Underdog

Spielercheck: Real Sociedad vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

©Martin Hirtenfellner Fotografie

Jörg Siebenhandl – Note: 1,15

Das Unentschieden gegen den spanischen Tabellenführer war wohl Balsam für die Seele von Jörg Siebenhandl. Zuletzt lief es nicht nach Wunsch für den Grazer Keeper, ganz anders am Donnerstagabend in San Sebastian. Siebenhandl war der sichere Rückhalt, den man eigentlich kennt. So etwa kurz vor Spielende, als er gegen den eingewechselten Alexander Isak und kurz darauf Adnan Januzaj mit Glanzparaden das Unentschieden festhielt. Beim Gegentreffer von Alexander Sørloth traf den Wiener keine Schuld. Dafür, dass es nicht mehr Tore für die Spanier gab, muss sich Siebenhandl aber definitiv auch bei seinen Vorderleuten bedanken, die sich mutig in jeden Schuss warfen. Nach der Auswechslung von Jakob Jantscher durfte der Torwart der Blackys diesen grandiosen Abend als Kapitän beenden. Siebenhandl ist euer „Man Of The Match“.

David Affengruber – Note: 1,16

Was war das für eine Wahnsinnspartie von David Affengruber?! Da werden die Stars von Real Sociedad noch schlaflose Nächte haben. Der Innenverteidiger lieferte wohl seine bisher beste Leistung im Dress der Schwarzweißen ab, auch wenn er bereits einige gute Spiele absolvierte. Drei Mal blockte er einen Schuss der Spanier, zwei davon wären definitiv im Tor gelandet. Der 20-Jährige spielte mutig, kampfbetont und vollkommen entschlossen. Elf seiner 14 Zweikämpfe entschied er für sich, zudem sechs von sieben Luftduellen. So ehrlich muss man sein – David Affengruber war der beste Blacky an diesem Abend, möglicherweise der beste Mann am Platz. Hoffentlich sehen wir davon noch sehr viel.

Jakob Jantscher – Note: 1,55

So wichtig war sie, diese Befreiung für die Mannschaft, den Betreuerstab und die Fans als Interimskapitän Jakob Jantscher nach 38 Minuten den Ball in die Maschen bugsierte. Der Routinier hatte es wieder getan und erzielte damit den so wichtigen Treffer im Baskenland. Besonders in Halbzeit eins konnte sich JJ das eine oder andere Mal in Szene setzen. Mit seinem Ersatzpartner im Sturm Manprit Sarkaria tauschte er ab und an die Seiten, gut abgestimmt wirkten sie allerdings nicht unbedingt. Vor seinem Treffer klopfte Jantscher mit einem strammen Schuss schon bei Alex Remiro im Tor der Spanier an, wenn auch aus Abseitsposition. Ansonsten war nicht allzu viel zu sehen, mit dem Treffer hat das Grazer Urgestein seine Aufgabe aber erfüllt.

Gregory Wüthrich – Note: 1,58

Wie seine Defensivkollegen hatte Gregory Wüthrich einen fordernden Arbeitstag. Doch die Abwehr hielt in der neuformierten Fünferkette bis auf das 1:1, das allerdings aus einer Ecke entstand, großartig dicht. Wüthrich gab sich gewohnt körperbetont und ließ sich von den spielerischen Hausherren nicht abkochen. Fünf von sechs Zweikämpfen entschied der Schweizer für sich. Als linker der drei Innenverteidiger versuchte er sich ab und zu als Außenspieler, mehr oder minder erfolgreich, jedoch störte er durch seine Unterstützung im Pressing die Spanier des Öfteren schon beim Spielaufbau.

