Sumann: „Sturm verkörpert für mich die ganze Steiermark!“

SturmNetz-Advent Tag 4 mit Christoph Sumann

Die „Stille Zeit“ ist nur anderswo wirklich still. SturmNetz.at geht im Advent in die Vollen! Wir lassen noch bis zum Heiligen Abend Prominente zu Wort kommen und sprechen mit ihnen über Sturm, Fußball, Gott und die Welt. Auch der erfolgreichste österreichische Biathlet aller Zeiten, der Obersteirer Christoph Sumann, ist seit Kindesbeinen an ein Erz-Schwoazer, auch wenn er einst zwei Brettl einem Platz im steirischen Fußball-Leistungs-Zentrum vorzog.

 

(c) Manfred Werner

Christoph, zu Beginn die wohl essentiellste Frage an einen steirischen Fußballanhänger überhaupt: Warum Sturm, warum nicht GAK?

Weil Sturm für mich die gesamte Steiermark verkörpert und ich mich schon immer mit den Schwoarzen verbunden gefühlt habe. Ich muss aber sagen, dass es von meiner Seite allerdings absolut keine Abneigung gegenüber einem anderen Verein gibt.

Woher rührt bei dir diese Liebe?

Schon von Kindesbeinen an. Diese Mentalität, für die dieser Verein steht, seine Geschichte und auch die stets herausragenden Charaktere waren wohl entscheidend. Natürlich auch der Erfolg. 

Hast du selbst einmal Fußball gespielt?

Ja, habe ich. Mit 14 musste ich mich dann allerdings zwischen dem Wintersport und dem Fußball entscheiden. Ich habe mich dann in diesem Alter für den Langlauf entschieden, um mich um die Jahrtausendwende herum auf den Biathlon-Sport zu spezialisieren.

Hast du als Kind sogar einmal davon geträumt, für die Schwarz-Weißen auflaufen zu dürfen?

Bevor ich mich für den Langlauf entschieden habe, habe ich es sogar in diverse steirische Auswahlteams geschafft und hatte auch das Ziel, in Graz die Fußball-Akademie zu besuchen.

Du bist Weltcupsieger und hast bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Medaillen gewonnen. Würde man diese Erfolge auf eine Fußballerkarriere ummünzen, müsstest du längst ausgesorgt haben. Dürfen wir davon ausgehen, dass dem nicht so ist?

Davon kannst du ausgehen. Das war aber auch nie mein Ziel. Mir ging es immer nur um den Erfolg. Ich wäre auch für einen Sack Kartoffeln nicht langsamer gelaufen.

Sind Fußballer deiner Meinung nach überbezahlt?

Das will und kann ich gar nicht beurteilen. So gut kenne ich die Kontostände der Fußballer nicht. Was mich allerdings schon stutzig macht, ist, dass Fußballer selbst in niedrigen Klassen massig an Geld verdienen, obwohl wir da ja von Hobbysportlern reden. Wer allerdings gut und erfolgreich ist, sollte auch dementsprechend verdienen. 

2008 bist du bei der Biathlon World Team Challenge auf Schalke vor 50.000 Fans aufgelaufen. Könnte man sich als Athlet an so eine Stadionathmosphäre gewöhnen?

Das war und ist schon etwas Besonderes. Daran könnte man sich gewöhnen. Obwohl, zur Gewohnheit würde es wohl nie werden. Das ist nämlich jedes Mal aufs Neue ein echtes Gänsehaut-Erlebnis.

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Du hast erst im Alter von 38 Jahren deine Karriere beendet. Ole Einar Björndalen läuft sogar mit 43 noch. Wie ist es möglich, sich so viele Jahre in der absoluten Weltspitze zu halten?

Ausdauersport kann man ja bekanntlich noch im „hohen“ Alter betreiben. Zwar verliert man mit den Jahren etwas an Spritzigkeit, aber ein reifer Körper ist wie ein Dieselmotor. Er startet nur langsam, bis er endlich auf Touren kommt. Voraussetzung dafür sind aber die Attribute Einsatz, Fleiß, Talent und Willenskraft. Nur dann ist so etwas überhaupt möglich. 

Bewunderst du die Leistungen eines Gigi Buffons, der auch mit 39 noch nicht so recht aufhören will oder ist ein Fußballtorhüter schlicht und einfach nicht so gefordert wie ein Biathlet? 

Gigi ist eine Ikone und sollte ein Vorbild für viele sein. Natürlich wird er körperlich nicht so gefordert wie ein Ausdauersportler, aber in puncto Einsatz, Motivation und Leidenschaft macht ihm keiner was vor.

Du bist ja in Judenburg geboren, in jener Stadt, in der ein ewiger Held der Blackys, Gernot Jurtin, aufgewachsen ist. Gab es da irgendwelche Berührungspunkte?

Der Name ist mir natürlich bekannt. Berührungspunkte gab es allerdings leider nie. Andere Helden, wie etwa Ivica Vastic oder Mario Haas, hätte ich auch gerne einmal kennengelernt. Immerhin hatte ich die Ehre, schon zwei Mal bei einem Sturmspiel den Ehrenankick vornehmen zu dürfen. Das war schon ein Erlebnis für mich. 

Nach deiner Karriere warst du ja neben deinem Job als Co-Kommentator beim ORF wieder kurze Zeit als Polizeibeamter tätig. Warst du möglicherweise sogar einmal zum Stadiondienst bei einem Sturmspiel eingeteilt und man hat dich möglicherweise in Uniform und Turtle-Anzug gar nicht erkannt?

Nein. Dafür war ich nie eingeteilt.

Die jährliche Schießüberprüfung musstest du – als ehemaliger Weltklassebiathlet – wohl auch nicht ablegen, oder doch?

Nein, musste ich auch nie (lacht). Allerdings muss ich gestehen, in der Ausbildung war ich, soweit ich mich erinnern kann, gar nicht einmal der beste Schütze in meinem Kurs. 

Wenn du einem Heimspiel des SK Sturm als Fan beiwohnst, machst du das dann lieber im VIP-Bereich oder in der Nordkurve? 

Ich hab beides schon genießen dürfen und muss ganz ehrlich sagen, es hat beides seinen Reiz.

Christoph, zum Abschluss, was wünschst du deinen Schwarz-Weißen für das Jahr 2018? 

Wenn ich mir den neuen Trainer aussuchen könnte, dann würde ich Pep Guardiola nehmen. Das wird es aber vermutlich nicht spielen (lacht). Es sollte aber auf jeden Fall der jetzige Weg fortgesetzt werden. Ich wünsche mir von der Mannschaft, dass sie weiterhin diesen leidenschaftlichen Fußball zeigt, wie sie es in diesem Herbst an den Tag gelegt hat. Mit solch einer Leidenschaft kommen die Erfolge ganz von allein.

Vielen Dank für das Gespräch! 
 
 
 

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