Verdammt lange her

SturmNetz-Advent 2018 – #21

Auch in diesem Jahr möchten wir euch die Zeit bis zum heiligen Abend etwas versüßen. Im heurigen Advent blicken wir zurück auf einige denkwürdige Ereignisse aus 3,5 Jahren SturmNetz. Hinter Türchen Nummer 21 steckt jedoch eine Erinnerung an ein Spiel, welches bereits länger zurückliegt: Das 130. und vorerst letzte Grazer Derby.

Den Stadtrivalen im direkten Duell, noch dazu mit dem Heimrecht inne und damit mit über zehntausend schwarz-weißen Anhängern im Rücken, zu besiegen und für Wochen die unumstrittene Nummer eins im ganzen Bundesland zu sein – es gibt wahrlich nicht viel schöneres für mich. Die Sache mit den Wochen stimmt in diesem Falle jedoch nicht ganz: Aufgrund des Konkurses der Athletiker sollte das Duell am 17.05.2007, es war die vorletzte Partie der Bundesligasaison 2006/07, die vorerst letzte Begegnung mit den Roten sein. Keine Wochen, sondern verdammt lange elfeinhalb Jahre. So sehr man auch den gesamten Verein, die Anhänger und Spieler aus dem nördlichen Graz verschmäht, mindestens genauso sehr wünscht man sich dieses hochbrisante Stadtduell in der höchsten Spielklasse zurück. Auch zig Jahre später findet man Spruchbänder mit glasklaren Aussagen, was man von den Rotjacken hält –  wohl eine Art Hassliebe.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Zusammen mit 15.321 weiteren Besuchern sah ich an diesem Donnerstagnachmittag eine wenig erinnerungswürdige Begegnung – zumindest aus fußballtechnischer Sicht. Die von Christian Steindl geleitete Partie glänzte zwar mit spürbarer Rivalität und grandioser Stimmung, jedoch nicht mit einer Masse an gelungenen Spielaktionen. Viel eher bleibt die Erinnerung an die 37. Spielminute, als Mario Haas, nach Zuspiel von Christoph Leitgeb, mittels rechtem Spitz abzog und den Ball im Tor von Andreas Schranz unterbrachte. Der ehemalige GAK-Trainer Lars Söndergaard wechselte schon zur Halbzeitpause, konnte jedoch auch mit neuen Personalien und taktischen Änderungen am Spielfeld nichts gegen die Mannen von Ex-Trainer Franco Foda ausrichten.

Spieldaten:

SK Sturm Graz vs. GAK 1:0 (1:0)
Stadion Liebenau, 17. Mai 2007, 15:30 Uhr
Schiedsrichter: Christian Steindl

Torfolge: 1:0 Haas (37. Min),

SK Sturm: Christian Gratzei; Fabian Lamotte, Mark Prettenthaler, Sebastian Prödl, Frank Verlaat; Thomas Krammer, Adam Ledwon, Christoph Leitgeb, Jürgen Säumel (83. Bojan Filipovic); Mario Haas (87. Herbert Rauter), Amadou Rabihou (71. Klaus Salmutter)

GAK: Schranz; Kujabi, Sonnleitner; Perchtold, Amerhauser, Glauninger (HZ. Berchtold), Junuzovic (67. Lechner), Spirk; Hassler, Kollmann, Schenk (76. Mohiden)

Weitere Details, wie beispielsweise die untenstehende Infografik zu allen Duellen mit dem GAK, erfährt ihr hier. Denn bereits vor zwei Jahren zauberte ein geschätzter Redaktionskollege und Spezialist für schwarz-weiße Geschichten einen äußerst interessanten Artikel ans SturmNetz-Tageslicht.

 

Anzeige

2 Kommentare

  1. Hindemith Hindemith sagt:

    Wir beobachten die Entwicklung des ehemaligen Stadtrivalen durchaus mit Sympathie, die ersten Hürden für eine erfolgreiche Wiederkehr wurden bereits absolviert. Die weitaus schwierigeren Aufgaben warten aber noch. Der Sprung auf ein professionelles Niveau wird schwieriger zu bewältigen sein als der Neustart. Nicht so sehr vom sportlichen Leistungsvermögen her, da wird schon sehr professionell gearbeitet, vielmehr von der Organisation und vom wirtschaftlichen Umfeld betrachtet.
    Was die Überheblichkeit der jetzigen, roten Fans betrifft, werden die Roten ja bald die Championsleague aufmischen, so gross wird die Klappe schon aufgerissen!
    Deswegen habe auch ich voller Inbrunst beim letzten Heimspiel so ca. in Minute 70 das schon traditionelle Weihnachtslied mitgesungen!

    4+
  2. Arch Stanton sagt:

    Bevorzugt von der Stadtpolitik, verschont von der Gerichtsbarkeit. Mir kann der GAK gestohlen bleiben. Die Häklerein mit Freunden aus dem roten Lager gehen ja auch so. Wenn ich die Schwarzen im Herzen trag, so mögen die GAK Fans ihren Verein in anderen Organen bewahren.

    2+

Schreibe einen Kommentar