Verdiente Niederlage im Innviertel

Spielbericht: SV Ried – SK Sturm Graz 1:0

Am Samstag musste Sturm Graz die erste Niederlage in der aktuellen Bundesligasaison hinnehmen. Auswärts verloren die Blackies gegen die SV Ried verdient mit 0:1. Das Tor in der 83. Minute erzielte ausgerechnet Daniel Sikorski, der noch im Sommer zu den Testkandidaten des SK Sturm gehörte. Obwohl die Grazer die glasklaren Favoriten waren, konnten die Oberösterreicher ihren ersten Sieg einfahren und damit dürfte man auch dem berüchtigten und vom Gegner gefürchteten Trainereffekt Tribut gezollt haben. Zum ersten Mal seit einigen Jahren saß nämlich wieder Paul Gludovatz als Cheftrainer auf der Rieder Betreuerbank. Medial wurde diese Begegnung vor allem zu einer Möglichkeit Fodas aufgebauscht, sich für die unfeine Beurlaubung im Jahre 2012 zu revanchieren – die Wahrheit lag aber auf dem Platz. Eine kollektiv schlechte Leistung des SK Sturm gegen topmotivierte und „neugeborene Rieder“ brachte den Grazern den ersten vollen Punkteverlust ein.

(c) SturmNetz.at

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Ried am Drücker

Ried war von Anfang an spielbestimmend und gefährlicher. Dem SK Sturm gelangen hingegen in Halbzeit eins nur zwei Schüsse, einer davon auf das Tor. Schon in Minute 8 wurden die Rieder erstmals brandgefährlich, als Manuel Gavilan der Grazer Hintermannschaft entwischte – lediglich Michael Esser konnte den Angreifer am Abschluss hindern. In der zehnten Minute war es wieder der Spanier – diesmal kam er zum Abschluss, aber Esser klärte mit dem Fuß. Von Sturm war bis dahin nichts zu sehen und auch danach machten ausschließlich die Oberösterreicher das Spiel. Sie verteidigten hoch und konnten den Spielaufbau Sturms so immer wieder schnell unterbinden und ließen kaum gefährliche Bälle in den eigenen Strafraum zu. Die Schwarz-Weißen schafften es nur selten weit in die gegnerische Hälfte, dort festsetzen konnten sie sich in Halbzeit eins fast nie.

In der 17. Minute traf Petar Filipovic nach Freistoß von Oliver Kragl per Kopf die Stange von Michael Essers Tor – es sollte nicht sein letzter Aluminiumtreffer sein. Sturm konnte sich nie wirklich in Szene setzen, zu viele Fehlpässe, keine Ideen und mangelnde Präzision im Spielaufbau – so bestand keine Chance, die hervorragend eingestellten Wikinger in Bedrängnis zu bringen. Erst in Minute 29 erzeugte Sturm etwas Gefahr. Simon Piesinger, dessen Pluspunkte damit schon aufgezählt wären, gelang ein schöner Pass in die Tiefe auf Thorsten Schick, der unbedrängt von der Rieder Defensive den Ball weit über das Stadiondach beförderte. Vorher, wie auch nachher, war Sturm in der Offensive kaum vorhanden. Nach vorne spielten fast ausschließlich die Rieder und das 1:0, das in dieser Phase hochverdient gewesen wäre, lag in der Luft. In der 30. Minute setzte der sehr aktive und spielfreudige Oliver Kragl einen Kopfball nur knapp neben das Grazer Tor. Man musste aus schwarz-weißer Sicht froh sein, dass es zu diesem Zeitpunkt immer noch 0:0 stand. In der 35. Minute schafften die Grazer ihren einzigen Schuss auf das Tor in der ersten Halbzeit. Einen Freistoß von der linken Seite spielte Schick flach auf Donis Avdijaj im Rieder Strafraum, dessen Schuss wurde auf der Linie abgewehrt.

Mit viel Glück konnten die Grazer schließlich nach 45 Minuten torlos in die Pause gehen. Was bisher gezeigt worden war, hatte nicht ausgereicht, den bis dato Tabellenletzten in Bedrängnis zu bringen. Man merkte aber auch, dass die SV Ried mit dem Trainerwechsel auf den Weg zurück zu ihrer alten Stärke ist.

