The Geelong Cats

(c) geelongcats.com.au

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Australian Rules Football ist, hands down, der packendste Mannschaftssport der Welt. Bist du narrisch, geht’s da rund. Ein Spiel endet auch nicht irgendwie 2:1 oder 0:0, sondern beispielsweise 106:95 oder 50:48 (wenn’s regnet und der Ball rutschig ist).

In Australien fliegt also ein Eierlaberl durch die Luft. Wenn du das fängst, darf deine Mannschaft dann weiterspielen. Das Ballfangen ist, neben dem Torschuss, die wichtigste Komponente im Spiel. Diese Action im ersten Stock ist herrlich anzuschauen, sowohl für uns unbedarfte Zuschauer als auch ganz besonders für Hüft- und Schulterchirurgen. Da klingelt's in der Kassa!

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(Photo: Michael Willson/AFL Media)

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Sowas braucht dann auch spezielle Spielertypen. Ich sag’s mal so: ein Sascha Horvath hätte es beim Aussie Rules eher schwer. Ein Footie-Profie schaut eher aus wie der grosse, kräftigere Bruder vom Bene Pliquett.

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In Melbourne redet jeder über „Footie“ (also Aussie Rules Football), so wie in Sydney jeder über Rugby redet. Der Sport wurde hier erfunden und nach wie vor kommen 10 der 18 Vereine der AFL aus dem Raum Melbourne. 10 Vereine aus ein und der selben Gegend, wie soll das wirtschaftlich funktionieren? Null Problem, wir sind ja in Australien. Hier ist man komplett sportverrückt. Der mitgliederschwächste Verein im Raum Melbourne hat flotte 26.622 Mitglieder (St. Kilda). Collingwood hat über 70.000, aber die mag keiner, ausserhalb von den Collingwood halt.

Insgesamt kommen die 10 Melbourne-Vereine auf 467.516 Mitglieder.  Pro Spiel kommen in der AFL rund 34.000 Zuschauer. Bumm. Sturm sollte sich auch mal mehr um die Mitgliederwerbung kümmern, finde ich.

Ich war 2 Monate in Australien und hab viele Spiele im Fernsehen verfolgt. Die laufen auch überall, in jeder Bar und jedem Restaurant. Mit einem „Favourite Team“ macht’s dann auch gleich doppelt so viel Spass.

Wie gemma’s also an, wie findet man den SK Sturm des Australian Football?

Collingwood ist als einziges Team schwarz-weiss. Das ist für mich immer das erste Kriterium. Aber entweder liebt man die Magpies (Elstern) oder man hasst sie. Zumindest wurde mir das von vielen Seiten so erzählt. Lieben kann ich sie nicht, weil ich kenn die ja gar nicht richtig. Und in Collingwood war ich auch noch nie. Also schauen wir weiter.

Die GWS (Greater Western Sydney) Giants? Unsere besten Freunde wohnen quasi um die Ecke vom Olympiastadion, in dem die Giants spielen. Aber das Team ist halt auch brandneu, hat 2013 die erste Saison gespielt und bloss 2 von 21 Spielen gewonnen. Naja, ich melde mich wieder, versprochen…

Wir bleiben mit unserem Campervan nur 3 Tage in Melbourne. Ich schaff’s nicht einmal, mir ein Spiel live anzuschauen. Aber auf dem Weg nach Westen, in Richtung Great Ocean Road fallen mir die vielen marineblau-weiss gestreiften Flaggen auf, die aus den Fenstern hängen. Wir sind in der Nähe von Geelong (sprich dschi-lóng, mit Betonung auf dem O), der Heimat der Cats. Es ist mitten in der Saison. Die Flaggen hängen also nicht da in Vorfreude auf ein Entscheidungsspiel. Später erfahre ich, dass die IMMER da hängen, auch in der Offseason. Oha, sowas ist speziell. Das ist wahre Liebe.

Am Sonntag bin ich dann rechtzeitig in der Bar, um mir mit Einheimischen das Spiel der Cats gegen die Essendon Bombers (auch aus Melbourne) anzuschauen. Was für eine Gaudi. Nach dem vierten Bier ist mir auch der Preis von knapp 7 Euro für eine Germanen-Halbe von 400ml völlig wurscht. Die Jungs und Mädels jubeln und schreien bei jedem Punkt für Geelong. Und wenn Essendon einmal was reisst, geht die Welt auch nicht unter. Man respektiert die Leistung der Gegner ohne wenn und aber. Sehr sympathisch.

Am Ende des Tages wackelt ein neu gewonnener Fans der Geelong Cats ziemlich angeschlagen, aber mit einem breiten Grinsen zurück zum Campingplatz. Gewonnen haben „wir“ glaub ich auch, aber ich kann mich irren. Nicht so wichtig.

