Süßer die Glocken nie klingen

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Euer „Man of the Match“ – Jörg Siebenhandl | ©Martin Hirtenfellner Fotografie

Jörg Siebenhandl – Note: 1,23

Es läuft einfach für Siebenhandl. Der Sturm-Goalie ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird, und war auch gestern mitverantwortlich dafür, dass Sturm das vierte Spiel in Folge zu Null spielte. Kurz vor Ende der ersten Hälfte verhinderte Siebenhandl mit einem erstklassigen Reflex gegen George Davies die größte Ausgleichschance und stellte nicht nur in dieser Szene seine Hochform der vergangenen Wochen unter Beweis. In Minute 54 konnte Jörg den Winkel gegen Blauensteiner entscheidend verkürzen und ist seit mittlerweile sechs Stunden ohne Gegentor. Siebenhandl gibt der Mannschaft Rückhalt und Sicherheit. Mit solchen Leistungen hätte er sich eine Nominierung für das Nationalteam mehr als verdient.

Otar Kiteishvili – Note 1,34

Es ist unglaublich, wie gut der Georgier in Sturms Mittelfeld agiert. Seine Dribblings gepaart mit herausragendem Spielverständnis lassen wohl die Herzen aller Sturm-Fans vor den Bildschirmen höher schlagen. Obwohl „Kite“ einen Teil der Spiele verpasste, stellt er das kreative Hirn der Mannschaft dar. In den sieben Spielen, in denen Kiteishvili am Platz stand, lieferte er drei Tore und drei Assists und war an neun von fünfzehn Toren beteiligt. Sein Traumpass auf Jakob Jantscher in Minute 29 war zum Zunge schnalzen und gefühlt lief jede Offensiv-Aktion von Sturm über den quirligen Georgier. Man kann nur hoffen, dass Kiteishvili noch länger bei Sturm bleibt. Sollte „Kite“ diese Leistungen über die gesamte Saison halten, werden wohl bald größere Klubs anklopfen.

Jakob Jantscher – Note 1,38

„JJ“ machte wieder ein richtig gutes Spiel. Der Routinier im Dress von Sturm zeigte eine erstklassige Präsenz am Platz, war als einer der ersten in das Angriffspressing eingebunden und an zwei der drei Treffer maßgeblich beteiligt. In der 29. Minute konnte er einen Traumpass von Otar Kiteishvili sehenswert zur Führung versenken und in Minute 77 lieferte er die perfekte Flanke auf den Kopf von Bekim Balaj, der zum 3:0 traf. Jantscher gehört in dieser Saison ohne Zweifel zu den Führungsspielern in der Mannschaft von Christian Ilzer und empfiehlt sich mit Leistungen wie dieser gegen St. Pölten auf jeden Fall für eine Vertragsverlängerung. Er machte in den Schlussminuten für Huspek Platz.

Jon Gorenc-Stankovic – Note 1,74

Der Slowene wurde unter Ilzer in den vergangenen Spielen im defensiven Mittelfeld aufgeboten und wusste auf dieser Position stets zu überzeugen. Gorenc-Stankovic war ebenso wie Wüthrich ein richtig guter Transfer und überzeugt Spiel für Spiel durch seine ungeheure Laufbereitschaft und Sieger-Mentalität. Jon verfügt auch über jede Menge Übersicht und Spielverständnis und zeigt Woche für Woche hervorragende Leistungen. Der Slowene präsentiert sich als Fels in der Brandung und strahlt dennoch immer wieder Torgefahr aus. Wie schön, einen Spieler mit Premier League Erfahrung in der Mannschaft von Sturm zu haben.

Amadou Dante – Note 1,75

Der 20-jährige Verteidiger aus Mali gehört unter Christian Ilzer zum Stamm und zahlt dieses Vertrauen Woche für Woche mit konstanten und soliden Leistungen zurück. Dante versucht, sich immer wieder ins Spiel nach vorne einzuschalten und zeigt auch in der Defensive gutes Stellungsspiel. Gegen St. Pölten konnte er sich öfter durch gute Ballgewinne und Wechselpässe in Szene setzen, die ein oder andere Ungenauigkeit am Ball sei ihm aufgrund seines Alters verziehen. Gemeinsam mit Siebenhandl konnte er kurz vor der Pause die größte St. Pöltner Ausgleichschance durch Davies klären.

