Sturm müht sich gegen junge Kapfenberger

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. KSV (2:1)

Während einige der Stammspieler die Zeit beim Nationalteam verbringen, nutzte der SK Sturm Graz die spielfreie Pause und testete gegen den Kapfenberger SV in Messendorf. Die Obersteirer stehen momentan auf Platz 5 in der ersten Liga, elf Punkte hinter Spitzenreiter WSG Wattens. Die junge Mannschaft von Trainer Kurt Russ startete mit einem Punkt aus zwei Spielen eher mäßig ins Frühjahr.

Roman Mählich baute die Mannschaft nach dem Sieg gegen die Austria vergangenen Sonntag wie erwartet um. Unter anderem begannen die jungen Lukas Fadinger, Florian Ferk, aber auch Raphael Obermair und Neuzugang Juan Dominguez, der somit zum ersten Mal für die Grazer in der Startelf stand. Philipp Hosiner und Markus Pink, die zuletzt zum Zuschauen verdammt waren, durften ebenfalls von Beginn an ran.

Ausgeglichene Partie nach Führungstreffer

Bei warmen Temperaturen und Sonnenschein dauerte es rund zehn Minuten bis zum ersten Tor. Nach einem Foul an Pink brachte Jakob Jantscher eine perfekte Flanke in den Kapfenberger Strafraum, Anastasios Avlonitis musste den Ball nur noch einnicken. Kurz darauf gab es auch die erste Möglichkeit für den Zweitligisten. Der Schuss von Elvedin Heric verfehlte nur knapp sein Ziel. Sturm konnte die Gäste weitestgehend vom eigenen 16-Meter-Raum fernhalten, jedoch kamen die Schwarz-Weißen offensiv auch nicht so recht in Fahrt. Viele weite Bälle in die Spitze, vor allem von links über Thomas Schrammel prägten das Spiel. In der 26. Minute konnte sich Kapfenbergs Torhüter Mario Zocher bei einem Versuch von Jantscher erstmals auszeichnen. Nach 32 Minuten ging ein Kopfball von Pink nach Flanke von Obermair am Tor vorbei. Eine Minute später scheiterte Jantscher mit seinem Abschluss am Gästekeeper. Fünf Minuten vor der Pause zappelte der Ball wieder im Netz, jedoch wurde Hosiner wegen hohen Beins zurecht zurückgepfiffen. Kurz vor dem Pausenpfiff noch ein satter Schuss von Markus Lackner. Sein Versuch rauschte gut einen Meter rechts am Tor vorbei.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

„Mach das nie mehr!“

Sturm gehörte auch die erste Möglichkeit in der zweiten Halbzeit. Kapfenbergs Marco Gantschnig missglückte ein Rückpass, Torhüter Stolz war allerdings knapp vor dem zur Pause ins Spiel gekommenen Stefan Hierländer am Ball. In Minute 50 konnte Ferk noch einen Schussversuch von Paul Mensah klären, zwei Minuten später fiel dann doch der Ausgleich. Michael Lang schickte Leke Krasniqui in die Tiefe, der 18-Jährige umkurvte Tobias Schützenauer – ebenfalls zur Pause eingewechselt – und schob den Ball ins Tor. Kapfenberg spielte in Folge mutiger, Sturm tat sich schwer Chancen zu kreieren, während die Gäste weiterhin offensiv agierten. Die Passquote der Grazer war zu diesem Zeitpunkt sehr schwach.

