Sturm-Geschichte, die bewahrt werden muss

Seit 83 Jahren steht sie nun schon da, die Holztribüne in der Gruabn. Und das soll auch so bleiben!

Was die Gruabn für jeden Sturmfan bedeutet, darüber braucht man an dieser Stelle wohl nicht allzu lange lamentieren. Von 1919 an war sie Spielstätte und vor allem Heimat für Jung und Alt. Unzählige Geschichten, Mythen und Erlebnisse wurden hier verfasst und gelebt. Es ist ein Ort, an dem man Sturm-Geschichte spürt und sieht. Der vermutlich letzte noch bestehende Ort dieser Art.

Seit 2005 ist die Gruabn nicht mehr in Sturm-Besitz. Der damalige Präsident verkaufte die Pachtrechte (vermutlich sogar gegen einen Generalversammlungsbeschluss von Mitte der 1990er Jahre). Vielmehr müsste man sich an dem Terminuns „verscherbeln“ bedienen, soll man sich für einen Spottpreis der Sportstätte entledigt haben, um die Saison finanziell zu sichern. Letztendlich war dies nicht mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein und die Gruabn fiel in die Hände der Stadt Graz. Mittlerweile ist der Grazer Sportklub Pächter der Sportstätte – das Gruabn-Flair ist zwar angeknackt, aber noch lange nicht erloschen.

Die Holztribüne im Jahr 1934 (c) Privat

Seit einigen Monaten kämpft nun die „Initiative für den Erhalt der Gruabn-Holztribüne“ um den Bestand der Tribüne, will kommenden Monat mit einem Crowdfunding starten und so eine vollwertige Renovierung erzielen. Diese Initiative besteht aus einem kleinen Team engagierter Sturmfans. Idealisten. Darunter auch ein Vertreter des Fangruppen-Dachvereins „Kollektiv1909“. Zusammen mit „1000 x 1000 Crowdfunding“ stellen sie ein Projekt auf die Beine, das in Österreich wohl seinesgleichen sucht.

(c) J. Dietrich

Neben dem Spendenaufruf an sich wird es auch diverse Goodies zu ersteigern und erwerben geben. Es sind Aktionen rund um Spieltage des SK Sturm Graz geplant sowie Veranstaltungen unterschiedlichster Arten. Alles zugute jener Tribüne, die als sportliches Wahrzeichen der gesamten Steiermark gilt und die stellvertretend für die Emotionen und die Leidenschaft der Sturmfans steht.

Schon jetzt kann man sich als Unterstützer mit einer einfachen, formlosen Mail an [email protected]×1000.at unverbindlich eintragen lassen. Man wird dann über den Projektstart und sämtliche Aktionen informiert. Helfen wir als Sturmfans gemeinsam mit, packen wir an und retten wir unsere Geschichte!

Hier noch einmal zum Eintauchen in das Erlebnis „Gruabn“ unser Artikel über diese magische Sportstätte aus dem November 2015.

 

5 Kommentare

  1. rio sagt:

    Es war einmal und verdammt schön! Aber die Zeiten haben sich geändert, besonders stark ersichtlich beim Fußball. Eine „Gruabn“ wird es nie mehr geben, dazu haben sich Fanverhalten (Gewaltbereitschaft, Bequemlichkeit, Infrastruktur, etc.) und Marketingkonzepte zu sehr verändert. Die „Sturmheimat“ wurde verscherbelt, aus finanziellen Nöten, aber auch wegen infrastrukturellen Gründen. Nun ist die Stadt Graz stolzer (?) Besitzer und der Grazer Sportklub Nutzer. Eine Holztribüne für Nachbesitzer und Mieter zu „finanzieren“ hat mit Sturm wenig zu tun und ist für mich auch unverständlich. Meine Begeisterung und auch finanzielle Unterstützung fände ein „Gruabn-Raum“ im Trainingszentrum. Eine Art Dauerausstellung unvergessener Tage am Jakominigürtel!

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  2. 12terMann sagt:

    Da muss ich doch wehement widersprechen!

    Die Gruabn war über 70 Jahre DIE Heimat des SK Sturm Graz, sie ist in unserer Geschichte nicht „einfach nur ein Fußballplatz“. Sie war identitätsstifend für den Charakter unseres Klubs und unserer Fans – zusammenrücken, zusammenhalten, nicht immer schön, aber mit Herz und Leidenschaft. Es entstand ein familiäres Gefühl in diesem Stadion, weil man eng beieinander war – ein Gefühl, dass in den modernen Stadien so gut wie nicht mehr aufkommen mag/kann! Diese Eigenschaften haben den Spielstil unserer Mannschaften seit jeher geprägt und haben den Begriffen „Sturmgeist“ und „Sturmfamilie“ ihre Bedeutung verliehen.

    Um unseren Klub zu wahrhaftig zu verstehen, muss man an diesem Ort gewesen sein, einfach um sich vorstellen zu können, wie es war. Keine Erzählung der Welt kommt an das Erlebnis ran, wenn man dort auf der Tribüne steht, selbst wenn sich am Rasen nichts tut! Dort zu stehen, keine 5 Meter von der Outlinie entfernt und sich vorzustellen, wie deine Mannschaft hier einläuft – dieses Gefühl kann man nicht durch „Sturmgeschichte einfach weitererzählen“ an die nächste Sturm-Generation weitergeben. Dazu muss die Gruabn bestehen bleiben!

    Es ist alles andere als „unverständlich“ – es ist unsere Aufgabe, die Aufgabe eines jeden Sturm-Fans (!), dafür zu Sorgen, dass einer der letzten sporthistorischen Sturm-Schauplätze erhalten bleibt!

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  3. graz4ever sagt:

    TRAUMHAFTE ERINNERUNGEN…darum sowieso UNSTERBLICH

    (Rückschau) Ein geschockter Vater, dessen naiver, fußballungebildeter Volkschule gehender Sohn ihm gerade geistesabwesend mit „SturmPuntigamer was bitte..?“ geantwortet hat, beschließt, eben jenem beizubringen, was denn gefälligst zu zählen hat im Leben und nimmt ihn am darauffolgenden WE mit ins „Allerheiligste“ auf dem an diesem Tag just ein gewisser Guiseppe Gianinni sein Debüt gab..allerdings hatte der Sohn damals nur Augen für einen blutjungen Spieler, der damals ihn schon in Erstaunen versetzte..und dank Ivica Vastic war ich infiziert von dem was im Leben zählt…unser SK STURM GRAZ 🙂

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  4. gabrielzoll sagt:

    Bravo, tolle Aktion, habe mich schon angemeldet

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  5. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    Ich würde jederzeit freiwillig mindestens 19,09 euro mehr bezahlen für den Eintritt im Vergleich zur Kommerzarena, wenn doch nur 1 x noch ein match von Sturm in der Gruabn wäre…..

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