Gregory Wüthrich – Note 1,82

Der Schweizer Innenverteidiger überzeugt Woche für Woche mit großartigem Stellungsspiel und gehört definitiv zu den Bausteinen des aktuellen Erfolgs des SK Sturm. Wüthrich schafft es gekonnt, seine Nebenleute in der Defensive zu dirigieren und sorgt so für die nötige Ruhe und Stabilität in der Grazer Defensive. Die Verpflichtung des Schweizers war ein Goldgriff von Sportdirektor Schicker. Wüthrich tut dem Spiel von Sturm wahnsinnig gut und schafft es auch immer wieder, mit gekonntem Spielaufbau Angriffe der Grazer einzuleiten. Es ist schön, einen Verteidiger von Wüthrichs Qualität im Kader zu haben.

Kevin Friesenbichler – Note 1,96

Friesenbichler bekommt Woche für Woche von Christian Ilzer das Vertrauen und zahlt dieses mit unglaublichem Einsatz zurück. Wie letzte Woche konnte sich der Steirer auch gegen St. Pölten in die Torschützenliste eintragen, es war sein drittes Saisontor und die Vorentscheidung in dieser Partie. Ansonsten zeigte „Friese“ viel Laufbereitschaft und war gemeinsam mit Jantscher der Ausgangspunkt des Angriffspressings.

David Nemeth – Note 2,01

Die Leistung von Nemeth war grundsätzlich in Ordnung. Kurz vor der Pause passte das Stellungsspiel gegen Hugi nicht, was die größte Ausgleichschance von St. Pölten zur Folge hatte. Passiert ist in dieser Szene nichts, Siebenhandl sei Dank. Ansonsten verteidigte die junge Mainz-Leihgabe recht gut und hinterließ einen passablen Eindruck.

Sandro Ingolitsch – Note 2,03

Der ehemalige St. Pöltner lieferte eine solide Leistung ab und versuchte, sich immer wieder nach vorne einzuschalten. Das Zusammenspiel mit seinen Kollegen scheint richtig gut zu passen und so kann sich die Defensivleistung von Sturm sehen lassen. Ingolitsch und seine Mitspieler lassen aktuell wenig zu und wenn die gegnerischen Mannschaften doch durchkommen, gibt es ganz hinten immer noch Siebenhandl. Alles in allem war es eine starke Herbstsaison von Ingolitsch und auch an seiner Leistung gegen St. Pölten gibt es nichts auszusetzen.

Andreas Kuen – Note 2,24

Der Neuzugang aus Mattersburg blüht wie die gesamte Mannschaft unter Ilzer so richtig auf und ist im offensiven Mittelfeld der Grazer momentan nicht wegzudenken. In der Anfangsphase der Partie leitete er mit einem sehenswerten Lupfer auf Jakob Jantscher die erste gute Möglichkeit ein und sorgte auch sonst mit seinen schnellen Tempovorstößen immer wieder für Gefahr in der Offensive. Kuen machte viele Kilometer und versuchte häufig, mit aggressivem Pressing die St. Pöltner Verteidigung unter Druck zu setzen. Er wurde in Minute 72 durch Ivan Ljubic ersetzt.

Stefan Hierländer – Note 2,28

Es war eine unauffällige Partie des Kapitäns, doch auch bei „Hierli“ ist im Vergleich zur Vorsaison von der Präsenz und Ausstrahlung am Platz mehr Biss und Leidenschaft erkennbar. Hierländer konnte gelegentlich mit Ballgewinnen und dem ein oder anderen gelungenen Zuspiel gefährliche Aktionen einleiten und scheint sich im Mittelfeld eindeutig wohler zu fühlen. Der Captain gibt immer alles für Sturm und verkörpert von seinen Attributen das, was einen Leader ausmachen sollte. Eine Vertragsverlängerung vor dem Sommer wäre daher auf jeden Fall gerechtfertigt.

