The Greek shall inherit the earth

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Begegnung SK Sturm Graz vs. SK Rapid Wien sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,61

Wenn es über links einmal gefährlich wurde, dann hatte zumeist Lykogiannis  in irgendeiner Form seine Beine im Spiel. Schlug unzählige Flanken in den Strafraum – einige sogar richtig gefährlich – und versuchte sich ständig anspielbar zu machen oder in den freien Raum zu stechen. Auch defensiv hatte er seine Abwehrseite im Großen und Ganzen im Griff. Offenbar versteht Lykogiannis Fodas taktisches Konzept noch nicht so richtig, denn einen derart offensiven und modernen Außenverteidiger, gab es bei Sturm schon lange nicht mehr.

Michael Esser – Note: 2,77

Bruno trifft bei den Gegentoren keine Schuld: Wenn er gefordert war, war er ansonsten gewohnt zur Stelle. Allerdings waren seine Abwürfe und Ausschüsse ungewöhnlich schwach, es fehlte an der notwendigen Präzision. Wenn Esser unter Druck stand und den Ball am Fuß hatte, hielt man als Fan kurz den Atem an. Da muss Bruno unbedingt sattelfester werden. Konnte einen Fernschuss in der ersten Halbzeit gerade noch über die Latte drehen, ganz starke Parade.

Sascha Horvath – Note: 2,86

Legte ein vorbildliches Laufpensum an den Tag und fiel auch mit einigen Ballgewinnen in der Defensive auf. Hatte bei seinem Stangenschuss Pech und war sehr engagiert im Angriffsspiel. Zu oft noch verpasst Sascha einfach den richtigen Moment für einen Abschluss oder ein Zuspiel auf einen besser postierten Mitspieler. Verlor zudem vor dem 0:1 den entscheidenden Zweikampf.

Wilson Kamavuaka – Note: 3,04

Auch Kamavuaka erwischte nicht seinen besten Tag, konnte aber mit einigen gut getimeten Tacklings in höchster Not retten. Hatte in Halbzeit eins großes Glück, als er den Ball leichtsinnig vertändelte und Schiedsrichter Drachta ihm da großzügigerweise einen Foulpfiff schenkte. Der Spielaufbau bleibt die ganz große Schwachstelle des Deutsch-Kongolesen, hier hätte Spendlhofer definitiv die besseren Anlagen.

Anastasios Avlonitis – Note: 3,09

Bei beiden Gegentreffern sah der griechische Neuzugang nicht gut aus: Vor dem 0:1 wollte er als einziger auf Abseits spielen, stand dementsprechend weit von Schobesberger weg. Hatte beim zweiten Gegentreffer noch etwas Glück, als Schobesberger sich nach seinem Tackling vor dem Strafraum nicht fallen ließ, denn ansonsten hätte es Rot und Freistoß geben müssen. Und Tasos hätte sich die Reise nach Ried sparen können. Musste sich bei seiner Auswechslung wohl zurecht von Franco Foda ein Donnerwetter anhören. Ansonsten war Avlonitis in der Luft wieder eine Macht. Gibt es etwa einen – ähnlich wie einst Nikola Vujadinovic – neuen „His Airness“? 87,5% gewonnene Zweikämpfe belegen seine vorhandene Klasse.

Daniel Offenbacher – Note: 3,19

Musste als Solo-Sechser vor der gesamten Pressingmaschine von Rapid bestehen und war damit überfordert. Defensiv meist einen Schritt zu weit weg, gab er sich aber nie auf und versuchte seine Mitspieler immer wieder mit Kommandos zu pushen. Nach vorne sah man vom Scheiflinger viele Risikopässe, manche gut, manche weniger, jedoch war es ein Fehlpässe von Offenbacher, welcher das erste Gegentor einleitete; auch beim 0:2 traf er nicht die beste Entscheidung. Ansonsten war Offenbacher an 8 Schüssen direkt beteiligt (3 Schüsse, 5 Schussvorlagen) – Höchstwert in diesem Spiel. Ein Schuss aus der ersten Halbzeit blieb in Erinnerung, welchen Strebinger in letzter Sekunde noch über die Latte drehen konnte.