Manprit Sarkaria – Note: 1,58

War das stark, wie sich Manprit Sarkaria vor dem 1:0 gegen den französischen Innenverteidiger Robin Le Normand durchsetzte und das Tor von Jantscher mustergültig vorbereitete. Ansonsten war das Spiel für einen Grazer Offensivmann doch etwas undankbar – viel Laufarbeit und Anpressen, solange es geht. War der Neuzugang von der Wiener Austria in der ersten Halbzeit noch nicht so mit Defensivaufgaben betraut, brachte er sich in der zweiten Halbzeit immer mehr in der eigenen Hälfte ein. Sarkaria biss und versuchte die Gastgeber zu ärgern – mit 22 Zweikämpfen absolvierte er die meisten aller Akteure auf dem Feld, acht Mal ging er ins Luftduell. In der 44. Minute sorgte er leider nur beinahe für Gefahr vor dem Tor der Basken – von der Mittelinie lief er allein Richtung gegnerisches Tor, doch der Ball wollte auf dem tiefen Rasen nicht so richtig weiterrollen, Sarkaria selbst verlor das Tempo und die heranrauschenden Verteidiger konnten ihn stellen. Auch kurz vor Schluss kam er nochmals zum Abschluss, dieser fiel jedoch zu zentral aus.

Niklas Geyrhofer – Note: 1,81

Als neuer Mann der Abwehr rückte Niklas Geyrhofer zwischen Affengruber und Lukas Jäger. Das Grazer Eigengewächs machte wie seine Kollegen eine gute Partie. Das Highlight in Geyrhofers Spiel war jedoch eine Offensivaktion – mit einem Traumpass setzte er Sarkaria am rechten Flügel in Szene, dieser legte den Ball scharf zur Mitte auf Jantscher. Was folgte, wissen wir. Die Abstimmung in der Defensive mit Lukas Jäger schien nicht optimal zu sein, immer wieder standen sie zu weit auseinander, was sowohl in der Defensive als auch im Spielaufbau für Probleme sorgte. Beim Gegentreffer verlor „Geyr“ seinen Gegenspieler aus den Augen und konnte die Kopfballweitergabe nicht vor Sørloth erreichen.

Ivan Ljubic – Note: 1,94

Aufgrund der Sperre von Jon Gorenc Stankovic musste Ivan Ljubic gegen Real Sociedad den Part des Sechsers übernehmen. Insgesamt lieferte der 25-Jährige keine sehr auffällige Partie, dennoch brachte er sich immer wieder ein und stand gut. In der 33. Minute konnte er Sociedad-Schlussmann Remiro mit einem platzierten Schuss prüfen. Defensiv zeichnete sich Ljubic in Minute 69 aus – bei einem Abschluss von Sørloth innerhalb des Fünfmeterraums kratzte er für den schon geschlagenen Jörg Siebenhandl die Kugel von der Torlinie.

Alexander Prass – Note: 1,99

Zum zweiten Mal stand Alexander Prass in der Europa League von Beginn an auf dem Platz. Der Jungspund zeigte sich ab Anpfiff engagiert, spielte eine Mischung aus Sechser, Achter und linkes Mittelfeld. Leider verzeichnete Prass in der anfänglichen Euphorie einige Ballverluste durch schnelle Offensivversuche. Doch mit Fortdauer der Partie festigte sich der Ex-Lieferinger und konzentrierte sich vermehrt auf die Defensivaufgaben. 66 % gewonnene Zweikämpfe gegen den spanischen Tabellenführer klingt auch nicht schlecht.

Lukas Jäger – Note: 2,18

Die Leistung von Lukas Jäger war durchaus in Ordnung. Da waren gute sowie nicht allzu gute Szenen dabei. In Halbzeit eins stand er als rechtes Glied der Fünferkette sehr hoch, presste oft schon in der gegnerischen Hälfte an. Der Defensivmann ackerte fleißig und versuchte sich auch offensiv einzubringen. Leider nicht allzu erfolgreich. Defensiv schlichen sich kleine Fehler ein, mit den verspielten Spaniern hatte er ab und zu seine Mühe. Auffällig auch, dass sich Geyrhofer beim Herausspielen von hinten schwertat, da sich Jäger nicht unmittelbar anbot.

