Verloren in der Großstadt

Spielbericht: SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz

Zum vorletzten Mal lud der SK Rapid zu einem Besuch in Österreichs größtes Stadion ein. Der SK Sturm war nach drei Siegen in Folge jedoch nicht gekommen, um an diesem Wahlsonntag ein X zu holen. Man war gekommen um drei Punkte zu holen. Trainer Franco Foda setzte einigermaßen gezwungen auf Rotation. Für den verletzten Lukas Spendlhofer rückte Wilson Kamavuaka zurück in die Innenverteidigung, seinen angestammten Platz nahm Sandi Lovric ein und am rechten Flügeln wirbelte der wiedergenesene Thorsten Schick. Donis Avdijaj nahm vorerst nur auf der Bank Platz. Und auch Marko Stankovic war wieder mit von der Partie, er verdrängte Sascha Horvath auf den linken Flügel.

(c) SturmNetz.at

Auch gegen Rapid wurde der Protest der aktiven Szene fortgesetzt – (c) SturmNetz.at

SK wer?

Bei einem ausgeglichenen Beginn machten die Rapid – Fans mit einer tollen Choreographie auf sich aufmerksam. Auf dem Spielfeld aber prägten Fehlpässe auf beiden Seiten und nicht zu Ende gespielte Konter auf schwarz-weißer Seite das Spielgeschehen, ehe Kapitän Steffen Hofmann nach gut einer Viertelstunde das erste Mal gefährlich jedoch zu zögerlich vor das Tor der Gäste kam. Er drehte ab und spielte den Ball an die Strafraumgrenze, der anschließende Schuss ging jedoch klar drüber. Brandgefährlich wurde es jedoch knapp drei Minuten später als Florian Kainz sich nach einem Eckball im Strafraum ein Herz fasste und aus der Drehung abzog. Kapitän Michael Esser konnte seine Mannen jedoch mit einer guten Parade vor dem Rückstand bewahren. Schleppend ging das Spiel so dahin, Sturm bekam in vielen Kontersituationen einen Freistoß zugesprochen. Getreten von Daniel Offenbacher endeten diese jedoch immer beim Gegner. Entweder über den Umweg Toraus oder direkt in den Armen von Schlussmann Strebinger. Dann Angriff Rapid über Stephan Auer, Versuch des Wegschlagens von Avlonitis, Kopfballverlängerung Kainz, Schuss aus der Drehung und 1:0. Doch wie eigentlich? Srdjan Grahovac nutze den Platz, den ihm die Verteidiger ließen und überraschte Michael Esser mit einem tollen Schuss von der Strafraumgrenze. Und es kam beinahe noch bitterer: Nach einem ähnlichen Angriff über Sturms rechte Abwehrseite verlängerte Marvin Potzmann die Hereingabe unglücklich per Kopf und überprüfte somit die Reaktion seines Torhüters, welcher jedoch noch rechtzeitig zur Stelle war und zur Ecke klären konnte. Sturm wirkte nach dem Gegentor verunsichert, konnte kaum mehr Angriffe in die gegnerische Hälfte bringen und ließ Rapid das Spiel machen. Sturm versuchte mit hohen Bällen das gut gestaffelte Mittelfeld der Wiener zu überbrücken, doch danach scheiterte man entweder an sich selbst oder an den unter Druck setzenden Gegenspielern. In Minute 39 ist dann wieder was passiert. Rapid gewann tief in der gegnerischen Hälfte die Kugel, welche Tomi ideal in den Lauf gespielt wurde. Der Spanier überlupfte den heran eilenden Torhüter, scheiterte jedoch an Aluminium. Und in dieser Tonart ging es auch weiter. Die völlig überforderten Gäste konnte den Ball teilweise nicht mal aus der eigenen Hälfte klären, da hatten ihn schon wieder ein Grün – Weißer. Dann war endlich Halbzeit. Nach drei Siegen in Folge komplett unverständlich, auswärts so aufzutreten. Man war viel zu passiv, verlor die meisten Zweikämpfe, konnte sich nicht vom Druck der Gastgeber befreien und war mit dem 0:1 Rückstand zur Pause mehr als bedient. Die größte Chance in einem total einseitigen Spiel wären wohl Standardsituationen gewesen. Diese waren jedoch mehr als dürftig getreten und landeten ausnahmslos beim Gegner. Eckbälle für Sturm gab es in dieser ersten Hälfte keinen einzigen.