Sturm etwas aktiver

Die Pausenansprache von Trainer Foda dürfte gewirkt haben, denn Sturm kam etwas stärker aus der Kabine, die Schwarzen taten mehr für das Spiel, allerdings meist ohne wirklich gefährlich zu werden. In Minute 53 versuchte Michael Madl das Tor mit einem direkten Freistoß zu treffen, aber Gebauer konnte souverän parieren.

Offensiv bissiger blieben die Rieder: Oliver Kragl trat einen Freistoß in den Grazer Strafraum auf Filipovic, der schon zuvor in Halbzeit eins an der Stange gescheitert war, doch dieser donnerte den Ball per Direktabnahme an die Querlatte des Grazer Tors.

Erst in Minute 58 kam Sturm zu einer weiteren nennenswerten Chance: Piesinger fasste sich ein Herz und versuchte Rieds Torhüter aus der Distanz zu überraschen, aber der Deutsche ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Der Schuss war gut, aber wurde vom Rieder Tormann zur Ecke abgewehrt. Auf diese Chance folgte eine kurze Phase, in der der SK Sturm öfter gefährlich werden konnte – dies meist über Thorsten Schick. In der 66. Minute köpfelte Kapitän Michael Madl den Ball nach einem Corner auf das Rieder Tor, aber Gebauer hatte damit erneut keine Probleme. Wirklich zwingende Chancen ergaben sich daraus aber auch nicht. Einzig ein Schuss von Schick aus spitzem Winkel konnte vom gegnerischen Tormann geklärt werden. In der 79. Minute riss ihm eine Hereingabe so ab, dass sie für Gebauer tatsächlich noch gefährlich war und als Torschuss vermerkt werden konnte.

Die Führung der Heimmannschaft & ein bitterer Beigeschmack

In Minute 62 kam Roman Kienast für Josip Tadic ins Spiel, dieser vermochte aber keinen spielerischen Umbruch herbeizuführen. Folgenschwerer war ein Wechsel auf Rieder Seite, der in Minute 70 stattfand. Daniel Sikorski kam für Patrick Möschl auf das Feld, jener Daniel Sikorski, der noch im Sommer als Testkandidat beim SK Sturm einige Zeit lang sein Können unter Beweis stellen durfte. Als hätte man es ahnen können, er war es, der in der 83. Minute das verdiente, aber irreguläre 1:0 für die Heimmannschaft erzielte. Nicht regelkonform war das Tor, weil Sikorski beim Abspiel von Filipovic im Abseits stand. Bitter war das Gegentor für Sturm aber auch deswegen, weil es in einer Phase passierte, in der man zumindest meist die Kontrolle über das Spiel hatte.

Nach dem Tor konnten die Blackies die Rieder leider kaum mehr fordern – eher waren die Oberösterreicher noch näher am 2:0 dran. Auch in vier Minuten Nachspielzeit schaffte es Sturm nicht, zwingende Chancen herauszuspielen und somit mussten sie schließlich mit der ersten Niederlage in dieser Bundesligasaison im Gepäck die Heimreise antreten. Die Leistung des SK Sturm war an diesem Abend nicht ausreichend, aber man muss auch erwähnen, dass die SV Ried ein völlig anderes Gesicht zeigte, als es in den ersten Runden unter Trainer Helgi Kolvidsson der Fall war. Sie haben sich den Sieg erkämpft und auch verdient. Dass der einzige Treffer des Spiels irregulär war, sollte nicht als Grund für diese Auswärtsniederlage gesehen werden. Man hat es in den 82 Minuten davor und in der Endphase verabsäumt, den Gegner unter Druck zu setzen – mit viel Glück setzte es nur ein Gegentor.

Zuletzt noch erwähnenswert ist, dass Paul Gludovatz und Franco Foda die Pressekonferenz nach dem Spiel nicht gemeinsam absolvierten. Auch wenn sich die beiden Trainer vor dem Spiel höflich die Hände reichten, dürften sie wohl keine Freunde mehr werden.

In der nächsten Runde trifft der SK Sturm Graz zuhause auf den Titelverteidiger RB Salzburg und man darf gespannt sein, welche Reaktion die Mannschaft in diesem Spiel zeigen wird.