Thorsten Schick – Note: 3,36

Schick feuerte in diesem Spiel 5 Schüsse ab und hat damit seine persönliche Bestmarke vom 5:0-Sieg gegen Altach in der letzten Saison eingestellt. Die Ausbeute blieb jedoch mager, einmal verfehlte er das Tor nur ganz knapp. Thorsten mutiert immer mehr zu Patrick Wolf 2.0, der auch immer mit vollstem Einsatz am Platz stand, jedoch nur zu selten auch wirklich Gefahr erzeugen konnte. Vergleicht man den Schick aus dieser Saison mit dem Schick aus der vergangenen, sind besonders die fehlenden Scorerpunkte augenscheinlich. Schick dafür aber die alleinige Verantwortung zu geben, wäre grundlegend falsch.

Andreas Gruber – Note: 3,55

Begann sehr dynamisch und bemüht, baute nach 20 Minuten jedoch ab. Mit seiner Schnelligkeit konnte er ein ums andere mal seinen Gegenspieler überspielen, jedoch fehlen einfach die technischen Mittel, um für echte Gefahr zu sorgen. Wenn Gruber am Ball ist, so schaut er fast immer nur auf den Ball, anstatt auf das Spielfeld und übersieht daher immer wieder besser positionierte Mitspieler. Grausam auch seine Fehlpassstatistik: Nur 46% seiner Pässe kamen an, der schlechteste Wert in dieser Saison.

Tanju Kayhan – Note: 3,84

Das war leider gar nichts. Hatte große Schwierigkeiten mit Schobesberger und wirkte generell sehr träge, langsam und lustlos. Griff sich immer wieder mal an den Oberschenkel, eine mögliche Verletzung könnte eine Erklärung für diese schwache Leistung sein, nur muss Kayhan da auch das Signal an Foda geben, dass es einfach nicht mehr geht. Körperlich findet Kayhan einfach nicht in die Spur, der Trainingsrückstand, welchen er am Anfang seinen Engagements hatte, scheint noch immer nicht aufgeholt. Übersah beim 0:2 Schobesberger in seinem Rückraum und konnte danach seinen Stellungsfehler nicht mehr korrigieren.

Christian Klem – Note: 3,94

Ein weiteres Kapitel im Experiment „Klem der linke Flügel“: Wie schon in den vorigen Spielen, wich er immer wieder in die Mitte aus und wusste nicht wirklich, wie er am Spiel konstruktiv teilnehmen sollte. In der Offensive benötigt er einfach viel zu lange, um eine Entscheidung zu fällen. Zeigte im Abschluss einige gar nicht so schlechte Versuche.

Roman Kienast – Note: 4,32

Hing völlig in der Luft und wurde von der Rapidabwehr gut isoliert. Hatte in Fodas Matchplan eine Schlüsselposition und konnte seine Stärken wie Ballsichern oder Ablagen nie ausspielen. Der „Lange“ bestritt in diesem Match 16 Zweikämpfe und konnte nur einen!!! davon gewinnen.

Einwechslungen:

Bright Edomwonyi – Note: 4,28

Wann platzt Edi endlich der Knoten? Sein Einsatz ist wirklich vorbildlich, aber die Ausbeute einfach viel zu gering. Auch gegen Rapid konnte er für keinen neuen Schwung sorgen. Als Fan glaubt man, nach einer Edomwonyi-Einwechslung, nicht mehr an einen möglichen Aufschwung.

Marko Stankovic (3,55), Kristijan Dobras (3,67)

Beide sollten bei „fast aussichtslosem Spielstand“ noch etwas am Spielgeschehen ändern, konnte aber für keinen neuen Schwung mehr sorgen.