© GEPA pictures/ tipp3

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Kein Mittel gegen grüne Riesen

Der zweite Durchgang begann ähnlich erschreckend. In Minute 48 tauchte Florian Kainz auf einmal ganz alleine vor Goalie Esser auf. Dieser blieb lange stehen, machte die Beine zu und parierte. Ohne ihn, ach vergessen wir das..
Unglaublich welche Chancen sich Rapid entgehen ließ. Erneut Tomi, erneut Stange. Chance um Chance. Sturm schon lange am Boden, da haute Rapid noch einmal drauf. Nach einer schönen, schnellen Kombination über mehrere Stationen kam der Ball ausgerechnet zu Florian Kainz, der diesmal das Duell gegen den Grazer Schlussmann für sich entscheiden konnte und den Ball cool ins lange Eck schlenzte. Danach wurde es schon fast historisch, denn Sturm kam durch Bright Edomwonyi zu einem absoluten Sitzer. Dieser setzte sich gut durch, umkurvte Rapids Schlussmann, schaffte es jedoch irgendwie den Ball nicht im Tor unterzubringen. Strebinger hatte den Fuß noch dran. Jedoch hatte diese Aktion sogar zwei (!) Corner für die Blackies zufolge. Beide blieben ungenutzt. Dennoch den Umständen entsprechend eine gute Phase von Sturm in dieser Partie. Die Einwechslung Avidjajs tat der Mannschaft anscheinend gut. Oder irgendetwas anderes. Auf jeden Fall war eine Art Aufbäumen erkennbar, mit welche man Richard Strebinger das erste Mal an diesem Nachmittag zum Schwitzen bringen konnte. Edomwonyi aus 20 Metern, Sandi Lovric aus ca zehn und Thorsten Schick aus ebenfalls guter Position waren knapp dran, Strebinger jedoch stark. Einmal hatten auch die Sturmfans was zum Lachen: Kurz vor der Rapidviertelstunde war ein Flitzer aufs Spielfeld gerannt, welcher gar nicht so leicht zu fangen war. Bewaffnet mit einem weißen Tuch umkurvte er einige Ordner, wurde dann aber durch ein böses Foul gestoppt. Ein neuer Trend geht durch Österreich. Am Spielfeld geschah nichts weiter relevantes. Sturm fand in Wahrheit nie wirklich in die Partie, fand absolut kein Mittel gegen die hochstehenden Hütteldorfer. Der Sieg geht in der Höhe nicht wirklich in Ordnung, nach den vorgefundenen Chancen hatte Sturm Glück, nicht in ein Disaster zu schlittern.

Stimmen zum Spiel

Daniel Offenbacher:

Bright Edomwonyi:

 

Spieldaten

2016-04-24_SK Rapid Wien - SK Sturm Graz - Statistiken

2016-04-24_SK Rapid Wien - SK Sturm Graz - Aufstellungen

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten!

 

11 Kommentare

  1. Nock-74 sagt:

    Solange der Offenbacher immer wieder von Anfang an spielt möchte ich das Wort Rotation nie mehr in einem Spielbericht lesen!! Ich halt den einfach nicht mehr aus!! Wer sich „50 Dinge über Franco“ durchgelesen hat, müsste fast zum Schluss kommen bei ihm würde 11mal Offenbacher auf der Wunschaufstellung stehen. Schön langsam glaub ich der Offi ist ein Lediger von ihm!

    2+

  2. RAM6I sagt:

    Wir wirklich an einen Sieg glaubte, (der hat sie genauso nicht Alle beisammen wie ich) sowieso spätestens bei der Verkündigung der Startaufstellung. Den unsere schwarze Perle der Pazifik spielte mal wieder von Anfang an und versetzte gleich die gegnerische Mannschaft in Angst und Schrecken! (Freistöße etc) Einerseits glaubt man dieser Typ ist in Sachen Standards der Messias in dieser Truppe, auf der anderen muss man sich die Frage stellen, gibt es echt keinen Besseren dafür?? (Wenn nicht) Ist es ein Armutszeugnis der gesamten Mannschaft! 

    Aber keine Sorge Sturm-Fans, darf man den Gerüchten glauben schenken so sind wir Sir Offenbacher spätestens im Sommer los, den Gareth Bale und Christiano Ronaldo haben sich bei ihrem Trainer für Offenbacher stark gemacht, sie meinten er würde den Unterschied zu Meisterschaften und Pokalsiegen ausmachen! Da sie von seiner Übersicht, Ballbeherrschung und Ausführung der Standards mehr als begeistert sind, Ronaldo fügte folgendes hinzu: „Selbst ich kann bei meinen Standards noch was von ihm lernen!“ Bale ist sogar der Ansicht, selbst die Fehlpässe wären kein Problem, da er schneller als der Ball ist! Leider wird sich ihr Wunsch nicht erfüllen, da sogar Messi von seinen Talenten erfahren hat und genauso beim Trainer vorstellig wurde, damit er nach Hinten komplett abgesichert ist und sich nur noch der Offensiv-Abteilung vertraut machen kann, wäre es für den FCB ein riesen Vorteil einen Offenbacher zu holen!

