Von der fehlenden Stringenz

Ein Kommentar zur Relevanz des angekündigten Leitbildes des SK Sturm, zu den Missständen im (heimischen) Fußball und den leidigen Fernsehübertragungen

Du kannst nicht immer im Stadion sein, sagt mein Kalender zu mir.
Aber die Sender, können mir geben, was ich mir in meinem Fernseher wünsch…

Naja, zumindest könnten die Sender das. Wenn sie wollten. Wenn sich irgendjemand überhaupt noch für mehr als das Geld interessieren würde. Die österreichische Liga kämpft um den Anschluss an den europäischen Markt, das Pay-TV kämpft um die Reichweite und die Vereine stimmen aus Verzweiflung über Publikumsmangel an allen Ecken und Enden einer Liga-Reform zu. Aber war das wirklich der Weisheit letzter Schluss? Ginge Fußball nicht auch anders?

Die Facetten der Inszenierung

Der fein recherchierte Longread von Luca Schepers auf 120minuten.net sei euch allen an dieser Stelle ans Herz gelegt, wo die hohle Oberflächlichkeit der modernen Fußballberichterstattung zerbröselt wird. Ergänzend kann man dazu den etwas polemischeren Beitrag von Jérôme Grad, der auch das Versagen der öffentlich-rechtlichen Sender offenlegt, lesen. Letztendlich bleibt folgende Erkenntnis zum Umgang der TV-Stationen mit ihren SeherInnen: Etwas Kompliziertes wird vereinfacht mit ein paar Experten-Maskottchen dargestellt, mit Emotionen aufgeladen und nach klassischem Stil als zugängliches Medienereignis für alle abgewickelt. Solange es gut für die Bilder ist, solange geht das Fernsehen mit; aber wenn es um den Schritt hin zu jenen geht, die Fußball leben, sich damit tiefgreifend beschäftigen, die Kritik an derzeitigen Missständen äußern, dann hört sich der Spaß auf. Fußball im Fernsehen ist immer gleich und gar nicht daran interessiert, ein Spiel in seine Einzelteile zu zerlegen und für ZuseherInnen zu defragmentieren. Seelenlose Klatsch-Formate wie „Die Abstauber“ und „Dein Verein“ auf Sky sind die besten Beispiele.

Christian Spiller, der Sportchef von ZEIT ONLINE, behauptete vor kurzem in einem Beitrag, er hätte die Lösung für den modernen Fußball in der Konsumentenverantwortung ausgemacht. Das Ziel muss es sein, dass man seine lokalen Vereine unterstützt und kein Pay-TV wie SKY oder DAZN mehr konsumiert, dass man die lokalen FußballspielerInnen in sozialen Medien unterstützt, ihnen folgt und nicht den Weltstars, um deren Werbe- und Marktwert nicht noch weiter zu steigern, sondern das Ungleichgewicht auszugleichen…
Dass die Digitalisierung der Einzelnen auch Einfluss auf den (Fußball-)Markt hat, ist nicht von der Hand zu weisen. Fußballfans erhöhen den Werbewert von TopspielerInnen, also auch den ihrer Vereine. Von Tokio bis Los Angeles tragen Menschen Real Madrid-Trikots und reisen quer um den Globus, um im Bernabeu ein Mal live dabei zu sein. Jedoch an dieser Stelle anzusetzen und technischen Fortschritt als Ursprung des Übels auszumachen, erscheint mir dann doch vermessen. Das Verhalten von KonsumentInnen von Fußball – sei es nun Pay-TV, Stadiontourismus, Trikotbestellungen oder das Verhalten auf Social Media – ist ein Symptom, aber ganz bestimmt nicht die Ursache des Problems.

