Sturm gegen Graz

Ein Einwurf zur Stadion-Thematik

Jedem Sturm-Fan sei diese Ausschreibung des Kollektivs wärmstens ans Herz gelegt. Nicht nur offenbart sich darin plumper Aktionismus aufgrund verletzter Eitelkeiten, vielmehr darf davon ausgegangen werden, dass dies erst der Startschuss für ein weiteres trauriges Kapitel ist. Sturm muss jetzt in die Offensive gehen.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

An allen Ecken und Enden unseres Planeten ist vielen Menschen Graz ein Begriff. Ob man es glaubt oder nicht, ganz massiv ist das nicht zuletzt auf die internationalen Erfolge der Blackys zurückzuführen. In Zahlen zu fassen ist der verhältnismäßig unglaubliche Werbewert, den Sturm für Graz leistet und geleistet hat, freilich kaum, doch er ist immens. Das sollten auch die Herren und Damen im Rathaus wissen. Hinzu kommen nicht nur eine gesellschaftlich essenzielle Funktion, der Verein und Anhang – vor allem jener Teil, der gerne diskreditiert wird, wenn es gerade passt – beispiellos gut nachkommen, sondern ebenfalls jährlich Millionen an Abgaben. Natürlich müsste man von einer hohen Wertschätzung und fruchtbaren Symbiose zwischen Stadt und Verein, von der beide profitieren, ausgehen. Doch die Realität ist bekannt, nicht erst seit heute oder gestern. Großspurigen Ankündigungen an Vorabenden zu Wahlen wurden stets schnell von ernüchternd dreister Ignoranz eingeholt.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Sturm sieht sich insbesondere durch den fehlenden Rückhalt der Politik einer fast aussichtslosen Situation ausgesetzt: Während andere kräftig aufrüsten, bleiben die Schwoazen trotz weitreichender Popularität im Hintertreffen, muss man sich immer und immer wieder – wenn überhaupt – mit Stückwerk begnügen. Zuletzt reagierte man gar mit jenem seichten Totschlagargument, das vermutlich bei vielen eine empfindliche Reaktion auszulösen vermögen soll: Steuergeld. Man könne nicht Millionen zulasten der Steuerzahler verpulvern, hieß es, wohlwissend, dass sämtliche bis dato erfolgte Überlegungen dem klar widersprechen.

Die Verantwortlichen in Messendorf müssen nun Härte zeigen und sich der Thematik noch weitaus aggressiver widmen. Der Grundstein wurde längst gelegt, hat man die massive Benachteiligung bereits im Bewusstsein des Anhangs verankert. Jauk und Co wären gut beraten, schnellstmöglich konkrete Konzepte inklusive entsprechender Kostenaufstellung auf den Tisch zu legen, damit laufend an die Öffentlichkeit zu drängen, Debatten in hoher Intensität und damit auch den Druck aufrecht zu erhalten sowie Wege zu suchen, die es womöglich (noch) nicht gibt. Denn es sollte wahrlich nicht mehr heißen „Graz gegen Sturm“, sondern „Sturm gegen Graz“! Und was Politiker am meisten fürchten, ist bekannt.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Anzeige

14 Kommentare

  1. Testus Test sagt:

    Als echter Sturmfan bin ich auch für ein eigenes Stadion. Aber die Frage ist, ob den Graz ein Sturm Stadion braucht.
    Es gehen nicht mal 3% der Grazer ins Stadion, warum sollte die Stadt für 3% der Bevölkerung Geld für was auch immer in die Handnehmen? Mit 3% bist nicht mal im Stadtrat.
    Schuld sind in erster Linie wir selber weil STurm in den letzten Jahren es nicht geschafft hat die Leute zu mobilisieren. Wenn die Hütte aus allen nähten platzt und der sportliche Erfolg da ist, müssens eh handeln.
    Was aber nicht heißen soll, dass ein eigenes Stadion nicht eh auch ein Schritt in die richtige Richtung ist. Aber gleich den 2ten Schritt zu machen ohne das andere erst zu erfüllen (volle Hütte und sportlicher Erfolg), wird halt schwierig.

    der Vorstand muss sich dem bewusst werden. Es braucht einfach mehr Sturm Fans in Graz! Aus überall her pendeln die Leute zum Spiel, Ober/West/Südoststmk usw. mehr als 1h. Und die Grazer kriegen ihren A.. nicht ins Stadion? Wie kann sowas sein? Da liegt da Hund begraben und nirgends sonst!

