Von Liebenau nach Europa

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. FC Admira

13:00, Grazer Hauptplatz: Bei herrlichem Sonnenschein fläzten hunderte Sturmfans, darunter auch eine große Abordnung von SturmNetz.at, rund um den schönen Brunnen in der frühsommerlichen Hitze. Sie warteten, das eine oder andere Bier genießend, auf den Marsch zum Stadion, ja viel weiter noch, den Marsch nach Europa. Begleitet von Exekutive und vielen Schaulustigen setzte sich der Corteo schließlich in Bewegung, zielsicher Richtung Liebenau, wo es für Sturm Graz heute, in der vorletzten Runde, schon um alles ging. Dort angekommen hieß es Abschied nehmen, denn mit Marco Stankovic, Roman Kienast, Sascha Horvath und Andreas Gruber erhielten vier Spieler Dank und Anerkennung für ihre Leistungen und beste Glückwünsche für ihre Zukunft anderswo als beim SK Sturm.

Trainer Franco Foda setzte bei seiner Startaufstellung auf Altbewährtes, ebenso wie sein Gegenüber Damir Buric. Bemerkenswert war jedoch sicher, dass Romano Schmid mit Rückennummer 39, die er auch bei den Amateuren trägt, erstmals auf der Ersatzbank der Kampfmannschaft Platz nehmen durfte.  Alle Prognosen und Analysen redundant, galt es an diesem schönen Donnerstag ausschließlich, drei Punkte zu holen und damit das Europacup-Ticket endgültig zu lösen. Dass die Admira aber nicht unterschätzt werden darf, bekam Sturm in dieser Saison schon zweimal schmerzhaft zu spüren und ist natürlich nicht überflüssig zu erwähnen – die letzten beiden Partien gegen die Südtstädter verloren die Blackies nämlich.

Starker Beginn

Wie es sich für ein letztes Saisonheimspiel gehört, gab es übrigens einen Ehrenankick und den durfte ein alter Bekannter durchführen, nämlich Michael Madl, der ins Stadion gekommen war, um seinen ehemaligen Kollegen die Daumen zu drücken. Die Hausherren begannen dann recht druckvoll, suchten den Weg nach vorne zunächst mit schnellen Kombinationen und ließen den Ball dabei in den eigenen Reihen zirkulieren, während die Admira hingegen eher abwartend agierte  und die Räume um den eigenen Strafraum geschickt zumachte. Schon in den ersten Minuten kristallisierte sich heraus, dass dem SK Sturm das Fußballspielen vorerst weitestgehend überlassen werden sollte, ein bekanntes Rezept, das den Grazern auch in der Südtstadt schon nicht sehr gut mundete. Und so bekamen die 13.299 Zuseherinnen und Zuseher in den ersten 15 Minuten auch nur eine einzige gefährliche Aktion zu sehen und die fand ihren Ursprung in einem Eckball für die Gastgeber: Marc Schmerböck fand mit seiner hohen Hereingabe den völlig alleine gelassenen Simon Piesinger. Dieser bugsierte das Leder mit seinem blonden Schopf knapp am Aluminium vorbei ins Toraus.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Am Bahnsteig nach Europa

In der zwanzigsten Minute hieß es dann aber „Einsteigen bitte“, denn Baris Atik brachte den Sturm-Express mit Ziel Europa in Fahrt. Nach unübersichtlichem Strafraumgestocher, in das Deni Alar und Stefan Hierländer nebst einigen Admira-Verteidigern involviert waren, zog der junge Deutsche aus der Drehung ab und versetzte Liebenau in Entzücken – 1:0. Dieser Zustand hielt aber nur sehr kurz an, denn fortan, quasi als Admira-Tormann Andreas Leitner den Ball aus dem Netz holte, übernahm die Admira plötzlich das Kommando und Sturm zog sich unverständlicherweise zurück. Nach einigen durchaus erfolgversprechenden Angriffen der Gäste wurde es in der 31. Minute erstmals richtig brenzlig: Markus Lackner traf mit einem Kracher aus 20 Metern zum Glück nur die Latte und wenig später war es wohl nur einer bodennahen Windböe zu verdanken, dass Daniel Toths flacher Weitschuss nicht in den Maschen landete. In der 42. Minute halfen aber weder Wind noch Fortuna: Maximilian Sax traf nach guter Vorarbeit von Christoph Monschein zum verdienten Ausgleich. Der Sturm-Express war vollständig zum Stehen gekommen und nur eine Minute später wäre er wohl auch abgewrackt worden, hätte Sax nicht nur die Stange getroffen. Es folgte die Pause, eine Wohltat.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Und dann kam der Sturm-Express doch wieder ins Rollen