Im aktuellen Podcast von Ballverliebt ruderte Spiller im Gespräch mit Tom Schaffer und Philipp Eitzinger wieder ein wenig zurück und gab dann doch zu bedenken, dass im Kapitalismus die KonsumentInnen natürlich nicht entscheiden. Anscheinend hat der Sportjournalist eingesehen, dass nur Verbände und die Politik die hyperkapitalistischen Auswüchse des Fußballs in einer globalisierten Welt regulieren können und nicht die KonsumentInnen. Umverteilung muss von oben angeordnet werden und kann von der Basis nur gefordert, aber nicht umgesetzt werden.

Fußball leben?

Besonders geärgert habe ich mich aber bei der Aussage, dass die langjährigen StadionbesucherInnen eines Vereins ihre Dauerkarten sowieso kaufen, egal wofür der Klub steht. Der Vorwurf, dass in Kurven undifferenzierte Menschen stehen, die sowieso ins Stadion gehen und anfeuern, egal was passiert, ist ein stark generalisierender Vorwurf, den ich entschieden zurückweisen muss. Menschen im Stadion feuern ihr Team an, obwohl nicht alles gut läuft.

Gerade die langjährigen, treuen StadionbesucherInnen sind sehr divers, in ihren Meinungen relativ ausdifferenziert und erst recht nicht in einen Topf zu werfen. Sie beobachten ihren Verein und folgen ihm über Jahre, diskutieren laufend interne Vorgänge und haben präzise Vorstellungen, wofür ihr Klub steht. Ganz im Speziellen ist das der Fall bei den Fanklubs, vor allem bei jenen hinter dem Tor. Denn nicht TV-Anstalten oder Couchpotatoes, sondern Ultraszenen sind es, die für die von Spiller geforderte Romantik im Fußball kämpfen. Kurven erheben ihre Stimmen für faire Anstoßzeiten, freie Materialwahl zur Unterstützung der Vereine, um darauf aufmerksam zu machen, wenn ein Verein nicht seinem Leitbild folgt. Sie verurteilen Fehltritte von Funktionären oder Spielern und verabschieden Teams bei der Abreise vor wichtigen Spielen, beziehungsweise reisen gar hinterher etc.

Kurzum: Ultras geben kein Geld für Bezahlfernsehen aus, sondern pumpen ihre wertvolle Zeit in den Verein. Als Gegenleistung fordern sie dasselbe von jenen, die dafür bezahlt werden, ihren Verein zu vertreten. All das bringt mich zu den relevanten Fragen, die man sich als Fan stellt und die sich auch Vereine stellen müssen.

Wofür steht ein Verein?

Wer steht am Platz und wie soll gespielt werden?

Wie wichtig ist es, dass es ein Frauenteam gibt?

Wie wichtig ist es, dass es nachhaltige Jugendarbeit gibt?

Wie wichtig ist es, dass es auch ein Special Needs-Team gibt?

Wer darf dem Verein Geld geben?

Wie positioniert sich der Vorstand?

Diese Fragen sind es, die ein Leitbild für einen Klub ausmachen. Ein Klub, der diese Fragen beantwortet, positioniert sich sowohl philosophisch, als auch politisch. Hat man Interesse an einer pluralistischen Gesellschaft (auch innerhalb des eigenen Vereins) oder ordnet man alles dem sportlichen und finanziellen Erfolg unter?

Es geht mir hier nicht um richtig oder falsch, sondern darum, ein eigenes Leitbild, nach dem man agieren will, zu finden. Man kann anhand der Antworten auf diese Fragen folglich herleiten, wie man den eigenen Verein und dessen Kurve in der Debatte zum modernen Fußball positioniert sehen möchte und wie die Fanszene ihn sehen will (Stichworte: „Wir lieben unsern Klub und scheißen auf Kommerz…“ und „Wenn wir hier stehen, sind wir wie benommen…“). Man kann anhand dieser Fragen zudem sehen, ob ein Vereinsvorstand bei Abstimmungen zu Ligareformen und TV-Verträgen im Interesse der eigenen Philosophie agiert.

