Sturm siegt mit Köpfchen

Spielbericht: Wolfsberger AC vs. SK Sturm Graz (1:4)

Nach der missglückten Saisoneröffnung gegen den Serienmeister aus Salzburg ging es in der zweiten Runde der Admiral Bundesliga für den SK Sturm am Sonntagnachmittag über die Pack zum WAC. Damit schließt sich für Coach Christian Ilzer und seine Mannen ein Kreis: Auch das letzte Spiel der abgelaufenen Spielzeit führte die Blackys ins Lavanttal. Dieses konnte man mit 3:1 für sich entscheiden und so die Qualifikation für die Europa League Gruppenphase fixieren. Mit dementsprechend viel Selbstvertrauen dürfte man die kurze Auswärtsreise nach Kärnten angetreten haben. Begleitetet wurde die Mannschaft an diesem Tag zudem von einer Hundertschaft an schwarz-weißen Aficionados.

Der Auswärtsblock war prall gefüllt. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Unter strömenden Regen sah der Auswärtsmob eine nach dem Salzburg-Spiel bloß auf einer Position veränderte Sturm-Elf (Ivan Ljubic startete für Andreas Kuen) von Beginn mutig agieren. Erstmals zwingend wurde die Ilzer-Elf in Minute fünf, als Amadou Dante nach einer einstudierten Eckballvariante am linken Strafraumeck den Ball Volley abnahm, aber der Ball in großer Not geblockt werden konnte. Schließlich fand auch das Heimteam in die Begegnung und unterband Sturms Offensivdrang etwas. Selbst wurden die Gastgeber nach einem Standard erstmals so richtig gefährlich. Nach einer Ecke stand Jon Gorenc Stankovic zu weit weg von Dominik Baugartner, der wuchtig zur Führung für die Wölfe einnickte.

Was der WAC kann, kann Sturm schon lange

Auf der anderen Seite hätte Otar Kiteishvili gleich für die richtige Reaktion sorgen können. Sein Schuss aus guter Position fiel aber zu zentral aus und bereitete WAC-Schlussmann Manuel Kuttin keine Probleme. Nichts zu halten gab es für den 27-Jährigen jedoch bei einem Kopfball von Gregory Wüthrich. Nach einer Jantscher-Ecke schraubte sich der Innenverteidiger eindrucksvoll in die Höhe und platzierte das Spielgerät ins rechte Eck. Beflügelt vom Ausgleich schaltete Sturm einen Gang höher und drückte weiter. Doch auch der WAC konnte in dieser Phase offensiv für Gefahr sorgen. Nachdem der Ball glücklich durch Sturms Hintermannschaft rutschte, scheiterte Tai Baribo kläglich. Ilzers Mannen spielten jedoch unbeirrt weiter. Nach einer weiteren Ecke, diesmal von der rechten Seite, tauchte der 1.73 große Kiteishvili völlig ungedeckt im WAC-Strafraum auf und konnte den Ball einnicken – die Führung für Sturm.

Otar Kiteishvili traf zur 1:2-Führung. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Der WAC präsentierte sich in der Defensive in weiterer Folge äußert fehleranfällig, den Bock schoss schließlich Tormann Kuttin ab. Nach einem hohen Ball von Ljubic verfehlt er das Leder, sodass Jantscher nur mehr ins leere Tor einschieben musste. Ziemlich unkoordiniert präsentierten sich die Gastgeber auch bei der nächsten Ecke für die Grazer, als der Ball durch den Strafraum segelte und Wüthrich das Leder knapp verfehlte. Sturm schaltete nach dieser Situation aber nicht ab und eroberte das Spielgerät sofort wieder. Nach der anschließenden Hineingabe von Jantscher wurde wieder auf einen Blacky vergessen, diesmal auf David Affengruber. Der Sommer-Neuzugang köpfelte Sturm zur 4:1-Führung. Kurz vor dem Pausenpfiff durfte der Auswärtsblock fast noch einmal jubeln, doch Baumgartner bugsierte eine scharfe Flanke von Jantscher über die eigene Latte zur Ecke.

