The Class of 2016/17

Was wurde bloß aus ihnen?

Es wird gemunkelt, dass der SK Sturm in der laufenden Spielzeit eine positive Transferbilanz von über vier Millionen Euro aufweist. Es sind wie immer einige wenige Spieler, für die man Geld bekommt: Bei nur vier von insgesamt 16 Abgängen ist tatsächlich auch eine Ablösesumme geflossen. 

Aber was wurde dann wirklich aus ihnen? Es ist doch immer wieder spannend zu sehen, wie sich Ex-Blackies bei ihren neuen Vereinen so machen. Wir haben daher alle Ausgangs-Transfers des aktuellen Spieljahres 2016/17 unter die Lupe genommen.

Michael Esser, SV Darmstadt 98, Note 1

„Bruno“ hat sich beim künftigen deutschen Absteiger Darmstadt sofort die Pole-Position im Tor gesichert. Sofern er nicht verletzt oder gesperrt ist, gilt er als Nummer eins gesetzt. Und Esser macht seine Sache auffallend gut: Mit einer durchschnittlichen Kicker-Note von 2,80 ist er auf Augenhöhe mit Kollegen wie Bernd Leno (2,74), Ralf Fährmann (2,92) oder Roman Bürki (2,71). Nicht nur das – mit dieser Benotung liegt er sogar vor Manuel Neuer, der bis dato mit einer Durchschnittsnote von nur 2,88 bewertet wurde.

Wie geht’s weiter mit Esser? Ganz im Gegensatz zu seinem Verein hat er seine Erstligatauglichkeit nachhaltig bewiesen. Auch wenn sein Vertrag in Darmstadt noch bis 2019 gilt, ist es durchaus denkbar, dass Bruno ein Haus weiterzieht und in der ersten Liga bleibt. Wir wünschen es ihm von Herzen.

Uros Matic, FC Kopenhagen, Note 1

Ganz oben auf der Liste steht natürlich Uros „Porno“ Matic, der Königstransfer der letzten Jahre. Er ist für kolportierte 3 Million Euro zum skandinavischen Vorzeigeklub FC Kopenhagen gewechselt. Wie nicht anders zu erwarten, hat er sich sofort in die Stammelf gespielt.

Ob Superliga oder Europapokal, Porno zaubert zumeist über 90 Minuten im zentralen Mittelfeld des dänischen Champions-League-Aspiranten und kann sich dort vielleicht für noch höhere Aufgaben empfehlen. Wir notieren einen leider kurzen, aber sehr intensiven schwarz-weißen Karriereschub für Uros.

Wilson Kamavuaka, SV Darmstadt 98, Note 2

Schau einer an. Der sympathische DM hat es nach seinem nicht ganz freiwilligen Abschied aus Graz über einen Umweg nach Griechenland tatsächlich in die erste deutsche Bundesliga geschafft. Und nicht nur das: Nach gewisser Anlaufzeit hat sich Wilson im defensiven Mittelfeld der Lilien etabliert und bekommt zunehmend Spielzeit. Am vergangenen Wochenende durfte er beim überraschenden 3:0 gegen Freiburg zum ersten Mal über 90 Minuten am Platz stehen.

Thorsten Schick, Young Boys Bern, Note 2

Nicht viele haben es Schick zugetraut, sich beim selbst ernannten ersten Verfolger des Serienmeisters FC Basel durchzusetzen. Auch von den Fans und Medien bekam er lange deutlichen Gegenwind. Mittlerweile kann man das Engagement des Grazers in der beschaulichen Hauptstadt der Schweiz aber durchaus als gelungen bezeichnen. Sein Vertrag wurde vorzeitig bis Ende 2018 verlängert und er bekommt regelmäßig Spielzeit, zumeist als Joker im rechten Mittelfeld.

Christian Klem, WAC, Note 2,5

Ganz im Gegensatz zu Daniel Offenbacher ist Sturms langjähriger Linksverteidiger schnell und nachhaltig in Wolfsberg angekommen. Er ist absoluter Stammspieler im linken Mittelfeld und macht seine Sache zumeist recht gut. Man darf Klem durchaus als Gewinn für den WAC bezeichnen.