Fankurven bzw. Fanklubs sind Orte wo Diskurs, Konsens und Dissens teilweise sogar offen (über Gesänge, Spruchbänder, Sammelaktionen etc.) ausgetragen werden; wo Auseinandersetzungen mit dem eigenen Verein, den Ligen und den Verbänden unmittelbar ausgefochten werden. Ein Verein ohne kritische Mitglieder ist ein toter Verein.

Fußball schauen.

Und trotzdem: Fast alles, was von FunktionärInnen, PolitikerInnen, oder RichterInnen entschieden wird, trifft am Ende die Menschen hinterm Tor am härtesten. Im Zweifel entscheidet man sich für die FernsehzuschauerInnen vor den Endgeräten Zuhause. Aber zu welchem Preis?

Die Maximalkapazität eines Stadions ist eben schnell erreicht und das Potenzial bei TV-KonsumentInnen einfach höher. Längst ist klar: Die Kurve ist der Ort, wo am meisten unter dem modernen Fußball gelitten wird. Auswärtsspiele Freitags oder am Montagabend, verschärfte Einlasskontrollen und ganze Fangruppen unter Generalverdacht sind an dieser Stelle nur wenige Auszüge einer langen Liste. (Mir ist bewusst: Natürlich gibt es auch betroffene DauerkartenbesitzerInnen, die ihre jahrelangen Stammplätze auf der Längsseite stolz einnehmen und von den meisten Veränderungen genauso betroffen sind.) Der moderne Fußball schert sich einen Dreck um langjährige Fans in Stadien und schuld daran ist das Geld aus den Taschen des Pay-TV.

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

TV-Verträge haben das Live-Erlebnis im Fußball bis zu einem gewissen Grad zerstört. Wer ins Stadion geht, das ist den Vereinen oft egal. Hauptsache die Tribünen sind voll. Menschen auf der Längsseite sind da oft wichtiger, die zahlen wenigstens den doppelten Eintritt im Vergleich zu den Leuten hinterm Tor. Eine gute, laute Kurve wird so lange goutiert, wie sie sich darauf beschränkt, zu singen und anzufeuern. Kritische Stimmen, Unmutsäußerungen, Pfiffe und Pyrotechnik, alles, was die Leute auf der Couch stören könnte, wird nicht nur von den TV-Anstalten bekämpft. Die (meisten) Vereine und die Politik ziehen mit.

Dabei ist das ein Konzept, das in kleinen Ligen wie in Österreich gar nicht zum Erfolg führen KANN – denn auch im Fußball gibt es eine finanzielle Schere, die immer weiter aufgeht und aufgehen wird. Die Mittelschicht fällt weg und die Reichen werden reicher. Die Zahlen der europäischen Topklubs sprechen für sich. Wo Österreich (und der SK Sturm) am Ende bleiben wird, kann man sich denken. Weder die Zahlen bei der Auslastung im Stadion steigen, noch die Zahlen bei den Fernsehanstalten. Das Rahmenprogramm des SK Sturm im Stadion ist seit zwanzig Jahren dasselbe, nur die Vermarktung via SKSturm.TV hat sich verändert – zugunsten jener Menschen, die daheim konsumieren.

Quo vadis?

Diese Hypothesen lassen sich übrigens auf alle europäischen Ligen umlegen, wo KlubeigentümerInnen nach (finanzieller) Erfolgsaussicht und kurzfristigem (sportlichen) Erfolg handeln oder ihre Vereine als Werbeträger verwenden. In manchen Ligen und Ländern haben Fans größere Möglichkeiten einzuwirken, anderswo weniger. Wenn Klubs sich dem Dialog mit den eigenen Fans verschließen oder Ultras nicht mehr zu den eigenen Spielen gehen, dann hat zumeist das Geld gewonnen, was nicht unbedingt der wünschenswerte Kasus für die Mehrheit ist.