Amadou Dante – Note: 2,20

Es war definitiv nicht der Abend des Amadou Dante. Von der Position her war Dante das exakte Gegenteil von Jäger. In der ersten Halbzeit noch etwas tiefer, spielte Dante im zweiten Abschnitt etwas höher, sofern es die Spanier zuließen. Dante unterliefen einige Fehler, im Stellungsspiel aber besonders bei Klärungsversuchen. Zwei Mal legte der junge Linksverteidiger einem gegnerischen Spieler den Ball in aussichtsreicher Position auf. Zudem verlor er das entscheidende Kopfballduell vor dem 1:1.

Anderson Niangbo – Note: 2,59

Nicht sonderlich auffällig verlief der Arbeitstag von Anderson Niangbo. In seiner Rolle als Zehner war der Mann von der Elfenbeinküste auch stark in die Defensivaufgaben eingebunden, zudem tat er sich gegen die Hausherren in der Offensive schwer. Insgesamt verzeichnete Niangbo nur 27 Ballkontakte. In der 67. Minute kam er selbst zum Abschluss, der ging jedoch weit über das Gehäuse. Zumindest defensiv konnte der 21-Jährige ein, zwei Mal glänzen. Niangbo machte in der Schlussphase Platz für Moritz Wels.

Einwechslungen:

Moritz Wels – Note: 2,22 (ab der 82. Spielminute)

17 Jahre, ein Monat und zehn Tage alt war Moritz Wels bei seinem Europa-League-Debüt am Donnerstag. Der Eigenbauspieler ist damit der jüngste Spieler, der in diesem Bewerb in dieser Saison zum Einsatz kam. Beim Cupspiel gegen die SV Ried stand er erstmals für die Kampfmannschaft am Platz. Zudem erhielt Wels erst vor wenigen Tagen einen langfristigen Profivertrag – ereignisreiche Tage für den Jungspund.

Andreas Kuen – Note: 2,34 (ab der 72. Spielminute)

Andreas Kuen kam nach 72 Minuten für Jantscher ins Spiel. Der Tiroler spielte eine Reihe weiter hinten als der Torschütze und war demnach vermehrt in der Defensive beschäftigt. Leider wurde Kuen bei einer aussichtsreichen Kontersituation durch ein Foul von Zubimendi gestoppt, wenige Minuten später revanchierte sich Kuen auch mit einem taktischen Foul bei den Basken. Beide Herren sahen Gelb.

Sonstige Bewertungen:

Christian Ilzer – Note: 1,43

Die Vorrausetzungen waren alles andere als aussichtsreich – Gazibegovic und Yeboah fielen nach positivem Corona-Test aus, Gorenc Stankovic musste aufgrund einer Sperre zusehen. Stefan Hierländer und Kiteishvili waren natürlich kein Thema. Die extrem junge Bank, die Chefcoach Christian Ilzer zur Verfügung hatte, bekam jedoch kaum Einsatzzeit.
Taktisch waren die Schwarzweißen gut aufgestellt. Besonders die in dieser Form noch nicht sehr erprobte Fünferkette machte einen guten Job. Insgesamt trat die Mannschaft mutig auf, über 90 Minuten wurde aufopfernd gekämpft. Auch Ilzer selbst war an der Seitenlinie trotz zeitweise strömendem Regen und Hagel stets präsent und gab Anweisungen.

Schiedsrichterteam um Andris Treimanis – Note: 1,94

Es war insgesamt eine fair geführte Partie zwischen Real Sociedad und dem SK Sturm Graz. Dadurch fiel auch das Schiedsrichterteam kaum auf. Auch die meisten kleinen Entscheidungen trafen die Unparteiischen mit Bravour.

 

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 401 eingegangene Bewertungen und widmet der Mannschaft des SK Sturm und dem Man-Of-The-Match folgende Nummer:

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1 Kommentar

  1. Ennstaler sagt:

    Dem Schiedsrichter gebührt eine römische Eins, es gehört viel Mut dazu, dem spanischen Tabellenführer das Siegestor in der letzten Minute abzuerkennen.

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