose Austria suchte ihr Glück danach in einen Dreifachtausch, doch Sturm blieb weiterhin am Drücker. Nachdem man 70 Minuten so gar nichts anbrennen hat lassen, der allererste Torschuss der Austria, ein noch dazu mehr als gefährlicher: Der Steirer Manfred Fischer suchte den Doppelpass mit Romeo Vucic, der erst 19-Jährige tauchte alleine vor Jörg Siebenhandl auf, doch der Sturm-Goalie verkürzte geschickt den Winkel und verhinderte so den Ausgleich aus dem Nichts.

Einseitig bis zum Ende

Ein Startsignal für die Austria? Mitnichten. Weiterhin spielt beinahe nur Sturm, kam durch Höjlund und Kiteishvili zu weiteren Tormöglichkeiten, der zweite Treffer wollte aber nicht fallen. Als in der 78. Minute der endlich wieder angekommene Otar Kiteishvili unter Szenenapplaus das Feld verließ, war das Match zwar noch nicht entschieden, doch mit Ausnahme einer Halbchance für die Gäste – erneut durch Manfred Fischer – tat sich nicht mehr viel. Drei wichtige Punkte waren unter Dach und Fach, der einzige Wehrmutstropfen, dass im Sturm-Stadion wieder zu viele Sessel leer blieben. Beim nächsten Heimspiel gegen Rapid wäre es wünschenswert, die Hütte wieder einmal restlos voll zu kriegen. Diese Sturm-Mannschaft hat sich ein ausverkauftes Haus verdient.

 

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5 Kommentare

  1. fuchsrob sagt:

    Vü dünner geht Sieg aber a net. 😉
    Meine Nerven waren sehr angespannt heute!

  2. Beutelspecht sagt:

    Also mir hat heute die mutige Aufstellung vom Illzer gefallen. Hätte Wühtrich die Topchance zu Beginn verwerten können wäre es möglicherweise ein leichteres Spiel geworden. Sarkaria heute leider schwach, dafür Oti wirklich eine Augenweide. Stanko mit sehenswertem Abschluss aber leider auch mit schlampigen Ballverlust vor der Ausgleichschance der Veilchen. Freu mich jetzt auf die kommenden Sonntage wo es wieder Wienerschnitzerl zum Panieren gibt.

  3. fid82 sagt:

    2.gegen 3. Und wir waren klar die bessere Mannschaft. Das passt schon.

    Schicker hat übrigens bekannt gegeben dass Kuen und Jäger den Verein verlassen werden.
    Demaku kommt sehr wahrscheinlich.
    Bei Niangbo meinte er, dass die Leihe endet und man schaut wie es weitergeht.
    Verstehe ich nicht. Wir haben schon zu viele Legionäre und Niangbo ist weder günstig noch hat er voll überzeugt.

  4. Zurückspulen – Starttaste drücken – das gleiche gegen die Grünen Wiener zeigen.
    Mehr braucht man nicht zu kommentieren.

    Eine Sache noch für die Redaktion: Könnt ihr mal nachfragen ob bei Sturm den niemand wegen so eines Spieltermins, OSTERSONNTAG 14:30; interveniert?
    Ich weiß von zumindest 6 Leuten aus meinem Bekanntenkreis (alle Abonnenten) die deswegen nicht ins Stadion können weil sie mit ihren Familien Ostern feiern.
    Oder steckt da seitens der Bundesliga Kalkül dahinter um die Grünen zu unterstützen?
    Ein Schelm der da böses denkt.

  5. Schworza99 sagt:

    Die Austria klar dominiert. Mit mehr Effizienz wird’s deutlich. Die haben quasi nur gekontert.

    7 war einmal da und hat die drei Punkte gerettet. Ansonsten war er wenig beschäftigt.

    Oti mit Traumpass und dennoch klar noch nicht bei 100%. Da kommt noch mehr.

    Der Sturm etwas blass aber auch Holjund sieht man an wie sehr es ihn ärgert wenn er nicht trifft. Das ist die richtige Mentalität.

    Verteidigung brav aber war mehr Laufarbeit da nur Konter.

    Verliert man keines der beiden Spiele gegen die Rapidler ist Platz 2 sehr nahe. Ein ausverkauftes Haus wäre nett…aber Termin und Uhrzeit irgendwas. Wäre dennoch nett.

    Platz 2 btw. wäre fixe EL-Gruppe (sofern die Russen nicht wieder aufgenommen werden, was eher nicht wahrscheinlich ist) bzw. CL-Quali Runde 3. Wären also 4 volle Stadien und EL Geld. Übersteht man da eine Runde gibts auch 5mio oder so im Play-off beim Scheitern. Wäre ein Traum. Übersteht man das auch kauf Ma die Stadt Graz und werden ein paar Mieten von ein paar Politikern erhöhen oder so 😉

    PS: Die Stadt will Liebenau nicht mehr renovieren weil kein Geld mehr da ist. Naja dann musst halt an Sturm verpachten. GAK soll Mietgarantie erhalten. Das Geld nehm ma gerne und auf Schwarz-weiße Sitze kann ich verzichten solange was in der Thematik weitergeht. Aber normalerweise gehören die jetzigen auch schon mit dem nassen Fetzen davongejagt. Vor der Wahl schön sprechen und danach weiß man von nix. Nix besser wie der Nagl diese drei Parteien. Was tuns wenn wo ein Rohrbruch is? Warten bis Liebenau zur zweiten Mur wird?
    Wenn sie sich keine Stadion leisten können müssen sie an Sturm verpachten. Wir würden sogar was investieren. Weil wenn die Bude zusammenfällt hat der GAK auch kein Stadion mehr…und denen tut die Miete in Klagenfurt mehr weh als uns.

    Man stelle sich vor der GAK steigt mal wieder auf, spielt gut und das steirische Derby mobilisiert die Massen. Und dann muss man in Klagenfurt spielen weil der Greenkeeper in Liebenau weniger Mittel hat und der Rasen wieder hin ist.

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