Jakob Jantschers Flanken sorgten immer wieder für große Gefahr. (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Dutt stellt um – der WAC wird aktiver

Zur Halbzeitpause wechselte der deutsche Cheftrainer der Gastgeber Innenverteidiger David Gugganig für Stürmer Dario Vizinger ein. Damit agierten die Wölfe im zweiten Spielabschnitt mit einer dreier bzw. fünfer Kette und wirkten in der Defensive deutlich sicherer. Erstmals gefährlich wurden die Wölfe in der 48. Minute nach einem Wernitznig-Freistoß aus rund 25 Metern, der Ball verfehlte das Gehäuse von Jörg Siebenhandl jedoch knapp.

Sturm steht gut, lauert und gewinnt

Während die Hausherren weiter versuchten irgendwie noch einen Fuß in die Partie zu bekommen, verteidigte Sturm clever und lauerte auf die ein oder andere Konter-Gelegenheit. So auch in Minute 57, als Kelvin Yeboah am linken Flügel einen Gegenspieler stehen ließ und gemeinsam mit Jantscher auf bloß nur mehr einen WAC-Verteidiger zu sprintete. Sein Abspiel kam jedoch hoch und zu ungenau. Einen Schockmoment für die Grazer gab es in Minute 60: Nach einem Luftzweikampf mit Baumgartner ging Jantscher mit Schmerzen im Oberschenkel verletzt zu Boden. Für ihn neu in die Partie kam Manprit Sarkaria. Dieser sollte sich, ebenso wie die zehn Minuten später eingewechselten Prass und Jäger, nahtlos in die, an diesem Tag sehr gut funktionierende, Grazer Mannschaft einfügen. Die Wölfe aus dem Lavanttal agierten auch in Halbzeit zwei über weite Strecken ohne Biss und erspielten sich kaum eine nennenswerte Gelegenheit. Sturm siegte schließlich mit Köpfchen und schreibt erstmals in der noch jungen Saison voll an.

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5 Kommentare

  1. weizenheizer sagt:

    Super Sieg! Kann mich noch erinnern, dass wir mal echte Wechn warn im Standardschießen.
    Liebes Sturmnetz, ich würd mich um ein Update zur JJ Verletzung freuen!

    • fuchsrob sagt:

      laut Laola1 kann glücklicherweise vorläufig Entwarnung gegeben werden bei JJ!
      Gute und baldige Besserung über diesen Weg!

  2. Melvinuss sagt:

    Konnte das Spiel leider nur nebenbei verfolgen, aber Gratulation zum klaren Sieg und zur tollen Reaktion von Siebenhandl (nach dem 1:1) sowie der Mannschaft nach einem frühen Rückstand!

    Gute Besserung auch an JJ, aber ich denke, das sieht nach dem ersten Schock ganz gut aus.

    Auf die Schwoazn!

  3. black_aficionado sagt:

    Ganz, ganz wichtige 3 Pkte! Der Auftritt in der ersten HZ war durchaus überzeugend, dass die Standards so aufgehen ist natürlich gleichzeitig super wie ein Wahnsinn, das kannst eigentlich nicht planen/erwarten 😉

    Was mir noch fehlt, dass ist doch vermehrt das Kombinationsspiel. Wir versuch quasi in jeder Aktion den hohen, weiten Ball – das klappt gegen defensiv instabile, eher offensiv ausgerichtete Teams, gegen kompakte Gegner wird das spannend (mal schauen wie das am WOE klappt…)
    Wir haben mittlerweile echt viele technisch gute Spieler, die das Passspiel beherrschen. Auch mit JJ und Yeboah vorne zwei Spitzen, die durchaus etwas mit den Ball anzufangen wissen. Wenn ich mich recht erinnere, dann gab es gestern aber nicht allzu viele Situationen, wo ein Angriff flach initiiert wurde und überhaupt nur die beiden Abschlüsse von Kitei und Ljubic wo dann auch noch etwas Gefahr für den WAC entstanden ist.
    Sei es drum, das kann auch exakt Ilzers Matchplan gewesen sein, weil er eben wusste, dass der WAC eher höher stehen wird und in den nächsten Partien kann das schon ganz anders ausschauen.

    Ich bin absolut positiver Dinge =)

    swg

  4. Ich werd jetzt wahrscheinlich von ein paar Leuten gedisst werden aber ich finde Yeboah sollte jetzt mal abliefern.

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