    0
    • jott1976 sagt:

      Ich gebe dir ja Recht, dass man durchaus mehr Fans in der Stadt mobilisieren sollte. Die Stadt Graz ist durch Sturm dennoch Profiteur. Die Kommunalsteuer nimmt die Stadt ein. Sturm macht International Werbung für Graz. Bei einem Spieltag profitiert die gesamte Gastronomie im und um das Stadion etc. etc.
      Die Politik stellt sich immer als noblen Geldgeber in der Öffentlichkeit dar, aber das die Stadt noch mehr einnimmt als das sie aus gibt steht nirgends zu lesen.

      Nagl werden wir leider nicht abwählen können. Dazu gibt es zu wenig Sturmfans in Graz. Aber es gibt viele Sturmfans im Umland und die können auch gegen die ÖVP wählen. Somit müsste Schützenhofer mit Nagl ein Wörtchen reden.

      1+
    • Testus Test sagt:

      Das ist für mich kein Argument. Sry. Die Stadt profitiert durch viele z.B. Unternehmen viel viel mehr als von einem Verein Sturm Graz. Soll die Stadt jetzt auch den Unternehmen Geld geben etc? Ich sehe die Stadt nicht als noblen Geldgeber an, sondern als ein Insitution die für den größtmöglichen Teil der Bürger das bestmögliche rausholen will. Dazu gehört dann auch, Cash über die Gastro zu holen z.B.
      Und wenn du wirklich glaubst die Leute wählen wegen Sturm bei den Landtagswahlen anders dann lügst du dir doch selbst ins Gesicht. Aber selbst wenn du an diese Illusion wirklich glauben solltest, 15.000 (und das sind nicht Mitglieder oder Besucher sondern potenzielle Sturmsympathisanten) des sind nicht mal 1.5% der Stimmen…

      Ein Sturmstadion muss anders erreicht werden, die Politik sitzt am längeren Ast und unsere Position ist weit schlechter als viele überhaupt zu wahrnehmen vermögen. Bitte nicht falsch verstehen Sturm braucht eine Heimat, so dringend wie nichts anderes im Moment, jedoch sind das Ansprüche die man uns nicht erfüllen wird. Es sind Ansprüche die wir selbst umsetzten werden müssen, mit Maßnahmen die umpopulär sind und auch vielen Sauer aufstoßen werden. Aber anders wirds nicht gehen, zumindest nicht in den nächsten Jahrzehnt.

      0
    • RAM6I sagt:

      @Testus Test:
      Kenne genug große Unternehmen in der Stadt die jährlich die Regierung damit drohen von Graz abzuwandern, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden. (u. sie bekommen sie dann auch)

      Also warum sollte Sturm nicht auch diesen Weg gehen?!
      Die Stadt/Landesregierung lässt sich jedesmal mit den Erfolgen der Schwarzen gerne blicken doch wenn es um Geld u. Pacht u. endlich eine eigene Heimat geht. Schalten sie auf Stur!

      Wette mein ganzes Vermögen, das würde es sich um die Roten handeln, der Nagl schon alle Hebel/Schalter Knöpfe aktiviert hätte um die Forderungen erfüllen zu können u. wenn er Ihnen die Pacht aufs Stadion ohne Gebühren übergeben hätte!

      Fair spielt sich schon lange nichts mehr ab auf diese Welt! Leider kommt man anscheinend nur noch mit Lug&Betrug &Erpressung weiter!
      U. das Argument dafür ist kein Geld da, lasse ich nicht gelten, denn für seine scheiß Gondel & etc..ist mehr als genug da!

      1+
  2. fauli sagt:

    Gak steigt eh ab, dann ist die Stadion Diskussion hinfällig 😉

    0
    • 1909 sagt:

      Die Stadion-Diskussion wäre auch dann absolut NICHT hinfällig. Sturm muss endlich einen Handlungsspielraum haben (Stichwort Gastro, Events, Nutzung) und auch Profit aus dem Stadion schlagen zu können, indem man endlich eine Heimat hätte, diese dementsprechend gestalten kann und Identität stiften. GAK hin oder her – Sturm braucht eine Heimat!

