Verfechter der Jugend angefochten

Was wurde aus Peter Hyballa?

Ein Durchschnittsalter von 21 Jahren, zumeist vier bis fünf Teenager in der Startelf – so präsentiert sich in dieser Saison die Mannschaft von NEC Nijmegen in der niederländischen Ehrendivison. Seit letztem Sommer sitzt in der Hansestadt niemand Geringerer als Peter Hyballa auf der Betreuerbank der Rot-Grün-Schwarzen. Nach seiner Entlassung in Graz mehr als drei Jahre zuvor war es – zumindest im Erwachsenenfußball – ruhig geworden um den Trainer, der in seinem Auftreten stets irgendwo zwischen nüchternem Analytiker und nervenaufreibendem Lautsprecher wahrgenommen wurde.

In Nijmegen fand Hyballa endlich wieder eine Anstellung, bei einem Klub, der noch in der Vorsaison bis ins Frühjahr hinein ständig im oberen Tabellenviertel platziert war. Doch dann wurde klar, dass der Verein gewaltig abspecken muss, da eine mehr als unseriöse Finanzgebarung zum Vorschein kam. Trainer Ernest Faber wurde mitgeteilt, dass er gegen Ende der Saison möglichst viele junge Spieler einzusetzen habe. Der langjährige Co-Trainer bei PSV Eindhoven fügte sich dieser Anordnung, spielte die Saison mit einigen Nachwuchskickern zu Ende und erreichte nichtsdestotrotz mit Platz 10 das aufgrund der finanziellen Turbulenzen neu ausgegebene Klassenziel Nichtabstieg. Doch bereits im März hatte Faber angekündigt, zu Saisonende den Klub Richtung Groningen den Rücken zu kehren. Mit dem Trainer verließen auch viele ehemalige Leistungsträger die NEC: Der ausgeliehene Todd Kane kehrte wieder zu Chelsea zurück, Anthony Limbombe wechselte für 2,5 Millionen Euro zum FC Brügge, Christian Santos ablösefrei nach Alaves.

 

Zur neuen Saison zeichnet das Bild von NEC Nijmegen eine Mannschaft mit vielen Talenten und einigen bei anderen Verein ausrangierten Kickern, anscheinend eine Konstellation wie gemacht für Einen wie Peter Hyballa. Er, Sohn einer Holländerin, sollte der Richtige sein, diese Mission Impossible zu übernehmen. „Mein Vater hat mich stets dahingehend ermutigt, mir die Welt anzuschauen. Ich bin groß geworden mit Ernst Happel, einer Legende in Rotterdam, genau dort, wo mein Vater als Seemannsseelsorger und Gefängnisprediger tätig war“, wird er in den Westfälischen Nachrichten zitiert. Mit Krisen kann er von klein auf umgehen, könnte man meinen, auch wenn er sagt: „Graz war der absolute Tiefpunkt.“

Bereits in der Saisonvorbereitung zeichnet sich ein äußerst schwieriges Unterfangen ab. Überhaupt elf Mann zusammenzutrommeln, gestaltet sich für den Deutschen äußerst schwierig. NEC erleidet in Testpartien gewaltige Schlappen, der Klub droht im Chaos zu versinken. Doch mit Beginn der Meisterschaft scheint die Hyballa-Methode zu funktionieren. Nach 17 Runden hält man bei 19 Punkten, insgesamt lässt er sieben Spieler im Teenageralter auflaufen, Ferdi Kadioglu wird mit 16 Jahren der jüngste Spieler, der je ein Pflichtspiel für Nijmegen absolvieren sollte. Beinahe die Hälfte der Treffer werden von U-19 Spielern erzielt.

Auch ins Frühjahr startet NEC mit zwei Siegen, doch eine 4:0-Auswärtsniederlage bei Feyernoord Rotterdam am 29. Jänner leitet eine echte Unserie ein. Seitdem verlieren die Rot-Grün-Schwarzen neun von zehn Meisterschaftsspielen. „Bis zur Niederlagenserie war man in Nijmegen sehr zufrieden mit Hyballa,“ erzählt uns Julian Paardekooper von www.ForzaNEC.nl, „mittlerweile ist diese Begeisterung doch in eine gewisse Ambivalenz umgeschlagen. Hyballa polarisiert. Bei den Journalisten kommt er immer noch gut an. Sie mögen seine Art, wie emotional er auf der Seitenlinie agiert. Bei Interviews ist er immer für Späßchen zu haben. Doch viele Fans sind nicht mehr glücklich mit ihm, meinen, gerade im Abstiegskampf sollten auch vermehrt routinierte Spieler eingesetzt werden. Zudem wird kritisiert, dass es innerhalb der Mannschaft keine Stabilität gibt, dass es ein Fehler ist, praktisch jedes Wochenende eine andere Startelf aufzubieten.“ 

Mittlerweile ist NEC Nijmegen auf Platz 14 der Eredivisie abgerutscht. Drei Punkte trennen den Hyballa-Klub noch von einem Relegationsplatz. Klubpräsident Bart van Ingen ließ trotzdem schon vor drei Wochen verlautbaren, dass man die Saison auf alle Fälle mit Peter Hyballa zu Ende spielen wird. Sollte es dem deutschen Trainer gelingen, mit Nijmegen die Klasse zu halten, wird sich sein Ein-Jahres-Vertrag automatisch um ein weiteres Jahr verlängern.