Gegen den Spielverlauf zeigte der Schiedsrichter in der 68. Minute plötzlich auf den Punkt. Lukas Grozurek wurde nach einem Steilpass von Jantscher vom eingewechselten Kapfenberger Schlussmann Nico Tockner gelegt, nachdem keiner der beiden zum Ball gekommen war. Jantscher verwertete das Elfmetergeschenk trocken ins linke Eck. Bei einer darauffolgenden Aktion ging Daniel Rosenbichler nach einem Zweikampf mit Emeka Eze zu Boden. Der Nigerianer dürfte seinen Gegenspieler im Schritt getroffen haben. Nach kurzem Tumult beließ es der Schiedsrichter bei einem lautstarkem: „Mach das nie mehr!“ Sturm kam nach dem Führungstreffer wieder besser ins Spiel, speziell Eze wusste die Kapfenberger Hintermannschaft mit und ohne Ball zu beschäftigen. In Minute 78 wurde ein Schrammel-Freistoß am Fünfer abgeblockt, im Gegenzug scheiterte Paul Mensah an Ferk und Schützenauer. In der Schlussphase durfte sich Schützenauer nach einem Schuss von Lukas Skrivanek und einer folgenden Ecke auszeichnen. Vor dem Abpfiff wurde Hierländer noch einmal präzise von Obermair in die Tiefe geschickt, der herauseilende Gäste-Keeper konnte jedoch gerade noch klären.

Am Ende resultierte die auf weite Strecken magere Leistung in einem 2:1-Testspielsieg. Die Favoriten aus Graz konnten sich nach Treffern von Avlonitis und Jantscher knapp durchsetzen. 

Fazit: In Abwesenheit einiger Spieler konnten sich vereinzelte Akteure durchaus für Pflichtspieleinsätze empfehlen. Der Spanier Dominguez lieferte über 90 Minuten eine solide Partie ab, wusste dank Ballsicherheit, Zweikampfstärke und gutem Stellungsspiel durchaus zu überzeugen. Einzig in die Offensive darf sich der Neuzugang gerne öfter einbringen. Auch die jungen Ferk und Fadinger spielten durch und zeigten solide Leistungen. Schrammel agierte wie gewohnt souverän, ob er sich auf der linken Seite gegen den zuletzt großaufspielenden Gideon Mensah durchsetzen kann, darf jedoch bezweifelt werden. Wie zuletzt konnte Sturm vor allem in der Offensive weniger überzeugen, speziell Hosiner und Pink gelang in der ersten Halbzeit sehr wenig.

Stimmen

Roman Mählich: „Testspiele in der Länderspielpause sind nie ganz einfach zu bewerten. Wir können aus dem Match mitnehmen, dass Markus Lackner sein Comeback feiern konnte, dass Juan Dominguez über 90 Minuten gespielt hat und auch all jene Spieler, die zuletzt nicht so viel Einsatzzeit gehabt haben, heute über die volle Distanz im Einsatz waren. Jetzt starten wir aber schon mit der Vorbereitung auf St. Pölten.“

Spieldaten

Sturm Graz – KSV 1919 2:1 (1:0)
Trainingszentrum Messendorf (Naturrasen), 22. März 2019, 14:30 Uhr, 450 Zuschauer

Tore: 1:0 Avlonitis (10.), 1:1 Krasniqi (52.), 2:1 Jantscher (68./FE)

Sturm (4-4-2): Siebenhandl (46. Schützenauer) – Obermair, Ferk, Avlonitis, Schrammel – Fadinger, Lackner (46. Hierländer), Dominguez, Jantscher – Hosiner (46. Grozurek), Pink (46. Eze)

KSV 1919 (Startelf): Zocher, Feyrer, Heric, Rosenbichler, Puschl, Gantschnig, Weinberger, Racic, Lang, Eloshvili, Sabitzer

 

 

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2 Kommentare

  1. Provinciano Provinciano sagt:

    „speziell Eze wusste die Kapfenberger Hintermannschaft mit und ohne Ball zu beschäftigen“ … Ja eh, aber dass er seit Monaten nicht einmal in Testspielen ins Tor trifft, ist kein gutes Zeichen. 🙁

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  2. Abo420 sagt:

    Gut, dass sich Sturm für das Meisterplayoff qualifizierte.

    Im Abstiegsplayoff wäre es mangels Spielstärke und Abschlussschwäche noch verdammt schwer geworden.

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