Bright Edomwonyi, Caykur Rizespor, Note 2,5

Der durchaus überraschende Wechsel zum türkischen Abstiegskandidaten Caykur Rizespor scheint sich für Edi bis jetzt einigermaßen gelohnt zu haben. Er hat schnell Fuß gefasst und spielt häufig, zumeist als Links- oder Rechtsaußen. Wie nicht anders zu erwarten, setzt er sich mit aller Leidenschaft ein, aber mit dem Toreschießen will es nicht so richtig klappen: Ein Tor und eine Torbeteiligung in zwölf Spielen stehen auf seinem Konto.

Aktuell ist Edi gesperrt. Beim hitzigen Duell mit dem Tabellenzweiten Basaksehir hat er sich, bereits ausgewechselt, eine rote Karte eingefangen. Er wird wohl wieder den Weg zurück in die Stammelf finden. Viel fraglicher ist jedoch, ob Rizespor nächstes Jahr auch noch in der ersten Liga spielen wird. Fünf Runden vor Schluss beträgt der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz bereits sechs Punkte. Es ist daher gut möglich, dass Edi und sein Klubkollege Jakob Jantscher am Ende der Saison wieder auf Wanderschaft gehen müssen und bei einem neuen Klub anheuern.

Michael Madl, FC Fulham, Note 3,5

Das ehemalige Alpha-Tier der schwarz-weißen Abwehr durchlebt gerade schwierige Zeiten beim Londoner Traditionsklub Fulham. Anfangs der Saison noch hochgelobt und in der Innenverteidigung gesetzt, pendelt Mike mittlerweile zumeist zwischen Bank und Tribüne. Gerade einmal fünf Einsätze in 21 Spielen seit Jahresbeginn, das klingt irgendwie nicht befriedigend.

Ob er seinen Vertrag bis Ende 2018 noch zur Gänze erfüllt, wird auch von der Zukunft des Vereins abhängig sein. Die Cottagers aus dem tiefen Westen Londons haben sich nämlich für die Aufstiegs-Playoffs in die Premier League qualifiziert. Falls jener tatsächlich klappt, würde der Verein wohl massiv aufrüsten – fraglich, ob man dann noch weiter mit Madl plant. Wir drücken Mike die Daumen, dass die nächste Saison persönlich wieder deutlich erfolgreicher wird. Bei welchem Verein auch immer.

Daniel Offenbacher, WAC, Note 4

Nach seinem insgesamt durchwachsenen Engagement bei den Blackies kommt Offi auch beim WAC nicht wirklich in die Gänge. Er bekommt kaum Einsätze über die ganze Spielzeit und auch als Joker scheint er seinen Trainer nicht nachhaltig überzeugen zu können. Vielleicht leiten seine beiden Treffer am vergangenen Spieltag die lang ersehnte Wende ein.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Andreas Pfingstner, SC Wiener Neustadt, Note 4

Nach seinem Wechsel hinter den Semmering war er anfangs als Innen- oder Rechtsverteidigung noch gesetzt. Mittlerweile sitzt er vorwiegend auf der Bank.

Tanju Kayhan, Göztepe, Note 4

Der 27-jährige Außenverteidiger ging nach seinem Wechsel in die zweite türkische Liga durch ein verletzungsbedingtes Tal der Tränen. Seit Anfang März scheint es aber wieder bergauf zu gehen. Er ist als Außenverteidiger gesetzt.

Danijel Klaric, SS Akragas, Note 4

Mit Danijel Klaric geht es eindeutig abwärts, zumindest auf der Landkarte. Der Mittelstürmer wechselte im Sommer 2016 zum apulischen Klub Fidelis Andria in die dritte italienische Liga. Dieser Wechsel stellte sich rasch als Missverständnis heraus. Klaric konnte sich nicht durchsetzen und kam in der Halbsaison nur zu vier Kurzeinsätzen.