Aus meiner Sicht lassen sich deshalb Red Bull Salzburg und Leipzig hier als gute Beispiele anführen. In Salzburg und Leipzig wird eine Vereinsmaxime propagiert und wer nicht spurt, fliegt. Sei es ein Vereinsmitglied aus dem Vorstand, ein Spieler, oder eine Person aus dem Publikum („Fan“). Die Fußballvereine sind eine große Marketing-Abteilungen und alles, was der Werbung nicht gut tut, wird aussortiert oder gleich außen vor gelassen. Kein Frauenteam, kein Special Needs-Team, die eigene Jugend in der Akademie wird aus ganz Österreich eingezogen, gefüttert, gepflegt, ausgebildet und dann teuer weiterverkauft. Hauptsache, alle Beteiligten tragen das Logo auf der Brust und zeigen den Daumen nach oben. Im Pay-TV versteht sich.

Das ist nach meinen Wertevorstellungen verwerflich und nicht zu unterstützen, aber zumindest weiß man als SupporterIn von Red Bull, woran man ist. Genau das würde ich mir von einem Sturm-Leitbild erhoffen: Dass ich wieder weiß, woran ich bin. Wofür will mein Verein 110 Jahre nach seiner Gründung einstehen? Ziehen Fans und Vorstand an einem Strang? Wird von Günter Kreissl nachhaltig und im Sinne der Vereinsphilosophie eingekauft? Steckt man sich sinnvolle Ziele? Ist der Trainer überhaupt der richtige?

Die Schere wird in Österreich weiter aufgehen und dank der TV-Verträge der Champions League im kommenden Jahr noch größer werden. Salzburg hat den Rest schon abgehängt und wird es in Zukunft weiter tun. Sollte der SK Sturm den Sprung in die Europa League auch weiterhin nicht regelmäßig schaffen, wird man nur noch auf nationale Erfolge im 10-Jahres-Rhythmus hoffen dürfen. Es sei denn, FIFA und UEFA schieben gemeinsam mit den Verbänden den derzeitigen Trends, die rund um Football Leaks zutage kamen, einen Riegel vor und fangen an, das Geld nach unten zu verteilen. Modelle gäbe es genug: Sei es eine Deckelung bei Gehältern oder eine jährliche Umverteilung der TV-Gelder nach unten. Ansonsten macht es wirklich keinen Sinn, die Gruppenphase der Champions League noch zu schauen oder die österreichische Bundesliga vor dem Meister-Playoff.

Aller trüben Aussichten und Einschätzungen zum Trotz, behält Christian Spiller wohl mit einer Sache recht: Auch wenn Sturm keine großen Chancen auf Titel mehr haben wird, werde ich den Verein immer verfolgen und das auch im Stadion. Das Einzige, was mich davon abhalten könnte, ihn dabei anzufeuern, ist ein Leitbild, welches dem SK Sturm Graz, so wie ich ihn kenne und kennengelernt habe, nicht gerecht wird. Denn so grausam viele Auswüchse des modernen Fußballs auch sein mögen, man kann sich als Verein trotzdem treu bleiben und seine eigenen, realistischen Ziele setzen, auch wenn Verbände, Ligen und Fernsehanstalten in andere Richtungen gehen. Stringent, glaubwürdig und im Interesse der Mitglieder.

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7 Kommentare

  1. goodoldtimes sagt:

    Ad „Deckelung bei Gehältern“: Selbst in den USA, wo den Menschen eine allgemeine Krankenversorgung „zu sozialistisch“ ist, werden die Gehälter der NFL- NHL- und NBA-Spieler gedeckelt. Das macht den Sport einfach spannender. Es wäre absolut wünschenswert, das auch im Fußball einzuführen.

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    • Duddy sagt:

      Aber es wird nicht funktionieren. Weil du es einfach nicht schaffen wirst die ganze Welt auf ein Regelwerk zu bringen. In den USA/Canada gehts, weil alles nur Franchises sind und jeder im Grunde in den gleichen Spheren Geld ausgeben kann. Mit ein paar Ausnahmen natürlich.