 

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 415 eingegangene Bewertungen und widmet Charalampos Lykogiannis folgenden Song:

https://www.youtube.com/watch?v=i50xxV6dBFE

 

16 Kommentare

  1. kato kato sagt:

    bitte schauts euch die entscheidenden szenen nochmal in der orf-tvthek an bevor ihr sowas schreibt.

    avlonitis hat beim 1:0 nicht das abseits aufgehoben, lykogiannis und kamavuaka waren einige meter hinter ihm. auch schon bevor avlonitis 3 schritte nach vorne zog um eine abseitsfalle zu setzten. das war der fehler. abseitsfalle stellen geht natürlich gar nicht, wenn die restliche abwehr net zumindest auf der selben höhe ist.

    avlonitis tackling vor dem 2:0 war knapp aber doch vor dem strafraum. da kann man ihm maximal vorwerfen, dass er schobesberger net gefällt hat. wäre dann aber torraub und rot gewesen.

    der pass von offenbacher auf klem vor dem 2:0 war kein fehlpass. klem kam an den ball und wollte schnell für horvath ablegen, die vorlage war allerdings viel zu kurz, weshalb der rapidler vor horvath am ball war.

    2+

    • black_aficionado sagt:

      Richtig @Kato!

      Beim 1.Gegentreffer bin ich mir nicht mehr sicher (hat da nicht Horvath den Ball verloren?), aber beim 2.war der Offenbacher sicher nicht ursächlich dafür verantwortlich! Außer man wirft ihm vor, dass er überhaupt auf Klem gespielt hat, das lässt sich natürlich diskutieren 😉
      Aber im Ernst, eingeleitet wurde zumindest das 2.wiedermal durch einen Alibi-Rückpass-Ableger-Versuch von unserem „allround genie“.

      Ich verstehe übrigens nach wie vor nicht, warum sich der Offenbacher auf der 6 quälen muss. Außer der Spendlhofer packt noch keine 90 min (gut, das schafft der Kayhan auch nicht, ist aber offensichtlich auch egal), aber ansonsten hätte man das Experiment am Sonntag auch mit Kamavuaka auf der 6 und Offenbacher statt Klem versuchen können, das ist vl eher seine Position…

      1+

    • kato kato sagt:

      nein, war schon der offi mit dem fehlpass.

      auf sturms youtube-kanal gibts die spielzusammenfassung von sky (ein seltenes thumps up dafür), da sieht mans genau: https://youtu.be/cqrTIyZ1eLE

      horvath war halt wenig überraschend im zweikampf gegen petsos chancenlos. aber beide braucht man dafür nicht kreuzigen, das tor war systemversagen.

      auf abseits.at gibts auch a gute analyse zu dem tor: http://www.abseits.at/fusball-in-osterreich/bundesliga/rapids-erstes-tor-eine-aktion-die-sturms-gruppentaktische-probleme-aufdeckte/

      wobei ich der meinung bin dass fallenlassen die beste der schlechten entscheidungen gewesen wäre. wenn der gegner mit tempo kommt kann man sich immerhin noch mit einem foul helfen.

       

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  2. Bensen66 Bensen66 sagt:

    Gott sei Dank! Dachte schon ich hätte ein anderes Spiel gesehen. In Wahrheit war es wieder mal einer der unzähligen ängstlichen Fehlpässe des Christian Klem der zum 0:1 geführt hat! Engagement und Einsatz will ich ihm gar nicht absprechen,  es geht halt einfach nicht mehr! Was mich aber viel mehr nervt, ist die mittlerweile für jeden Beobachter äußerst peinliche Suchaktion unseres Trainers nach einer geeigneten Position für Klem!   Das stink doch schon viel zu lange zum Himmel! Irgendwann spielt er sicher im Tor! 😉

    Auch die vom Trainer ausgegebene Taktik muss man endlich mal hinterfragen.

    Gegen Alltach und WAC wurde  unsere Viererkette  offensichtlich ein ziemlich defensives Korsett auferlegt.

    Gegen die momentan beste Konter-Mannschaft in Österreich steht bei beiden Gegentoren unsere Viererkette fast auf Höhe der Mittellinie …… nicht sehr defensiv oder?