    Foda steht diesem Gerücht natürlich nicht positiv gegenüber, da er so ein Talent nicht gerne verliert und die Aussichten auf rasche Nachbesetzung mit den gleichen Talenten eben schwer zu finden ist! (und ein Lovric braucht noch viel Spielpraxis (gestern gesehen) ) also dumme Situation! Außerdem wollten Sie um Offenbacher ein Team herum aufbauen..

    3+

    • Nock-74 sagt:

      Ich hoffe nur der Kreissl hat seinen Realitätssinn noch und er hat die Macht die Entscheidung zu treffen diesen Vertrag nicht mehr zu verlängern!!! Bitte, bitte, bitte liebes Christkind!

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  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Lord Bendter is ablösefrei…

    0

  4. el fenomeno sagt:

    AUch wenn es hier für jedem klar ist aber Offenbacher ist einfach nicht Tragbar. Ein Lovric mit 18 Jahren und gerade mal 8 Startelf einsätzen spielt an einem gebrauchten Tag um mindestens 1 Klasse besser als der Herr mit der Nummer 20!Unfassbar und dann wird er Tortzdem vom baldigen Rekordtrainer ausgetauscht. Offenbacher hatte als DM in der ersten HZ 2 Zweikämpfe geführt und beide verloren ein armutszeugnis vor dem Herrn.Lovric mit beherztem Einsatz ist gerutscht und hat gefightet hatte vor seine Auswechlung noch eine super Torgelegenheit. Ist in der zweiten HZ gerade richtig ins Spiel gekommen und wird dann ausgewechselt…Die Viererkette ist viel zu Tief gestand und ist nicht nachgerückt daher auch der viele Platz für Kainz und Co.. Kainz war für Potzmann und Schick einfach eine Klasse zu stark. Im Angriff war edi sehr bemüht hätte der Mannschaft aber extrem geholfen wenn er die erste Chance genutzt hätte und uns 0:1 in Führung bringt. Ich HOFFE Hr. Kreissel erkennt die Probleme und führt mit Herrn Foda ein ernstes Gespräch bezüglich Offenbacher usw. aber ich GLAUBE das es nichts bringen wird weil FF einfach an Offenbacher festhält egal wie schlecht er spielt. Die ganze Saison spielt er schon so einen Müll und hat bis jetzt jedes Spiel gemacht für mich eine unerklärliche Vorgehensweise…
    Das beste ist auch noch in der Zeitung wird Offenbacher mit einer 3 bewertet und Lovric mit einer 2??? WTF…

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  5. brent_everett sagt:

    DESASTRÖS. Herrlich anzuschauen Sturms Angsthasenfussball – für Rapidfans. Der letzte Sieg über Rapid war noch mit Milanic – eigentlich ein Witz. Lieber neuer Sportdirektor: Bitte am 1.Mai FF raushauen – gleich in der Früh.

    2+

  6. 12terMann sagt:

    Das war der SK Sturm Graz, wie man ihn unter Franco Foda – vor allem wenn es auswärts gegen die „Großen“ geht – kennt:
    * mutlos
    * plan- und ideenlos
    * völlig ungefährlich

    1+

  7. wama sagt:

    sah die ersten minuten so aus, als würde man mit rapid mitspielen wollen, was genau bis zur 15. Minute recht nett aussah und spätestens 20 meter vor dem tor ein ende fand. vielleicht dachte man wirklich nach den 3 siegen, man könne das spielerisch lösen.

    rapid wesentlich agressiver, ballsicherer, viel näher am mann, man gab sturm kaum ruhe, setzte immer nach, gewann fast alle zweiten und dritten bälle.

    wenn man da dagegenhalten will, dann geht’s nur über totalen einsatz, über kampf und letztlich natürlich ballsicherheit – alles tugenden, die sturm bei höherem tempo und hohen pressing des gegners einfach nicht draufhat.

    klar ist uns speziell kama im defensiven mittelfeld schwer abgegangen – ich hoffe, man kann den irgendwie halten – auch spendis ausfall tat uns nicht gut, aber dieses spiel, so wie wir auftraten, keine einzige gelbe sagt auch alles, hätten wir so oder so nie gewonnen.

    über offi ein wort zu verlieren ist müßig, einfach unfassbar schwache vorstellung, lovric hat mir offensiv gefallen, defensiv geht mehr, kienast habe ich erst nach spielende mitbekommen, dass er eingewechselt wurde, wirkte wieder mal vollkommen demotiviert…edo gefiel mir, auch wenn er zumindest ein tor machen hätte müssen.

    summa summarum eine viel zu niedrig ausgefallene, völlig verdiente niederlage, die klar aufgezeigt hat, woran es bei sturm mangelt – an sehr, sehr viel.

    hoffe inständig, dass kreissl das erkannt hat, befürchte aber, dass wir mangels kohle auch nächste saison kaum bessere kicker bei uns sehen werden.

     

     

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