      Aber was bringt ne deckelung von 2-3 mil pro Jahr? Ist in unserem Land eh nicht machbar ausser von RBS und dann bringts mal wieder gar nix. Wenn jedes Land eine eigene Grenze hat, geht jeder halbwegs gute Spieler noch schneller Weg um mehr zu verdienen.

      Die Bundesliga klubs müssen einfach lernen, dass sie sich mehr um die Fans, die Spieltagsgestaltung, Verköstigung etc.. kümmern müssen. Es reicht halt meistens net mehr aus Leuten nur a Bier und Würstel zu geben. Es bedarf mehr. Der Verein muss wieder mehr in die Herzen dee Jugend, damit sie Fans werden so wie wir alle hier.

      Bei uns in Österreich ists eh überall das gleiche, es wird alles verschlafen und dann gejammert.

      So blöd es auch klingt aber die Liga muss wieder ins Free TV, je mehr Leute es sehen, desto größer ist die Chance mehr Leute ins Stadion zu bekommen. Weil wen ma nur im Internet liest, Sturm hat verloren oder sonstiges, das bringt kane Emotionen oder bringt Leute dazu ins Stadion zu gehen.

      Mehr Marketing, mehr Herzblut, mehr Identifikationsfiguren, mehr Unterhaltung.

      Und bitte Sturm, hörts auf bei allem was ihr tut immer nur zu jammern wie teuer es ist. Zb jz bei dem Becherwurf Einspruch, da ja die Reise so viel kostet bla bla bla…

      Jammern bringt nix

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    • goodoldtimes sagt:

      Sorry, aber „es wird nicht funktionieren“ war doch schon immer das erste Gegenargument für alle neuen Ideen. Mit der Einstellung wird man nicht viel verändern können.

      Natürlich funktioniert eine Deckelung nur, wenn man sich davor eine sinnvolle Gesamtlösung überlegt. Und inwiefern diese Deckelung dem österreichischem Fußball hilft hängt nur von der Höhe der Obergrenze ab. Ich hab aber ehrlich gesagt auch in erster Linie nicht an unsere Liga, sondern den internationalen Fußball gedacht.

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  2. RAM6I sagt:

    Würde eine Gehaltsdeckelung innerhalb der Ligen/Klubs sofort einführen. Hätte aber nur Sinn, wenn die FIFA/UEFA etc sie international einführen und sie für bindet erklären um überhaupt noch an internationalen Bewerben teilnehmen zu können. Der Sport an sich muss wieder im Vordergrund stehen nicht die Spieler selbst.

     

    Zum TV, nationaler Sport der höchsten Spielklasse gehört ins Free TV egal von welchem Sender. Problem dabei nur die Berichterstattung und Übertragung gewisser Spiele. (WIEN lastig)

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  3. Ich bin ja mal gespannt: Die Bundesliga hat ja im Rahmen der Reform beschlossen das es nur mehr SONNTAGS Spiele bis Ende der Meisterschaft gibt.

    „Nach derTeilung in eine Meister- und Qualifikations-Gruppe nach 22 Runden gehen die Partien im Frühjahr in der höchsten Etage ausnahmslos am Sonntag (14.30/17.00) in Szene.“

    Ich habe schon mit sehr vielen Leuten gesprochen (fast nur Abonnenten) die das gar nicht gewusst haben; sie hätten sich sonst gar kein Abo geholt . Einerseits ist es für viele traditionell ein Familientag (der einzige in der Woche), andererseits wurde auch mit MO als 1. Arbeitstag argumentiert was für viele auswärtige Fans mit längerer Anreise nachvollziehbar ist.(Schichtarbeiter z.B.).

    Jedenfalls kommt bei keinem das von Hr. Jauk so gern zitierte “ Stadionerlebnis“ auf wenn nur mehr Sonntag gespielt wird. Daher bezweifle das diese Regelung den von der Liga den erhofften Zuspruch bringt.