     

    1+

  3. Kolkrabe sagt:

    Köstliche Spielerbeurteilung. Tut gut, mit einem Lächeln den Sonntag vergessen zu lassen. Da werden Fehler im Detail nicht mehr so wesentlich. Apropos „Hauptsach die Stimmung passt“: Warum ist die Mannschaft so mutlos, lethargisch aus der Pause gekommen? Gegen müde Wiener?

    1+

  4. scheini sagt:

    @Admin Sturmnetz: wenn ich mir euren Kommentar zur Bewertung von Bright Edomwonyi durchlese, wundert es mich nicht, daß es seitens des Vereins Sturm Graz mit euch keine Gesprächsbasis gibt. Unabhängig von seiner Leistung ist der Kommentar mehr als entbehrlich und absolut respektlos 🙁

    2+

  5. Moritz Lösch Moritz Lösch sagt:

    Wir von SturmNetz wollen Spieler, Trainer oder Funktionäre niemals beleidigen oder unbegründet kritisieren und wollen uns daher bei Bright Edomwonyi für unseren unpassenden Kommentar entschuldigen. Wir sehen diese Kritik als gerechtfertigt, haben diese daher einer internen Diskussion ausgesetzt und den Beitrag editiert, sowie einige inhaltliche Fehler ausgebessert.

    Danke für euer Feedback.

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  6. Kolkrabe sagt:

    Finde die geaalte und geglättete Beurteilungen viel weniger amüsant, auch wenn´s bissi gemein war. Sich beim Bright zu entschuldigen -Respekt, wenn er´s gelesen hätte. Die Spieler sollten sich ohnehin nicht in Fan-Foren rumtreiben, weniger wegen der Artikel, eher wegen der Kommentare…

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    • Gernot Hofer Gernot Hofer sagt:

      Tun sie aber, wie die Erfahrung zeigt. 🙂

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    • Arch Stanton sagt:

      Ich weiß den genauen Wortlaut zwar nicht mehr, habe die Beurteilung aber eher als amüsant denn als beleidigend in Erinnerung. Allerdings bin ich ja nicht der Edi.

      Es zeugt aber in jedem Fall von Größe, dass Ihr Euch hier entschuldigt.

      Ich verstehe auch, dass Ihr nach diesem Spiel und seiner bisherigen Gesamtleistung eher mit spitzer Feder urteilt.

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  7. Wilson_Rodriguez Wilson_Rodriguez sagt:

    Finde den Vergleich Schick und Wolf ziemlich passend, wobei ich bei Wolf noch eher das Gefühl hatte, dass er auch mal dorthin geht, wo es dem Gegner wehtut. Diese Bauernschläue am Platz fehlt eigentlich der ganzen Mannschaft, man denkt offensiv immer nur bis zum nächsten Mitspieler und nie, in Richtung Tor.
    Vielleicht wären ein paar Trainingseinheiten mit Mario Haas eine lohnende Angelegenheit. Der war immerhin Meister darin, sich unbemerkt in die Lücken der Abwehr einzuschleichen, so dass es der Gegner erst merkt, wenns zu spät ist.

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  8. JulioGeordio JulioGeordio sagt:

    Die letzten Spiele haben gezeigt, wie wenig es unserer Vorwärtsabteilung gelingt, egal wer da spielt. Am Sonntag, mMn, haben nur Horvarth und Offenbacher überhaupt etwas positives gezeigt. Die Tatsache ist aber, daß in einigen Tagen die Vikinger uns in Ried erwarten. Weil wir eine Mannschaft für dieses lüstige Unternehmen brauchen würden, gebe ich meine „Wünschelf“!!

    Esser – Schick, Spendi, Avlon, Lyko – Kama, Lovric – Horvarth, Offenbacher, Dobras – Edi

    Viel Spass!!!

     

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  9. Rene90 sagt:

    für alle die Wolf vs Schick vergleichen und die Qualität als gleichwertig sehen
    Wolf: 182 Spiele / 19 Tore / 30 Assist
    Schick: 110 Spiele / 17 Tore / 26 Assist
    Statistik lt TM auf Bundesliga bezogen und diese spricht für sich

    3+

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