Einwechselspieler

Bekim Balaj (ab Minute 71) – Note 1,68

Der Albaner kam für Friesenbichler in die Partie und machte es seinem Kollegen im Angriff wenig später nach. Nach einer Maßflanke von „JJ“ erzielte Balaj durch einen präzisen Kopfball sein drittes Saisontor. Danach versuchte er immer wieder, Druck auf die St. Pöltner Defensive auszuüben und hätte beinahe noch sein zweites Tor gemacht. Bei einem starken Abschluss scheiterte er an der Stange. Der Albaner muss sich derzeit mit der Jokerrolle begnügen, kann diese aber momentan gut umsetzen.

Ivan Ljubic (ab Minute 72) – Note 2,4

Er wurde für Kuen eingewechselt und blieb unauffällig. Ljubic sicherte im Mittelfeld ab und schaffte es, gemeinsam mit seinen Kollegen erfolgreich die Null zu halten.

Jusuf Gazibegovic (ab Minute 83) – Note 2,31

Der 20-jährige Bosnier kam für Ingolitsch ins Spiel und blieb unauffällig.

Lukas Jäger (ab Minute 83) – Note 2,67

Er wurde für Gorenc-Stankovic eingewechselt und konnte nicht mehr auffällig werden.

Philipp Huspek (ab Minute 85) – Note 2,22

Huspek kam für Jantscher ins Spiel, beitragen konnte er aufgrund der kurzen Einsatzzeit nichts mehr.

Sonstige Bewertungen

Christian Ilzer – Note 1,48

Es ist unglaublich, was Ilzer und sein Trainer-Team aus der Mannschaft gemacht haben. Unter Ilzer konnte die Mannschaft neun der letzten zehn Spiele gewinnen, neunmal wurde zu Null gespielt. In Liga und Cup bekam die Mannschaft nur sechs Gegentore und stellt somit die beste Defensive der Liga. Die letzten fünf Spiele blieb der SK Sturm ohne Gegentor und hat in 14 Spielen unter Christian Ilzer bei 10 Siegen und 3 Unentschieden nur ein einziges Spiel verloren. Es läuft einfach für Sturm und daran hat auch Ilzer mit seinem Trainerteam einen erheblichen Anteil. Seit der Steirer übernommen hat, sind ein klarer Plan und eine unverkennbare Handschrift erkennbar. Aggressives Pressing und nach vorne verteidigen stehen am Programm und auch bei Ballbesitz wird ansehnlicher und attraktiver Fußball geboten. Der unverwechselbare Sturm-Geist ist wieder zurückgekehrt, jeder kämpft für jeden und die Mannschaft ist wieder zu einer Einheit geworden. Wenn irgendjemand der SturmNetz-Redaktion nach der letzten Saison gesagt hätte, dass man Ende 2020 nach 11 Spielen 24 Punkte am Konto hat und in Schlagdistanz zur Spitze liegt, wäre das wohl für utopisch gehalten worden.

Schiedsrichterteam um Stefan Ebner – Note 2,62

Die Leistung des Unparteiischen war in Ordnung, Generell blieb der Eindruck, dass Ebner ein wenig zu kleinlich gepfiffen hat, grobe Fehlentscheidungen gab es aber keine.

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 282 eingegangene Bewertungen und widmet der Mannschaft folgende Nummer:

 

 

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1 Kommentar

  1. Black Panther sagt:

    Also die Saison unter Ilzer war bis jetzt echt der Hammer! Auch DANK sehr!! viele hervorragenden Spieler! JJ Siebenhadel…! Nur für Träumer ein realistisch Herbst! Daumen hoch für das Team! Hoffe im neuen Jahr gehts so weiter und wenn nicht, man sieht trotzdem den Fortschritt! Freu mich auf die Meistergruppe! Jetzt wohl denkbar! Frohe Weihnachten dem geilsten Klub (für mich) und den besten Fans der Liga!

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