     

    HIer dieQuelle:

    https://www.kleinezeitung.at/sport/fussball/oesterreich/bundesliga/5338750/Reform_Bundesliga-beschliesst-neue-Anstosszeiten

     

     

     

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    • Arch Stanton sagt:

      Familentag im Stadion? Schnitzelsemmel statt Backhendl? lasches Bier statt Kaffee? Schlange vorm Pissoir statt Waldspaziergang? allerdings auch Sturmnetz statt Morgenzeitung.. ich kann es mir gut vorstellen..

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  4. arrai sagt:

    Werter Autor, zum Abschnitt: „Das Verhalten von KonsumentInnen von Fußball – sei es nun Pay-TV, Stadiontourismus, Trikotbestellungen, oder das Verhalten auf Social Media – ist ein Symptom, aber ganz bestimmt nicht die Ursache des Problems.“
    Dem würde ich maximal zu 50 % zustimmen. In der freien Marktwirtschaft hat eine/r immer Recht: der/die KonsumentIn. Konsumieren wir Champions League, deutsche BuLi, englische Premier League etc. so haben nicht die Anbieter entschieden, dass wir das jeweilige Angebot konsumieren müssen, sondern wir als KonsumentInnen haben so entschieden. So lange wir das aus freien Stücken tun, so lange können UEFA, FIFA und die großen Clubs argumentieren: „Na, die Kunden wollen es doch so.“
    Nun wissen wir aber auch von dem Phänomen der „Kognitiven Dissonanz“. Wir halten gewisse Dinge für richtig oder falsch und in unserem alltäglichen Verhalten tun wir aber genau das Gegenteil davon: wir unterstützen mit unserem Geld genau das, was wir für falsch halten. Eine Ausrede, um unser Verhalten in unser Weltbild zu quetschen, fällt uns schon ein: „Ich hab mir DAZN/Sky gecheckt, weil Spiele aus großen Ligen sind halt doch schöner anzusehen“; „Ich kann mir kein Spiel der Ö-Buli ansehen, weil bei den Stadien in Österreich kommt ja wirklich keine Stimmung auf…“ etc. etc.
    Das sogenannte Jeansdilemma trägt dann zur Beschleunigung der Entwicklung bei bei: in Prä-PayTV-Zeiten sah man genau 1 Produkt, das heimische, und hatte wenige Vergleichsmöglichkeiten. Heute haben wir X Produkte von deutscher BuLi bis Champions League zur Verfügung, mit denen wir unser heimisches Produkt vergleichen. Also X Jeans mit denen wir die alten Jeans vergleichen können, die uns früher eigentlich ganz gut gepasst haben – natürlich gefallen uns die alten nun nicht mehr, weil die vielen neuen viel schöner und besser sind.
    Wenn wir über den Lauf der Dinge im Fußball nachdenken, dann kritisieren wir die Entwicklungen der letzten Jahre dann aber doch. Wohl die Mehrheit der Fußballinteressierten kritisiert, dass die Großen immer mehr bekommen, während ein Verein wie der unsere keine reelle Chance mehr hat, international auch nur irgendwas zu zerreißen.
    Solange UEFA und FIFA so argumentieren können, wir oben beschrieben (die Kunden haben immer Recht), wird sich daran nichts ändern. Und so lange dem so ist, kann man der Entwicklung nur für sich persönlich entgegentreten. Für mich heißt das seit nunmehr ca. 3 Jahren, dass ich bewusst auf den Konsum von Spielen aus anderen Ligen und vor allem aus der Champions League verzichte. Das war anfangs nicht so einfach, aber heute fällt es mir nicht einmal mehr schwer, das Champions League Finale nicht anzusehen. Umso mehr freue ich mich heute auf Spiele vom besten Club der Welt – die alten Jeans passen mir wieder richtig gut, weil ich nicht weiß, wie die anderen aussehen. 

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