 

Stimmen zum Spiel:

Franco Foda:Es ist immer ärgerlich, wenn du durch ein Abseits-Tor verlierst. Es war klar, das hätte der Assistent sehen müssen. Wir haben gewusst, was uns erwartet, es aber erst in der zweiten Halbzeit umgesetzt. Da haben wir dominiert und viele Chancen herausgespielt, leider kein Tor erzielt. Wir waren zu Beginn zu passiv. Sie sind hohes Tempo gegangen, wir wussten, dass sie das nicht durchhalten können.

Paul Gludovatz:Ich bin kein Wunderwuzzi. Wir haben gegen eines der Top-3-Teams gespielt, in der ersten Halbzeit hat man aber gesehen, was wir können. Die Körpersprache war gut, daran haben wir gearbeitet. In der ersten Halbzeit hatten wir ein Chancen-Plus, in der zweiten Glück. Wir freuen uns über den Sieg. Das System wird überbewertet. Ich habe fast übereilt zugesagt, weil ich fast überfahren wurde.

Daniel Sikorski:Es ist auf jeden Fall ein super Gefühl. Das war ein wichtiges Tor für ganz Ried. Das Tor zählt, wir freuen uns. Die Mannschaft hat gut gekämpft, dann haben wir das verdiente Tor geschossen. Fußball kann man nicht erklären.

 

Spieldaten:
BL_Aufstellungen

BL_Statistiken

 

Bewertet die Leistung der Spieler HIER.

 

12 Kommentare

  1. wama sagt:

    wenn kicker, die sich wie diven präsentieren, glauben alles spielerich lösen zu können und erst zu rennen und kämpfen beginnen, wenns meist zu spät ist, auf echte männer treffen, dann ist man bei einem spiel von sturm graz!
    schande über euch, dass ihr das nicht geregelt kriegt, einfach nicht checkt, dass auch ihr nur dann spiele gewinnen könnt, wenn ihr von der ersten sekunde an alles gebt und euch nicht nur aufs spielerische verlasst.
    jeder provinzklub zeigt uns diese saison klar unsere schwächen auf und unsere herrn kicker sind sich noch immer nicht im klaren, dass man so bestenfalls eine durchschnittssaison spielen wird…
    jetzt ist foda gefragt endlich mal ein zeichen zu setzen und seinen leuten, die sich wie weicheier am feld verhalten, deren mimosenverhalten auszutreiben .
    das ewige schönreden, dass spielerisch eh einiges ging, man nur die chancen besser zu ende spielen muss,..über so und so viele minuten eh die bessere mannschaft war,… mit pech und wegen abseitstor verlor,…ktzen mich richtiggehend an, werden keine änderung bringen.
    oder man korrigiert das saisonziel eben nach unten und versucht diese weicheitruppe über die saison einer männertruppe anzunähern!
    für mich ist das einfach beschämend, wenn man die grundtugenden des fussballs so vollkommen ignoriert wie sturm und dem irrglauben unterliegt, man sei in der lage, fast ausschließlich mit spielerischen mitteln spiele gewinnen zu können, weil man ja ach so tolle techniker in der mannschaft hat.
    und vorne schafft man es mittlerweile 6 spiele lang, trotz teilweise richtig gut herausgespielter chancen, durch völlige harmlosigkeit, unkonzentriertheit und viel zu wenig entschlossenheit einfach nur mehr peinlich zu wirken.
    es wird zeit, dass schönreden zu beenden, diese fehler auch zuzugeben und ab sofort voll fokussiert und mit dem willen, diese dinge abzustellen und zu verbessern, in die nächsten spiele zu gehen!!!

    4+

  2. Superivo Superivo sagt:

    Ich dachte zuerst die Sturm Altherren-Manschaft spielt heute in der 1.HZ.Nur traurig dass sich sogenannte Profis nicht motivieren können ab der 1.Minute „Vollgas“für diesen tollen Verein zu geben.Bis auf Avdijaj haben die Meisten keine Siegermentalität,so ein Verhalten gegenüber dem Verein und seinen Fans muß endlich vom Trainerteam geahndet werden(so eine sportliche Einstellung gäbe es bei Rapid nie).Gebt endlich 90min.Vollgas für unseren Verein oder gebt Euer Trikot ab.

    3+

  3. Rene90 sagt:

    @wama
    welcher Spieler meinst du mit Weicheier? oder sind es alle Spieler?