 

14 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Wenn Foda und Hyballa mal ne Disskussion über Jugendspieler machen würden nach 1 Minute die Fäuste fliegen…

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    • graz4ever sagt:

      Oberes Posting geht natürlich an @lollo

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    • graz4ever sagt:

      Sorry, hab da jez mitm Antworten scheiße gebaut am Smartphone!

      Meinte eigentlich meines unterstes Posting sollte an @lollo gehen!

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    • Neukirchner sagt:

      Hyballa hatte bei seiner Entlassung einen besseren Punkteschnitt als Lord Franggo in sieben seiner acht Saisonen!!!!!!!!

      Nur hat er halt vermehrt auf Junge gesetzt. Ach so. Würd ja eigentlich auch für ihn sprechen.

      Lustig wars schon mitn Peter. Alleine wie die beiden als Sportjournalisten getarnten Burki und Pezi ihn tagtäglich medial zerfleischt haben. In ewiger Trauer um ihren Taktikfuchs Fucko Foda.

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  2. flo1909 sagt:

    Bin kein großer Fan von FF, aber wenn ich an Hyballa denke, dann bin ich doch etwas froh, dass FF bis 2019 bleibt und nicht Hyballa 2 kommt.

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  3. django sagt:

    Hyballa war die grösste Fehlbesetzung in der 108 jährigen Sturmgeschichte

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    • graz4ever sagt:

      GILBERT GRESS..dann Hyballa!

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    • GazzaII sagt:

      Stimmt 🙂

      Hm und irgendwie erinnert mich die Situation/der Verlauf in Nijmegen an was…

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    • Arch Stanton sagt:

      Stimmt.

      Hyballa hatte wenigstens einen gewissen Unterhaltungswert.

      Gress hingegen war eher seltsam als lustig. Der einzige Komiker war sein Friseur.

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    • lollo sagt:

      In 2 Jahren wird die dritte Ära Fodas Hyballa Konkurrenz machen. Da helfen dann auch keine Männergespräche mehr.

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    • Jocole sagt:

      Djalma Markovic 1985! Dreimal 0:0 in den ersten 4 Runden g. Hobbyvereine wie DSV, SAK 1914, GAK….

      Wurde in Runde 13 während des Spiels g. SAK 1914 in der Gruabn beim Stand von 0:2 entlassen!

      Den schlägt hoffentlich keiner mehr bei Sturm!

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    • graz4ever sagt:

      Und warum genau?

      I denk Foda hat sich mittlerweile echt viel Kredit (auch bei FF-Befürwortern) verspielt, aber was genau macht er no schlechter als Hyballa??? Sogar wennst nur den Herbstmeister hernimmst, als einziges „Erfolgserlebnis“ der näxten 2Jahre!!! (muss geil sein, soweit in die Zukunft sehen zu können), hat er Hyballa scho übertroffen!

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  4. RAM6I sagt:

    Man nehme eine Pro/Contra Liste beider Personen…ein paar Zeilen später….

    könnte der daraus gewonnene Gedanke doch etwas für sich haben.

    Foda/Hyballa als ein Gespann? Glaube das wäre ein sehr interessantes und explosives Trainergespann.

    Der eine würde den Jungen am liebsten erst mit Mitte 30 einsetzen und der andere verpulvert einen Jungen nach dem Anderen. Als würden sie aus einem Hühnerstall stammen..obwohl..Niederlande..junge Talente..dort wirklich vorhanden sind wie Sand am Meer.

    Dennoch bleibe ich dabei…Hyballa sein Spiel gefiel mir um einiges besser..was ist eigentlich mit Sukuta Pasu passiert? (warum haben wir nie mehr an den gedacht?)

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  5. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Wie die Foda Getreuen nicht verstehen können wie man einen talentfreien Trainer so  in die Höhe loben kann…köstlich diese Ironie.

    Beide werden keine Osims mehr…was den Foda nen Vorteil gibt sind ein Cup Sieg und eine Meisterschaft…mehr aber auch nicht. Und wie diese Titel zusammen gekommen sind darfst halt auch nicht fragen…

    Nur wenn Hyballa den Nichtabstieg schafft hat er länger im Ausland überlebt als der Lord…

     

     

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