Die Geelong Cats wurden am 18.Juli 1859 gegründet. Da schau einer her. Von „unserem“ Fußball war da noch lange nicht die Rede. Den Nickname „Cats“ hat das Team dann 1923 bekommen. Nach einer langen Niederlagenserie hat ein Journalist wohl gemeint, dass Geelong jetzt eine schwarze Katze braucht, damit das Glück zurück kommt. Naja, die Story ist nicht sonderlich originell, aber „Cats“ an sich funktioniert schon gut.

Wie schaut’s jetzt aus im Vergleich zum SK Sturm?

Das Logo der Cats ist genial. Ein schwarzer Panther irgendwo neben oder unter der Fahne, das könnte auch Sturm gut stehen.

Die Cats wurden seit 1990 drei Mal Meister. Oha! Das passt perfekt.

Geelong hat 44.000 Mitglieder. Way to go, aber Sturm hat sicher aus das Potenzial dafür. Man müsste sich nur mal drum kümmern.

Geelong hat im Schnitt 34.000 Zuschauer bei Heimspielen. Schön wär’s…

Die Cats spielen meistens vorne mit, sind aber nicht das ganz dominante Team. Das könnte man von Sturm auch sagen.

Die Anzahl der Legionäre bei Geelong ist null. Probleme mit einem Inländertopf haben die Cats also nicht…:-)

Unterm Strich war's ein toller Ausflug in einen hochinteressanten Sport. Ich verfolg die Tabelle der AFL immer noch. Und ich krieg's nicht aus dem Kopf – warum haben die AFL Klubs alle derart hohe Mitglieder- und Besucherzahlen? Da kann man sich als SK Sturm mit Sicherheit was abschauen.

 

12 Kommentare

  1. Rockstar Rockstar sagt:

    Und was hat des mit Sturm zu tun?

    1+

  2. zilkowicht sagt:

    abgesehen davon dass dieser Artikel absoluter offtopic ist (in diversen Internetforen wäre man wahrscheinlich dafür gesperrt worden) finde ich es absolut unglaublich dass der Autor diesen Artikel ohne Berücksichtigung des großen Rassismusproblems in der afl zu bringen.

    Einfach mal den Namen ‚Adam Goodes‘ googeln und dann mal überlegen ob wir sowas wirklich bei Sturm haben wollen.

    Absolut rassistischer bockmist

    1+

  3. Helmut Pi sagt:

    Die Idee der Kolumne "Fast wie Sturm, aber woanders" ist es, mitunter einen Blick ueber den Tellerrand zu werfen. Das kann man interessant finden, muss man aber natürlich nicht. In dem Sinn: Herzlichen Dank für die konstruktive Kritik. Die Geschichte mit Adam Goodes ist traurig. Sie ist so traurig wie die Geschehnisse bei – beispielsweise – Lazio Rom oder widerliche persönliche Angriffe in der österreichischen Bundesliga auf Spieler, die den Verein gewechselt haben. Dort wie da ist das nicht repräsentativ für die Fans und den jeweiligen Sport.

    5+

  4. Denginho sagt:

    Kommentar gelöscht.

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  5. goaty sagt:

    Vielleicht kann aus einen uhu wird auch kein Pfau. Und aus einen kenguru auch keine Ziege.
    wieso sollte Sturm einen Schwarzen panther unter das Logo machen? 440000 mit Glieder bei Sturm wäre die ganze Einwohner Zahl der Steiermark das kann ich mir nicht vorstellen das es machbar ist?
    Der artikel Phantasiert da einiges daher und hat mit Sturm Graz nichts zu tun nach meiner meinung.
    Aber ich will mich einfach nur nicht Zuviel Hoffnung machen,sonst ist die Enttauschung danach ein Fach nur zu groß für mich selbst.

    0

  6. Kevin Deng sagt:

    @goaty: Wi kommst du auf 440000 einwohner Zahl in der Steiermark? In der Steiermark leben fast doppelt so viel, nämlich über 900000! Also erzähl hier nicht einfach irgend was was nicht stimmt!
    @topic: Spannender Artikel!!!

    4+

  7. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Kann die Pfiffe gegen Kainz ja verstehen aber die Gesänge wo es um seine Mutter geht sind schon sehr tiefes Niveau. Wenn ich diese Gesänge höre kommt mir immer wieder das Spiel Rapid gegen Aston Villa in den Sinn. Warum? Dort bewarf man Andi Weimann mit Bierbechern, während er auf der Trage hinaus getragen wurde. So gesehen hat man doch sehr viel gemeinsam mit den verhassten Wienern…

    1+

    • ultrasneverdie ultrasneverdie sagt:

      bitte stell hier keine vergleiche zwischen ultrabirnen und ultraäpfeln an!

      zum artikel, es gibt soviele vereine die man heranziehen könnte, auch im angrenzenden ausland. ultrafein wäre mal sv werder bremen oder der karlsruher sc, mit welchen unsere ultragruppierungen befreundet sind.
      auch kultig wäre der FC ST PAULI (nur so als denkanstoss)

      1+

  8. Helmut Pi sagt:

    @ultrasneverdie: sehr gute Anregung, vielen Dank. Machma!

    0

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