    @Superivo
    nur Donis Siegermentalität, dann war ich gestern bei einem anderen Spiel

    0

  4. realistic sagt:

    Aufwachen!!!!!!!!!!! Merkt denn keiner im Verein, dass der Kader zu schwach ist!!! Man sollte es mal realistisch betrachten. So ein Bullshit was man doch alles vor der Saison fantasiert hat – vonwegen Geheimfavoriten!?!?!
    Keine Ideen, fehlende Qualität und kein Kampgeist oder Spielwitz… Gerade mal 11 Spieler im Kader die gerade aus laufen können!!!
    Unfassbar!!!!
    Neuverpflichtungen JETZT!!!! Aufwachen – Danke!!
    Nutz, Huspek, Schütz, Tschenegg, Starkl, Schobesberger (Frühjahr 2014), und noch so viele Rohdiamanten die der SK Sturm nicht gesehen hat!!! Dazu Stangl, Sittsam, Ranftl ect…verschenkt

    1+

  5. Superivo Superivo sagt:

    Welcher Spieler kann sonst ein Spiel entscheiden? Schick schießt überall hin nur nicht ins Tor,Tadic gestern naja viele Chancen habe ich nicht gesehen,Piesinger komplett im falschen Film,Dobras,Hadzic eher auch nicht.Dann bleiben nur noch die Verteidiger und die sind auch keine Knipser.

    0

  6. zilkowicht sagt:

    ich kann es nur auch nochmals hier bringen:

    Meine Bewertung für einige ‚Fans‘ am gestrigen Tage: 5.

    Ich sage es immer wieder: diese Kurve hat ein riesiges Homophobie Problem!
    Großes Dankeschön aber an die paar ritterlichen Jungs und Mädels welche diese homophoben Rechten gleich mal zur Rede gestellt haben!

    Antihomophobe Grüße

    1+

  7. wama sagt:

    @rene90 – mit ausnahme von madl u donis, mit abstrichen hadzic, der langsam wieder in die spur findet, der gesamte rest. einfach peinlich dieser mädchenfussball!

    1+

  8. Rene90 sagt:

    @wama
    Mädchenfussball spielt ein Spendlhofer oder Schick, dann haben wir eben unterschiedliche Auffassungen von FB

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  9. wama sagt:

    ok, den mädchenfussballvergleich nimm ich zurück, ist tatsächlich sexistisch und tut mir leid.
    ändert aber nichts am inhalt meines postings – einige unserer kicker sollten sich endlich auf das konzentrieren, was grundvoraussetzung und basis jedes erfolges ist – auf die richtige einstellung zum beruf.
    und die besteht eben nicht nur aus schön spielen.

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  10. Rene90 sagt:

    @wama
    punkto Einstellung und alles für Sturm geben , da bin ich 100% bei dir !!! Man sollte nur nicht Pauschalurteile über die Mannschaft abgeben, sondern schon konkrete Namen dann nennen, die dann eben für dich nicht alles für Sturm geben. Für meinen Teil kann ich sagen, Spendlhofer und Schick geben ganz sicher 100% für Sturm Graz und werden dass auch immer tun, wenn sie schlecht spielen , hat es nichts mit ihrem Willem zj tun

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  11. wama sagt:

    @rene90
    bin ganz bei dir mit spendi, der gibt sicher alles für den verein, detto madl, donis um mal die „vorbilder“zu nennnen.
    was mich bei einigen von uns stört, ist deren körperloser fussball, teilweise sogar angsthasenfussball, wenns gegen körperbetont spielende gegner geht.
    Beispiele dafür sind für mich speziell dobras und ehrenreich, eben manchmal schick, edo, seit heuer gruber, die allesamt viel zu wenig ihre körper entgegenstellen, eher zurückziehen, sogar ausweichen.
    es wirkt so, als hätten sie angst, seien gehemmt…oder verließen sich darauf, dass andere die „drecksarbeit“ für sie erledigen würden.
    wie man einen teilweise zu weich spielenden gegner verunsichert, in dem man gerade diese spieler besonders anbohrt, haben uns ried, admira und grödig wunderbar vorgezeigt – mit erfolg.
    ich hoffe, mich nun besser verständlich gemacht zu haben.

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