Mit Wiederankick meldete sich der SK Sturm in der Partie zurück: Charalampos Lykogiannis hatte in der 46. Minute Muse für eine schöne Flanke in den gegnerischen Strafraum, wo Deni Alar den Ball per Kopf an die Querlatte lenkte. Zwei Minuten später versuchte es abermals Piesinger nach einem Corner, wieder per Kopf, wieder daneben. Sturm holte sich die Kontrolle über das Spiel zurück und in der 66. Minute hätte Alar beinahe wieder mit Larry Kayode, der in dieser Runde gegen Salzburg getroffen hatte, gleichziehen und seinen 17. Treffer erzielen können, lediglich Keeper Leitner hatte hier noch ein Wörtchen mitzureden und dies tat er auch. In der 71. Minute scheiterte Piesinger nach Hierländer-Flanke erneut per Kopf, wenngleich sein Kopfball diesmal wesentlich besser platziert war. Ganz aus dem Rennen war die Admira allerdings nicht, denn Eldis Bajrami verzog in der 76. Minute aus aussichtsreicher Position nur ganz knapp. Wenn auch nicht von fußballerischer Qualität geprägt, so war diese Partie doch richtig spannend und die Fans gaben angesichts des letzten Heimspiels der Saison noch einmal alles. Da musste doch noch irgendwie etwas gehen für Sturm. Und die Herren in Schwarz ließen sich bitten. Sie ließen sich bitten, bis Philipp Zulechner in der 86. Minute schließlich ein Herz für die Anhängerschaft seines Vereins hatte. Fabian Koch zirkelte eine punktgenaue Flanke auf Marc Schmerböck, der spielte mit etwas Glück einen perfekten „Stanglpass“ auf den für Baris Atik eingewechselten Stürmer mit der Nummer elf, so dass dieser aus kurzer Distanz einnetzen konnte. Im Wissen, dass die Austria zu diesem Zeitpunkt gegen RB Salzburg bereits mit 2:3 im Hintertreffen war, feierte das Publikum dieses Tor besonders frenetisch. Sturm war auf Europa-Kurs und nach einer ungewöhnlich langen Nachspielzeit von 6 Minuten, machte Schiedsrichter Dieter Muckenhammer dies mit seinem Schlusspfiff offiziell. Nun stand den Blackies nicht nur das Tor zu Europa offen, sie konnten durchaus noch den einen oder anderen Blick auf den zweiten Tabellenrang werfen, der ihnen bei einem Auswärtssieg gegen den Wolfsberger AC winken könnte.

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6 Kommentare

  1. Hindemith Hindemith sagt:

    Das Beste am ganzen Spiel war, besonders in Halbzeit zwei, die Stimmung im Stadion. Die Nord wieder einmal sensationell, aber auch „Das ganze Stadion“ echt toll!

    Im Gegensatz zur durchwachsenen Vorstellung der Mannschaft.

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  2. django sagt:

    der Marsch und die Stimmung war Geil , der Rest zum vergessen , man fragt sich wie schwach unsere Liga ist , das man  mit so einen Fußball um Platz 2 spielt , in keiner Liga der Welt spielt man mit 13 Niederlagen um Platz 2 , eine Runde Quali und man ist 99 % weg . mit diesem Trainer gibt es keine Fortschritte , keine Torgeilheit , kein Siegeswillen zu sehen im jedem Spiel . durch den sicheren dritten Platz , wird alles anders ausgeblendet , bin mal gespannt wie viele Spieler im Sommer Sturm verlassen werden , man muss sich echt überwinden sein ABO zu verlängern

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    • flo1909 sagt:

      Die Art wie wir often Spielen ist schlimm; über einen neuen Trainer würd ich mich freuen, über eine neues ZM noch mehr, aber darüner mein ABO nicht zu verlängern, hab ich noch nie nachgedacht; dafür mag ich Sturm trotzdem einfach zu sehr!!!!

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  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Die Medien scheinen da eher anderer Meinung zu sein. Heute wurde in der Krone FF ein Lob ausgesprochen und sich ausdrücklich bei ihm bedankt für die Saison (Kreissl natürlich in keinem Wort erwähnt aber hey…was hat der schon getan außer Matic holen und zum Hoffnungsschimmer der Fans zu werden)

    Gut das die Nord endlich mal klar Stellung bezieht zur Causa Foda. Den die Burschen und Mädels betriffts am meisten da sie am Meisten Herzblut und Zeit in den Verein pumpen.

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