      2+
    • Erzschwoarza sagt:

      Naja, es geht nicht nur darum. Sturm sollte Pächter sein oder Eigentümer!
      Wenn graz sagt die wollen 15 mille für die Bruchbude, dann denke ich sehr wohl das sturm als wirtschaftlicher gefestigter Verein die Kohle von jeder Bank auch bekommen wird. Unsere Heimat ist liebenau und das soll auch so bleiben.
      Abstieg des gak hin oder her!
      Wir sind aber auch selber Schuld an diesem ganzen schmafu!
      Wir werden nie ein eigenes Stadion haben, ist einfach so!

      0
  3. glockgame sagt:

    Ein solides Konzept für einen Stadionneubau ausserhalb, irgendwo entlang der A9 zb Bereich Premstätten, präsentieren, und die Stadt ist für Gespräche bereit. Aber unsere Führung jammert lieber herum, anstatt in die Offensive zu gehen. Weil der böse rote Sigi mag uns nicht ;-(

    Und ehrlich, bevor ich 1 Mio im Jahr an Pacht zahle, zahle ich damit lieber Kreditraten für den Neubau ab. Ein Stadion für 18-20.000 Zuseher kostet auf der grünen Wiese vielleicht 30 Mio €. Da hat man mehr davon.

    2+
  4. Bozo Bazooka sagt:

    Ab in die Gruabn!

    0
  5. Strauss sagt:

    Roter Konzernmeister Nagl abwählen!

    1+
  6. Nock-74 sagt:

    @testus: Ich kann den Blödsinn von „es gehen nur 3 % der Bevölkerung ins Stadion und blablabla…“ nicht mehr hören! Dann kannst mir vielleicht sagen warum Rapid (0,97 %) und Austria (0,48 %) ein neues Schmuckkästchen bekommen haben? Und komm mir jetzt nicht mir Sponsoren usw. denn auch bei beiden Stadien sind öffentliche Gelder geflossen. Und glaubst du ehrlich, dass die Unternehmen von denen du sprichst keine Förderungen von Stadt und Land bekommen? Na bitte, so grün kannst doch ehrlich sein hinter den Ohren. Fakt ist, dass der SK Sturm Graz einen enormen Werbewert für die Stadt hat und dieser auch in den unterschiedlichsten Bereichen erhebliche Einnahmen beschert und darüber hinaus auch viele Arbeitsplätze sichert! 15000 Sturmsympathisaten, auch nicht dein Ernst oder? Die Zahl dieser wird alleine in der Steiermark eher an die 50000 gehen! Wir brauchen ein eigenes Stadion wie einen Bissen Brot und einen dementsprechenden Präsidenten mit Durchsetzungskraft, Visionen und der Möglichkeit große Sponsoren an Land zu ziehen mit denen eventuell auf eigene Initiative ein Stadion (wo auch immer, aber am liebsten ausserhalb von Graz) gebaut werden kann! Dann kann der Sigi in seiner Arena zusammen mit seinen Roten verrec.en!

    2+
  7. Sturmmani sagt:

    Leute, bei unserer ersten Meisterfeier am Grazer Hauptplatz waren um die 80000 Menschen zu gegen.
    Sturm kann also die Massen bewegen und das sollten wir der Politik, so es notwendig ist, auch mal zeigen.
    Wenn wir über 20000 Leute fürs Cupfinale nach Klagenfurt verfrachten können, muss es vor der Haustür ja noch leichter gehen, dass mal ein sichtbares Zeichen gesetzt wird – Stichwort Sturm auf die Innenstadt.

    1+
  8. sTuRm_90 sagt:

    Wenn die Stadt es dem Verein nicht ermöglicht das Stadion zu erwerben sollte sich das Präsidium schnellstmöglich eine Alternative einfallen lassen und nicht noch den BGM beknien.

    Das Angebot dieses Stadion zu übernehmen ist mehr als fair für alle Beteiligten.
    Wenn die Politik nicht gegenlenkt muss der Verein endlich handeln um wettbewerbsfähig zu bleiben. In Deutschland gibt es ein sehr romantische Projekt mit Union Berlin und der Alten Försterei das auch sicher beim SK STURM und dem Anhang möglich wäre

    Ich wohne ihn WIEN aber würde mir sofort einen Blaumann kaufen =)

    0

Schreibe einen Kommentar