Daraufhin wechselte er innerhalb derselben Liga nach Sizilien zum SS Akragas. Und siehe da, beim Klub aus der Stadt Agrigento blüht der ehemalige Blacky auf. Er ist als Mittelstürmer gesetzt und kam bisher in 14 Spielen immerhin auf 2 Tore und 2 Torbeteiligungen.

David Schloffer, Wacker Nordhausen, Note 5

Der Wechsel zu Elversberg in die vierte deutsche Liga war schon wenig ambitioniert. Aber seither geht es zumindest fußballerisch noch weiter bergab. Selbst beim thüringischen Regionalligisten Wacker Nordhausen konnte sich Schloffer nicht durchsetzen und wechselt da von der Bank zur zweiten Mannschaft und zurück. Schade.

Naim Sharifi, vereinslos, Note 5

Kurz nach seinem Abschied von Sturm heuerte Sharifi beim Kapfenberger SV an. Bei seinem zweiten Engagement in der Obersteiermark konnte er sich aber überhaupt nicht durchsetzen. Daher wurde sein Vertrag schon nach wenigen Monaten wieder aufgelöst. Seitdem ist der ehemalige russische Nachwuchs-Nationalspieler ohne Verein.

David Schnaderbeck, SV Lebring (ohne Note)

Der Cousin von Sebastian Prödl spielt nach seinem verletzungsbedingten Abschied vom Profifußball noch in der steirischen Landesliga.

Benjamin Rosenberger, WAC (ohne Note)

Nach einer langen, verletzungsbedingten Auszeit kämpft sich das schwarz-weiße Nachwuchstalent seit Anfang April in der Amateuermannschaft der Wölfe wieder heran. Diese führt die Tabelle der Kärntner Liga an und durfte sich Ende April über das erste Tor von Rosenberger freuen.

Martin Ehrenreich, SK Sturm Amateure (ohne Note)

Örli fühlt sich anscheinend recht wohl in seiner Rolle als Leithammel der jungen Blackies. Er spielt zumeist in der Innenverteidigung durch.

 

2 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Muss sagen, daß ichs Schick durchaus zugetraut hab..Klar, war seine Leistung in seiner „Endphase“ bei den Blackys net das Gelbe vom Ei, aber damit hat er sich einfach nahtlos der Leistung der ganzen Mannschaft angepasst bzw. wie alle die länger unter FF spielen, halt nachgelassen hat..

    Gerade, als er verpflichtet wurde aber+nach dem Kainz Weggang, hat er die „Lücke“ relativ gut geschlossen u zu meiner Überraschung es geschafft, Kainz‘ abgang wirklich relativ gleichwertig zu ersetzen..und die meiste Zeit, bis eben zum Ende, im Vergleich zu anderen echt anständige Leistungen zeigt..

    Bei Sharifi hab ichs einfach nur Schade gefunden (ohne a Bewertung über sei Leistung abgeben zu können), daß er von Foda, net mal den Hauch einer Chance – net mal auf nen Bankerlplatz – bekommen hat (deswegen kann i sei Leistung weder gut no schlecht bewerten)! Denk mir nur, daß wir absolut keinen Edelkader hatten+a net das Geld um nen Spieler nur für Platz verstellen zu bezahlen u gerade in der VT a weitere Option für uns net das Schlechteste gewesen wär, um sich zumindest ein, zwei Kurzeinsätze zu verdienen! Aber Foda hat Sharifi behandelt, als wär er garnet da (menschlich+kadertechnisch)! In Trainings hat Sharifi aber net die schlechteste Figur gemacht..

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    • RAM6I sagt:

      Eigtl. habe ich selbst schon satt..doch dieses Phänomen bleibt für mich immer brand aktuell. Umso länger die Spieler unter ihm spielen umso schlechter werden Sie.

      Gibt genug Beispiele..das letzte und Beste ist Matic selbst.

       

      Aber zum Glück, brachte heute die Hof_Zeitung wieder einen Artikel für ihn heraus.

       

      Nur durch schlechte Kontinuität kommt man zum Ziel, zu oft Wechseln verwirrt nur und bringt keine Leistung.

       

      Liebe diesen Dampfplauderer und all seine Anhänger…

       

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